22.01.2026
Vorbemerkung der Abgeordneten:
Zwischen den S-Bahnhöfen #Hoppegarten und #Friedrichshagen existiert derzeit keine direkte #Verbindung mit öffentlichen #Verkehrsmitteln. Während die 8,5 km lange Strecke in 11 Minuten direkt mit dem Auto zurückgelegt werden kann, brauchen Fahrgäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln rund eine Stunde mit langen Umwegen und Umstiegen. Diese extreme Differenz in der Fahrzeit zwischen öffentlichem und privaten Verkehr verdeutlicht den Bedarf für eine attraktive Direktverbindung mit dem Bus zwischen den beiden Orten.
Frage 1:
Welche Überlegungen, Planungen und Abstimmungen gab und gibt es mit dem Ziel eine #direkte #Busverbindung zwischen Hoppegarten und Friedrichshagen einzurichten?
Antwort zu 1:
Die Gemeinden Hoppegarten, Neuenhagen und der Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin haben die Bewertung einer direkten ÖPNV Verbindung zwischen Hoppegarten / Neuenhagen und Friedrichshagen angeregt. Der VBB hat daraufhin eine erste Bewertung möglicher Potentiale durchgeführt.
Frage 2:
Welche Akteure und Institutionen sind bzw. waren an den Abstimmungen gemäß Frage 1 beteiligt (z.B. Bezirksamt Treptow-Köpenick, BVG, VBB, SenMVKU, Gemeinde Hoppegarten, Landkreis Märkisch Oderland)?
Antwort zu 2:
Es gab zwei vom VBB organisierte Abstimmungsrunden. Teilnehmende waren Vertreter der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, des Landkreises Märkisch- Oderland, des Bezirks Treptow-Köpenick von Berlin, der Gemeinden Hoppegarten und Neuenhagen, der BVG, der mobus Märkisch-Oderland Bus GmbH und des VBB. Darüber hinaus gab es bilaterale Fachabstimmungen einzelner Akteure.
Frage 3:
Wie ist nach aktuellem Stand der Finanzierungs- und Bestellungsbedarf für diese Verbindung zwischen Berlin und Landkreis und/ oder weiteren Aufgabenträgern? Welche Möglichkeiten bietet hier § 10 Abs. 10 des BVG- Verkehrsvertrag, wonach sich die Länder Berlin und Brandenburg mit dem Ziel einer Verbesserung des Stadt- Umland-Verkehrs darauf verständigen können, über das zum Vertragsbeginn vereinbarte Angebot hinausgehende Leistungen im straßengebundenen ÖPNV anteilig gemeinsam zu finanzieren und hierzu eine entsprechende Regelung zur vertragskonformen Bestellung und Finanzierung zu treffen?
Frage 5:
Wie schätzt der VBB bzw. der Bezirk und/ oder die SenMVKU die Fahrgastnachfrage auf dieser Verbindung ein? Frage 6:
Welches Betriebskonzept wird für diese Busverbindung untersucht bzw. geplant?
Antwort zu 3, 5 und 6:
Die Fragen 3, 5 und 6 werden wegen des Sachzusammenhanges gemeinsam beantwortet. Ein vollständiges Betriebskonzept liegt nicht vor und war auch nicht Gegenstand des Untersuchungsauftrags. Vielmehr wurden für die Potentialbewertung einige Grundannahmen festgelegt. Diese sieht eine Verbindung mindestens vom S-Bahnhof Friedrichshagen über die Dahlwitzer Landstraße, weiter über das Gewerbegebiete Hoppegarten zum S-Bahnhof
Hoppegarten vor. Eine weitergehende Verbindung und ggf. Verknüpfung mit bestehenden Linien ist grundsätzlich möglich.
Für die vom VBB durchgeführte Potentialanalyse wurde vereinfacht ein Stundentakt angenommen, welcher in der erweiterten Hauptverkehrszeit auf einen Halbstundentakt verdichtet wird. Eine erste grobe Kalkulation geht von jährlich ca. 150.000 Nutzwagenkilometern für eine solche Verbindung aus. Dafür wurde eine Nachfrage von 600 bis 700 Fahrgästen pro Tag abgeschätzt. Bei einem unterstellten Stundentakt wurde eine
reduzierte Nachfrage von 300 bis 400 Fahrgästen pro Tag ermittelt. Der Finanzierungsbedarf kann erst nach einer weiteren Konkretisierung des Bedienungskonzeptes benannt werden.
Grundsätzlich wäre bei einer Einigkeit der Vertragspartner (Land Berlin, BVG) die Beauftragung von Verkehrsleistung zusätzlich zum Verkehrsvertragsvolumen durch das Land Berlin gemäß § 10 Abs. 10 des BVG-Verkehrsvertrages möglich. Zwischen den Hausleitungen von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und BVG wurde jedoch die Strategie „ Stabilität vor Wachstum“ vereinbart, weshalb der Verkehrsvertrag mit der BVG eine verbindliche Mehrleistung erst ab 2030 vorsieht. Neubestellungen wären derzeit nur durch Kürzung der vorhandener Angebotsmenge an anderer Stelle möglich. Aus Sicht der BVG wären die so begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen für eine zusätzliche Buslinie zwischen Friedrichshagen und Hoppegarten nicht effizient eingesetzt. Die Sicherstellung des bestellten Verkehrs hat derzeit Priorität gegenüber der Einführung neuer Angebote. Diese Einschätzung teilt der Senat.
Der Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin teilt hierzu mit:
„ Dem Bezirksamt Treptow-Köpenick liegen derzeit keine eigenen Prognosen zur Fahrgastnachfrage vor. Die Einschätzung erfolgt auf Grundlage einer vom Verkehrsverbund
Berlin-Brandenburg (VBB) erstellten vereinfachten Potenzialanalyse. Aus Sicht des Bezirksamts spricht vieles für eine hohe Nachfrage, da die heutige ÖPNV-Verbindung mit großen Umwegen und Umstiegen verbunden ist. Eine direkte tangentiale Busverbindung kann insbesondere
Pendlerinnen- und Pendlerfahrten sowie Fahrten zu wichtigen Zielen in Hoppegarten, darunter die MEDIAN Klinik sowie Freizeit- und Ausflugsziele, deutlich erleichtern und zusätzliche Fahrgäste für den ÖPNV gewinnen.“
Frage 4:
Wie viele Menschen wohnen und arbeiten in dem Gebiet Hoppegarten – Friedrichshagen?
Antwort zu 4:
In den Ländern Berlin und Brandenburg werden unterschiedlichen Quellen mit unterschiedlichen Erhebungsstichtagen genutzt. Die Einwohnerdaten für Berlin stammen aus dem Melderegister, in Brandenburg aus der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022. Somit ist für die Einwohnerdaten keine absolute Vergleichbarkeit zwischen Friedrichshagen und Hoppegarten gegeben.
Die Daten zu abhängig Beschäftigten basieren auf dem statistischen Unternehmensregister und umfassen die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie die ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten. Kurzfristig Beschäftigte werden nicht nachgewiesen. Es handelt es sich um die Anzahl im Jahresdurchschnitt.
| RAUM ID Name Abhängig Beschäftigte 2023 Einwohner 2023 Einwohner 2025 09501700 Bezirksregion – Friedrichshagen 3263 19017 18939 09501736 Planungsraum – Hirschgarten 530 4635 4638 09501737 Planungsraum – Bölschestraße 2733 14382 14301 |
Für den Bereich Friedrichshagen teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg die nachfolgenden Werte mit. Einwohner sind melderechtlich registrierte Einwohnerinnen und Einwohner am Ort der Hauptwohnung in Berlin zum Stichtag 30.06. zum jeweils in der folgenden Tabelle stehendem Jahr.
| Bevölkerung in der Gemeinde Hoppegarten 2022 bis 2024 2022 2023 2024 Hoppegarten 18.202 18.300 18.218 |
Für den Bereich Hoppegarten teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg die nachfolgende Werte mit:
| Berichtsjahr Abhängig Beschäftigte Davon Sozialversicherungs- pflichtig Geringfügig entlohnt Beschäftigte Beschäftigte 2022 9.704 8.975 729 2023 10.101 9.385 716 |
Die Abhängig Beschäftigten der Brandenburger Gemeinde Hoppegarten für die Berichtsjahre 2022 und 2023 sind der nachfolgenden Tabelle aus dem statistischen Unternehmensregister zu entnehmen.
Frage 7:
Welche weiteren Planungen und Abstimmungen zur Einrichtung von Buslinien zwischen welchen bislang nicht direkt verbundenen Ortsteilen Berlins und/ oder Gemeinden in Brandenburg laufen derzeit (z.B. zwischen S Frohnau und S Heiligensee)?
Antwort zu 7:
Vor dem Hintergrund der Strategie „ Stabilität vor Wachstum“ ist ein Angebotsausbau erst in den 2030er Jahren realistisch. Vorabgestimmte Maßnahmen (Verbindung Krampnitz-Spandau) werden jedoch im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten der BVG umgesetzt. Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Stadtquartieren und Baugebieten wird darüber hinaus die Einrichtung neuer Direktverbindungen im Rahmen von Umschichtungen des Bestellvolumens geprüft (z. B. Elisabethaue – Französisch Buchholz – Alte Schäferei – Karow).
Berlin, den 21.01.2026 In Vertretung
Arne Herz Senatsverwaltung für
Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
www.berlin.de