Berlin hatte immer einen guten Ruf bei jenen Autofahrern, die gar nicht in der Stadt wohnten. Wer vor einigen Jahren nach Berlin zog, hatte das Gefühl, plötzlich befreit tun und lassen zu können, was ihm gefiel. Die Hauptverkehrsstraßen durchzogen damals wie heute als breite Schneisen die Stadt. Kein Verkehrsplaner legte dem motorisierten Verkehr Einbahnstraßen-Irrgärten, dauerrote Ampeln oder ein Geflecht von Tempo-30-Zonen in den Weg, wie es zum Beispiel in Hamburg praktiziert wurde, wo man den Autoverkehr rigoros verdrängen wollte. Berlin schien dagegen wie gemacht für das Automobil. Nicht viel später stellten die frisch Zugezogenen allerdings fest, dass der öffentliche Nahverkehr in dieser Stadt besser ausgebaut ist als andernorts, dass man getrost verzichten kann aufs Autofahren und noch viel besser vorankommt, wenn man Bus, Bahn und Fahrrad fährt und die restlichen Wege läuft. Offenbar haben sich …
In Brandenburg-Kirchmöser soll eines der modernsten Kompetenzzentren der Welt für Bahntechnologie entstehen. Das haben heute Deutsche Bahn, neun Industriekonzerne sowie zwei Forschungseinrichtungen bei einer Auftaktveranstaltung für das DB Eco Rail Center bekräftigt. Darüber hinaus haben sich Land und Stadt Brandenburg klar zur Entwicklung der Infrastruktur am Standort Kirchmöser bekannt. Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, der als Mentor der Initiative die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, gab heute den Startschuss für die Weiterentwicklung klimafreundlicher Mobilität: „Mehr Energie- und Rohstoffeffizienz ist der Schlüssel zur Arbeit von morgen. Das Bahnforschungszentrum in Brandenburg an der Havel ist deshalb ein Zukunftsprojekt für die ganze Region. Ich will, dass Deutschland zum Ausrüster der Welt für umweltschonende Produkte wird. Mit diesem Vorhaben zeigt die Bahn gemeinsam mit führenden Unternehmen der Bahnindustrie, wie das geht.“ DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Grube sagte: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten war es wichtig, eine Zeichen des Aufbruchs zu setzen und in die Zukunft zu investieren. Langfristiges Ziel ist es, auf nichtelektrifizierten Bahnstrecken einen emissionsfreien Schienenverkehr zu fahren und insgesamt die umweltfreundlichste Transportkette anbieten zu können. Wir werden energieeffiziente und innovative Technologien hier in Kirchmöser einsatzfähig machen. Hier können die Industriepartner gemeinsam entwickeln, Komponenten aus ihren Labors holen und auf die Schiene setzen.“ „Brandenburg an der Havel ist für solch ein Projekt der ideale Standort. Hier im Ortsteil Kirchmöser verbinden sich Tradition und Moderne. In den letzten 5 Jahren haben wir mit Unterstützung der EU und des Landes Brandenburg rund 90 Mio. EUR in die Revitalisierung des Bahnstandortes investiert. Diese Vorleistungen sind gut angelegt“, sagte die Brandenburger Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann und fügte hinzu: „Speziell mit der Bahn verbindet uns eine lange Zusammenarbeit und gute Partnerschaft. Deshalb freue ich mich auf die neuen Projekte und bin mir sicher, mit so vielen Partnern werden wir auch dabei erfolgreich sein.“ Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann erklärte: „Ich begrüße, dass die DB AG sich gemeinsam mit weiteren Konzernen die Forschung auf dem Gebiet der Mobilität und der emissionsarmen Technologien auf die Fahnen geschrieben hat. Das Projekt hat das Potenzial, den Standort Kirchmöser zu stärken und Impulsgeber für die gesamte Region zu sein.“ Friedrich Smaxwil, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland erläuterte: „Bahntechnik ist Hochtechnologie und für Hochtechnologie benötigt man starke Partner. Für die deutsche Bahnindustrie bietet sich mit dieser Initiative die einmalige Gelegenheit, neue, innovative Produkte schneller zur Marktreife zu bringen und somit unsere Position als Weltmarktführer umweltschonender und wirtschaftlicher Bahnprodukte weiter auszubauen.“ Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee: „Wir sind auf dem Weg in eine neue Verkehrswelt. Deutschland soll hier mit seinen hervorragenden Ideen ganz Vorne mit dabei sein. Die Bahn ist eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel. Damit das auch in Zukunft so bleibt, muss sie sich den neuen Herausforderungen stellen und innovative Antriebstechnologien mit minimalen Emissionen auf die Schiene bringen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Bahnindustrie und Bahn ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. ——————————————————– Liste der Industriepartner DB Eco Rail Center, Brandenburg-Kirchmöser • Alstom Transport Deutschland GmbH, Salzgitter • Bombardier Transportation GmbH, Berlin • Deutsche Bahn AG, Berlin • Deutsches zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Köln • Enertrag Aktiengesellschaft, Gut Dauerthal • Fachhochschule Brandenburg, Brandenburg an der Havel • Linde AG, München • Siemens AG, Berlin und München • Solon SE, Berlin • Tognum AG, Friedrichshafen • Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Berlin • Voith Turbo GmbH & Co. KG, Heidenheim (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos Kai Michael Neuhold, www.kmn-network.de, 11.08.09).
Zu den Ergebnissen des Gespräches der Länder Brandenburg und Berlin am 10.08.09 mit Vertretern der S-Bahn erklärt Infrastrukturminister Reinhold Dellmann: Positiv ist, das sich die Lage voraussichtlich schneller bessert als ursprünglich angenommen. Jetzt darf in den Anstrengungen nicht nachgelassen werden, damit wir verlorenes Vertrauen der Fahrgäste wieder zurück gewinnen. Ich erwarte zudem, dass jetzt so schnell wie möglich auch auf der Strecke nach Potsdam wieder der 10-Minuten-Takt gefahren wird. Die S-Bahn wird hierzu in den nächsten Tagen ein Konzept vorlegen. Zukünftig ist jedoch zu überlegen, ob nicht Wettbewerb bei der S-Bahn ein Beitrag zur Qualitätssicherung sein könnte (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung, 11.08.09).
(Berlin, 11. August 2009) Wie schon bei der Fußball-WM im Jahr 2006 wird die U-Bahnlinie U2 auch während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft zur WM-Linie.
An den Wochenenden 15.08. und 16.08. und vom 21.08. bis 23.08. werden jeweils von circa 8.45 – 24.00 Uhr Züge im 5-Minuten-Takt verkehren. Während der gesamten Veranstaltungszeit wird das Angebot auf der der U2 von U-Bahn-Sonderzügen verstärkt, deren Einsatz operativ entschieden wird.
Die U55 fungiert jeweils als Zubringer zu den Geherwettbewerben am 15.08., 16.08. und 21.8., die Unter den Linden entlang führen sowie zu den Marathonwettbewerben am 22.08. und 23.8. deren Start und Ziel am Brandenburger Tor liegt.
Um für die Anreise zum Olympiastadion das Verkehrsangebot der Linien X34 und X49 nutzen zu können, wird vom 15.08. bis 23.08. in der Zeit von jeweils 10 bis 22 Uhr für die beiden Linien der zusätzliche Halt an der Haltestelle Flatowallee eingerichtet. Zu den Geherwettbewerben am 15., 16. und 21.8. verkehren auf der Straße Unter den Linden keine Omnibusse. Auch zu den Marathonwettkämpfen am 22.08. und 23.08. verkehren zwischen Großer Stern und City -Ost keine Omnibusse.
Die S-Bahn wird das Olympiastadion mit den WM-Linien S5, S7, S75 und S9 anfahren, dies sind vier Züge pro Richtung innerhalb von 20 Minuten. In den Abendstunden wird dieses Angebot ebenfalls bei Bedarf zwischen Olympiastadion und Zoologischer Garten verstärkt.
In den Nächten von Sonntag/Montag, 16.08./17.08. bis Donnerstag/Freitag 20.08./21.08. wird jeweils bis 02.30 Uhr ein 20-Minuten-Takt auf den Linien S1 (Gesundbrunnnen – Zehlendorf), S41/S42 (Ring), S75 (Ostkreuz – Spandau) und S9 (Flughafen Berlin-Schönefeld – Spandau) angeboten. Damit wird auf wesentlichen S-Bahn-Abschnitten das S-Bahn-Angebot erweitert, um den Gästen der Leichtathletik WM verlängerte Abreisemöglichkeiten vom Olympiastadion bieten zu können. In den Nächten Freitag/Sonnabend und Sonnabend/Sonntag bleibt es bei dem gewohnten durchgehenden Nachtverkehr.
Herausgeber: DB Mobility Logistics AG Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland Verantwortlich für den Inhalt: Leiter Kommunikation Oliver Schumacher
Morgens 9.26 Uhr im Berufsverkehr bei der S-Bahn. Der Zug nach Blankenfelde kommt bereits voller Menschen in Pankow an. Es hilft nichts, man muss ja trotzdem mit. Alles schiebt, jeder versucht, einen Platz zu ergattern, an dem er halbwegs bequem stehen kann. Auch die Luft im Wagen steht. Sämtliche Fenster sind geschlossen, es herrschen gefühlte 37 Grad und es riecht nicht gut. Fast scheint es, als hätten sich alle schlechten Gerüche dieser Welt zu einer provozierenden Melange vereinigt. Puuh. Solch eine Fahrt wünscht man nicht mal seinem Feind. An jeder Station schwappt eine neue Woge von Mitfahrenden herein. Obwohl die Bahn längst proppenvoll ist, passen doch alle irgendwie hinein. Die elektronische Anzeige im Wagen, auf der immer die nächsten drei Stationen zu lesen sind, ist dunkel. Nur hin und wieder erscheint ein Wort auf dem Schirm: Selftest. Plötzlich kommt eine Durchsage: „Dieser Zug wird ausgetauscht. Bitte steigen Sie am nächsten …
Ab heute kreischen an der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain wieder die Kettensägen. Weitere Bäume, die der Sanierung der Tunnelschächte der U-Bahnlinie 5 im Wege stehen, müssen weg. Eine erste Fäll-Aktion hatte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in der vergangenen Woche gestoppt, weil die Verantwortlichen der BVG die Anwohner nicht rechtzeitig darüber informiert hatten. Aufgebrachte Nachbarn hatten das Amt gerufen. Bis zu 67 teils starke Bäume werden an den drei Stationen Schillingstraße, Strausberger Platz und Weberwiese abgesägt. Ihre Wurzeln waren in die ohnehin maroden Tunnelabdichtungen der U-Bahn, die dort nur gut einen Meter tief liegen, eingewachsen und hatten Mauerwerk und Beton gesprengt. Bei der BVG hat man jetzt auf den Anwohner-Ärger reagiert. „Wir werden neue Bäume …
Applaus. Johlen. Pfiffe. Blitzlichtgewitter. Aber kein Star weit und breit. Kein Staatsgast. Was das Entzücken in dem neuen U-Bahnhof des Hauptbahnhofs verursacht, ist eine 30 Jahre alte U-Bahn des Typs F 79 mit modernisiertem Innenraum und einem Kranz aus Plastikgrün, die quietschend vor einer begeisterten Menschenmenge zum Stehen kommt. Diese Bahn pendelt nun auf der Linie 55 vom Hauptbahnhof über den Bundestag zum Brandenburger Tor und zurück. Und damit wird sie zum Symbol eines fast 14 Jahre dauernden, 320 Millionen teuren und in Berlin kontrovers diskutierten Großprojektes der Stadt. 70 000 Fahrgäste kamen am Sonnabend, um als erste auf der 1,8 Kilometer langen Strecke der so genannten Kanzler-Bahn zu fahren. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete die Strecke als „U-Bahn der Einheit“. „Ohne den Fall der Mauer und den Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin wäre sie nicht …
BERLIN. Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellman (SPD) brüstet sich gerne mit seinem jüngsten Ausschreibungserfolg: Nach der Vergabe von 16 Regionalexpresslinien in Berlin und Brandenburg könnten die Fahrgäste der Region ab 2011 mit mehr Komfort in den Zügen, kürzeren Fahrzeiten und Takten rechnen. Obendrein sparten die Bestellerländer gegenüber dem alten Vertrag zwischen 30 bis 45 Millionen Euro ein. Für die Bahngewerkschaften Transnet, GDBA und GDL ist dies ein zweifelhafter Erfolg der Länder. „Die Verlierer sind eindeutig die Beschäftigten“, sagt Transnet-Chef Alexander Kirchner. Derzeit werden die Strecken noch von der Deutschen Bahn (DB) betrieben. Künftig teilt sich die DB das Geschäft mit der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG). Die hat in der Branche nicht gerade den besten Ruf. Die Firma fertige langjährige Lokführer mit einem Nettolohn ab, der um …
Am 8. August wurde mit der U55 Deutschlands kürzeste und teuerste U-Bahn-Linie in Betrieb genommen. Sie bietet noch keinen Anschluss an das U-Bahn-Netz, verbindet dafür aber zwei S-Bahn-Strecken und erschließt den Berliner Hauptbahnhof, dessen Erreichbarkeit damit mehr als drei Jahre nach seiner Eröffnung endlich geringfügig verbessert wird. Doch auf die wichtigeren neuen Strecken zur besseren Erschließung des Hauptbahnhofs, eine Straßenbahn von Prenzlauer Berg/Mitte über Hauptbahnhof nach Moabit und eine S-Bahn von Gesundbrunnen über Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz/Südkreuz, sollen die Fahrgäste noch viele Jahre warten. Es gibt wahrlich wichtigere Projekte in Berlin, als den Bau und die Inbetriebnahme der 1,4 km kurzen Stummellinie. So hätten für die 320 Millionen Euro Baukosten der U55 20 km innerstädtische Straßenbahnneubaustrecken realisiert werden können, wovon sehr viel mehr Fahrgäste profitiert hätten. Obendrein werden nun, um die Stummellinie an die Stammstrecke der U5 am Alexanderplatz anbinden zu können, am Ende sicherlich weitere 500 Millionen Euro benötigt werden. Doch die Entscheidungen sind gefallen. Deshalb gilt es nun, die Lücke zwischen U5 und U55 zügig zu schließen und dabei die Belastungen der Fahrgäste anderer Linien auf ein absolutes Minimum zu begrenzen. So muss die vorgesehene Unterbrechung der wichtigen Nord-Süd-Linie U6 durch Straffung der Bauabläufe verkürzt werden und deutlich unter einem Jahr bleiben. Die Buslinien müssen im Umfeld der Baustelle eigene Fahrspuren und an den Kreuzungen Vorrangschaltungen erhalten. Zwar hat die U55 durchaus eine gewisse Bedeutung zur Erreichung des Hauptbahnhofs, einerseits durch die Engpässe beim Umsteigen im S-Bahnhof Friedrichstraße, andererseits durch das S-Bahn-Chaos mit noch monatelang ausgedünnten Fahrplänen. Doch das U55-Angebot nützt den Fahrgästen, die die Straßenbahn oder eine attraktive Nord-Süd-Anbindung zum Hauptbahnhof benötigen, nichts. Deshalb muss der Senat endlich auf seine Forderung nach durchgängig vier Fahrspuren auf der Invalidenstraße verzichten, damit die Planfeststellung für die Straßenbahn schnell abgeschlossen werden kann. Und er muss kurzfristig die S21 als S-Bahn-Verkehr im Fernbahntunnel bestellen, wie sie vom 20. Juli bis 2. August 2009 fuhr, anstatt die Fahrgäste auf Verbesserungen im Jahr 2022 zu vertrösten. Denn erst dann – „frühestens“ (Abgeordnetenhaus-Drucksache 16/11213) – soll der neue Nord-Süd-Tunnel für die „klassische“ Berliner S-Bahn fertiggestellt sein (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB, Fotos Thomas Splittgerber, Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 10.08.09).
Die etwa 180 000 elektrischen Straßenlaternen in Berlin leuchten zurzeit gewissermaßen unter Vorbehalt. Denn die umstrittene Neuausschreibung ihres Betriebes bekommt neben dem parlamentarischen nun auch ein juristisches Nachspiel. Einer der ausgeschiedenen Bieter, die Stadtlicht GmbH, geht gerichtlich gegen die Vergabe des Auftrages an die Vattenfall Europe Netzservice GmbH vor. Stadtlicht darf sich ebenso wenig zu dem Fall äußern wie andere an der Ausschreibung beteiligte Firmen. Mehrere Insider äußerten gegenüber dem Tagesspiegel jedoch unabhängig voneinander die Befürchtung, dass die Vattenfall- Tochterfirma allzu leicht an den lukrativen Auftrag – sieben Jahre Laufzeit und ein Volumen im zweistelligen Millionenbereich – gekommen sein könnte. Sie verweisen auf eine Vorgeschichte, bei der Vattenfall-Vorgänger Bewag eklatant benachteiligt worden war. Nach sieben Jahren Rechtsstreit gewann Vattenfall auf ganzer …