Sparen beim Gasgeben
Ereignis
Der Abgeordnete Michael Cramer hinterfragte die Antriebsstrategie der BVG und plädierte für den Einsatz von Erdgasbussen. Der Senat verwies auf laufende Prüfungen der BVG, den Modellversuch mit Wasserstoff-Brennstoffzellenbussen und die geplante Einführung strenger Umweltstandards für neue Omnibusse. Moderne Erdgas- und Dieselbusse wurden hinsichtlich Lärmemissionen als gleichwertig bewertet.
Details
Quelle: Drucksache 15/10278, Kleine Anfrage des Abgeordneten Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen). 【1-7fc319】
Sparen beim Gasgeben 【1-7fc319】
Ich frage den Senat:
- Beabsichtigt der Senat, die mit dem Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform bis zum 31.12.2020 fortgeschriebene Mineralölsteuer-Begünstigung für Erdgas als Kraftstoff, die Fahrzeugnutzern – insbesondere im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs – längerfristige Investitionssicherheit gewähren soll, im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zu nutzen? Wenn ja, sind Verhandlungen zur Vereinbarung kalkulationssicherer Kraftstofflieferungen mit der Gaswirtschaft vorgesehen? Wenn nein, warum nicht?
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Ist der Senat über die Planung der BVG unterrichtet, nach der die Nachfolgegeneration der Doppeldeckerbusse in einer Größenordnung von 400 Bussen mit Wasserstoffantrieb beschafft werden soll?
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Sind dem Senat die damit verbundenen Investitions- und Betriebskosten bekannt?
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Hält der Senat den Einsatz nicht regenerativ erzeugten Wasserstoffs für den Busantrieb ökologisch für sinnvoll?
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Hält es der Senat angesichts der ab dem 01.01.2005 in Berlin einzuhaltenden Luftqualitätsgrenzwerte für sachgerecht, die BVG anzuhalten, den sogenannten EEV-Standard bei Busbeschaffungen zum Maßstab zu machen?
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Ist dem Senat bekannt, dass Erdgas-Busse bei der BVG zu einer erheblichen Reduzierung der Betriebskosten gegenüber Dieselbussen führen würden?
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Ist dem Senat bekannt, dass Erdgas-Busse nicht nur kostengünstiger sondern auch lärmarmer als die Dieselbusse sind?
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Ist dem Senat bekannt, dass der ADAC seinen Mitgliedern empfiehlt, bei Neufahrzeugen auf Erdgas-Antrieb zu setzen?
Antwort
Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt: 【1-7fc319】
Zu 1.:
Der Vorstand der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) steht in Kontakt mit der GASAG, um die Einsatzmöglichkeiten von Eindeck-Omnibussen mit Erdgas-Antrieb zu prüfen. Mit einem betriebswirtschaftlichen Gutachten will die BVG ermitteln, ob die Umstellung der kompletten Eindecker-Fahrzeugflotte eines Betriebshofes wirtschaftlicher ist als der weitere Einsatz von Eindeck-Omnibussen mit Diesel-Motoren. Doppeldecker-Omnibusse kommen wegen ihrer konstruktiven Auslegung für Erdgas-Antrieb nicht in Frage.
Zu 2.:
Der Senat und die Berliner Verkehrsbetriebe sehen in der regenerativen Wasserstofftechnologie in Verbindung mit der Brennstoffzelle eine zukünftige Antriebstechnologie für Stadtlinienomnibusse.
Deshalb beteiligt sich die BVG an einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten Projekt mit zwei Doppeldeckeromnibussen, welche mit den Vorteilen der Abgasnullemission und des leisen Elektroantriebes ab 2004 im innerstädtischen Bereich Berlins erprobt werden.
Zu 3.:
Für die BVG ist der Betrieb der Omnibusprototypen mit Wasserstofftechnik wirtschaftlich, da die Mehrkosten für den Wasserstoffbus-Betrieb und die erforderliche Infrastruktur durch Förderprogramme ausgeglichen werden.
Zu 4.:
Die Erzeugung des Wasserstoffs aus Energieträgern wie Erdgas bietet nach Auffassung des Senats eine wirtschaftliche Einstiegsmöglichkeit. Das Ziel des Überganges auf eine zukünftige regenerative Wasserstofftechnologie zur CO₂-Reduzierung sei unstrittig und notwendig.
Zu 5., 6. und 7.:
Angesichts der Überschreitungen der Tagesmittelwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid hält es der Senat für angebracht, den sogenannten EEV-Standard bei Busbeschaffungen für den ÖPNV verbindlich vorzugeben.
Bei der Beschaffung neuer Busse sollen die EEV-Abgaswerte sowie ein maximales Fahrgeräusch von 77 dB(A) eingehalten werden.
Moderne Diesel- und Erdgasomnibusse erreichen nach Angaben des Senats die gleichen Geräuschemissionen.
Zu 8.:
Eine Rücksprache mit der ADAC-Führung in München habe ergeben, dass eine solche Empfehlung nicht existiere. Der ADAC stehe der Erdgastechnologie jedoch aufgeschlossen gegenüber und betreibe bereits Erdgasfahrzeuge.
Berlin, den 21.02.2003
In Vertretung
Volkmar Strauch
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
Hinweis
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.