Fahrradfahrer haben es vor der Staatsbibliothek derzeit besonders schwer. Wer auf der Straße Unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor nicht von einem Auto oder dem 100er Bus angefahren werden will, läuft Gefahr, stattdessen mit dem Lenker im Bauzaun hängenzubleiben. Der ragt nämlich so weit auf die Straße, dass außer zwei sehr schmalen Fahrspuren eigentlich kein Platz mehr für Radfahrer ist. Grund ist die Baustelle vor der Staatsbibliothek, die noch bis 2014 grundsaniert wird. Doch auch für Fußgänger ist ein Spaziergang auf der Straße Unter den Linden eher ein Hindernislauf. Viele Baustellen erfordern Umwege oder reduzieren die Bürgersteigbreite auf ein Minimum. Vor allem für Touristen hat die Straße ihren Reiz verloren, sind doch zahlreiche Sehenswürdigkeiten eingerüstet. Das gilt für die …
BERLIN. Gestern gegen 12 Uhr stand fest: Die Kabeltrasse am Ostkreuz ist angezündet worden. „Wir schließen einen technischen Defekt aus“, sagte ein Polizeisprecher, nachdem Brandermittler den Tatort nach Spuren abgesucht hatten. „Wir haben Reste einer brennbaren Flüssigkeit entdeckt und sichergestellt.“ Die Reste deuten darauf hin, dass unmittelbar an den Kabeln Feuer gelegt worden ist. Die Auswertung der Spuren dauere einige Tage, hieß es. Am Nachmittag bekannte sich dann eine Gruppe von militanten Atomkraftgegnern zu dem Anschlag. Die Polizei geht davon aus, dass das Schreiben echt ist. Darin heißt es: „Nach all den Katastrophen haben wir die Schnauze voll. Über den sofortigen Ausstieg aus der Atomtechnologie gibt es nichts mehr zu verhandeln. Wir spielen nicht mehr mit.“ Außerdem schrieben die Verfasser: „Über die Schienen der Deutschen Bahnwerden Atomtechnik und Atommüll transportiert. Beides sichert den …
BERLIN. Ein Brandanschlag hat gestern den Bahnverkehr in Berlin drastisch eingeschränkt. Nach einem Kabelbrand am Ostkreuz mussten Hunderttausende S-Bahn-Fahrgäste im Osten Ausfälle, lange Wartezeiten und Schienenersatzverkehr hinnehmen. Auch der Regionalverkehr war eingeschränkt, ICE-Züge konnten das Bahnwerk Rummelsburg nicht verlassen. Auf vielen Linien, unter anderem auf dem Ring, der S 5 und der S 7, müssen die Fahrgäste auch heute mit Beeinträchtigungen rechnen. Zu dem Anschlag bekannten sich militante Atomkraftgegner. „Unsere Aktion ist ein Haltesignal“, heißt es in einem Schreiben, das gestern im Internet zirkulierte. „Über den sofortigen Ausstieg aus der Atomtechnologie gibt es nichts mehr zu verhandeln. Wir spielen nicht mehr mit.“ Die Polizei teilte mit, dass sie das Schreiben für authentisch hält. Der Staatsschutz ermittelt. Die Deutsche Bahn (DB) verurteilte die Attacke. „Es trifft nicht nur unser Unternehmen, sondern ist vor allem eine Zumutung …
Heute tagt die Fluglärmkommission für Schönefeld wieder – zum 77. Mal. Diesmal will sie sich mit den Startrouten nach Osten und den Anflugstrecken für den neuen Großflughafen befassen. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative fordert, die gesamte Müggelseeregion auszusparen. Beobachter erwarten, dass es heute auch um den Beschluss gehen wird, den die Kommission am 9. Mai zu den westlichen Startrouten gefasst hatte. Während Initiativen verlangen, die Empfehlung umzusetzen, warnt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) davor. Die geforderte Lösung sei rechtlich unzulässig, heißt es nach Informationen der Berliner Zeitung in einem Schreiben des BAF. Die Kommission hatte der Deutschen Flugsicherung (DFS) aufgegeben, nach Westen startenden Maschinen bis in einer Höhe von …
Heute tagt die Fluglärmkommission für Schönefeld wieder – zum 77. Mal. Diesmal will sie sich mit den Startrouten nach Osten und den Anflugstrecken für den neuen Großflughafen befassen. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative fordert, die gesamte Müggelseeregion auszusparen. Beobachter erwarten, dass es heute auch um den Beschluss gehen wird, den die Kommission am 9. Mai zu den westlichen Startrouten gefasst hatte. Während Initiativen verlangen, die Empfehlung umzusetzen, warnt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) davor. Die geforderte Lösung sei rechtlich unzulässig, heißt es nach Informationen der Berliner Zeitung in einem Schreiben des BAF. Die Kommission hatte der Deutschen Flugsicherung (DFS) aufgegeben, nach Westen startenden Maschinen bis in einer Höhe von …
SAARMUND. Der laute Knall am Nachmittag war nicht zu überhören. „Ich wusste sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein muss“, sagt Regina Borganger, die am Rande des Flugplatzes Saarmund (Potsdam-Mittelmark) den Imbiss „Fly Inn“ betreibt und das Unglück auch einen Tag später immer noch nicht fassen kann. Ein Ultraleichtflugzeug war am Sonnabend gegen 15.45 Uhr wahrscheinlich frontal mit einem Segelflugzeug zusammengestoßen, das nach bisherigen Erkenntnissen mit Hilfe einer Seilwinde gerade in die Luft gezogen wurde und sich im Steigflug befand. Beide Maschinen stürzten aus einer Höhe von etwa 300 Metern ab. Die beiden Insassen des Kleinflugzeugs und der Segelflieger kamen dabei ums Leben. Es ist der folgenschwerste Flugunfall seit vielen Jahren in Brandenburg.
Obduktion angeordnet Bei den Opfern, deren Identität auch gestern Nachmittag noch nicht sicher war, handelt es sich nach Angaben eines Polizeisprechers vermutlich um …
Der Absturz eines 1,35 Tonnen schweren Stahlriegels aus der Fassade des Hauptbahnhofs bekommt kein juristisches Nachspiel. Zwar habe es „Planungsfehler“ und damit einen „Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Technik“ gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Trotzdem stellte sie das Verfahren, das der Anwalt Peter Kremer angestrengt hatte, jetzt ein. Dieses Wochenende wird das fünfjährige Bestehen des Bahnhofs groß gefeiert.Es geschah am 18. Januar 2007. Im Orkantief „Kyrill“ löste sich gegen 18.45 Uhr am westlichen Bügelgebäude ein Fassadenriegel und verschob sich auf der Auflagefläche. Kurz vor 22 Uhr stürzte er …
Die S-Bahn-Krise ist noch nicht vorbei. Für die bald wieder drohenden Sommerprobleme gibt es weiterhin keine grundsätzliche Lösung. Und auch im kommenden Winter müssen die Fahrgäste mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Trotzdem sieht S-Bahn-Chef Peter Buchner jetzt „Licht am Ende des Tunnels“. Denn die wesentlichen technischen Schwierigkeiten werden in den ersten Monaten des kommenden Jahres bewältigt sein, sagt er. „Es ist nicht erkennbar, dass es 2012 nicht sehr steil aufwärts gehen kann.“ Buchner hält es für möglich, dass die S-Bahn irgendwann im nächsten Jahr wieder im Normalbetrieb fahren kann – auf allen Linien und mit Zügen, die so lang sind und so oft fahren wie bis 2009. Doch er bleibt vorsichtig. „Nach fast zwei Jahren bei der S-Bahn gebe ich Prognosen am liebsten für die …
Für zehntausende Fahrgäste in Berlin und Brandenburg bedeutet der Kabelbrand am hochfrequentierten Nahverkehrsknoten Bahnhof Ostkreuz nicht nur massive Beeinträchtigungen durch ersatzlose Zugausfälle, Verspätungen und überfüllte Bahnsteige und Züge sondern auch ein unerträgliches Informationschaos im S- und Regionalbahnverkehr. Sofern es bei der Deutschen Bahn AG und ihrem Tochterunternehmen S-Bahn Berlin GmbH standardisierte Konzepte zur Bewältigung von Großstörungen gibt, wurden sie nicht ausreichend oder nicht richtig angewendet. Die Leidtragenden sind einmal mehr die Fahrgäste, die keine oder nur schlechte Orientierung im Chaos erhalten. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, fordert dringend tragfähige Konzepte für die Fahrgastinformation bei Großstörungen: „Es zeigt sich leider wieder einmal, dass weder die S-Bahn Berlin GmbH noch die Deutsche Bahn AG ausreichend auf Großstörungen vorbereitet sind. Es fehlt ein umsichtiges Störungsmanagement, das neben der Wiederherstellung des Fahrbetriebs auch die schnelle und umfassende Information der Fahrgäste im Blick hat. Es kann nicht sein, dass zehntausende Fahrgäste in einer derartigen Situation im Informationschaos steckenbleiben. Beim Ausfall der Technik muss umgehend ausreichend und geschultes Personal sinnvoll auf Bahnsteigen, Bahnhöfen und wichtigen Umsteigepunkten verteilt werden, das in der Lage ist, kompetent Auskunft zu geben. Störungen lassen sich im Eisenbahnbetrieb nicht immer vermeiden. Den Fahrgästen aber müssen Ärger und Unsicherheit durch stundenlange Informationsdefizite erspart bleiben.“ (Pressemeldung VBB, 24.05.11).