Passow/Gartz Die Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Stettin ist katastrophaler als je zuvor. Viel zu lange Fahrzeiten, miserable Bahnhöfe und schlechte Verbindungen ärgern Reisende. Entgegen vieler Versprechen der Politik hat sich selbst mit der EU-Osterweiterung nichts getan. Jetzt machen Bahn-Retter aus der Region Gartz massiven Druck. Als „Trauerspiel im vorletzten Akt“ bezeichnet Frank Gotzmann das, was sich auf der Bahnstrecke zwischen Berlin, Tantow und Stettin abspielt. Der Mann sitzt im Gartzer Amtsausschuss und hat jetzt genug von ewigen Versprechungen. Anstatt die alte Traditionslinie zwischen den beiden großen Metropolen auszubauen, geht der Bahnverkehr seit vielen Jahren immer weiter zurück. Man sei auf dem „Eröffnungsniveau von 1843“, schimpft der Lokalpolitiker. Fahrgäste werden ihm Recht geben. Ganze zwei Züge am Tag verkehren zwischen Berlin …
Das S-Bahn-Netz soll wachsen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf will sich dafür einsetzen, dass die S 1 eine 5,2 Kilometer lange Zweigstrecke in den Kreis Potsdam-Mittelmark erhält. „Das muss der Senat im neuen Stadtentwicklungsplan Verkehr verankern“, sagte Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) gestern. Gutachter von DB International haben in einer Vorstudie ermittelt, dass die S-Bahn von Zehlendorf nach Dreilinden wirtschaftlich sein wird. Sie empfehlen, den Nutzen und die Kosten nun vertieft zu untersuchen. Zwischen Potsdamer Platz und Dreilinden sollen alle 20 Minuten Vier-Wagen-Züge fahren. Für Zehlendorf Süd erwarten die Gutachter rund 2 750 Fahrgäste pro Werktag, für Düppel/ Kleinmachnow zirka 1 760. Am Endbahnhof dürfte am meisten los sein: In Kleinmachnow/ Dreilinden wird mit mindestens 3 380 Ein- und Aussteigern gerechnet. Diese Zahl könnte auf fast 5 900 Fahrgäste wachsen, wenn der Europarc nebenan …
BERLIN. 127 Euro kostet eine Bahnfahrt vom Berliner Alexanderplatz bis zum Marienplatz in München. Für ein normales Zugticket nicht eben ein Schnäppchen. Eine Fahrt mit dem Auto schluckt dagegen gerade einmal rund 65 Euro an Benzinkosten. Doch diese Rechnung stimmt aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nicht. „Tatsächlich ist Autofahren mehr als doppelt so teuer wie eine Fahrt mit der Bahn“, sagte VCD-Chef Michael Gehrmann gestern bei der Präsentation des „Bahntests 2009“.
Viele würden umsteigen Berücksichtige man nicht nur die Benzinkosten, sondern auch Steuern, Versicherungen und den Wertverlust des Autos, summiere sich der Preis für die Autofahrt von Berlin nach München auf 328 Euro. Dabei seien Parkplatzgebühren nicht eingerechnet. Und auch der Zeitgewinn mit dem Auto sei auf vielen Strecken relativ …
(Berlin, 10. Juni 2009) Mit dem »kleinen« Fahrplanwechsel am 14. Juni setzt die Deutsche Bahn zahlreiche Angebotsverbesserungen für ihre Kunden um. Dazu gehören neben der Rückkehr zum gewohnten Fahrzeugangebot vor allem neue Direktverbindungen und zusätzliche Fernverkehrsanschlüsse.
Baumaßnahmen hatten auch Auswirkungen auf den Regionalverkehr, so dass es notwendig wurde, einige Fahrpläne anzupassen beziehungsweise neu herauszugeben.
Planmäßig zum 13. Juni endet die rund 100-tägige Sperrung der Direktverbindung zwischen Hamburg und Berlin. Nach dem Austausch von rund 250.000 Schwellen verkürzt sich die ICE-Reisezeit zwischen Deutschlands größten Städten wieder auf rund 90 Minuten. Die Regionalzüge fahren wieder nach dem Fahrplan, der bereits vom 12. bis 28. Dezember 2008 gültig war.
Stündlich von Berlin/Leipzig nach München – direkt auch nach Innsbruck Stündlich statt bislang zweistündlich geht es mit dem ICE ab 14. Juni von Berlin über Leipzig nach München. Fünfmal täglich fährt ein Zug ab Augsburg weiter über Leipzig beziehungsweise Halle (Saale) nach Berlin und zurück.
Zusätzlich bringt der täglich verkehrende ICE montags bis freitags um 6.58 Uhr aus Warnemünde und 7.24 Uhr aus Rostock (samstags zwei Stunden später) Fahrgäste direkt bis nach München. Dabei wird von montags bis freitags die rund 30 Minuten schnellere Route Nürnberg–Ingolstadt–München genutzt. Der Gegenzug nach Warnemünde startet um 12.25 Uhr ab München und fährt ebenfalls über die Schnellfahrstrecke.
Bereits seit Mitte April bietet die DB täglich eine neue schnelle ICE-Direktverbindung von Berlin (Abfahrt 12.58 Uhr), nach Innsbruck (Ankunft 20.26 Uhr) an. In der Gegenrichtung startet der ICE um 7.35 Uhr in Innsbruck und erreicht Berlin um 15.01 Uhr.
Neue Spätverbindung freitagabends von Berlin nach Hannover Ab 19. Juni schafft die DB mit dem IC 2340 auf der Strecke Berlin–Hannover eine neue Spätverbindung an Freitagen. Der IC verlässt Berlin Ostbahnhof um 23.24 Uhr, Berlin Hauptbahnhof um 23.34 Uhr und Berlin Spandau um 23.48 Uhr und ist in Wolfsburg um 0.49 Uhr und in Hannover um 1.22 Uhr. Ab Wolfsburg bietet die Wolfsburger Verkehrs-GmbH einen darauf abgestimmten Busanschluss nach Braunschweig (Ankunft 1.53 Uhr am Rathaus) an. Die neue Spätverbindung fährt zunächst probeweise bis Ende 2009.
Im Regionalverkehr ergeben sich folgende Änderungen:Im Regionalverkehr ergeben sich folgende Änderungen:
RE 2 Rathenow–Cottbus Die Züge aus Cottbus verkehren wieder bis Rathenow. In Vetschau wird der RE 2 von Berlin neu nach Gleis 2 fahren und kommt dort jeweils zur Minute 25 an. Analog dazu fährt der RE 2 nach Berlin über Gleis 1. Durch diese Regelung werden die Schrankenschließzeiten verkürzt.
RE 3 Stralsund/Schwedt–Berlin–Elsterwerda Beim RE 3 tritt der Sommerfahrplan in Kraft. Die im Winterfahrplan eingearbeitete Eingleisigkeit Baruth-Wünsdorf sowie die Folgen der Bauarbeiten an der Hamburger Bahn sind nicht mehr gültig. Daraus ergeben sich einige Änderungen im Südabschnitt gegenüber dem jetzigen Fahrplan.
RE 6 Bln-Spandau–Wittenberge RE 38620 verkehrt später ab Spandau: 23.16 Uhr (bisher 23.07 Uhr)
RE 7 Wünsdorf-Waldstadt–Berlin–Dessau Es ergeben sich Änderungen im Frühberufsverkehr bei zwei Zügen ab Wünsdorf-Waldstadt. Sie fahren 5 Minuten später ab Wünsdorf, ab Schönefeld aber unverändert.
RE 18 Cottbus–Dresden Die Zeiten im Raum Dresden haben sich geänderter Infrastrukturbedingungen angepasst. Die Züge nach Dresden fahren mit einer Ausnahme im Frühberufsverkehr alle über Dresden-Friedrichstadt zum Hauptbahnhof. Die Züge in Richtung Cottbus fahren über die Bahnhöfe Dresden Mitte und Dresden-Neustadt.
RB 43 Cottbus–Falkenberg(Elster) Die Bahnsteige in Falkenberg (Elster) oberer Bahnhof werden zum 13. Juni fertiggestellt. Die meisten Züge fahren deshalb wieder zum oberen Bahnhof.
Informationen zu den aktuellen Fahrplanangeboten erhalten Reisende im Internet unter www.bahn.de oder beim DB ReiseSevice unter 0180 599 66 33 (14 ct/Min. aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk ggf. abweichend).
Der Senat hat seine Kritik an der S-Bahn gestern bekräftigt. Derzeit sei das Unternehmen „nicht dazu in der Lage, den Verkehr zu bieten, den wir uns vorstellen“, sagte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern im Verkehrsausschuss. Die Unpünktlichkeit habe wieder zugenommen, nicht alle Züge stünden zur Verfügung. Das Land prüfe, ob die staatlichen Zahlungen erneut gekürzt werden können. Im Interesse der Fahrgäste wäre es aber wichtiger, …
Andreas Sturmowski hat ein Mittel gegen Stress. „Zum Entspannen gehe ich in die Sauna“, sagt der Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). „Da schwitze ich alles heraus“ – im übertragenen Sinne auch das, was ihn ärgert und bedrückt. Jetzt hat der 55-jährige Kleinmachnower wieder einmal einen guten Grund, sich in die Schwitzstube zu begeben. Nachdem sich die Opposition im Abgeordnetenhaus auf ihn eingeschossen hat, werden auch in der rot-roten Koalition die kritischen Stimmen lauter. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass sein Vertrag über Oktober 2010 hinaus verlängert wird“, sagte Jutta Matuschek von der Linken. Das mit 12 200 Beschäftigten größte Landesunternehmen sei zu wichtig und dessen wirtschaftliche Lage zu schwierig, als dass man es weiter dem heutigen Chef überlassen sollte. Doch der Vorstandsvorsitzende wirkt auch nach viereinhalb Jahren im Amt meist so, als perlte derlei Kritik …
Weil die Kritik an der S-Bahn weiter anhält, überprüft das Unternehmen jetzt seine Strategie. Dabei wollen das Management und Arbeitnehmervertreter zusammenarbeiten. „Alle geplanten Projekte, von der Instandhaltung bis zur Bahnsteigaufsicht, kommen komplett auf den Prüfstand“, sagte der Vorstand der Eisenbahnergewerkschaft Transnet, Reiner Bieck, der Berliner Zeitung. Darauf hätten sich die Mitglieder des Aufsichtsrates geeinigt. „Wir haben beschlossen, eine Zukunftswerkstatt Berliner S-Bahn einzurichten, in der Arbeitnehmer und Management gemeinsam das Organisations- und Betriebskonzept gegenchecken“, so Bieck. Ziel sei es „die Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten, die vielen Engpässe zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass die S-Bahn wieder pünktlich und zuverlässig fährt“. Das für sollen Produktionsabläufe geschaffen werden „die für die Mitarbeiter zumutbar sind und die auch …
Auf der Zielgeraden ist nur noch das Surren der Räder zu hören. Tausende Fahrradfahrer biegen um den Großen Stern auf die Straße des 17. Juni ein und steuern aufs Ziel, das Umweltfestival vorm Brandenburger Tor, zu: Herrenteams in Rennfahrertrikots, Familien, kleine Kinder. Hinter ihnen liegen meist mehrere Stunden Fahrt. Der Nieselregen hat sie nicht abgeschreckt. „Ach, dafür hat man Regenjacken“, sagt ein Potsdamer, der nach knapp drei Stunden Fahrt vom Rad steigt. Doch nicht alle Radfahrer dachten gestern so. Statt wie erwartet 250 000 Radler kamen zur großen Sternfahrt nur 100 000, wie der Veranstalter, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), mitteilte. Die Polizei ging sogar von weit weniger aus. Sarah Stark vom ADFC wollte dennoch nicht von einem Misserfolg reden. „Gegen das schlechte Wetter sind wir eben machtlos“, sagte sie. Stefan Richter von der Grünen Liga, die das dazugehörige Umweltfestival organisiert hatte, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Auch zur Festmeile, wo sich Öko-Verbände und Firmen präsentierten, seien etwa …
Mehr als 62 000 Menschen in Tempelhof-Schöneberg wollen, dass der stillgelegte Flughafen Tempelhof künftig als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen genutzt wird. Damit endete ein Bürgerentscheid des Bündnisses „be-4-tempelhof“ gestern am späten Abend erfolgreich. Schon etwa 37 500 Stimmen hätten ausgereicht. Die Flughafen-Anhänger fordern auch, dass Tempelhof in die Weltkulturerbe-Liste der Unesco aufgenommen wird und komplett unter Denkmalschutz gestellt wird. Der Bürgerentscheid hat so viel Bedeutung wie ein Beschluss des …
Die neuerlichen Fahrzeugausfälle bei der S-Bahn Berlin zeigen nach Einschätzung des Geschäftsführers des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) Hans-Werner Franz, dass die Renditevorgaben des DB-Konzerns zu Lasten der Qualität des Berliner Nahverkehrs gehen. Es ist der S-Bahn bis jetzt nicht gelungen, die bereits im Jahr 2008 aufgetretenen Qualitätsmängel wirksam zu beseitigen. Offenbar bestehen keine ausreichenden Fahrzeugreserven und Instandhaltungskapazitäten. Die S-Bahn hatte im November 2008 einen Maßnahmenplan vorgelegt und versprochen, dass ab Mai 2009 wieder ausreichend Fahrzeuge für einen planmäßigen Betrieb zur Verfügung stehen. Das Gegenteil ist nun der Fall. Durch die neuerlichen Fahrzeugausfälle sind nun mit den Linien S1 und S2 zwei stark frequentierte Linien von Qualitätsmängeln betroffen. Der VBB erwartet von der S-Bahn die Kapazität zu erhöhen und schnellstmöglich aus Kostengründen abgestellte S-Bahn-Züge wieder in Betrieb zu nehmen. VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz nimmt auch den neuen Bahnchef Grube in die Pflicht. Anlässlich seines Amtsantritts hat er ihn gebeten, besonderes Augenmerk auf die Berliner S-Bahn zu legen. Hans-Werner Franz: „Die Berliner S-Bahn muss wieder zu dem verlässlichen Verkehrsmittel werden, das sie für unsere Region noch vor wenigen Jahren war. Die S-Bahn kann nur durch einen deutlichen Anstieg der Qualität das verlorene Vertrauen bei Fahrgästen und Auftraggebern zurückgewinnen.“ (Pressemeldung VBB, 06.06.09).