Bahn-Fahrgäste in Berlin und Brandenburg können sich auf neue Fahrzeuge, mehr Zugfahrten und Sitzplätze sowie auf weitere Imbissangebote freuen. Das haben die Deutsche Bahn (DB) und die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) gestern angekündigt. Beide Unternehmen haben das Ergebnis der größten Ausschreibung, die es je im deutschen Regionalverkehr gegeben hat, akzeptiert – obwohl die DB künftig Aufträge verliert. Jetzt ist die Vergabe gültig. Das teilten der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur mit. Es geht um 16 Strecken, auf denen die Züge jährlich 22 Millionen Kilometer zurücklegen. Für 15 Millionen Kilometer bleibt die DB Regio zuständig – wobei sie die Fahrten auch einem Tochterunternehmen übertragen darf. So behält die Bahn die stark genutzte Regionalexpresslinie RE 1, die von Magdeburg über Potsdam und Berlin nach Eisenhüttenstadt führt. Die Doppelstockzüge werden …
Eigentlich habe ich ja Urlaub. Doch wegen der Probleme bei der S-Bahn war dieser Montag für mich ein Arbeitstag. Morgens um halb acht, gleich nach dem Morgenkaffee, standen Hörfunk-Interviews auf dem Programm. Kurz vor acht Uhr habe ich mich dann mit der Umweltkarte meines Ehemannes von zu Hause aus zum S-Bahnhof Frohnau aufgemacht. Ich wollte mir mal wieder ein Bild von der Situation bei der S-Bahn machen. Das Meiste klappte gut. Meine Bahn war nicht voll, im Bahnhof Friedrichstraße gab mir ein Kundenbetreuer Auskunft, wie ich am besten zum Zoo komme – mit der Regionalbahn. Es gab sogar englische Durchsagen. Ich habe aber Hinweise vermisst, dass alle Züge am Zoo halten. Solche Informationen wären für Touristen und ängstliche Fahrgäste sehr wichtig. Nach 62 Minuten war ich am U-Bahnhof Fehrbelliner Platz. Kurze Zeit später, in meinem Büro in der 14. Etage, standen interne Termine an. Um elf Uhr gab es …
Angesichts der öffentlichen Kritik will die S-Bahn ihre Personalplanung überarbeiten. Das hat die neue Geschäftsführung in einem Brief an die Belegschaft angekündigt. Doch der Betriebsratschef Heiner Wegner hält nichts davon, jetzt in Jubel auszubrechen. Eine Garantie für eine langfristige grundlegende Kurskorrektur gebe es weiterhin nicht, sagte er gestern der Berliner Zeitung. „Im Moment sehen wir keinen Anlass für weiteren Personalabbau“, heißt es in dem Brief. „Im Moment“ bedeute, dass dies für die Zukunft weiterhin nicht ausgeschlossen sei, so Wegner. Ein anderes Beispiel aus dem Brief: „Wie alle anderen vorhandenen Konzepte und Strategien werden wir auch eine mögliche Schließung von Schöneweide einer sorgfältigen Überprüfung unterziehen, sobald wir in Berlin wieder einen normalen S-Bahn-Verkehr etabliert haben.“ Für den Betriebsrat heißt dies nicht, dass die Hauptwerkstatt …
Die Probleme bei der S-Bahn werden für das Unternehmen weitreichende Folgen haben. Gestern kündigte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) an, dass sie den S-Bahn-Vertrag nachverhandeln will – mit dem Ziel, dass höhere Strafzahlungen möglich werden. Junge-Reyer forderte auch mehr Entschädigung für Stammkunden. Nach Informationen der Berliner Zeitung strebt die S-Bahn an, dass ihre Züge spätestens vom 10. August an wieder zwischen Zoo und Ostbahnhof fahren. Möglicherweise könnte die Verbindung sogar einige Tage vor diesem Termin wieder eröffnet werden. „Das ist nicht unrealistisch“, hieß es. In den Werkstätten werde zügig gearbeitet, es gebe wieder eine Fahrzeugreserve von rund 60 Wagen. Der jetzige Vertrag sieht vor, dass der Senat bei zu vielen Verspätungen und anderen Qualitätsmängeln von seiner Zahlung an die S-Bahn höchstens fünf Prozent einbehalten darf. In diesem Jahr wären das …
Zur aktuellen Lage bei der S-Bahn erklärt Infrastrukturminister Reinhold Dellmann: „Die Brandenburger Pendler haben sich auf die aktuelle Lage eingestellt. Der zusätzliche Verkehr mit Regionalzügen von Potsdam nach Berlin funktioniert und auch auf den anderen betroffen Brandenburger Linien gibt es Ersatzangebote. Es muss weiter an einer guten Fahrgastinformation gearbeitet werden. Verlässliche Informationen sind für die Fahrgäste jetzt das Wichtigste. Ich bin in ständigem Kontakt mit dem Bahnvorstand und der S-Bahn Geschäftsführung. Erst am Wochenende und auch heute morgen haben wir uns ausgetauscht. Mein Dank geht an die Beschäftigten der S-Bahn, denn sie haben die Hauptlast der Probleme zu tragen. Sie leisten engagierte Arbeit, um das Unternehmen aus dieser Krise zu führen.“ (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung, 28.07.09).
Seit dem 27. Juli 2009 ist es amtlich, die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH gewinnt zwei Lose der Stadtbahnausschreibung mit insgesamt 7,2 Mio. Zugkm pro Jahr. Dies ist ein großer Erfolg und zeigt die Leistungsfähigkeit des ostdeutschen Mittelstandunternehmens ODEG. Die Verdopplung des Betriebsumfangs von derzeit 7,4 Mio. Zugkm pro Jahr auf 14,6 Mio. ist eine klare Bestätigung der Servicequalität, welche die ODEG in Ostdeutschland bietet. „Die ODEG stellt sich einer großen Herausforderung. Nicht nur im Bereich der Verkehrsleistung, sondern auch in der Anzahl von Fahrzeugen und Mitarbeitern steigern wir uns deutlich. Wir freuen uns auf die spannende Aufgabe und werden diese mit viel Ehrgeiz umsetzen. Wir sind sehr stolz darauf, dass die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH somit zum zweitgrößten Anbieter im SPNV in den neuen Bundesländern wird.“, so ODEG-Geschäftsführer Bernd Wölfel. Das Los 2 beinhaltet: • die Regionalexpress-Linie RE2 zwischen Stendal – Rathenow – Berlin und Cottbus (2.863.000 Zugkm p.a.); • die Regionalexpress-Linie RE4 zwischen Wismar – Wittenberge – Berlin und Jüterbog (3.014.000 Zugkm p.a.); • die Regionalbahn-Linie RB33 zwischen Berlin-Wannsee und Jüterbog (698.000 Zugkm p.a.); • die Regionalbahn-Linie RB51 zwischen Brandenburg an der Havel und Rathenow (429.000 Zugkm p.a.). Die Vertragslaufzeit für die RE-Linien beginnt im Dezember 2012 und endet im Dezember 2022. Die Linien RB33 und RB51 nehmen bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 den Betrieb auf. Das Los 4 beinhaltet: • die Regionalbahn-Linie RB35 zwischen Fürstenwalde (Spree) und Bad Saarow Klinikum (ca. 173.000 Zugkm p.a.). Die Vertragslaufzeit hierfür beginnt im Dezember 2011 und endet im Dezember 2014. Seit 2007 ist die Linie bereits Bestandsstrecke der ODEG und wird als OE35 weiterhin mit Fahrzeugen des Typs RegioShuttle RS1 befahren werden. Auf den weiteren Regionalbahn-Linien wird die ODEG mit Dieseltriebwagen fahren. Diese haben jeweils eine Kapazität von über 100 Sitzplätzen. Die Regionalexpress-Linien werden auch künftig mit Doppelstockfahrzeugen betrieben. Es handelt sich dabei immer um Neufahrzeuge mit aktuellsten Standards besonders für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Die ODEG schafft somit 150 neue Arbeitsplätze und wird zukünftig insgesamt 340 Mitarbeiter beschäftigen. Durch eingeplante Fahrplanreserven und ein Anschluss-Sicherungskonzept wird für die Fahrgäste eine hohe Pünktlichkeit erreicht. Zudem werden alle Züge durch Servicemitarbeiter begleitet. In Berlin-Brandenburg gilt weiterhin der VBB-Tarif. Die Qualität der Kundeninformation wird u. a. durch eine 24h-Erreichbarkeit der Telefonhotline und verbesserte Öffnungszeiten der ODEG-Servicestelle in Berlin erheblich erhöht. Im Oktober 2008 hatten Berlin, Brandenburg sowie die Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Verkehrsleistungen des sogenannten Netzes Stadtbahn mit ca. 22,9 Mio. Zugkm ausgeschrieben. Schlusstermin für den Eingang der Angebote war der 04. Mai 2009. Die ODEG betreibt derzeit in Ost-Brandenburg fünf Linien (OE25, OE35, OE36, OE60 und OE63) mit ca. 3,4 Mio. Zugkm p.a.. Zudem befährt sie seit Dezember 2008 im Spree-Neiße-Netz vier Linien mit ca. 2,7 Mio. Zugkm p.a. zwischen Cottbus, Hoyerswerda, Görlitz und Zittau. Gegründet wurde die ODEG im Jahr 2002 in Süd-Mecklenburg, wo sie derzeit zwei Linien zwischen Hagenow, Parchim, Neustrelitz und Mirow betreibt (1,3 Mio. Zugkm p.a.) (Pressemeldung ODEG, 28.07.09).
Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, hat am 27.07.09 die Vorstandsvorsitzenden bzw. Geschäftsführer von der DB Personenverkehr, Ulrich Homburg, der S-Bahn, Peter Buchner, den Vorstand Finanzen der BVG, Henrik Falk, sowie vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg Arnd Schäfer zu einem erneuten Spitzengespräch eingeladen, um den Stand der Umsetzung der am 17.07.2009 vereinbarten Maßnahmen festzustellen und weitere Schritte zur Lösung der aktuellen S-Bahnkrise zu vereinbaren. Senatorin Junge-Reyer: „Von den Verkehrsunternehmen und dem VBB konnte dargestellt werden, dass die Ausnahmesituation gemessen an der Schwierigkeit der Lage bewältigt wird. Möglich wurde dies durch das tägliche Beobachten der Situation, das Nachsteuern und die gute Kooperation der Verkehrsunternehmen aber auch durch die erneut bewiesene Flexibilität der Berlinerinnen und Berliner, die zum wiederholten Male gezeigt haben, dass sie mit schwierigen Situationen intelligent umgehen können. Dennoch: zufrieden können wir noch lange nicht sein. Die DB muss beweisen, dass ein vollständiges Umdenken eingesetzt hat und dass sie alles tut, um die Sicherheitskontrollen zu beschleunigen und neues Material einzusetzen.“ Besprochen wurden auch die Grundsätze der Finanzierung der laufenden Maßnahmen: Es besteht Einvernehmen, dass die Finanzierung aller Ersatzverkehre und sonstigen Kompensationsmaßnahmen zwischen der S-Bahn Berlin GmbH und den jeweiligen Verkehrsunternehmen geregelt wird. Für das Verhältnis zwischen S-Bahn Berlin GmbH und den Ländern gilt der Verkehrsvertrag mit den entsprechenden Regelungen zur Abgeltung von Ersatzverkehren. Darüber hinausgehende finanzielle Ausgleichsforderungen der Verkehrsunternehmen gehen allein zu Lasten der S-Bahn Berlin GmbH. Selbstverständlich gilt weiterhin, dass ausgefallene Leistungen nicht vergütet werden. Fest vereinbart ist im übrigen, dass im Herbst der bestehende Vertrag mit der S-Bahn nach verhandelt wird, um die Leistungsqualität der S-Bahn dauerhaft sicherzustellen. Senatorin Junge-Reyer: „Vorrangig ist jetzt aber, so schnell wie möglich wieder einen „optimierten“ Normalzustand herbeizuführen.“ (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 28.07.09).
Im Auftrag der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg- Vorpommern hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das Vergabeverfahren „Netz Stadtbahn“ abgeschlossen. Der DB Regio AG und der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) wurden die Zuschläge erteilt. Damit konnte die bisher größte Ausschreibung für den Betrieb von Bahnstrecken in Deutschland ohne Nachprüfungsverfahren auch zur erstmals praktizierten Loslimitierung erfolgreich beendet werden. Für die Fahrgäste bedeutet das künftig mehr Qualität durch modernere Fahrzeuge, mehr Sitzplätze und mehr Personal in den Zügen. Infrastrukturminister Reinhold Dellmann: „Das ist ein guter Tag für die Fahrgäste in der Hauptstadtregion, die zur Zeit die Hauptlast der aktuellen Probleme tragen müssen. Sie bekommen mehr Qualität und Leistung im Regionalverkehr. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch weil durch die hohe Zugbegleiterquote Arbeitsplätze geschaffen werden. Darüber hinaus laden wir zu Gesprächen über ein Fairnessabkommen bei Personalübernahmen mit den beiden Verkehrsunternehmen und allen drei Eisenbahnergewerkschaften, Transnet, GdL und GdBA ein. Ich werde mich dafür einsetzen, bestehende Sozialstandards zu sichern und Lohndumping zu unterbinden.“ Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg: „Durch die Ausschreibung werden mindestens 100 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region geschaffen, denn künftig wird in jedem Zug ein Kundenbetreuer mitfahren, an den sich die Fahrgäste wenden können. Weiter werden sich die Fahrgäste auch auf mehr Komfort freuen können, denn auf allen Linien werden neue oder modernisierte Fahrzeuge eingesetzt.“ Die DB Regio AG erhält den Zuschlag für die Lose 1 und 3. Damit wird sie weiterhin den Betrieb der Linien RE1, RE7, RE11, RB13, RB14, RB20, RB21, RB22, RB23 sowie des neuen Flughafenexpress RE9 sicherstellen. Weiterhin übernimmt die DB Regio AG ab Dezember 2014 den Abschnitt Berlin-Lichtenberg – Eberswalde als RB24 – dies entspricht einem Linienast der heutigen OE60 der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH. Der Verkehrsvertrag mit DB Regio umfasst ein Leistungsvolumen von ca. 15 Mio. Zugkilometer pro Jahr. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) erhält den Zuschlag für die Lose 2 und 4. Damit wird die ODEG die Linien RE2, RE4, RB33, RB35 und RB51 betreiben. Auf den Linien RE2 und RE4 übernimmt die ODEG den Betrieb von der DB Regio AG. Der Verkehrsvertrag mit der ODEG umfasst ein Leistungsvolumen von ca. 7 Mio. Zugkilometer pro Jahr. Die Betriebsaufnahme für die Regionalbahnlinien ist jeweils zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011, für die Regionalexpresslinien im Dezember 2012. Der Flughafenexpress RE9 startet schon mit der Eröffnung des neuen Flughafens BBI im November 2011. Die Laufzeit der Verträge gilt bis Dezember 2022. Die Länder Brandenburg, Berlin, Sachsen- Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden mit Abschluss der neuen Verkehrsverträge rund 55 Millionen Euro jährlich einsparen. Allein Brandenburg spart über 40 Millionen Euro pro Jahr. Für die Fahrgäste wird es unter anderem folgende Verbesserungen geben: Auf der Linie RE1: • wird ab Dezember 2012 eine erhöhte Kapazität von 609 Sitzplätzen angeboten. Das sind 67 Sitzplätze mehr als heute. • werden analog zu heute Lok-Doppelstockwagen-Züge eingesetzt. Diese verkehren mit deutlich leistungsfähigeren Lokomotiven. Eventuelle Verspätungen können so schneller ausgeglichen werden. • Die derzeit eingesetzten klimatisierten Doppelstockwagen des Herstellers Bombardier werden im Innenraum komplett erneuert und modernisiert. Auf allen anderen Linien der Lose 1 und 3 • werden ab Dezember 2011 einstöckige klimatisierte Elektrotriebzüge des Typs ETalent 2 der Firma Bombardier eingesetzt. Diese Linien werden durch 3- oder 5- teilige Fahrzeuge bedient, die nach Bedarf auch in Doppeltraktion verkehren. • Auf der Linie RE7 wird das Angebot zwischen Belzig und Dessau werktags auf einen Stundentakt erweitert • In den Regionalbahnlinien wird ein Catering mit Getränken und kleinen Snacks angeboten Auf den Linien RE2 und RE4: • werden erstmalig in Deutschland neue Flirt-Doppelstocktriebzüge des Herstellers Stadler Pankow eingesetzt. Auf den Linien RB33 und RB51: • werden neue zweiteilige Diesel-Triebwagen vom Typ GTW 2/6 der Firma Stadler Pankow eingesetzt • Diese Fahrzeuge besitzen eine Einstiegshöhe von 780 mm. Somit kann auf der Linie RB51 ab Dezember 2011 wieder ein niveaugleicher Einstieg vom Bahnsteig in die Fahrzeuge gewährleistet werden. Im Ausschreibungsverfahren „Netz Stadtbahn“ wurden 16 Regionalexpress- und Regionalbahnstrecken in vier Losen vergeben, wobei ausgeschlossen war, dass ein Bewerber alle Lose gewinnen konnte. Ausgeschrieben waren ca. 22 Millionen Zugkilometer mit einem Auftragsvolumen von insgesamt rd. 1,3 Milliarden Euro.
Ab dem 1. August 2009 betreibt die Cottbusverkehr GmbH, zugleich Betriebsführer, gemeinsam mit der Neißeverkehr GmbH das Buslinienbündel Spree-Neiße-West (SPN-West) im Bereich Cottbus, Burg, Drebkau und Peitz. Die Kooperation der privaten Arriva-Tochter mit dem kommunalen Verkehrsunternehmen führt zu einer spürbaren Verbesserung des gegenwärtigen Fahrplanangebotes. „Unsere Fahrgäste profitieren unmittelbar von der engen Verzahnung der Buslinien. Sowohl die Anschlussmöglichkeiten, als auch die Takte werden spürbar ausgebaut“, freut sich Jürgen Ansorge, Geschäftsführer der Neißeverkehr GmbH, über das verbesserte Angebot. Cottbusverkehr-Geschäftsführer Ulrich Thomsch pflichtet ihm bei: „Das Streckennetz wird nicht nur qualitativ verbessert. Indem wir fahrplanmäßig mehr Buskilometer fahren, werden die Verbindungen auch quantitativ ausgebaut.“ Nach seinen Worten profitieren besonders die Linien 821 (Cottbus – Peitz – Drachhausen – Lieberose), 823/826 (Cottbus – Drebkau – Welzow bzw. Casel ) und 835 (Cottbus – Kolkwitz – Vetschau) von den Neuerungen. Auf den Hauptstrecken wird werktags jetzt im 1- bzw. 2-Stunden-Takt gefahren und an den Übergangsstellen zur Eisenbahn in Cottbus (Hauptbahnhof), Drebkau bzw. Neupetershain werden die Anschlussbedingungen verbessert. Auf nachfrageschwachen Relationen bzw. Zeiten werden vermehrt alternative Bediensysteme angeboten. Für Arriva Deutschland ist die Lausitz eine wichtige Wachstumsregion. Im Jahr 2007 wurden 80% der Anteile an der Neißeverkehr GmbH übernommen. Seit August 2008 gehört die Südbrandenburger Nahverkehrs GmbH (SBN) zu Arriva und betreibt Linienbusverkehre im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Im Dezember 2008 nahm die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) mehrere Zugverbindungen in der Lausitz auf. Erst vor kurzem hat der Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) zudem die Vergabe der Dreiländerbahn an die Arriva-Tochter Vogtlandbahn-GmbH bekannt gegeben. Die Vogtlandbahn wird ab Dezember 2010 die Zugverkehre in der Grenzregion von Deutschland, Polen und Tschechien übernehmen (Pressemeldung Arriva, 27.07.09).
Ein Schwerpunkt der IGOB-EWIV – Aktivitäten mit Unterstützung des Landkreises MOL und der Stadtverwaltung Gorzów Wlkp. war und ist die Einbindung der Ostbahn in Berlin und die Realisierung eines kundenorientierten Angebotes zur Nutzung der Eisenbahnverbindung als Zubringer für den BBI. Untersuchungen haben ergeben, dass es wahrscheinlich ist, dass nach 2014 bis zu 800 BBI- Nutzer täglich von dieser Verbindung kommen können (ein Mal umsteigen und eine Fahrtzeit Gorzów Wlkp-BBI unter 2 Stunden). Nach Analysen und vielen Gesprächen wird die IGOB-EWIV folgende realistische Lösungsvorschläge favorisieren und sich für die Umsetzung einsetzen: 1. Die Ostbahn wird als Regionalbahn am Ostkreuz, untere Ebene, angebunden. Eine Weiterführung nach Ostbahnhof wird nicht mehr verfolgt. 2. Die Möglichkeit der alternierenden Anbindung an Ostkreuz, obere Ebene, mit Weiterführung zum Bahnhof Schönefeld-alt- soll möglich sein. Die dazu notwendige Infrastruktur ist nach Fertigstellung Ostkreuz vorhanden. 3. Mit der nächsten Ausschreibung für den Betreiber der Ostbahn kommt nur ein durchgehender Zugverkehr Berlin-Gorzów Wlkp.- Berlin in Frage. Die zu erwartenden täglichen Nutzer werden die Zahl 6.000 bis 8.000 erreichen. An den Wochenenden ist mit 2000 bis 4000 Nutzern und der Mitnahme von bis zu 45 Fahrrädern pro Zug zu rechnen. 4. Neben dem Stundentakt wird nach 2014 eine Regionalexpressverbindung RE 300 – sechs Mal am Tag Berlin/BBI-Alt-Gorzów Wlkp.-Berlin/BBI-Alt – als wirtschaftlich tragbares und technisch machbares Produkt – als eine Aufgabe zur Revitalisierung der Strecke und als Lösung für den Wettbewerb mit dem Individualverkehr formuliert. 5. Bis 2015 sollen die Aktivitäten zur Modernisierung auf beiden Streckenabschnitten abgeschlossen sein. Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau der Strecke von Rehfelde bis Strausberg. Eine Elektrifizierung sowie der weitere zweigleisige Ausbau auf dem deutschen Teil der Ostbahn wird bis 2025 nicht verfolgt. Die Modernisierung der Infrastruktur soll diese Option aber nicht einengen. 6. Die IGOB-EWIV verfolgt konsequent die Einrichtung eines Regionalbahnhalts in Hoppegarten mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 und regt bereits im Jahr 2010 /2011 einen Sonderhalt bei Veranstaltungen auf der Rennbahn an (Pressemeldung IGOB-EWIV Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzów, 27.07.09).