Peter Neumann Auf ihrer TXL-Linie zwischen der östlichen Innenstadt und dem Flughafen Tegel bieten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nun mehr Fahrten an. Montags bis freitags verkehrt der Bus, der unter anderem am Alexanderplatz und am Hauptbahnhof hält, von 6 bis 19 Uhr alle siebeneinhalb Minuten. Bisher gab es in dieser Zeit einen …
„Es droht ein Bruch mitten durch Berlin“ Das Geflecht von Akteuren rund um den Bau des Flughafens BBI verkompliziert die Entwicklung, sagt die Stadtforscherin Johanna Schlaack. Ist der Airport da, könnte der Norden Berlins wirtschaftlich das Nachsehen haben taz: Frau Schlaack, warum dauert es eigentlich so lange, bis in Schönefeld die Planungen vorangehen?
Johanna Schlaack: Bei großen Infrastrukturprojekten sind die Planungsprozesse generell langwierig – es sind komplexe, demokratisch strukturierte Verfahren. Beim Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) kommt dazu, dass zwei Länder an der Entwicklung beteiligt sind: Der Flughafen mit den zu erwartenden Steuereinnahmen liegt in Brandenburg, speist seinen Bedarf nach der Schließung …
Unter dem Flughafen Tegel liegen Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Kommt ein Flugzeug von der Rollbahn ab, könnte es die Detonation auslösen. Das bestätigte die Senatsverwaltung nun – indirekt. Sie weigert sich weiterhin, Widersprüche aufzulösen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat – wenn auch indirekt – bestätigt, dass auf dem Flughafen Tegel von im Boden lagernder Munition Gefahr für den Flugverkehr ausgehen könnte. Nämlich dann, wenn es zu sogenannten Eingriffen in den Boden der Randstreifen der Start- und Landebahnen käme. Auf Nachfrage von Morgenpost Online zu dem Senatsgutachten von 2005 zur Munitionsbelastung heißt es wörtlich: „Das Gutachten wurde nach den Kampfmittelfunden von 2004 beauftragt, um als Arbeitsgrundlage zur technischen Gefahrenabschätzung zu dienen. Bei den untersuchten Testfeldern wurde auch der unmittelbare Randbereich zur Rollbahn untersucht. Es wurde festgestellt, dass auf dem ganzen Flughafengelände eine gleichmäßige …
Wenn der Flughafen Tegel schließt, soll klar sein, wie es dort weitergeht – um Fehler wie in Tempelhof zu verhindern Stefan Strauss Wo heute noch Flugzeuge starten und landen, könnte in drei Jahren schon ein riesiges Naturschutzareal entstehen mit Schutzgebieten für seltene Vögel, Wäldern, Wiesen und einem Wildpark. Der Flughafen Tegel soll zwar erst geschlossen werden, wenn der neue Großflughafen Schönefeld 2011 fertig ist. „Doch mit der Planung sollten wir sehr frühzeitig anfangen“, sagt Jörg Stroedter, SPD-Abgeordneter aus Reinickendorf. So viel Zeit wie bei den Planungen für die Nachnutzung des Flughafens Tempelhof will sich der Senat diesmal nicht lassen. Bereits im Oktober 2008 hatte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) Politiker, Architekten, Stadtplaner und Wirtschaftsvertreter zur ersten Standortkonferenz zur Nachnutzung Tegels eingeladen. Der Zeitplan sieht vor, dass Tegel ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme des Flughafens …
Der nächste Dominostein droht zu fallen: Die weltweite Finanzkrise erreicht auch die Flughäfen – nur Berlin bleibt standhaft. Die Berliner Flughäfen haben 2008 sieben Prozent mehr Reisende befördert als 2007, ein Rekord. Im Schnitt flogen von deutschen Flughäfen nur 1,2 Prozent mehr Passagiere. Der Trend geht abwärts. Die Berliner Flughäfen haben im vergangenen Jahr mit 21,4 Millionen Passagieren einen Rekord aufgestellt. Mit einem Plus von 1,4 Millionen Reisenden im Vergleich zum Vorjahr wurde der bundesweit stärkste Zuwachs verzeichnet, wie Flughafenchef Rainer Schwarz am Montag mitteilte. Die Passagierzahlen in Berlin stiegen um sieben Prozent. An den 24 internationalen Airports der Bundesrepublik lag das Wachstum 2008 nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen bei 1,2 Prozent. Im Jahr 2007 war in Berlin erstmals die Marke von 20 Millionen Reisenden erreicht worden. Grund für das Wachstum sei vor allem der hohe Anteil von …
Als der Airport noch in Betrieb war, machte er weniger Verlust als heute / Neuer Zaun geplant Ulrich Paul Inline-Skater und Radfahrer sollten auf den ehemaligen Startbahnen rollen, Jugendliche auf den Rasenflächen Fußball spielen – mit diesen Plänen, schön anzusehen auf Computersimulationen, hat der Senat vor einem Jahr für die Schließung des Flughafens Tempelhof geworben. Jetzt, zwei Monate nach Schließung des Airports, lässt ein Konzept zur Öffnung der großen Freiflächen noch immer auf sich warten. Stattdessen igelt sich der ehemalige Flughafen immer mehr ein. Wenn der Frost vorbei ist, soll auf einer Länge von zwei Kilometern zunächst ein neuer, etwa zwei Meter hoher Zaun errichtet werden. Das sagte gestern der Geschäftsführer der Berliner Immobilienmanagementgesellschaft (BIM), Sven Lemiss. Die BIM verwaltet seit November das Flughafenareal …
Der 40.000ste Gast wird noch in diesem Jahr in der Tourist-Information Schönefeld erwartet, die es seit Ende Mai am Terminal A am Flughafen Schönefeld gibt. Sie wird von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH und dem VBB betrieben und bietet den Ankommenden touristische Informationen zu Brandenburg und Berlin sowie detaillierte Auskünfte zu Bussen und Bahnen – Ticketverkauf inklusive. Egal, ob als Geschäftsreisender oder als Tourist: Wer am Flughafen ankommt, muss sich erst einmal orientieren: Wo kann ich mich über die Region Berlin-Brandenburg informieren? Wer gibt mir Tipps zu Stadtrundfahrten, Unterkünften, kulturellen Höhepunkten und Souvenirs? Und welche Sehenswürdigkeiten sollte ich unbedingt gesehen haben? Wie komme ich mit Bus und Bahn am besten, schnellsten und günstigsten zu meinem Ziel? Nehme ich den Regionalexpress, die S-Bahn, oder doch lieber den Bus? Wie komme ich an mein Ticket? Das alles ist kein Problem mehr: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg bieten in ihrer gemeinsamen Tourist-Information Schönefeld Informationen zum Öffentlichen Personennahverkehr und zu den touristischen Attraktionen in Brandenburg und Berlin: Täglich zwischen 7:00 und 22:00 Uhr gibt es hier kompetente Beratung zur Gestaltung des Aufenthaltes, Zimmervermittlung, Kartenmaterial, hilfreiche Tipps und attraktive Sparangebote sowie Tickets für Musical und Theater, dazu passende Verbindungen, Informationen zum Tarifsystem und Fahrausweise. Der neue Service wurde in den ersten Monaten bereits sehr gut und dankbar von den Reisenden angenommen. In Spitzenzeiten suchten knapp 400 Reisende am Tag den fundierten Rat der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tourist-Information. Noch in diesem Jahr wird der 40.000ste Gast erwartet. Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des VBB: „Die Bedeutung des Flughafens Schönefeld nimmt immer mehr zu, auch schon vor Eröffnung des BBI. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Gäste umfassend informieren, wie sie sich in und um Berlin zurechtfinden. Der Erfolg zeigt, wie richtig diese Einschätzung ist.“ Dieter Hütte, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH: „Die Tourist-Information hat sich bewährt, wie die Gästezahl bestätigt, und ist regelrecht mit dem Flughafen Schönefeld verschmolzen, als hätte es sie immer schon gegeben.“ (Pressemeldung VBB, 30.12.08).
Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Staatsbesuch reist, fliegt sie bislang mit einer Maschine von Tegel. Geschätzte Fahrzeit vom Bundeskanzleramt bis zum Flughafen: zehn Autominuten. Künftig wird der Regierungschef mehr Zeit einplanen müssen. Denn die Reise geht nach Schönefeld. Teile der Flugbereitschaft der Bundesregierung werden ab 2012 einen neuen Standort auf dem Gelände des Großflughafens Schönefeld erhalten. Dort sollen auch die Airbusse der Flugbereitschaft stationiert werden. Eine entsprechende Einigung zwischen Verteidigungsministerium und Flughafengesellschaft wurde jetzt erzielt, bestätigte der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt. Bislang ist die Flugbereitschaft der Bundesregierung in …
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hat gestern die beiden Klagen gegen den vom Senat erlassenen Entwidmungsbescheid für den Flughafen Tempelhof abgewiesen. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen. Danach darf der Senat den Flughafen als Flughafenstandort unwiederbringlich aufgeben. Allerdings kündigte der Einzelkläger Wolfgang Przewieslik gestern an, gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde einzulegen, so dass der Senatsbescheid noch keine Bestandskraft erlangt. Nach Ansicht Przewiesliks ignorierte das Gericht, dass das Berliner Flughafensystem ohne die Ergänzung durch Tempelhof überlastet sei. Das gelte insbesondere, als auf dem Gelände des Flughafens Tegel noch Kriegsmunition liege. Das Gericht hatte Przewiesliks Klage abgewiesen, weil dessen geltend gemachte Rechtsverletzungen …
Fachleute vermuten, dass der Senat das brisante Gutachten zur Munitionsbelastung des Flughafen Tegels vom Oktober 2005 bisher unter Verschluss hielt, um die Schließung des Flughafens Tempelhof nicht zu gefährden. Denn es liegt auf der Hand, sollten die Landebahnen in Tegel saniert werden, fehlt Runway-Kapazität, die Tempelhof bieten würde. Überdies würde die Stilllegung einer Bahn in Tegel zu Gewinneinbrüchen bei der Flughafengesellschaft führen, die letztlich auch die ohnehin schwierige Finanzierung des neuen Hauptstadtflughafens BBI in Schönefeld gefährden könnten. Die Sanierung einer Bahn bei kompletter Stilllegung würde nach Ansicht von Experten mindestens vier Wochen dauern. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, die 3000 beziehungsweise 2400 Meter langen Start- und Landebahnen in der Nachtzeit, wenn zwischen 23 und 5 Uhr Flugverbot besteht, schrittweise zu …