13.07.2026
https://www.bvg.de/de/unternehmen/medienportal/pressemitteilungen/20260713-start-neubau-waisentunnel
Die BVG hat heute den Startschuss für die #Erneuerung des Waisentunnels gegeben. Das #Bauvorhaben ist ein wesentlicher Meilenstein für mehr Flexibilität und somit mehr Stabilität im Berliner #U-Bahn-Netz. Der #Tunnel verbindet die #U5 mit dem übrigen #Großprofilnetz – also den Linien #U6 bis #U9. Mit dem #Neubau wird diese seit rund zehn Jahren unterbrochene Verbindung wiederhergestellt, die Werkstattbesuche und Fahrzeugeinsätze wieder flexibler macht. Vier Jahre nach Baubeginn sollen die ersten Züge durch den erneuerten Tunnel fahren.
Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG: „Es geht endlich los. Der Waisentunnel ist ein Schlüsselprojekt für das Berliner U‑Bahnsystem. Was für Fahrgäste weitgehend unsichtbar bleibt, macht hinter den Kulissen einen großen Unterschied: Mit dem Neubau schaffen wir mehr Flexibilität im Netz und stärken die Stabilität des U‑Bahn-Betriebs. Davon profitieren am Ende auch unsere Fahrgäste.“
Der rund 100 Jahre alte #Waisentunnel verläuft vom U-Bahnhof #Alexanderplatz unter der #Littenstraße und der #Spree bis zum U-Bahnhof #Heinrich-Heine-Straße. Er ermöglicht damit eine direkte Verbindung zwischen der U5 und der U8 in beide Richtungen.
Seit der Sperrung des Tunnels sind die #Betriebswerkstatt #Friedrichsfelde und die Linie U5 vom übrigen Netz getrennt. U-Bahnen müssen für Werkstattbesuche oder Einsätze auf anderen Linien deshalb aufwendig einzeln per #Tieflader durch die Stadt transportiert werden. Mit der Fertigstellung des Neubaus entfallen diese Transporte. #Werkstattkapazitäten können künftig besser genutzt und Fahrzeuge schneller im gesamten #Großprofilnetz eingesetzt werden.
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Aufsichtsratsvorsitzende der BVG: „Mit geplanten Investitionen von über einer Milliarde Euro allein in diesem Jahr modernisiert die BVG ihr Netz und investiert in die Zukunft unserer Stadt. Der Neubau des Waisentunnels ist ein wichtiger Baustein dieses Modernisierungskurses. Dieser Betriebstunnel macht das U-Bahn-Netz flexibler und erhöht die Stabilität im Betrieb beim Überführen von Zügen. Das verbessert den Alltag der Berlinerinnen und Berliner und stärkt zugleich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Funktionalität unserer Stadt. Denn eine moderne Verkehrsinfrastruktur ist die Grundlage für Wachstum, gute Arbeitsplätze und eine wettbewerbsfähige Metropole.“
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Mit dem Waisentunnel schließen wir eine Lücke, die das U-Bahn-Netz seit Jahren spürbar einschränkt. Sobald die U5 wieder mit dem übrigen Großprofilnetz verbunden ist, lassen sich Fahrzeuge flexibel dort einsetzen, wo sie gebraucht werden. Außerdem wird so auch die Werkstatt Friedrichsfelde wieder für alle Linien erreichbar sein. Das sind lohnende Investitionen, die den ÖPNV von Berlin deutlich verbessern werden.“
Bauen unter der Spree bei laufender Schifffahrt
Ein Teil des Waisentunnels verläuft unter der Spree. Die besondere Herausforderung für die Expert*innen der BVG und ihrer Projektgesellschaft besteht darin, den Ersatzneubau an gleicher Stelle zu errichten und gleichzeitig den Schiffsverkehr aufrechtzuerhalten.
Dafür wird dieser Tunnelabschnitt zunächst mithilfe von Stahlbetonschotten vom übrigen U-Bahn-Netz getrennt, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Anschließend wird das bestehende Bauwerk zurückgebaut.
Dennis Backwinkel, Geschäftsführer der BVG Projekt GmbH: „Der Neubau des Waisentunnels ist aus baulicher Sicht äußerst anspruchsvoll. Wir errichten einen neuen Tunnel unter der Spree und müssen dabei nicht nur das Bauwerk trocken und sicher halten, sondern auch den Schiffsverkehr am Laufen. Durch das Bauen in zwei Abschnitten können wir die Spree halbseitig trockenlegen und müssen so die Wasserstraße nicht vollständig sperren lassen. Das erfordert eine präzise Planung und eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten – genau das macht dieses Projekt so besonders.“
Der Ersatzneubau erfolgt anschließend in mehreren Bauphasen. Für den Neubau werden zuerst auf der südlichen Spreeseite Spundwände und eine Sohlplatte eingebracht, bevor die Baugrube ausgepumpt wird. So können die Bautrupps den ersten Abschnitt des neuen Tunnels errichten. Anschließend wird die Baugrube wieder geflutet und eine weitere Spundwandkonstruktion auf der nördlichen Spreeseite eingerichtet. Dort wiederholen sich die gleichen Arbeitsschritte. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt ein vollständig neuer Tunnel.