Die Bauarbeiten an der ICE-Strecke Berlin-Hamburg wirken sich auch massiv auf den Regionalverkehr aus. Bis Mitte Juni ist die Verbindung zwischen Nauen und Wittenberge komplett gesperrt. Kunden müssen deshalb mit deutlichen Behinderungen von Berlin nach Schwerin und Wismar rechnen. Bahnkunden müssen sich von Sonnabend an auf der Strecke Berlin-Hamburg auf noch größere Einschränkungen einstellen. Noch bis zum 13. Juni ist der 90 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Nauen (Havelland) und Wittenberge (Prignitz) für den Zugverkehr komplett gesperrt. Anzeige Damit ist von der Sanierung nicht nur der ICE-Verkehr zwischen der Bundeshauptstadt und der Elb-Metropole, sondern auch der Regionalverkehr nach Wittenberge, Schwerin und Wismar betroffen. Während der 13-wöchigen Streckensperrung gibt es zahlreiche Änderungen in …
Die jährlich durchgeführte Kundenzufriedenheitsanalyse des VBB – Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bescheinigt der ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH auch für das Jahr 2008 wieder gute Noten. Bei dieser Erhebung verteilten die Befragten Schulnoten für insgesamt zehn Qualitätskriterien. Die Fahrgäste bestätigten 2008 das hohe Zufriedenheitsniveau der letzten Jahre. Die ODEG wurde mit einer Gesamtzufriedenheit von 1,56 bewertet. Insbesondere bei den Kriterien der Fahrkartenerwerbsmöglichkeit im Zug und der regulären Information durch das Personal im Zug erhielt die ODEG 2008 noch bessere Noten als im Vorjahr. Aber auch das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste konnte weiter gesteigert werden. Sehr gut wurden außerdem die Ausstattung und Schadensfreiheit der Züge sowie die Freundlichkeit und Kompetenz des Personals beurteilt. „Die hohe Zufriedenheit unserer Fahrgäste bestätigt unser Servicekonzept“ freut sich ODEG-Sprecher Jörg Kiehn und betont: „Die Ergebnisse zeigen auch eindeutig, dass die Fahrgäste vom Wettbewerb profitieren, weil dadurch das Angebot und die Qualität für die Fahrgäste weiter gesteigert werden können“ (Pressemeldung ODEG Ostdeutsche Eisenbahn GmbH, 13.03.09).
Die Kundenzufriedenheitsanalyse 2008 des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg bescheinigt dem Schienenregionalverkehr in der Region gute Noten in der Qualität. Wie schon im vergangenen Jahr sind die Kunden überwiegend zufrieden bzw. sehr zufrieden mit der Verkehrsleistung. Die insgesamt 2861 befragten Fahrgäste vergaben für die Qualität der Züge eine Note von 1,89 auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Gegenüber 2007 bleibt damit das gute bis sehr gute Qualitätsniveau im ver-bundweiten SPNV stabil. VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz: „Nur wenn unsere Fahrgäste dauerhaft zufrieden sind, wird es uns gelingen immer mehr Menschen vom Öffentlichen Personennahverkehr zu überzeugen. Deshalb analysieren wir regelmäßig die Qualität in den Zügen und auf Bahnhöfen. Auch wenn wir schon jetzt in Berlin und Brandenburg eines der besten Nahverkehrssysteme in Europa ha-ben, hilft das Qualitätsmanagement des VBB Schwachstellen zu benennen und zu beseitigen und das Urteil der Fahrgäste trägt entscheidend dazu bei.“ Die VBB-Kundenbefragung unterscheidet 18 verschiedene Qualitätsmerkmale. Darunter Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ausstattung, Sicherheit und Fahrgastinformation. Die Pünktlichkeit (Note 2,18) der Regionalzüge hat sich im Verbundgebiet 2008 nach Meinung der Kunden leicht verbessert, ebenso die Informationen im Zug bei Unregelmäßigkeiten (2,22). Einen guten Wert erreichte die Fahrgastinformation im Regelfall (1,65). Leicht abgenommen hat dagegen die Zufriedenheit beim Sitzplatzangebot im Zug. Hier wurde die Note 2,08 vergeben, im vergangenen Jahr lag sie noch bei 1,97. Hintergrund sind die abermals gestiegenen Fahrgastzahlen auf den Hauptstrecken. Befragt wurden die Kunden auch nach Ihren Erfahrungen mit den verschiedenen Verkehrsunternehmen (Deutsche Bahn Regio AG, Märkische Regiobahn, Connex Sachsen, Niederbarnimer Eisenbahn, Ostdeutsche Eisenbahn und Prignitzer Eisenbahn). Mit einer Gesamtnote von 1,89 zeigen sich die Fahrgäste sehr zufrieden mit dem Angebot. Am besten schneiden die Verkehrsunternehmen der Veolia-Gruppe Niederbarnimer Eisenbahn NEB (1,44) und der Connex Sachsen GmbH mit der Lausitzbahn (1,49) ab. Connex Sachsen hat sich damit auch im letzten Jahr des Verkehrsvertrages mit Spitzenwerten bei der Kundenzufriedenheit aus dem Verbundgebiet verabschiedet. Ebenfalls gute Werte bekamen die Ostdeutsche Eisenbahn ODEG (1,56), die Märkische Regiobahn MR (1,57) und die Prignitzer Eisenbahn PEG (1,72). Eine im Unternehmensvergleich leicht abfallende Benotung erhält die DB Regio AG (2,07). Damit werden auch 2008 die Leistungen der DB Regio AG schlechter beurteilt als die der privaten Wett-bewerber. Allerdings betreibt die DB Regio auch von allen Unter-nehmen das komplexeste Liniennetz mit dem höchsten Koordinierungsaufwand. Unzufrieden sind die Fahrgäste mit der Qualität der Bahnhöfe, die im Verantwortungsbereich der DB Station und Service liegt. Hier ergab die repräsentative Befragung nur die Note 2,32. Am besten dabei schnitt das Qualitätskriterium „Verknüpfung der Bahnhöfe mit dem ÖPNV“ ab (2,11). Unverändert Handlungsbe-darf besteht weiter bei den Fahrgastinformationen auf den Bahnhöfen. Insbesondere bei Störungen im Zugverkehr bemängeln die Kunden fehlende aktuelle Ansagen oder Anzeigen. Hier vergeben sie die schlechteste Note mit 2,67. Gleichzeitig sind die regulären Informationen aus Kundensicht signifikant schlechter (2,26) als im Vorjahr (2,10) bewertet worden. Der VBB mahnt die Deutsche Bahn AG deshalb auch in diesem Jahr an, hier im Interesse der Fahrgäste, nachzubessern (Pressemeldung Deutsche Bahn, 12.03.09).
Regionalbahn Die Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin war bei ihrer Eröffnung 1838 die erste Eisenbahnstrecke in Preußen. Der Wiederaufbau der nach 1945 nicht wieder in Betrieb genommenen Bahnstrecke (bis 1980 fuhr nur noch eine „Stummelbahn“ nach Düppel) von Zehlendorf über Düppel/Kleinmachnow und Dreilinden nach Griebnitzsee und Potsdam ist seit Jahren heftig umstritten. Bürgerinitiativen gründeten sich sowohl für als auch gegen die Stammbahn. Ein Gutachten ergab 2008, dass der 175 Millionen Euro teure Ausbau für den Regionalverkehr wirtschaftlich nicht tragbar wäre.
S-Bahn Die mögliche Variante eines S-Bahn-Betriebs wurde in dem Gutachten nicht untersucht. Die S-Bahn bestätigt derzeit lediglich „konzeptionelle Überlegungen“ in Bezug auf die Stammbahn. Ob in der Folge weitere Untersuchungen, unter anderem eine Nutzen-Kosten-Analyse in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur in Potsdam in Auftrag gegeben werden, ist offen. Unumstritten ist, dass die Nahverkehrsanbindung im Einzugsgebiet der Strecke nicht zufriedenstellend ist.fal
200 Meter lange Hochleistungsmaschine verkürzt die Bauzeit / Neue Bahnsteige in Dannenwalde / Teilweise Busse als Ersatz für Züge
(Berlin, 5. März 2009) Am kommenden Sonntag, 8. März, beginnt die Deutsche Bahn AG intensiv mit der Ertüchtigung des Streckengleises zwischen Dannenwalde und Fürstenberg. Damit wird ein weiterer, fast 14 Kilometer langer Abschnitt zwischen Berlin und Rostock für Geschwindigkeiten bis zu 160 Km/h ausgebaut. Durch den Einsatz einer neuen Universalbaumaschine können die baubedingten Einschränkungen für die RE-Linie 5 verringert werden: Der Zugverkehr wird weitgehend aufrecht erhalten. Nur vom 8. März bis 5. April und vom 14. bis 30. April halten einige Züge nicht im Bahnhof Gransee. Als Ersatz fahren Busse.
Nach vorbereitenden Maßnahmen im Dezember des vergangenen Jahres wird im gesperrten Abschnitt der Fahrweg erneuert. Mit der 200 Meter langen Hochleistungsmaschine RPM-RS 900 ist die Gleisbettreinigung und der Einbau einer Planumsschutzschicht vorgesehen. Der Schotter wird ausgebaut, recycelt, wieder eingebaut, verdichtet und stabilisiert. Der Bahnhof Dannenwalde erhält neue Bahnsteige. Die alte Fußgängerüberführung wird abgerissen. Weitere Bauarbeiten betreffen die Bahnübergänge in Dannenwalde und Seilershof sowie die Signaltechnik, die zukünftig elektronisch gesteuert wird.
Im Anschluss an diese Arbeiten erfolgt ab dem 19. April der Einbau der Schwellen und Gleise mit der Umbaumaschine UM-S2001. Am 16. Juni beginnen die gleichartigen Arbeiten für das Gleis der Gegenrichtung und im August für den Abschnitt Neustrelitz–Kratzeburg.
Der größte Teil der Bauarbeiten wird im Jahr 2013 beendet sein. Damit sinkt die Reisezeit für die 198 Kilometer zwischen Berlin und Rostock auf unter zwei Stunden. Die Strecke ist dann auch für schwere Güterzüge geeignet. Die Bundesrepublik Deutschland, die Europäischen Union und die Deutschen Bahn investieren in dieses Vorhaben insgesamt rund 733 Millionen Euro.
Fertiggestellte Abschnitte – Lalendorf/Ost–Kavelstorf–Rostock (28. Mai 2007) – Löwenberg–Gransee (31. Oktober 2007)
Baudurchführung ab 2009 – Dannenwalde–Fürstenberg (15. Dezember 2008 – 16. November 2009) – Neustrelitz–Kratzeburg (1. August 2009 – 30. November 2010)
Baudurchführung ab 2010 ff – Nassenheide–Löwenberg – Fürstenberg–Neustrelitz – Kratzeburg–Waren
Die Frist für die Ausschreibung von 60 Prozent der Regionalbahnstrecken in Berlin und Brandenburg ist bis zum 6. April verlängert worden. Ursprünglich sollten alle Bieter ihre Bewerbungen bis zum 13. März beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg einreichen. Der Verkehrsverbund VBB hat die Frist für seine umstrittene Ausschreibung von 60 Prozent der Regionalbahnstrecken in Berlin und Brandenburg verlängert. Ursprünglich sollten alle Bieter ihre Bewerbungen bis zum 13. März einreichen. Nun haben sie Zeit bis zum 6. April. Zu den Hintergründen für die Fristverlängerung will sich der Verkehrsverbund nicht äußern. Nach Informationen von Morgenpost Online soll ein Grund für den Aufschub die schwierige Fahrzeugbeschaffung sein. Laut Ausschreibung könnten auf den Strecken der Region künftig …
WITTENBERGE – Vorbei die Zeit des Rätselratens: Wie die Deutsche Bahn AG gestern bekanntgab, tritt die angekündigte Vollsperrung für die Regionalbahn 4 zwischen Wittenberge und Nauen ab Sonnabend, 14. März, in Kraft. Dass auf diesem Abschnitt 250 000 marode Schwellen ersetzt werden, ist aber bereits ab Sonntag, 1. März, zu spüren. Im Nahverkehr gibt es Einschränkungen, da zwischen Ludwigslust und Wittenberge nur ein Gleis zur Verfügung steht. Fernzüge, die zwischen Hamburg und Berlin verkehren, machen ab diesem Datum einen Schlenker über Stendal, weshalb sich die Fahrtzeit zwischen den Metropolen um 35 bis 45 Minuten verlängern wird. Wie DB-Sprecherin Erika Poschke-Frost gestern darlegte, bieten sich ab dem 14. März drei Varianten an, nach Berlin zu gelangen. Welches die günstigste ist, richtet sich nach dem Abfahrtsbahnhof. Vergleichsweise gut kommen Reisende weg, die von Wittenberge losfahren. Sie dürfen die umgeleiteten Fernzüge nutzen und haben …
POTSDAM. Im Streit um die Ausschreibung des Regionalzugverkehrs ist jetzt erstmals ein privates Bahnunternehmen an die Öffentlichkeit gegangen. „Wo Wettbewerb stattfindet, führt dies dazu, dass sich die Fahrgäste auf mehr und besseren Service freuen können. Dies ist bei der derzeitigen Ausschreibung in Berlin und Brandenburg nicht anders“, sagte Klaus Jacobs, Chef von Arriva Deutschland, der Berliner Zeitung. Der Tochtergesellschaft des britischen Transportkonzerns Arriva gehört unter anderem die Prignitzer Eisenbahn. An der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) ist sie zur Hälfte beteiligt. „Die Erfahrung zeigt, dass auch die Steuerzahler vom Wettbewerb profitieren“, so Jacobs weiter. Für denselben Zuschuss gebe es mehr Zugfahrten – weil die …
Unannehmlichkeiten für Bahnkunden zum Teil durch DB-Geschäftsstrategie hervorgerufen
Ab dem 1. März (Sonntag) bis zum 13. Juni dieses Jahres sperrt die Deutsche Bahn Teile der Schnellstrecke zwischen Berlin und Hamburg. Grund ist die notwendige Auswechslung der Schwellen auf der Trasse. In diesem Zusammenhang kritisiert der Deutsche Bahnkunden-Verband vor allem folgende Punkte:
1. Die Vollsperrung Nauen – Wittenberge hat längere Fahrzeiten nicht nur für Fahrgäste im ICE/IC/EC zur Folge, sondern – in diesem Fall zum wiederholten Male – auch für Fahrgäste/Pendler/Schüler im Regionalverkehr. Der Ersatzbus benötigt überwiegend längere Fahrzeiten. Dabei ist eine Vollsperrung bei Sanierungsarbeiten bei zweigleisigen Strecken in der Regel gar nicht notwendig. Die Probleme sind hier zum Teil „hausgemacht“. Durch die großzügige Demontage von Infrastruktur fehlen nun Abstellmöglichkeiten für die Züge der Materialan- bzw. abfuhr (logistische Probleme bei Großbauvorhaben). Den Preis für diese rein an finanziellen Zielen orientierten Maßnahmen zahlen nun die Kunden.
2. Der DBV fordert bei den Arbeiten des Einsatz von Qualitätsprodukten, sowohl beim Material als auch grundsätzlich bei den Fahrzeugen. Das Problem mit den Betonschwellen sollte nach den Erfahrungen in der DDR eigentlich der Vergangenheit angehören!
3. Wenn Planer sich für eine Totalsperrung über mehrere Monate entscheiden, dann sollte der Bahnkunde zumindest im Fernverkehr eine Fahrpreisermäßigung erhalten. Speziell in der Relation Berlin – Hamburg sind die Fahrpreise in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich angehoben worden. Begründet wurde dies bekanntlich mit der hohen Attraktivität des Angebotes. Eine Fahrpreisermäßigung in vorliegendem Fall würde gerade auch dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem konkurrierenden Fernbusverkehr dienen. Die DB entschied sich jedoch für eine „Light-Entschädigung“, nämlich kostenlose Snacks, Getränke und Zeitungen. Der DBV fordert: bei schlechterer Leistung muss sich auch der Preis an der Leistungserbringung orientieren, also gesenkt werden.
Für Rückfragen steht Ihnen der DBV-Bundesvorstand Verkehr, Christian Schultz, jederzeit unter (0175)8058117 zur Verfügung.
PETER NEUMANN freut sich, dass die Debatte um die Zukunft der Bahn an Schärfe gewinnt.
Alles wird besser, nur im Berlin-Brandenburger Regionalverkehr nicht. Sagt die Deutsche Bahn (DB). Den Reisenden drohen künftig Sitze, die kleiner sind als heute. Lokführer verdienen pro Jahr nicht mehr bis zu 41 500 Euro brutto wie bei DB Regio – Privatbahnen zahlen bestenfalls etwas mehr als 25 000 Euro. Bei den Servicemitarbeitern in den Zügen endet die Lohnskala nach unten sogar erst bei 7,44 Euro brutto pro Stunde. Es ist ein drastisches Szenario, mit der die DB versucht, Mitstreiter gegen die jetzige Ausschreibung des Regionalverkehrs zu gewinnen. Dabei kämpft sie vor allem im eigenen Interesse – was zu einigem Misstrauen Anlass geben sollte. Das heißt aber nicht, dass all ihre Argumente falsch sind. So ist unstrittig, dass bei derlei Wettbewerbsverfahren die Arbeitnehmer meist …