FRANKFURT (ODER). Jeden Morgen beobachtet Jörg Gleisenstein die vielen Autos mit polnischen Kennzeichen, die vor dem Bahnhof in Frankfurt (Oder) anhalten. Sie bringen Pendler aus dem Nachbarland zu den Regionalzügen, die von der Grenzstadt aus Richtung Westen fahren, nach Berlin und Potsdam. „Die Leute aus Slubice haben gar keine Chance, auf anderen Wegen zum Bahnhof zu kommen“, sagt Gleisenstein, der für die Grünen im Frankfurter Stadtparlament sitzt. Das polnische Slubice hat keinen Bahnhof und auch keinen öffentlichen Nahverkehr. Abhilfe könnte nun eine Straßenbahn schaffen, die die Städte auf beiden Seiten der Grenze verbindet. Seit Ende vergangener Woche gibt es einen neuen Anlauf für den Bau einer Tramlinie über die Oderbrücke. Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Wilke, und sein Slubicer Amtskollege, Tomasz Ciszenwicz, haben erklärt, dass die „Einführung eines grenzüberschreitenden …
POTSDAM / BERLINER VORSTADT – Der Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP kann nach 20 Jahren die Sanierung seines Straßenbahn-Gleisnetzes abschließen. Bauminister Jörg Vogelsänger überreichte dafür gestern einen Fördermittelbescheid über 2,4 Millionen Euro an Oberbürgermeister Jann Jakobs (beide SPD). Der ViP wird damit in den kommenden Sommerferien und bis zum Oktober die dünngefahrenen Schienen zwischen Mangerstraße und Glienicker Brücke durch lärm- und erschütterungsmindernde Gleise ersetzen. Erneuert werden auch die Fahrleitungsmasten. Während der Bauarbeiten bleibt es möglich, mit dem Auto über die Brücke nach Berlin zu fahren, verspricht das Unternehmen. Die Haltestellen in dem Abschnitt werden verbreitert und behindertengerecht gestaltet, auch zwei neue Bushaltestellen entstehen. Weitere 1,3 Millionen hatte Vogelsänger für die …
Im Streit um die Zukunft der Straßenbahn Grünau-Schmöckwitz unterstützt die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die betroffenen Bürger. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir anderswo aufwendig neue Straßenbahnen planen und dann diese Strecke stilllegen“, sagte sie gestern im Verkehrsausschuss. „Es ist richtig, dass die Bahn nach Schmöckwitz aufrechterhalten wird.“ Ein Ersatz durch Busse wäre schwierig, weil die Straße parallel zur Linie 68 teilweise für Autos gesperrt ist. Bislang sei schon 25 Millionen Euro in diese Bahn investiert worden, sagt Junge-Reyer. Sie forderte die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf, nun endlich …
Die Straßenbahnstrecke von Grünau nach Alt-Schmöckwitz, bekannt als Uferbahn, muss erhalten bleiben – so der einstimmige Beschluss der Mitgliederversammlung des Berliner Fahrgastverbands IGEB. Ebenso eindeutig unterstützen die IGEB-Mitglieder das bezirkliche Konzept für den Umbau der Kastanienallee in Pankow. „Die Straßenbahnverbindung zum Hauptbahnhof wird fertig gestellt. Weitere Straßenbahnneubau-maßnahmen, die im StEP [Stadtentwicklungsplan] Verkehr vorgesehen sind, werden planerisch vorbereitet. Grundsätzlich sollen alle vorhandenen Straßenbahnstrecken erhalten und weiter betrieben werden.“ Das schrieben die Berliner SPD und die Berliner Linkspartei.PDS (heute: Die Linke) in ihre Koalitionsvereinbarung für die Legislaturperiode 2006 bis 2011. Fünf Jahre später ist mit den Bauarbeiten für die Straßenbahn zum Hauptbahnhof noch nicht einmal richtig begonnen worden, und keine der weiteren Straßenbahnverlängerungen wurde bisher planerisch vorbereitet. Nun droht ein weiterer Glaubwürdigkeitsverlust, weil die wichtige und attraktive Straßenbahnstrecke von Grünau nach Alt-Schmöckwitz (Linie 68) gefährdet ist. Senat und BVG konnten sich noch immer nicht auf ein Maßnahmen- und Finanzierungskonzept für die Instandsetzung dieser Strecke einigen. Offensichtlich sind die Senatspolitiker (wieder einmal) nicht in der Lage, der BVG zu verdeutlichen, dass Entscheidungen über Erhalt und Neubau von Straßenbahnstrecken allein dem Senat und dem Abgeordnetenhaus vorbehalten sind. Deshalb richtet sich der Beschluss der IGEB-Mitgliederversammlung auch an den Berliner Senat und hier insbesondere an Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer: Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert sie auf, alles zu tun, damit die sowohl bei Anwohnern als auch bei Ausflüglern beliebte Straßenbahnstrecke der Linie 68 in ganzer Länge erhalten bleibt. Im Übrigen wäre der Berliner Senat unglaubwürdig, wenn er einerseits die Stadt zu einem Zentrum der E-Mobilität entwickeln will und andererseits die elektrische Straßenbahn auf einer langen Strecke durch Dieselbusse ersetzen würde. Außerdem unterstützt die IGEB-Mitgliederversammlung das Konzept des Bezirks Pankow für den Umbau der Kastanienallee. Damit werden die Attraktivität und Zuverlässigkeit des Straßenbahnverkehrs und die Sicherheit des Radverkehrs gefördert. Der Fahrgastverband IGEB unterstützt die Aktionen zum Erhalt der Uferbahn, insbesondere die für den 9. April geplante Menschenkette. Mehr Informationen unter www.uferbahn.de (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 07.04.11).
POTSDAM / GOLM – Das Projekt einer Straßenbahn nach Golm ist nicht nur wegen der Streckenführung umstritten; sein Sinn wird auch grundsätzlich bezweifelt. Auf einer Diskussion der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung (Argus) am Mittwochabend wurde klar, dass die Überfüllung von Bussen und Eisenbahn zwischen den Uni-Standorten Potsdams und Golm nur zwischen 8 und 9 Uhr morgens akut ist. Grund ist der Beginn der meisten Vorlesungen um neun Uhr. Betroffen sind nach Angaben des städtischen Bereichsleiters für Verkehrsplanung, Bernd Kahle, auch nur zwei Dienstagszüge. Man habe die Uni gebeten, den Seminarbeginn zu staffeln und Vorlesungen auch auf Montag und Freitag zu legen. Dann würde die Kapazität der Eisenbahn sogar reichen. Ausreichend ist in den Augen des Universitäts- und Wissenschaftsparkes Golm eine …