Im Streit um die Zukunft der Straßenbahn Grünau-Schmöckwitz unterstützt die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die betroffenen Bürger. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir anderswo aufwendig neue Straßenbahnen planen und dann diese Strecke stilllegen“, sagte sie gestern im Verkehrsausschuss. „Es ist richtig, dass die Bahn nach Schmöckwitz aufrechterhalten wird.“ Ein Ersatz durch Busse wäre schwierig, weil die Straße parallel zur Linie 68 teilweise für Autos gesperrt ist. Bislang sei schon 25 Millionen Euro in diese Bahn investiert worden, sagt Junge-Reyer. Sie forderte die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf, nun endlich …
Die Straßenbahnstrecke von Grünau nach Alt-Schmöckwitz, bekannt als Uferbahn, muss erhalten bleiben – so der einstimmige Beschluss der Mitgliederversammlung des Berliner Fahrgastverbands IGEB. Ebenso eindeutig unterstützen die IGEB-Mitglieder das bezirkliche Konzept für den Umbau der Kastanienallee in Pankow. „Die Straßenbahnverbindung zum Hauptbahnhof wird fertig gestellt. Weitere Straßenbahnneubau-maßnahmen, die im StEP [Stadtentwicklungsplan] Verkehr vorgesehen sind, werden planerisch vorbereitet. Grundsätzlich sollen alle vorhandenen Straßenbahnstrecken erhalten und weiter betrieben werden.“ Das schrieben die Berliner SPD und die Berliner Linkspartei.PDS (heute: Die Linke) in ihre Koalitionsvereinbarung für die Legislaturperiode 2006 bis 2011. Fünf Jahre später ist mit den Bauarbeiten für die Straßenbahn zum Hauptbahnhof noch nicht einmal richtig begonnen worden, und keine der weiteren Straßenbahnverlängerungen wurde bisher planerisch vorbereitet. Nun droht ein weiterer Glaubwürdigkeitsverlust, weil die wichtige und attraktive Straßenbahnstrecke von Grünau nach Alt-Schmöckwitz (Linie 68) gefährdet ist. Senat und BVG konnten sich noch immer nicht auf ein Maßnahmen- und Finanzierungskonzept für die Instandsetzung dieser Strecke einigen. Offensichtlich sind die Senatspolitiker (wieder einmal) nicht in der Lage, der BVG zu verdeutlichen, dass Entscheidungen über Erhalt und Neubau von Straßenbahnstrecken allein dem Senat und dem Abgeordnetenhaus vorbehalten sind. Deshalb richtet sich der Beschluss der IGEB-Mitgliederversammlung auch an den Berliner Senat und hier insbesondere an Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer: Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert sie auf, alles zu tun, damit die sowohl bei Anwohnern als auch bei Ausflüglern beliebte Straßenbahnstrecke der Linie 68 in ganzer Länge erhalten bleibt. Im Übrigen wäre der Berliner Senat unglaubwürdig, wenn er einerseits die Stadt zu einem Zentrum der E-Mobilität entwickeln will und andererseits die elektrische Straßenbahn auf einer langen Strecke durch Dieselbusse ersetzen würde. Außerdem unterstützt die IGEB-Mitgliederversammlung das Konzept des Bezirks Pankow für den Umbau der Kastanienallee. Damit werden die Attraktivität und Zuverlässigkeit des Straßenbahnverkehrs und die Sicherheit des Radverkehrs gefördert. Der Fahrgastverband IGEB unterstützt die Aktionen zum Erhalt der Uferbahn, insbesondere die für den 9. April geplante Menschenkette. Mehr Informationen unter www.uferbahn.de (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 07.04.11).
POTSDAM / GOLM – Das Projekt einer Straßenbahn nach Golm ist nicht nur wegen der Streckenführung umstritten; sein Sinn wird auch grundsätzlich bezweifelt. Auf einer Diskussion der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung (Argus) am Mittwochabend wurde klar, dass die Überfüllung von Bussen und Eisenbahn zwischen den Uni-Standorten Potsdams und Golm nur zwischen 8 und 9 Uhr morgens akut ist. Grund ist der Beginn der meisten Vorlesungen um neun Uhr. Betroffen sind nach Angaben des städtischen Bereichsleiters für Verkehrsplanung, Bernd Kahle, auch nur zwei Dienstagszüge. Man habe die Uni gebeten, den Seminarbeginn zu staffeln und Vorlesungen auch auf Montag und Freitag zu legen. Dann würde die Kapazität der Eisenbahn sogar reichen. Ausreichend ist in den Augen des Universitäts- und Wissenschaftsparkes Golm eine …
Links leuchtet blau das Wasser des Langen Sees, rechts stehen grün belaubte Bäume – und dazwischen ist ein sonnengelb lackierter Zug der Linie 68 mit gut gelaunten Fahrgästen an Bord unterwegs. Auf den Bildern von Gustav, Kim und anderen Viertklässlern der Insel-Schule gehört sie selbstverständlich dazu, die Straßenbahn von Grünau nach Schmöckwitz. Doch wie lange diese Bahn noch als Motiv dienen kann, ist ungewiss. Denn der Trasse im Südosten Berlins, die als eine der schönsten Straßenbahnstrecken in Deutschland gilt, droht das Aus. Jetzt formiert sich der Protest. Mit einer Menschenkette wollen Bürger am 9. April um 15 Uhr für den Erhalt der Uferbahn demonstrieren. Dabei dienen die Bilder aus der Schmöckwitzer Schule als Demoplakate. Es nicht das erste Mal, dass die vor 99 Jahren eröffnete Bahnlinie in Gefahr ist. „Eine Situation wie diese kennen wir schon“, sagt Almuth Berger, die Vorsitzende des Ortsvereins Schmöckwitz. Vor knapp fünf Jahren hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) …
begann der Betrieb auf der Bahn von Siemens & Halske, die vom heutigen Bahnhof Lichterfelde Ost zur Kadetten-Anstalt (Finckensteinallee) führte. Die 2,4 Kilometer lange Strecke gilt als erste elektrische Straßenbahn der Welt. Weil die Wagen über die Schienen mit Strom versorgt wurden, holten sich Pferde Schläge an den Hufen. Mit 20 Pfennig kostete ein Fahrschein mehr als ein durchschnittlicher Stundenlohn. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden das Jubiläum begehen – während eines Tags der offenen Tür. Als Termin ist der 26. Juni im Gespräch.
Aufstieg und Schrumpfung: Bis 1930 wuchs das Streckennetz der Berliner Straßenbahn auf …
Auf mehr als einem halben Kilometer in der Leipziger Straße liegen schon Gleise. Weiter ist das Projekt, eine Straßenbahn zum Potsdamer Platz und weiter zum Kulturforum zu bauen, in den vergangenen Jahren allerdings nicht gekommen. Doch nun hat der Senat das totgeglaubte Vorhaben reaktiviert. „Die Planungen sind wieder aufgenommen worden“, sagte Mathias Gille, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Berliner Zeitung. „Die Straßenbahnverlängerung vom Alexanderplatz zum Kulturforum mit einer angedachten Verlängerung Richtung Steglitz wird von uns vorrangig bearbeitet.“ Auch drei weitere Neubauprojekte werden näher untersucht. Damit gewinnen die Planungen zur Erweiterung des Tramnetzes, die bisher nur auf Sparflamme liefen, an Tempo.
Während nach der Wende in Berlin viele Straßen und S-Bahn-Strecken neu entstanden, kam der …
Seit fast vier Jahren ist das Berliner Straßenbahnnetz nicht mehr gewachsen, in den Jahren davor nur langsam. Damit sind die Grünen nicht zufrieden. Die verkehrspolitische Sprecherin Claudia Hämmerling stellte am Freitag ihren „Masterplan Tram“ vor, der für die nächsten Jahre rund 40 Kilometer neue Straßenbahnstrecken vorsieht – bis weit in den Westen Berlins hinein.
Auf vielen Verbindungen sei die Straßenbahn nicht nur das attraktivste, sondern auch das …
POTSDAM / GOLM – Der Verkehrsbetrieb Vip denkt ernsthaft über den Bau einer Straßenbahnlinie nach Golm nach. Das bestätigte Geschäftsführer Martin Weis am Freitag der MAZ. Zwar befinde sich alles noch in einem sehr frühen Stadium, man könne sich aber „vorstellen, das Positives dabei herauskommt“. Zunächst hatte ein Ingenieurbüro die prinzipielle Möglichkeit geprüft und war zu dem Schluss gekommen, dass der Aufwand – die Kosten werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt – sich lohnt. Zwar ist die Straßenbahn im Bau das teuerste Nahverkehrsmittel, im Betrieb dagegen das günstigste. Schon jetzt sind die Busse und Züge nach Golm gerade zu den Stoßzeiten chronisch überlastet. Auf dem Weg würde in jedem Fall auch Eiche an die Straßenbahn angeschlossen. Die Trasse soll hinter der Geschwister-Scholl-Straße beginnen und am Bahnhof Sanssouci vorbeiführen und schließlich westlich der Straße Am Neuen Palais verlaufen, direkt hinter den Studentenwohnheimen bis zur Kaiser-Friedrich-Straße. Hinter dem Polizeipräsidium verläuft sie durch den Wald und kommt im Süden des „Alten Rades“ in Eiche wieder heraus. Das letzte Stück geht über die Lindstedter Straße bis zum Unistandort Golm, dann zum Bahnhof und schließlich bis zum Wissenschaftspark.
Grundlage für die Prüfung der Strecke war der jüngste …