Erst die Müllabfuhr, dann die BVG, dann die Lehrer und vielleicht auch noch das Bodenabfertigungspersonal an Flughäfen. So sieht der bisherige Streikfahrplan der Gewerkschaft Ver.di für Berlin aus. Der Stillstand bei Bussen und Bahnen könnte lange andauern, denn der Senat will nicht nachgeben. Die Berliner müssen sich in dieser Woche auf eine weitere Welle von Streiks im öffentlichen Dienst einstellen. „Es wird sichtbare und hörbare und fühlbare Aktionen geben“, kündigte …
Einem Berichtsauftrag des Abgeordnetenhauses zur Ermittlung der für eine Aufweitung zugunsten des Umweltverbundes (Omnibusse, Straßenbahnen, Fahrrad- und Fußgängerverkehr) in Frage kommenden Eisenbahn-Überführungen folgend, hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ca. 500 Brückenbauwerke systematisch erfasst. Dabei wurden 14 Eisenbahnüberführungen und Bahnübergänge ermittelt, deren Aufweitungen aus Sicht des Landes Berlin – insbesondere in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG – verkehrlich sinnvoll wären und die schrittweise etwa bis zum Jahre 2020 realisiert werden könnten. Wie ein auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer am 15.01.07 vom Senat beschlossener Bericht an das Abgeordnetenhaus darlegt, handelt es sich um folgende Eisenbahn-Überführungen (EÜ) oder Bahnübergänge (BÜ) und Baumaßnahmen: Nr. 1 EÜ Hechtgraben – Aufweitung zur Durchbindung eines Fuß-/Radweges Marzahn-Hellersdorf Nr. 2 BÜ Am Kornfeld/Lohengrinstraße – Zusätzliche Querung für Fußgänger: Personentunnel Nr. 3 EÜ Hönower Straße – Ersatz der überbreiten Stütze, Heranführung Straßenbahn Nr. 4 BÜ Ahrensfelder Chaussee – Erweiterung für Rad- und Gehwegführung Nr. 5 EÜ Wollankstraße – Erweiterung der lichten Weite für Straßenbahnführung, evtl. mit Haltestellen Nr. 6 EÜ Mühlenstraße – Anbindung der verlängerten Granitzstraße Nr. 7 EÜ Bahnhofstraße/Pankgrafenstraße; am S-Bahnhof Karow – Erweiterung der lichten Weite für Fußgänger und Radfahrer Nr. 8 EÜ Am Feuchten Winkel – Anbindung des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow Nr. 9 EÜ Dorfstraße (B 2) nördlich Malchow – Erhöhung der Durchfahrtshöhe auf 4,50 m nur durch Absenkung der Fahrbahn Nr. 10 BÜ Schönerlinder Straße – Ergänzung eines Rad- und Gehweges auf der westlichen Seite Nr. 11 BÜ Hobrechtsfelder Chaussee – Erweiterung für Rad- und Gehwegführung Nr. 12 EÜ Waidmannsluster Damm/S-Bahnhof Waidmannslust – Erweiterung für Radverkehr und Bushaltestellen Nr. 13 EÜ Teltower Damm/S-Bahnhof Zehlendorf – Neuer Bahnhofszugang durch westliches Widerlager Tempelhof-Schöneberg Nr. 14 EÜ Nähe Sachsendamm, im Bahndamm der Ringbahn – Neuer Personentunnel zum Cheruskerpark Von den untersuchten 14 Maßnahmen sind aus heutiger Sicht 13 mit einem Baukostenanteil Berlins von rd. 22,2 Mio. € umsetzbar. Die Maßnahmen Nr. 7 (EÜ Bahnhofstraße, am S-Bahnhof Karow) und 13 (Zugang zum S-Bahnhof Zehlendorf) wurden bereits im Zusammenhang mit den kurzfristig geplanten grundhaften Sanierungen der EÜ bei der DB AG bestellt. Die vier Maßnahmen EÜ Wollankstraße (Nr. 5), EÜ Bahnhofstraße (am S-Bahnhof Karow; Nr. 7), EÜ Waidmannsluster Damm (am S-Bahnhof Waidmannslust (Nr. 12) und Zugang zum S-Bahnhof Zehlendorf (Nr. 13) sollen zur Nutzung von bautechnischen Synergieeffekten mit entsprechender Kostenminderung zusammen mit den von der DB Netz AG hier geplanten Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen innerhalb der nächsten zehn Jahre erfolgen. Der Anteil Berlins an den Kosten beträgt für diese Maßnahmen ca. 9,5 Mio. €. Bei den verbleibenden zehn Maßnahmen ist seitens der DB AG bis zum Jahr 2020 keine Grunderneuerung vorgesehen. Eine Veränderung dieser Brückenbauwerke und Bahnübergänge erfordert eine Finanzierung durch das Land Berlin in Höhe von ca. 13,8 Mio. €. Da alle genannten Maßnahmen einen hohen verkehrlichen Nutzen haben und zum Teil – wie bei der Erweiterung von Bahn-Übergängen um Rad- und Fußwege – relativ kostengünstig sind, sollen sie nach Maßgabe verfügbarer Haushaltsmittel bis etwa 2020 schrittweise realisiert werden (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 28.01.08).
CDU fordert neue Verkehrs-Expertise für Steglitzer Einkaufsmeile – Daten des bisherigen Gutachtens sind sieben Jahre alt Von Katrin Lange Seit fast vier Jahren ist der Umbau der Steglitzer Schloßstraße zu einer Flaniermeile beschlossene Sache. Bereits 2004 einigten sich die Bezirksverordneten in einem Konsenspapier darauf, die Zahl der Fahrspuren zu verringern und die Gehwege zu verbreitern. Jetzt, nachdem die 1,8 Millionen Euro für den Umbau bereitstehen und die ersten Architektenleistungen ausgeschrieben werden sollen, ist erneut eine Debatte über die Aufteilung der Fahrspuren ausgebrochen. Der Ausschuss für Stadtplanung konnte sich Dienstagabend nicht auf eine Variante verständigen. Damit ist der Start der Bauarbeiten im …
Eine Beinprothese, ein Glasauge oder eine Geige sind nur einige kuriose Gegenstände in Berliner Fundbüros. In der Regel werden aber Schirme, Taschen, Handys oder Schlüssel abgegeben. Allein im Zentralen Fundbüro im Flughafen Tempelhof landeten im vergangenen Jahr 26.043 Gegenstände. 1200 Quadratmeter groß sind die Lagerräume im Zentralen Fundbüro Berlin im Flughafen Tempelhof. Dort landeten im vergangenen Jahr 26.043 Gegenstände. Den meisten Platz nehmen Fahrräder ein. Aber auch teure Fundsachen wie zum Beispiel eine Rolex-Uhr gelangen ab und zu in die Lagerräume. Im Fundbüro der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) lagern unter anderem noch eine Beinprothese und ein Glasauge, die nie abgeholt wurden. „Wir haben sie nicht weggeschmissen, sondern in unsere Asservatenkammer gesteckt“, sagt Leiterin Ingrid Neuber mit einem Augenzwinkern. Bei ihr werden die täglich rund 100 Fundsachen aus Bussen, Straßen- und U-Bahnen gesammelt. Neuber schätzt, dass etwa 35 Prozent der Gegenstände zu ihrem richtigen Besitzer zurückfinden. Sechs Monate werden die Fundstücke aufbewahrt Im Zentralen Fundbüro in Tempelhof werden Fundsachen …
Bei der Feinstaub-Reduktion setzt Hamburg auf mehr Angebote im Nahverkehr: Statt wie Berlin eine Umweltzone einzuführen lässt die Hansestadt die U-Bahn-Züge bis 21 Uhr alle fünf Minuten fahren. Ein Ziel – zwei Wege: Berlin will den Feinstaubanteil in der Luft, der Krebs erregen kann, durch teilweise Fahrverbote für Autos senken. Hamburg dagegen verzichtet auf eine solche Umweltzone und will einen ähnlichen Effekt durch den Ausbau des Nahverkehrs erreichen. Seit kurzem fahren deshalb an der Elbe die meisten U-Bahnen werktags bis 21 Uhr alle fünf statt alle zehn Minuten. Damit verlängert sich der Fünf-Minuten-Takt um eine bis eineinhalb Stunden. In Berlin müssen Fahrgäste dagegen bereits spätestens gegen 20 Uhr bis zu zehn Minuten auf eine U-Bahn warten. In Hamburg erhofft sich der Senat, dass das verbesserte Angebot …
Auf spiegelglatten Straßen und Wegen haben sich in Berlin bis Sonntagmittag laut Feuerwehr rund 480 Menschen verletzt. Im Straßenverkehr kam es zu mehr als 115 Unfällen. Zum Glück blieb es meist bei Blechschäden. Einsetzender Regen hatte die Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Am Wochenende konnten sich Fußgänger oft nur im Schneckentempo und mit Trippelschritten bewegen, Passanten stürzten, Autos rutschten. Auf spiegelglatten Straßen und Wegen verletzten sich hunderte Menschen. Überfrierende Nässe sorgte für zahlreiche Verkehrsunfälle, es blieb aber meist bei Blechschäden. Bis Sonntagmittag mussten die Rettungskräfte zu mehr als 900 Einsätzen ausrücken. Die Rettungsstelle der Charité in Mitte meldete die zehnfache Zahl an Patienten. Laut Feuerwehr gab es während des Glatteises rund 480 Verletzte. Allein in der Nacht zum Sonntag wurden rund 260 …
Das angeblich liebste Kind der Deutschen leidet. Das vergangene Jahr war hierzulande alles andere als ein gutes für das Auto. Um fast zehn Prozent eingebrochene Zulassungszahlen für Neuwagen, der Ölpreis bei 100 Dollar, die Spritverbrauchswerte der Hersteller wurden angezweifelt und die Umsetzung der Umweltzonen in Innenstädten bestimmten die öffentliche Debatte. Der sprichwörtliche Fahrspaß findet bald nur noch in den Werbespots der Autohersteller statt. Dass der öffentliche Personenverkehr gleichzeitig an Aufmerksamkeit und Akzeptanz gewonnen hätte, lässt sich kaum behaupten. Wenn es mal eine Meldung in die Nachrichten schaffte, handelte sie von Tariferhöhung, Streckenstilllegung …
Statistisches Jahrbuch 2007: Die Berliner Bevölkerung wächst, die Zahl der Kühe sinkt, im Januar wird so gut wie nie geheiratet, es gibt erneut mehr Hunde. Noch mehr Zahlen von André Görke. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Am Montag wurde das 528 Seiten starke „Statistische Jahrbuch 2007“ im Roten Rathaus präsentiert – mit einer Fülle von Berliner Daten, Fakten und Kuriositäten. Eine Auswahl.
Mehr Menschen: Vorneweg …
Mehr Hunde: Schlechte Nachricht …
Weniger Brücken: Überraschenderweise sind die Berge nicht größer geworden (Teufelsberg und Müggelberge bleiben Spitzenreiter mit 115 Metern Höhe), dafür hat sich die Infrastruktur in den vergangenen Jahren verändert. Kurios: Die Zahl der Brücken ist innerhalb von vier Jahren von 988 auf 917 gesunken. Warum? Laut Definition gehören auch „konstruktive Durchlässe“ dazu, beispielsweise Überquerungen auf Baustellen, die wieder verschwinden. Die meisten Brücken gibt es in Mitte (123), gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (122).
Mehr Straßen: Das Straßennetz wurde größer. Die Zahl der Autobahnkilometer stieg wegen des neuen Stücks am Teltowkanal, auch gibt es mehr S-Bahnstreckenkilometer (der neue Abschnitt nach Teltow wurde eröffnet) und auch mehr Straßenbahnkilometer. PS: Die BVG hatte zum 31. Dezember 2006 eine Buslinienlänge von 1656 Kilometern – das entspricht einer Strecke, die bis 300 Kilometer hinter Kiew reicht. Vier Jahre zuvor waren es übrigens noch 1264 Kilometer BVG-Bus-Kilometer in Berlin.
Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling (Bündnis 90/Die Grünen) vom 30. Juli 2007 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 31. Juli 2007) und Antwort
Wann sind die Berliner U- und S-Bahnhöfe barrierefrei? Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt: Die Kleine Anfrage betrifft zum Teil Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er hat daher die BVG, die S-Bahn Berlin GmbH und die DB AG jeweils um Stellungnahme gebeten, die jeweils dort in eigener Verantwortung erstellt und dem Senat übermittelt wurde. Die Texte sind nachfolgend in den einzelnen Antworten wiedergegeben. Frage 1: Wie viele Berliner S-Bahnhöfe, und wie viele U-Bahnhöfe, verfügen über Aufzüge? Antwort zu 1.: Die BVG teilt hierzu mit: ,,Insgesamt sind 40 % der Berliner U-Bahnhöfe barrierefrei erreichbar. Davon sind 35,3 % (60 U-Bahnhöfe) mit Aufzügen und 5 % (9 U-Bahnhöfe) mit Rampen ausgestattet.“ Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Im Land Berlin gibt es insgesamt 111 S-Bahnhöfe. Der S-/U-Bahnhof Wuhletal ist hier nicht mitgezählt, weil er im Eigentum der BVG steht. Von den 111 sogenannten reinen S-Bahnhöfen (Bahnhöfe ohne Fernverkehr) sind 74 Bahnhöfe mit Aufzügen ausgestattet. 12 Bahnhöfe sind mit Rampen barrierefrei erschlossen, sodass damit insgesamt 86 S-Bahnhöfe in Berlin barrierefrei erreichbar sind, was einem Prozentsatz von 77 % entspricht. Rechnet man die sogenannten Mischbahnhöfe (Bahnhöfe mit Fernverkehr) im Land Berlin hinzu, so ergibt dies eine Gesamtzahl von 131 S-Bahnhöfen im Land Berlin(ausschließlich Wuhletal). Die Barrierefreiheit aller S-Bahnhöfe in Berlin liegt bei insgesamt 81 %.“ Frage 2: Wie viele Berliner S-Bahnhöfe und wie viele U-Bahnhöfe verfügen nicht über einen Aufzug? Antwort zu 2.: Die BVG teilt hierzu mit: ,,Bei insgesamt 170 Berliner U-Bahnhöfen sind 110 nicht mit einem Aufzug ausgestattet.“ Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Von den 111 ,,reinen“ S-Bahnhöfen in Berlin verfügen derzeit noch 25 Stationen weder über Aufzüge oder Rampen.“ Frage 3: Welche Planungen gibt es für den Einbau weiterer Aufzüge bei der S-Bahn und der U-Bahn? Antwort zu 3.: Die weitere Planung für die Ausstattung von U-Bahnhöfen mit Aufzügen sind in einer mit dem Senat abgestimmten Prioritätenliste erfasst. Darin ist geplant, bis 2010/11 bis zu 20 weitere Aufzüge einzubauen. Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Weitere Planungen für die barrierefreie Erschließung von S-Bahnstationen im Land Berlin gibt es konkret für die Stationen Adlershof, Baumschulenweg sowie Altglienicke. Es ist vorgesehen, im Jahr 2009 in diesen Stationen Aufzüge einzubauen.“ Mit Inbetriebnahme des U-Bahnhofes Brandenburger Tor im ersten Quartal 2009 wird auch der heutige SBahnhof Unter der Linden über die Verbindungspassage auf der -1 Ebene komplett behindertengerecht erschlossen sein. Frage 4: Wann werden die Bahnhöfe mit wichtigen Umsteigefunktionen, wie z.B. U-Bahnhof Potsdamer Platz, U-Bahnhof Adenauer Platz, U-Bahnhof Eberswalder Straße und S-Bahnhof Frankfurter Allee mit Aufzügen ausgestattet, und weshalb wurde hier bisher noch kein barrierefreier Zugang ermöglicht? Antwort zu 4.: Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: ,,Der Aufzug Potsdamer Platz ist bereits in der Planung und wird voraussichtlich 2008/09 fertig gestellt. Der Aufzug Eberswalder Straße wird im Rahmen der Viaduktsanierung der U-Bahnlinie 2 ab 2009 realisiert.“
Darüber hinaus plant die BVG nach derzeitigem Stand für 2010/11 den Bau eines Aufzuges im U-Bahnhof Adenauerplatz. Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Es ist vorgesehen, bis Mitte 2009 in den S-Bahnhaltepunkten Frankfurter Allee und Lichtenberg jeweils einen Aufzug einzubauen, der im Bahnhof Frankfurter Allee die Bahnsteigebene mit der Straßenebene und im Bahnhof Lichtenberg die Bahnsteigebene mit der -1 Verteilebene der U-Bahn verbindet.“ Frage 5: Welche Prioritäten gibt es hinsichtlich der weiteren Ausstattung von S- und U-Bahnstationen mit Aufzügen? Antwort zu 5.: Wie in der Antwort auf die Kleine Anfrage 16/10987 dargestellt, existiert eine Prioritätenliste zur weiteren Ausrüstung des U-Bahnnetzes mit Aufzügen. Diese Reihung wird gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, den Vertretern der Behindertenverbände im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „Bauen und Verkehr – barrierefrei“ und der BVG erarbeitet, diskutiert und verabschiedet. Die Grundlagen der Auswahl von U-Bahnhöfen, die mit Aufzügen ausgerüstet werden, bilden Aufkommensschwerpunkte insbesondere von Rollstuhlfahrern, die Möglichkeiten andere Verkehrsmittel zu nutzen und hinsichtlich der Anzahl die finanziellen Aspekte, in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. Die Prioritätenliste ist die Zusammenstellung aller derjenigen U-Bahnhöfe, die im festgelegten Zeitraum bis 2010 mit Aufzügen ausgestattet werden sollen. Eine innere Reihung existiert nicht, sondern die bauliche Umsetzung richtet sich u.a. nach dem Umfang der Planungsarbeiten, den baulichen Abhängigkeiten zu anderen Vorhaben und dem zu erlangenden Baurecht. Die aktuelle Prioritätenliste gilt für den Zeitraum von 2006 bis 2010. Die baulichen und verkehrlichen Vorstellungen der BVG und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für den Folgezeitraum bis 2015 werden im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft ,,Bauen und Verkehr barrierefrei“ ab 2008 diskutiert und abgestimmt. Die Prioritätensetzung für die Ausstattung weiterer SBahnstationen mit Aufzügen erfolgt in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und in dem AG ,,Bauen und Verkehr – barrierefrei“. Frage 6: Wann werden die S- und U-Bahnhöfe in Berlin weitgehend barrierefrei sein? Antwort zu 6.: Die Zuständigkeit für den Bau und die Finanzierung einer barrierenfreien Infrastruktur in SBahnhöfen liegt bei der DB AG. Nach Auskunft von DB Station&Service AG werden Aufzüge im S-Bahnnetz in Abhängigkeit vom jeweils zur Verfügung stehenden Finanzvolumen kontinuierlich in Abstimmung mit den Verbänden hergestellt. Die Kosten für den barrierefreien Ausbau eines UBahnhofes mit einem Aufzug, Blindenleitstreifen und ggf. Bahnsteiganpassungen betragen in Abhängigkeit von der Lage des Bahnhofs durchschnittlich 1 – 1,5 Mio. . Bis 2010 ist somit mit Kosten von ca. 30 Mio. zu rechnen. Der behindertengerechte Ausbau der U-Bahnhöfe wird im Rahmen der Grunderneuerung bzw. als Neubau an wichtigen, System vernetzenden Umsteigebahnhöfen durchgeführt. Aufgrund des erheblichen Finanzvolumens und des Planungsvorlaufs, der notwendig ist, um alle Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten, ist nur eine schrittweise Herstellung möglich. Frage 7: Wie bewertet der Senat den Vorschlag, auf den geplanten Weiterbau der Autobahn A100 um 3 km zu verzichten, und die so eingesparten Landesmittel für Planung und Umbau der Stadtstraßen in Treptow in Höhe von 30 – 50 Mio. Euro für den Neubau von Aufzügen bereitzustellen? Antwort zu 7.: Wie bereits in der Stellungnahme zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen über Verlängerung der Stadtautobahn A 100 – Ausbau der Infrastruktur für den Umweltverbund (Drucksache Nr. 16/0699) dargelegt, verzichtet der Senat aus guten Gründen nicht auf den Weiterbau der A 100. Die in der Frage genannten Summen für Planung und Umbau der Stadtstraßen in Treptow sind im Übrigen nicht annähernd nachvollziehbar. Das Land Berlin geht von derzeit rund 6 Mio. Kosten (Planungskosten und Straßenbau) im Zusammenhang mit der Weiterführung der A 100 bis zur Anschlussstelle Am Treptower Park aus. Diese vom Bund nicht übernommen Folgekosten für die Berliner Stadtstraßen werden nur im Zusammenhang mit der konkreten Neubaumaßnahme entstehen und in die Investitionsplanung des Landes eingeordnet werden. Sie stehen damit nicht für andere Maßnahmen zur Verfügung. Berlin, den 20. August 2007 In Vertretung Krautzberger
Der Personenverkehr in Berlin wird bis zum Jahr 2050 nur wenig zunehmen. Die Zahl der Wege wird gegenüber 2005 nur um zwei Prozent steigen, die der zurückgelegten Personenkilometer um sechs Prozent. Auch wenn die Zahl der älteren Rentner erheblich steigt, bleiben die Berufstätigen die wichtigste Kundengruppe des ÖPNV. Erwerbstätige werden mit 43 Prozent auch im Jahr 2050 den höchsten Anteil an Fahrten mit dem ÖPNV haben. Zu diesen Ergebnissen kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht Nr. 32/2007, der die Konsequenzen der demografischen Entwicklung in Berlin-Brandenburg für die Nachfrage nach Leistungen der BVG bis 2050 abschätzt. Details Busse und Bahnen werden in Berlin häufiger genutzt als in anderen Städten: Die Berliner legten 2002 mit 250 Fahrten mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück als beispielsweise die Hamburger mit nur 210. Dies liegt zum Teil am geringeren Durchschnittseinkommen in Berlin. So verfügen 62 Prozent der Hamburger jederzeit über einen PKW, aber nur 54 Prozent der Berliner. Aber auch die Attraktivität des ÖPNV ist in Berlin höher: 51 Prozent der Berliner sind zufrieden mit der Erreichbarkeit der üblichen Ziele, aber nur 44 Prozent der Hamburger. Bis 2020 wird sich nach Einschätzung des DIW Berlin das gesamte Verkehrsaufkommen nur geringfügig verändern. Während der motorisierte Individualverkehr jedoch zunimmt, verliert der öffentliche Nahverkehr acht Prozent seiner Fahrgäste. Mit noch rund 1 Mrd. Fahrgästen beträgt der Anteil des ÖPNV an allen Wegen dann 24 Prozent. Die Pkw-Fahrleistung steigt um 9 Prozent. Nach 2020 bleibt der ÖPNV auf diesem Niveau. Einfluss auf die Mobilität allgemein haben die Haushaltsgröße, das verfügbare Haushaltseinkommen sowie Motorisierung und Führerscheinbesitz. Die Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr Berlins wird sich langfristig verringern, wenn es keine über die vorgesehenen Investitionen, wie die U5 und die S21, hinausgehenden Maßnahmen gibt. Die Notwendigkeit eines generellen weiteren ÖPNV-Ausbaus auf der Schiene ergibt sich aus der soziodemografischen Entwicklung nicht. Da die Berufstätigen die wichtigste Kundengruppe des ÖPNV bleiben werden, betont das DIW Berlin weiterhin die Bedeutung von schnellen und zuverlässigen Verbindungen. Eine zu starke Konzentration auf eine seniorengerechte Gestaltung des Angebots ist nicht hilfreich (Pressemeldung DIW, 13.08.07).