07.07.2026
Wer auf der Berliner #Stadtautobahn #A100 unterwegs ist, wird sich spätestens im Stau mal gefragt haben: Wozu sind eigentlich diese merkwürdigen #Buchten an den Straßenrändern da, die mit massiven Betonblöcken gesichert sind? Die Blöcke erinnern ein bisschen an den „#Überfahrschutz“, mit dem heutzutage Weihnachtsmärkte und andere Orte gegen Terrorangriffe mit Fahrzeugen geschützt werden. Doch der Zweck der #Haltebuchten war ein anderer. An mindestens einer lässt er sich bis heute als verwitterter Schriftzug auf dem Straßenpflaster ablesen: „Bus“ steht zum Beispiel an der Haltebucht an der Ausfahrt #Hohenzollerndamm in Schmargendorf.
Was allerdings fehlt, sind die #Haltestellenschilder. Auch Fahrpläne und Zugänge, über die die Fahrgäste an diese unwirtlichen Bushaltestellen gelangen könnten, findet man nicht. Und natürlich auch keine Fahrgäste. Denn auch wenn die Idee heute wieder sehr modern klingt, nach einer Idee für die „Nachnutzung“ der Autobahn in einer „autofreien“ Stadt: Die Bushaltestellen auf der Berliner Autobahn sind heute „Lost Places“. Sie führen nur noch in die Vergangenheit – in die kältesten Zeiten des Kalten Krieges.
Wer heute auf den Stadtplan schaut, fragt sich: Wozu sollte man auch mit einem Bus über die Stadtautobahn fahren, zumal, wenn sie ständig mit Autos verstopft ist? Und zumal doch direkt nebenan die #Ringbahn der #S-Bahn verläuft? Die Erklärung liegt in der #Teilung der Stadt, deren #Westteil nach 1945 nach und nach isoliert wurde – die #Blockade durch die Sowjetunion 1948/49, die geteilte Verwaltung, schließlich der #Mauerbau 1961, mit dem der SED-Staat West-Berlin endgültig zur abgeschotteten …