10.07.2026
Frage 1:
Ist dem Senat bekannt, dass am #S-Bahnhof #Springpfuhl Teile der #Bahnsteigüberdachung offenbar nicht mehr #vorhanden beziehungsweise nicht ausreichend #funktionsfähig sind?
Frage 2:
Seit wann sind dem Senat beziehungsweise den zuständigen Stellen die entsprechenden Mängel sowie Beschwerden von Fahrgästen bekannt?
Antwort zu 1 und 2:
Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.
Ja, seit Ende 2024 sind dem Senat die Mängel bzgl. die zum Teil fehlende Bahnsteigüberdachung am S-Bahnhof Springpfuhl bekannt. Seitdem ist der #Witterungsschutz für auf dem Bahnsteig wartende oder auch dort umsteigende Fahrgäste leider nur noch bedingt gegeben.
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ist mit dem Zustand und Erscheinungsbild des S-Bahnhofs Springpfuhl keineswegs zufrieden und hat dies auch gegenüber der DB InfraGO AG, Geschäftsbereich Personenbahnhöfe, umgehend kommuniziert. Daraufhin fand im Frühjahr 2025 mit allen Fachbeteiligten der DB InfraGO AG unter Beteiligung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt eine Ortsbegehung am S-Bahnhof Springpfuhl statt. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass das bestehende Bahnsteigdach baufällig ist, nicht mehr saniert werden kann und daher komplett zurückgebaut werden muss. Stattdessen soll mit einem Ersatzneubau eines modernen Bahnsteigdaches der Witterungsschutz für die Fahrgäste wiederhergestellt werden.
Frage 3:
Welche Maßnahmen wurden bislang ergriffen, um die Schäden zu #beseitigen oder die Auswirkungen für Fahrgäste zu begrenzen?
Antwort zu 3:
Gemäß Einschätzung der DB InfraGO AG ist mit dem vorhandenen „ Restdach“ grundsätzlich ein ausreichender Witterungsschutz für Fahrgäste unter Heranziehen der Vorgaben aus den Richtlinien zum wettergeschützten Warten auf Bahnhöfen der entsprechenden Kategorie gegeben.
Darüber hinaus werden seitens der DB AG derzeit Möglichkeiten untersucht, die Situation für Fahrgäste bis zur Umsetzung der dauerhaften Lösung (Neubau Bahnsteigdach) zu verbessern. Dabei wird geprüft, ob temporäre Wetterschutzhäuser aufgestellt werden können. Die Umsetzung ist nach Aussage der DB AG allerdings aufgrund begrenzter Platzverhältnisse auf dem Bahnsteig sowie baulicher, betrieblicher und sicherheitsrelevanter Anforderungen als herausfordernd zu bezeichnen. Es wurden bereits Teile des Daches zurückgebaut, um die Lasten an den Dachstützen zu minimieren und damit die Sicherheit der Fahrgäste nicht zu gefährden.
Frage 4:
Liegen für den S-Bahnhof Springpfuhl Sanierungs-, Instandsetzungs- oder Modernisierungspläne vor?
Antwort zu 4:
Ja. Das Vorhaben zur #Modernisierung des S-Bahnhofs Springpfuhl inklusive Ersatzneubau des Bahnsteigdaches ist Bestandteil des „ #Bahnhofsmodernisierungsprogramms Berlin“ , für dessen Umsetzung zwischen dem Land Berlin und der damaligen DB Station&Service AG (heute DB InfraGO AG, Geschäftsbereich Personenbahnhöfe) Ende 2021 eine entsprechende Rahmenvereinbarung geschlossen worden ist.
Ziel ist es, den S-Bahnhof Springpfuhl zukunftsfähig aufzustellen und im Rahmen dessen wieder einen zeitgemäßen und umfangreichen Wetterschutz für die Fahrgäste bereitzustellen.
Frage 5:
Welche konkreten Maßnahmen sind für den Bahnhof vorgesehen, insbesondere hinsichtlich der Bahnsteigüberdachung, der Entwässerung sowie der Bahnsteig-, Treppen- und Aufzugsanlagen?
Antwort zu 5:
Nach Mitteilung der DB AG sind die folgenden Maßnahmen Bestandteil des umfangreichen Modernisierungsvorhabens für den S-Bahnhof Springpfuhl:
- Bahnsteigüberdachung
- Ersatzneubau eines Bahnsteigdaches
- Neubau von Überdachungen an den südlichen und nördlichen Zugangsgebäuden
- Voraussichtliche Errichtung eines zusätzlichen Witterungsschutzes im Bereich des südlichen Bahnsteigzugangs
- Entwässerung
- Erneuerung der Entwässerungsleitungen im Bahnsteigbereich
- Erneuerung der Kabelschächte mit einer Ausführung, die einen Wasserstau in den Schächten verhindert
- Bahnsteiganlagen
- Erneuerung des Bahnsteigbelags
- Erstellung eines Gutachtens zum Zustand der Bahnsteigkante und Umsetzung der daraus resultierenden erforderlichen Maßnahmen
- Erneuerung der technischen 50-Hz-Anlagen (Stromversorgung) unter dem Bahnsteigdach sowie in den Zugangsbereichen
- Treppen- und Aufzugsanlagen / Erschließung
- Verbreiterung des südlichen Bahnsteigzugangs durch das bestehende Gebäude
- Überprüfung der vorhandenen Rampen an den nördlichen Zugängen auf Regelkonformität; bei festgestelltem Anpassungsbedarf Prüfung der Errichtung von Aufzügen zur Sicherstellung einer regelkonformen barrierefreien Erschließung.
Nach Aussage der DB AG soll die Modernisierung der Stationsausstattung gemäß den Vorgaben der „ #Zukunftsbahnhöfe“ erfolgen. Ziel ist dabei eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, Kundeninformation, Orientierung und Barrierefreiheit am S-Bahnhof Springpfuhl herzustellen. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt im Rahmen der weiteren Planung.
Frage 6:
Wann sollen die einzelnen Maßnahmen beginnen und wann sollen sie abgeschlossen werden?
Antwort zu 6:
Als Bestandteil der oben genannten Rahmenvereinbarung zum „ Bahnhofsmodernisierungs- programm Berlin“ wurde Anfang Juni 2026 zwischen dem Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, und der DB InfraGO AG, vertreten durch den Geschäftsbereich Personenbahnhöfe Regionalbereich Ost, der Finanzierungsvertrag über die Planungen der Leistungsphasen 1 bis 4 HOAI (Planungsvereinbarung) für die Infrastrukturmaßnahme „ Ersatzneubau Bahnsteigdach mit zusätzlichen Überdachungen am nördlichen und südlichen Zugang am S-Bahnhof Springpfuhl“ geschlossen.
Als nächster Schritt wird nun durch die DB InfraGO AG als Vorhabenträgerin die Vergabe der Planungsleistungen vorbereitet. Der Planungs-, Genehmigungs- und Prüfungszeitraum für die Leistungsphasen 1-4 wird sich voraussichtlich bis 2033 hinziehen.
Soweit dann Planrecht besteht und die Gesamtfinanzierung des Vorhabens einschließlich einer anteiligen Landeszuwendung vertraglich geregelt ist, kann nach Einschätzung der DB AG anschließend der Prozess zur baulichen Umsetzung des Gesamtvorhabens beginnen. Ein konkreter Fertigstellungstermin kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden.
Frage 7:
Welche Kosten werden für die geplanten Maßnahmen veranschlagt und von welchen Stellen werden diese getragen?
Antwort zu 7:
Gemäß den Festlegungen und Anlagen der unter Antwort 6 erläuterten Planungsvereinbarung werden für die Erstellung der Planungsleistungen (Leistungsphasen 1-4) der oben genannten Maßnahmen derzeit Kosten von rund 1,641 Mio. EUR veranschlagt. Davon finanziert das Land Berlin rund 0,407 Mio. EUR und die DB InfraGO AG rund 1,234 Mio. EUR einschließlich Eigenleistungen.
Angaben zu den Kosten der baulichen Umsetzung einschließlich der Planungen ab der Leistungsphase 5 können erst im weiteren Planungsverlauf ermittelt werden.
Frage 8:
Welche #kurzfristigen Maßnahmen planen der Senat beziehungsweise die Deutsche Bahn oder die S-Bahn Berlin, um die Beeinträchtigungen durch eindringendes Regenwasser bis zur Umsetzung einer dauerhaften Lösung zu reduzieren?
Antwort zu 8:
Nach Aussage der DB InfraGO AG wird gegenwärtig geprüft, ob temporäre Wetterschutzhäuser auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Springpfuhl bis zum Beginn der umfangreichen Modernisierungsmaßnahme errichtet werden können (vergleiche dazu auch die weitergehenden Ausführungen der Antwort zu 3).
Berlin, den 09.07.2026
In Vertretung Arne Herz
Senatsverwaltung für
Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
www.berlin.de
https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26482.pdf