Wettbewerb zum Lehrter Stadtquartier am Hauptbahnhof entschieden Uwe Aulich
TIERGARTEN. Am Hauptbahnhof entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtviertel – das so genannte Lehrter Stadtquartier. Büros sollen dort errichtet werden, Konzernrepräsentanzen, auch ein Hotel. Für die fünf Baublöcke südwestlich des Bahnhofs wurde in dieser Woche ein Architekturwettbewerb entschieden. Ausgeschrieben hatte ihn das Immobilienunternehmen Vivico, dem die Grundstücke rings um den Bahnhof gehören. Gewonnen hat den Wettbewerb das Architekturbüro Auer + Weber (Stuttgart/München). Die Gebäude sollen sich …
Seit 27. September ist der 65. U-Bahnhof behindertengerecht mit einem Aufzug im Netz. Standort: Kant/Ecke Wilmersdorfer Straße auf der S-Bahnseite.
Seit Anfang 2006 wurden auf dem U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße dunkler Asphalt und braune Wände gegen 700 Quadratmeter hellen Granitboden und Wandverkleidungen in beige-grau mit gelbem Farbband ausgetauscht. Ende September sind diese Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen.
Eine besonders große Herausforderung war der Einbau des 15 Meter hohen Aufzuges. Dafür mussten 27 Tonnen Beton aus der 1,40 Meter dicken Tunneldecke herausgeschnitten werden.
Seit 27. September ist der 65. U-Bahnhof behindertengerecht mit einem Aufzug im Netz. Standort: Kant/Ecke Wilmersdorfer Straße auf der S-Bahnseite.
Seit Anfang 2006 wurden auf dem U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße dunkler Asphalt und braune Wände gegen 700 Quadratmeter hellen Granitboden und Wandverkleidungen in beige-grau mit gelbem Farbband ausgetauscht. Ende September sind diese Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen.
Eine besonders große Herausforderung war der Einbau des 15 Meter hohen Aufzuges. Dafür mussten 27 Tonnen Beton aus der 1,40 Meter dicken Tunneldecke herausgeschnitten werden.
Nach dem Brand im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Priort ist Haftbefehl gegen einen 20-Jährigen erlassen worden. Seine möglichen Motive sind noch unklar. (25.09.2006, 14:05 Uhr) Priort – Der arbeitslose Mann stehe im dringenden Verdacht, das Feuer gelegt zu haben, wie ein Polizeisprecher erklärte. Bei dem Brand am Samstagmorgen war der Dachstuhl des am westlichen Berliner Außenring stehenden Bahnhofsgebäudes schwer beschädigt worden. Es kam auch zu Behinderungen des Bahnverkehrs zwischen Golm …
Das Dach des Berliner Hauptbahnhofs ist nicht nur ein Genuss für das Auge des Reisenden, es beherbergt auch die größte Solaranlage Berlins. Die Aufgabe, die Anlage auf einem gekrümmten, transparenten Dach zu installieren, ging an die Grenzen des technisch Machbaren.
Von Nadja Däbritz
Wer als Reisender am neuen, erst im Mai dieses Jahres eröffneten Berliner Haupt-bahnhof seine Reise beginnt oder in die Berliner S-Bahn umsteigt, der ist beeindruckt. Eine riesige, filigrane Glaskuppel überspannt …
BABELSBERG Manchmal kommen Erfolgsgeschichten erst durch einen Zufall ans Licht: Die gesamte Glasverkleidung des neuen Berliner Hauptbahnhofs wurde in der Babelsberger Fritz-Zubeil-Straße gefertigt. Das förderte die gestrige Übergabe einer neuen Emaillierungsanlage in der hiesigen Dependance des französischen Glaskonzerns Saint-Gobain Deutsche Glas Berlin-Brandenburg zu Tage. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich der nach eigenen Angaben größte Stromabnehmer und drittgrößte Produktionsbetrieb der Landeshauptstadt damit in Berlin sein Denkmal geschaffen. „10 000 Scheiben, jede davon eine Einzelanfertigung“, sagte Fabian Haehnel, stellvertretender Betriebsleiter, stolz. Das Unternehmen, das seine Mitarbeiterzahl gerade um …
Rund 30 Millionen Berliner und Gäste der Stadt besuchten den Berliner Hauptbahnhof in den 100 Tagen seit Eröffnung der Station Ende Mai. „Der Hauptbahnhof ist seit dem Tage der Eröffnung ein Liebling der Berliner und auch der Gäste der Stadt“, sagte Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG. In den vergangenen Wochen habe die Bahn Kundenwünsche sehr genau studiert und eine Reihe von Verbesserungen im Detail vorgenommen. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Mitarbeiter im Service, zusätzliche Informationstafeln, 33 zusätzliche Bänke mit 134 Sitzmöglichkeiten sowie Service-Verbesserungen im Parkhaus. „Wir werden auch weiterhin aufmerksam verfolgen, welche Wünsche unsere Kunden und Besucher im Bahnhof haben“, versprach Siebert. Der Hauptbahnhof ist in den vergangenen drei Monaten zu einem neuen Wahrzeichen Berlins geworden. Auf Grund der großen Nachfrage bietet DB Station&Service ab 1. September Führungen durch die einzigartige Architektur des Bahnhofs an, in denen neben der Architektur auch Technik, verkehrliche Bedeutung und Geschichte des Berliner Hauptbahnhofs vorgestellt werden. Die kostenpflichtigen Führungen dauern eine Stunde und werden für Gruppen angeboten. Anmeldungen unter fuehrungen-hbf@bahn.de oder unter 030 297-42010 (ab 01.09.06). Auch in den nächsten Wochen ist der Berliner Hauptbahnhof mehr als nur ein Bahnhof. Am 10. September ist der Bahnhof letzte Station der Sommertour des Kinderkanals KiKa. Besonderes Highlight wird am 14. Oktober der „walk of fashion“, die größte öffentliche Modenschau Deutschlands sein: 100 Models werden alle Ebenen des Bahnhofs zu einem einzigartigen „catwalk“ machen. Eine Prominenten-Jury vergibt im Hauptbahnhof die „walk of fashion Awards“. Von der Dynamik des neuen Hauptstadtbahnhofs profitiert auch das städtische Umfeld. Wie die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, betonte, steht dieser zentrale Bereich für die schrittweise Entwicklung eines eigenständigen gemischten städtischen Quartiers am Wasser zur Verfügung. Senatorin Junge-Reyer: „Das Quartier am neuen Hauptbahnhof – in attraktiver Nachbarschaft zum Kanzleramt, Bundestag, Charité und weltberühmten Museen – kann jetzt langsam Gestalt annehmen. Im direkten Umfeld des Bahnhofs stehen 8 ha, nach Norden an der Heidestraße nochmals 16 ha Bauland zur Verfügung. Hier wird ein Ort für Kultur, Entertainment, Freizeit und Gastronomie entstehen. Das Quartier am neuen Hauptbahnhof braucht für Akzeptanz und Adressbildung griffige Bilder. Deshalb werden zur Zeit für die westlichen Blöcke des Quartiers, die im Besitz der Vivico sind, wie auch für die Humboldthafenumbauung architektonisch detailliertere Entwürfe erarbeitet. Damit soll den Berlinerinnen und Berlinern aber auch potentiellen Investoren ein anschauliches Bild von den Qualitäten der zukünftigen Bebauung vermittelt werden. Die Architekturentwürfe werden Anfang Oktober vorliegen.“ Die Grundstückseigentümer – Deutsche Bahn AG, Vivico und Aurelis – werden für die Flächen ein gemeinsames Entwicklungsmanagement einsetzen und in den nächsten zwei bis drei Jahren gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein kooperatives städtebauliches Verfahren einleiten. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für einen Masterplan, in dem die Entwicklungsstruktur, Leitziele und Entwicklungsschritte festgelegt werden (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 30.08.06).
DB plant Umbau / 30 Millionen Menschen waren schon im Hauptbahnhof Peter Neumann
Die Fernzüge sind weg – doch dafür sollen nun die Bauarbeiter kommen. Die Deutsche Bahn (DB) möchte dem Bahnhof Zoologischer Garten möglichst bald eine Schönheitskur verpassen. „Darüber sprechen wir jetzt mit einem Investor. Ziel ist es, noch in diesem Jahr eine Vereinbarung abzuschließen“, kündigte Wolf-Dieter Siebert, der Vorstandsvorsitzende der DB Station & Service, gestern an. „Die Fassade und das Innere werden schöner, die Parksituation wird erleichtert. Wir haben ein großes Interesse daran, am Zoo etwas Neues zu gestalten.“ Ursprünglich wollte die DB bereits 1998 mit dem Umbau beginnen, doch angesichts anderer Bauvorhaben kam das Projekt auf Eis. Geplant war, die Empfangshallen der S- und Fernbahn zusammenzulegen und nach Osten zu erweitern. Statt der beiden Querhallen sollte eine Längshalle den denkmalgeschützten Viaduktbahnhof prägen. Vorgesehen war auch, durch den Abbruch des Zwischengeschosses mehr Höhe und Weite zu schaffen – das ist immer noch vorgesehen. Dagegen lehnt es die DB weiterhin ab, wieder Fernzüge halten zu lassen. Zwar sei im einst wichtigsten Fernbahnhof Berlins die Zahl der täglichen Nutzer seit Ende Mai um 20 000 bis 30 000 gesunken – auf rund 100 000. Entsprechend waren die Mindereinnahmen der Händler, sagte Siebert. „Bei uns hat es keine Einbußen gegeben, im Gegenteil. Vor allem durch die neue Nord-Süd-Verbindung ist die Fahrgastzahl in Berlin insgesamt gestiegen.“ Der DB-Manager erteilte auch Forderungen, das kürzer als geplant gebaute Ost-West-Dach des Hauptbahnhofs zu verlängern, eine endgültige Absage. Das seien „Träumereien“. Für einen Umbau müsste der Bahnverkehr ein Jahr lang lahm gelegt werden – „völlig ausgeschlossen“. Die nicht gebrauchten Dachteile lagern im Stadtbahnviadukt an der Koppenstraße. Siebert: „Es gibt Pläne, was man damit machen kann. Die Entscheidung soll noch 2006 fallen. Sie wird Berlin gefallen.“ Details verriet er aber nicht. Der Ansturm auf den Hauptbahnhof sei ungebrochen. Weil bereits mehr als tausend Anfragen vorliegen, bietet die DB vom 1. September an Gruppenführungen für 150 Euro an (Tel. 297 42 010). Seitdem das Gebäude am 26. Mai fürs Publikum geöffnet worden ist, wurde es von 30 Millionen Menschen besucht. Diese Zahl habe verschiedene Quellen – unter anderem Zählungen, Ladenumsätze und Berechnungen. Von den im Durchschnitt 300 000 Hauptbahnhofsnutzern pro Tag seien 120 000 bis 150 000 Reisende, so eine weitere Schätzung. Diese Zahl soll auf 350 000 steigen. 2007 werde damit begonnen, die Verbindung aus Richtung Norden zum Hauptbahnhof zu verbessern, kündigte Wolf-Dieter Siebert an. Dann werde der Nordteil der neuen S-Bahn-Linie 21 in Angriff genommen, der unter anderem eine zweite Verbindung zum Gesundbrunnen schaffen wird. Spätestens 2012 soll dort die erste S-Bahn fahren.
Nach den ersten 100 Tagen: Land will weitere sechs Millionen Euro in Umfeld investieren Von Andrea Puppe
100 Tage Hauptbahnhof nahmen die Deutsche Bahn AG und Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern zum Anlass, eine erste Bilanz für den neuen Halt und seine Umgebung zu ziehen. Drei Monate nach der Eröffnung haben rund 30 Millionen Menschen den Eisenbahnknotenpunkt besucht, berichtete Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG. Pro Tag kämen 300 000 Menschen, von denen 150 000 bis 200 000 Fahrgäste seien. Um etwa 20 Prozent ist seit der Eröffnung des neuen Nord-Süd-Tunnels der Fahrgastanteil auf der Stadtbahn und ihren Haltepunkten Ostbahnhof und Zoologischer Garten zurückgegangen. Mit dem Fahrplanwechsel Ende Mai hatte die Bahn AG einen Großteil der Fernzüge in den Nord-Süd-Tunnel verlegt und den Bahnhof Zoo auch für die auf der Stadtbahn verkehrenden Linien vom Fernnetz abgekoppelt. „Wir leben sehr gut mit dieser Entscheidung. Eine „Abstrafung‘ durch unsere Kunden können wir nicht feststellen“, sagte Siebert. Noch immer zähle man am Zoo 100 000 Fahrgäste, etwa 20 000 bis 30 000 weniger als zu Zeiten, als noch IC und ICE hielten. Absolute Zahlen zum neuen Südkreuz blieb Siebert schuldig. „Er wurde zunächst nicht so gut angenommen, das ändert sich inzwischen“, sagt er. Pastorin Helga Frisch, die unermüdlich für einen Fernbahnhof Zoo kämpft, meint, dass die Bahn eventuelle Fahrgasteinbußen am Zoo überhaupt noch nicht ausweisen könne. „Die Zahlen werden doch von der Fußballweltmeisterschaft und der Love Parade überlagert“, meint sie. Senatorin Junge-Reyer wies darauf hin, dass bereits 16 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt in die Erschließung und das Umfeld des Bahnhofes geflossen seien. „Wir werden weitere sechs Millionen Euro investieren“, kündigte sie an. Außerdem hätten sich die großen Grundstückseigentümer rund um den Hauptbahnhof – Deutsche Bahn AG, Vivico und Aurelis – zu einem gemeinsamen Entwicklungsmanagement entschlossen. „Ich kann mir hier zum Beispiel Wohnen am Wasser vorstellen“, sagte die Senatorin. Auf den weiteren Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr muss jedoch noch gewartet werden. Die Fertigstellung der Nordanbindung mit der S-Bahnlinie 21 ist erst für 2010/12 vorgesehen und auch die Straßenbahngleise müssen erst vom Nordbahnhof über die Invalidenstraße gelegt werden. Jens Wiesecke vom Fahrgastverband IGEB kritisiert, dass sich sämtliche Werbung auf den Hauptbahnhof konzentriere. „Man muss den Reisenden aus dem Süden klarmachen, dass beispielsweise für den Zielbahnhof Leipzig der Bahnhof Südkreuz der beste Ausgangspunkt ist“, erläutert er. Die Entscheidung der Bahn, am Zoo die auf der Stadtbahntrasse verbliebenen Fernzüge vorbeifahren zu lassen, findet der IGEB falsch. „Hier ignoriert man die Wünsche von 100 000 Kunden“, meint Wiesecke. Die Verbesserungen am Hauptbahnhof – ein Drittel mehr Servicekräfte (60 Mitarbeiter), mehr Informationsschilder und Bänke – genügen dem IGEB noch nicht. „Es fehlen Hinweise auf den Nahverkehr“, sagt Wiesecke. Nach wie vor ärgert ihn, dass Fahrgäste der 1. Klasse wegen des verkürzten Glasdaches oberirdisch ebenso wie auf den Bus Wartende am Washingtonplatz im Regen stehen. Die für das oberirdische Dach angefertigten Teile lagern ein und sollen nach den Worten Sieberts für etwas verwendet werden, das „den Berlinern hoffentlich Freude macht“. Dass das Wegeleitsystem nicht optimal ist, erlebte Junge-Reyer hautnah: „Können Sie mir sagen, wo die Toiletten sind?“ wandte sich eine ältere Dame an die Senatorin. Diese musste passen.