S-Bahn: Weniger Bahnhofspersonal und neue Sicherheitskonzepte
Ereignis
Die S-Bahn Berlin plante Mitte der 2000er Jahre einen erheblichen Abbau von Bahnhofsaufsichten. Der Senat hielt weiterhin an hohen Sicherheitsstandards fest, setzte jedoch im neuen Verkehrsvertrag stärker auf Qualitätsmessungen über Kundenzufriedenheit sowie auf eine Kombination aus mobilem Personal, Videoüberwachung und technischen Systemen. 【2-367fde】
Details
Quelle: Drucksache 15/12075. 【2-367fde】
Kleine Anfrage des Abgeordneten Alexander Kaczmarek (CDU) vom 06. Dezember 2004
Mit Sicherheit kein Personal im SPNV 【2-367fde】
Fragen 1 bis 3
Wie beurteilt der Senat die Maßnahme der S-Bahn Berlin GmbH, bis zum Jahre 2008 ca. 700 Stellen im Bereich der Bahnhofaufsichten zu streichen und damit die Mehrzahl der S-Bahnhöfe personalfrei zu machen? Wie vereinbart sich dies mit den bisherigen Aussagen des Senats zur Sicherheit? Wie hat sich dies im Verkehrsvertrag niedergeschlagen? 【2-367fde】
Antwort zu 1 bis 3
Der Senat hält daran fest, dass die Gewährleistung eines hohen subjektiven Sicherheitsgefühls ein wichtiges Qualitätskriterium für Nahverkehrsleistungen darstellt.
Im August 2004 wurde mit der S-Bahn Berlin GmbH ein Verkehrsvertrag geschlossen, der das Merkmal „Sicherheit“ ausdrücklich in die Fahrgastzufriedenheitsmessungen einbezieht. Sinkt die Kundenzufriedenheit, kann das Land Berlin finanzielle Abzüge von den Ausgleichszahlungen vornehmen. Darüber hinaus orientiert sich der Einsatz von Sicherheitskräften und S-Bahn-Personal an einem mit Bundesgrenzschutz und Landespolizei abgestimmten Lagebild. 【2-367fde】
Die S-Bahn Berlin GmbH teilte mit, über mehr als 850 Aufsichten auf den Bahnsteigen zu verfügen. Aufgrund moderner Fahrzeuge mit verbesserten Sicherheitseinrichtungen sei eine Zugabfertigung künftig weitgehend ohne örtliche Aufsichten möglich. Bis 2009 solle der Bestand um etwa 600 Mitarbeiter verringert werden. Auf rund 20 Schwerpunktbahnhöfen bleibe jedoch eine dauerhafte Besetzung bestehen. Ergänzend seien mobile Mitarbeiter, Videoüberwachung und dezentrale Leitstellen vorgesehen. 【2-367fde】
Zum Vergleich verweist die S-Bahn Berlin GmbH auf die S-Bahn Hamburg, die bereits weitgehend auf zentrale Videoaufsicht, mobile Sicherheitsteams und reduzierte Verkaufsstellen umgestellt habe. 【2-367fde】
Der Senat kündigte an, die Entwicklung genau zu beobachten und gegebenenfalls die vereinbarte Malus-Regelung anzuwenden. 【2-367fde】
Fragen 4 und 5
Wie lassen sich diese Pläne mit den Vorgaben des Nahverkehrsplans vereinbaren und wie will der Senat seine Ziele durchsetzen? 【2-367fde】
Antwort zu 4 und 5
Die Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2005 bis 2009 werde die neuen vertraglichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Qualitätsstandards würden künftig festgelegt, ohne bestimmte Einzelmaßnahmen zwingend vorzuschreiben. Denkbar sei ein Maßnahmenmix aus teilweise besetzten Bahnhöfen, Videoüberwachung, verbesserter Beleuchtung und mobilen Einsatzteams, sofern diese Maßnahmen von den Fahrgästen akzeptiert würden. Ziel sei ein unternehmens- und verkehrsträgerübergreifendes Bonus-Malus-System auf Grundlage der Kundenzufriedenheit. 【2-367fde】
Berlin, den 12. Januar 2005
In Vertretung
Maria Krautzberger
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 【2-367fde】
Hinweis
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.