Eisenbahnverbindung Ludwigsfelde-Teltow-Lichterfelde Sued
Ereignis
Die Kleine Anfrage des Abgeordneten Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen) befasst sich mit der Länge der Schienenstrecke Ludwigsfelde–Teltow–Lichterfelde Süd, dem derzeitigen Takt und der Reisezeit, der Frage, ob mit Wiedereröffnung des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd geplant war, gleichzeitig auch den Regionalverkehr Ludwigsfelde–Teltow–Lichterfelde Süd aufzunehmen, und warum diese Maßnahme unterblieb, den inzwischen fertiggestellten Maßnahmen (zweigleisige Schienenverbindung zwischen Bahnhof Teltow und Landesgrenze, behindertengerechte Seitenbahnsteige des Bahnhofs Teltow inklusive der beiden Ausweichgleise für den Regionalverkehr, Seitenbahnsteige des Bahnhofs Ludwigsfelde, Güterverteilzentrum Großbeeren, eingleisige Verbindungskurve zwischen dem fertiggestellten zweigleisigen Streckenabschnitt und der alten Strecke) und den dafür aufgewendeten Finanzvolumen, den seit der Fertigstellung wenig oder gar nicht benutzten Maßnahmen und der Verzinsung des eingesetzten Kapitals, der Dauer bis zum Planfeststellungsbeschluss für die Anhalter Bahn, dem voraussichtlichen Baubeginn und der Fertigstellung der Regionalbahnverbindung zwischen Teltow und Lichterfelde Süd, der Frage, ob dem Senat bekannt ist, dass das Abgeordnetenhaus einstimmig beschlossen hat, nach dem das fertiggestellte Regionalbahngleis die knapp 100 Meter bis zum S-Bahnhof Lichterfelde Süd verlängert werden soll, und was der Senat seitdem mit welchen Maßnahmen unternommen habe und ob er diesen Verkehr bei DB Regio bestellt habe, und der Frage, ob der Senat es für sinnvoll hält, die knapp 100 Meter Gleis zwischen der Landesgrenze und dem S-Bahnhof Lichterfelde Süd zu verlegen und statt des Schienenersatzverkehrs der RB 32 zu verlängern. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, vertreten durch Krautzberger, zitiert in ihrer Antwort die Stellungnahme der DB AG, wonach die Länge der Strecke zwischen Ludwigsfelde–Teltow–Lichterfelde Süd beträgt 10 Kilometer betrage, derzeit verkehre zwischen Ludwigsfelde–Teltow–Lichterfelde Ost Busse als Schienenersatzverkehr im Stundentakt, die Fahrzeit betrage zwischen S-Bahnhof Lichterfelde Süd und Bahnhof Ludwigsfelde 62 bis 74 Minuten mit ein bis zwei Umsteigevorgängen, die Fahrzeit zwischen S-Bahnhof Lichterfelde Ost und Ludwigsfelde hingegen nur 44 bis 66 Minuten mit keinem oder einem Umsteigevorgang, es treffe zu, dass eine zwischenzeitliche Inbetriebnahme des Regionalverkehrs (mit Dieseltraktion) zwischen Teltow und Lichterfelde Süd geplant war, die Pläne hätten vor, den S-Bahnsteig Lichterfelde Süd vorübergehend, bis zur Fertigstellung des Haltepunkts Lichterfelde Ost, mit einem Gleis zu nutzen, die Inbetriebnahme nach Lichterfelde Süd war als Kompromisslösung zur ursprünglich geplanten Zwischeninbetriebnahme bis Lichterfelde Ost vorgesehen, die provisorische Inbetriebnahme kam auf Grund von planrechtlichen Problemen und der ungeklärten Eigentumssituation eines Grundstücks nicht zu Stande, die Gleise am Bahnsteig Lichterfelde Süd seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Gleichstrom elektrifiziert und an das S-Bahnstellwerk angeschlossen, daher scheide die Nutzung für die Fernbahn aus, die Aussagen zu 3 a) bis 3 d) träfen zu, die bereits gebauten Anlagen im Planfeststellungsabschnitt 3 der Anhalter Bahn seien noch nicht fertiggestellt, sie seien nicht elektrifiziert und nicht signaltechnisch ausgerüstet, die unter 3 e) genannte Verbindungskurve zwischen dem fertiggestellten zweigleisigen neuen Anlagen an das alte Streckengleis Teltow – Großbeeren existiere nicht, das Finanzvolumen der unter 3 a) bis 3 c) genannten Maßnahmen umfasse eine Investition von 32,2 Millionen DM, die Europäische Union, der Bund und die Deutsche Bahn AG investierten für den Umschlagbahnhof in Großbeeren rund 39 Millionen DM, die unter 3 a) bis 3 d) genannten Punkte wurden in der Zeit von 1997 bis 1999 gebaut, es bestehe allerdings eine provisorische Verbindung zwischen dem vorhandenen Streckengleis und der neuen Anlage, die von Bauzügen genutzt worden sei, die unter 3 genannten Anlagen würden nicht genutzt, eine nördliche Verlängerung der Anhalter Bahn für den Umschlagbahnhof Großbeeren sei nicht relevant, da der Umschlagbahnhof Großbeeren keine nördliche Ausfahrt besitze, eine Verzinsung für die Anlagen der Anhalter Bahn erfolgte nach unserer Kenntnis nicht, der Planfeststellungsbeschluss für die Anhalter Bahn im Planfeststellungsabschnitt 4 liege nicht vor, nach Beschlussfassung durch das Eisenbahnbundesamt und damit (nach) der Erteilung des Baurechts sei eine Inbetriebnahme bis Lichterfelde Ost frühestens nach zwei Jahren zu erwarten, der Senat weise darauf hin, dass einerseits zwischen Ludwigsfelde und der Innenstadt Berlins bereits seit Jahren eine attraktive Regionalverkehrsverbindung bestehe (Fahrzeit zwischen 39 bis 71 Minuten), andererseits durch den Schienenersatzverkehr im unmittelbaren Verkehr zwischen dem Bezirk Steglitz und dem Umland ebenfalls attraktive Verbindungen hergestellt worden seien, ungeachtet dessen habe der Senat kontinuierlich auf Realisierung der Lückenschlussmaßnahme Anhalter Bahn gedrängt, seitens der DB AG wurde deshalb die Inbetriebnahme der Anhalter Bahn zeitnah mit der Inbetriebnahme der S-Bahn nach Lichterfelde Süd vorgesehen, mit einer provisorischen Streckenführung seien zusätzlich zu dem Gleisschluss, der länger als die genannten 100 m sei, Eingriffe in den Betriebsablauf der S-Bahn wegen einschneidender Veränderungen der Signal- und Sicherungstechnik verbunden, für eine seitens der Bahn AG genannte, ursprünglich nicht länger als etwa ein Jahr angenommene Übergangszeit wäre dies finanziell nicht zu rechtfertigen gewesen, in Hinblick auf die nunmehr angekündigte Fertigstellung des zweigleisigen elektrifizierten Endzustandes bis Lichterfelde Ost im Jahr 2002 und auf Grund der bestehenden Verbindung im Regionalverkehr sehe der Senat keinen gesonderten Handlungsbedarf und ist daher nicht bereit, aus dem Berliner Haushalt für die DB AG ein provisorisches Gleis zu finanzieren, im übrigen habe sich die DB AG bisher geweigert, Betrieb auf provisorischen Strecken, insbesondere ohne Elektrifizierung, aufzunehmen, Kosten zur Gleisverlegung und der zugehörigen Anpassungsarbeiten wurden seitens der DB AG nicht genannt, die jährlichen Kosten dieser größtenteils auf Brandenburger Gebiet verlaufenden Relation würden vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mit ca. 52 000 DM für den Schienenersatzverkehr (Bus) und ca. 260 000 DM für den Regionalverkehr (SPNV) beziffert, sie würden anteilig jeweils vom betreffenden Bundesland gezahlt.
Details
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 14. Wahlperiode, Drucksache 14/314 (Kleine Anfrage Nr. 314)
Kleine Anfrage Nr. 14/314 des Abgeordneten Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen) über: Eisenbahnverbindung Ludwigsfelde-Teltow-Lichterfelde Süd
Ich frage den Senat:
- Wie lang ist die Schienenstrecke Ludwigsfelde-Teltow-Lichterfelde Süd, in welchem Takt wird sie derzeit mit welchem Verkehrsmittel in welcher Reisezeit zurückgelegt?
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Trifft es zu, dass mit Wiedereröffnung des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd geplant war, gleichzeitig auch den Regionalverkehr Ludwigsfelde-Teltow-Lichterfelde Süd aufzunehmen? Wenn ja, welche Pläne gab es dafür, und warum ist diese Maßnahme unterblieben?
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Trifft es zu, dass folgende Maßnahmen mittlerweile baulich fertiggestellt wurden: a) die zweigleisige Schienenverbindung zwischen dem Bahnhof Teltow und der Landesgrenze, b) die behindertengerechten Seitenbahnsteige des Bahnhofs Teltow inklusive der beiden Ausweichgleise für den Regionalverkehr, c) die Seitenbahnsteige des Bahnhofs Ludwigsfelde, d) das Güterverteilzentrum Großbeeren, e) die eingleisige Verbindungskurve zwischen dem fertiggestellten zweigleisigen Streckenabschnitt und der alten Strecke? Wenn ja, mit welchem Finanzvolumen wurden diese Maßnahmen gebaut, wann war jeweils Baubeginn und wann waren die Maßnahmen fertiggestellt?
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Welche Maßnahmen wurden seit der Fertigstellung wenig oder gar nicht benutzt, und mit welchen Finanzmitteln muss das eingesetzte Kapital verzinst werden? Wer ist für die Zinszahlung verantwortlich?
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Wie lange wird es noch dauern, bis der Planfeststellungsbeschluss für die Anhalter Bahn vorliegt, wann ist der voraussichtliche Baubeginn und wann ist mit der Fertigstellung der Regionalbahnverbindung zwischen Teltow und Lichterfelde Süd frühestens und wann spätestens zu rechnen?
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Ist dem Senat bekannt, dass das Abgeordnetenhaus einen einstimmigen Beschluss gefasst hat, nach dem das fertiggestellte Regionalbahngleis die knapp 100 Meter bis zum S-Bahnhof Lichterfelde Süd verlängert werden soll? Wenn ja, was hat der Senat seitdem mit welchen Maßnahmen unternommen und hat er diesen Verkehr bei DB Regio bestellt? Wenn nein, warum nicht?
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Hält es der Senat für sinnvoll, die knapp 100 Meter Gleis zwischen der Landesgrenze und dem S-Bahnhof Lichterfelde Süd zu verlegen und statt des Schienenersatzverkehrs der RB 32 zu verlängern? Wenn ja, wie lange würde die Regionalbahn für die Strecke zwischen den Bahnhöfen Ludwigsfelde und Lichterfelde Süd im Gegensatz zum Bus benötigen, und ist der Senat bereit, diesen Regionalverkehr zu bestellen? Wenn ja, wann wird er realisiert, wenn nein, warum nicht?
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Wie teuer ist der Schienenersatzverkehr für diese Strecke, wie hoch wären die Kosten für den Regionalverkehr und wer muss jeweils die Kosten tragen?
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Wie hoch sind die Kosten für das Verlegen des nichtelektrifizierten Regionalbahngleises und ist der Senat bereit, diese Summe aus den Regionalisierungsmitteln vorzuschießen oder zu finanzieren, um eine weitere Lücke zu schließen, die im 11. Jahr nach Fall der Mauer eigentlich nicht mehr existieren dürfte? Wenn nein, warum nicht, wenn ja, wie will er das bis wann realisieren?
Berlin, den 5. März 2000
Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 314
Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Die DB AG hat uns zu den Fragen 1-5 Folgendes mitgeteilt:
Zu 1.:
„Die Länge der Strecke zwischen Ludwigsfelde-Teltow-Lichterfelde Süd beträgt 10 Kilometer. Derzeit verkehren zwischen Ludwigsfelde-Teltow-Lichterfelde Ost Busse als Schienenersatzverkehr im Stundentakt.“
Dazu wird Folgendes ergänzt: Die Fahrzeit beträgt zwischen S-Bf. Lichterfelde Süd und Bahnhof Ludwigsfelde 62 bis 74 Minuten mit ein bis zwei Umsteigevorgängen. Die Fahrzeit zwischen S-Bf. Lichterfelde Ost und Ludwigsfelde hingegen nur 44 bis 66 Minuten mit keinem oder einem Umsteigevorgang.
Zu 2.:
„Es trifft zu, dass eine zwischenzeitliche Inbetriebnahme des Regionalverkehrs (mit Dieseltraktion) zwischen Teltow und Lichterfelde Süd geplant war. Die Pläne sahen vor, den S-Bahnsteig Lichterfelde Süd vorübergehend, bis zur Fertigstellung des Haltepunkts Lichterfelde Ost, mit einem Gleis zu nutzen. Die Inbetriebnahme nach Lichterfelde Süd war als Kompromisslösung zur ursprünglich geplanten Zwischeninbetriebnahme bis Lichterfelde Ost vorgesehen. Die provisorische Inbetriebnahme kam auf Grund von planrechtlichen Problemen und der ungeklärten Eigentumssituation eines Grundstücks nicht zu Stande. Die Gleise am Bahnsteig Lichterfelde Süd sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Gleichstrom elektrifiziert und an das S-Bahnstellwerk angeschlossen. Daher scheidet die Nutzung für die Fernbahn aus.“
Zu 3.:
„Die Aussagen zu 3 a) bis 3 d) treffen zu. Die bereits gebauten Anlagen im Planfeststellungsabschnitt 3 der Anhalter Bahn sind noch nicht fertiggestellt. Sie sind nicht elektrifiziert und nicht signaltechnisch ausgerüstet. Die unter 3 e) genannte Verbindungskurve zwischen dem fertiggestellten zweigleisigen neuen Anlagen an das alte Streckengleis Teltow – Großbeeren existiert nicht. Das Finanzvolumen der unter 3 a) bis 3 c) genannten Maßnahmen umfasst eine Investition von 32,2 Millionen DM. Die Europäische Union, der Bund und die Deutsche Bahn AG investieren für den Umschlagbahnhof in Großbeeren rund 39 Millionen DM. Die unter 3 a) bis 3 d) genannten Punkte wurden in der Zeit von 1997 bis 1999 gebaut.“
Dazu wird Folgendes ergänzt: Es besteht allerdings eine provisorische Verbindung zwischen dem vorhandenen Streckengleis und der neuen Anlage, die von Bauzügen genutzt worden ist.
Zu 4.:
„Die unter 3 genannten Anlagen werden nicht genutzt. Eine nördliche Verlängerung der Anhalter Bahn für den Umschlagbahnhof Großbeeren ist nicht relevant, da der Umschlagbahnhof Großbeeren keine nördliche Ausfahrt besitzt. Eine Verzinsung für die Anlagen der Anhalter Bahn erfol