Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung und Verschiebung des S-Bahnhofs Berlin-Charlottenburg
Ereignis
Die Kleine Anfrage befasst sich mit den Kosten und dem Umfang des Planfeststellungsabschnitts 2 zur Grunderneuerung der S-Bahnlinie S 3 im Bereich Charlottenburg bis Westkreuz. Die von der Deutschen Bahn AG bezifferten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 98,8 Millionen Euro, wovon das Land Berlin einen Festanteil von 5 Millionen Euro für die verkehrlich vorteilhafte Verschiebung des S-Bahnhofs Charlottenburg zur Wilmersdorfer Straße trägt. Eine vom Fragesteller angeregte Reduzierung des S-Bahnhofs auf zwei Gleise wurde aus Kapazitätsgründen für den Normal- und Sonderverkehr zum Olympiastadion verworfen, während eine potenzielle Verlängerung von Zuggruppen nach Grunewald jährliche Mehrkosten von rund 750.000 Euro verursachen würde.
Details
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 15. Wahlperiode, Drucksache 15/404
Kleine Anfrage Nr. 15/404
des Abgeordneten Michael Cramer
(Bündnis 90/Die Grünen)
über: Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung und Verschiebung des S-Bahnhofs Berlin-Charlottenburg
Ich frage den Senat:
1. Welche Maßnahmen umfasst der Planfeststellungsabschnitt PFA 2 innerhalb der Maßnahme „Grunderneuerung der S-Bahn Berlin S 3, Strecke Zoologischer Garten – Berlin-Wannsee“ (bitte gegliedert nach den Trägern der Kosten – die einzelnen Maßnahmen [einschließlich derjenigen für Schallschutz und naturschutzrechtliche Eingriffskompensation] und deren jeweilige Kosten auflisten)?
2. Welche Einsparungen ergäben sich durch einen künftig auf einen Bahnsteig und zwei Gleise reduzierten S-Bahnhof Charlottenburg im Vergleich zur derzeitigen Planung eines S-Bahnhofs mit zwei Bahnsteigen und vier Gleisen
a) bei den Investitionskosten,
b) bei der naturschutzrechtlichen Eingriffskompensation,
c) bei den jährlichen Unterhaltskosten?
3. Wie hoch sind die Mehrkosten für den Besteller (Land Berlin) für einen Zugumlauf, wenn dieser von Berlin-Charlottenburg bis Grunewald verlängert wird?
Berlin, den 3. Juni 2002
Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 404
Im Namen des Senats von Berlin
beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Hierzu teilt uns die zuständige Deutsche Bahn AG mit:
„Die Grunderneuerung der S3, Teilabschnitt östl. EU Wielandstraße – Westkreuz, (Planfeststellungsabschnitt 2) umfasst die unten angegebenen Gewerke mit entsprechenden Kosten (Angaben in 1 000 €). Eine Gliederung nach den Trägern der Kosten ist nicht möglich, da hierbei überwiegend Mischfinanzierungen zum Tragen kommen, die unter anderem den Bund, das Land Berlin und Eigenmittel der DB AG (Konzern) betreffen.“
Gewerk Kosten (in Tausend €)
Unterbau (Erdbau) 5 368,70
Oberbau 27 549,72
Ingenieurbauwerke 10 235,86
Bahnstrom 4 904,36
Sicherungstechnik 9 545,60
Bahnhof Charlottenburg 11 676,69
Bahnhof Westkreuz 6 994,25
Lärmschutz 3 686,06
Grünausgleich *)
Sonstiges **) 18 837,21
Gesamtkosten 98 798,45
*) Abhängig vom Planfeststellungsbeschluss
**) Baustelleneinrichtungen, Planungskosten etc.
Berlin trägt mit seinem Anteil in Höhe von 5 Mio. € für die Verschiebung des S-Bahnhofs Charlottenburg in erheblichem Maß zur Verbesserung der Umsteigebeziehungen zwischen S-Bahn und U-Bahnlinie 7, aber auch zur Verbesserung der Anbindung des Hauptzieles der Ein- und Aussteiger des S-Bahnhofs Charlottenburg, der Einkaufsmeile Wilmersdorfer Straße und damit zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV bei.
Zu 2.:
Hierzu teilt uns die Deutsche Bahn AG mit:
„Derartige Einsparungen wurden nicht kostenmäßig ermittelt, da das Betriebsprogramm der Stadtbahn (S-Bahn) sowohl im täglichen Normalverkehr wie auch im Sonderverkehr von und zum Olympiastadion eine nur zweigleisige Anlage keinesfalls zulässt. Insofern stellt sich die Frage nach derartigen Kosteneinsparungen nicht.“
Eine Reduzierung der heute viergleisigen und mit zwei Kehranlagen ausgestatteten Anlage des S-Bahnhofs Charlottenburg auf eine nur zweigleisige Anlage wurde wegen der dann erhöhten Störanfälligkeit und geringeren Leistungsfähigkeit des S-Bahnbetriebes gegenüber heute verworfen.
Zu 3.:
Für den Fall der Verlängerung einer S-Bahn-Zuggruppe (S-Bahn-Line) von Berlin-Charlottenburg nach Berlin-Grunewald im ganztägigen 20-Minuten-Takt würden Kosten in Höhe von ca. 750 000 € pro Jahr entstehen.
Auf einen längerfristigen Zeitrahmen von 20 Jahren gerechnet würden Kosten in Höhe von ca. 15 Mio. € anfallen, die vom Land Berlin zu tragen wären.
Berlin, den 23. September 2002
In Vertretung
Maria Krautzberger
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Hinweis
dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt