Verkehrssituation am Hackeschen Markt

Verkehrssituation am Hackeschen Markt

Ereignis

Die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Matuschek (PDS) befasst sich mit der Erreichbarkeit des Hackeschen Marktes mit öffentlichen Verkehrsmitteln, den Verkehrsverhältnissen und Gefährdungen für Fußgänger sowie Beeinträchtigungen des Straßenbahnverkehrs, den Verkehrsunfällen der letzten drei Jahre, den bisherigen Maßnahmen von Senat, Straßenverkehrsbehörde und Bezirksamt, den erwarteten Veränderungen nach Inbetriebnahme der Straßenbahnstrecke von der Mollstraße zum Hackeschen Markt sowie den Möglichkeiten zur Unterbindung des Durchgangs- und Schwerlastverkehrs und zur Organisation des Parkens und Haltens. Der Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr, Jürgen Klemann, erklärt, dass der Hackesche Markt optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sei, dass der Senat weder eine erhebliche Gefährdung der Fußgänger noch starke Beeinträchtigungen des Straßenbahnverkehrs erkennen könne, dass in der Zeit vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 1997 insgesamt 37 Verkehrsunfälle registriert worden seien, davon zwei mit Personenschaden (ein Toter, zwei Leichtverletzte) und 35 mit Sachschäden, dass zur Erhöhung der Verkehrssicherheit am 10. Juli 1992 eine Lichtzeichenanlage angeordnet und am 10. Februar 1994 zwei provisorische Fußgängerlichtzeichenanlagen in Betrieb genommen worden seien, dass mit Datum vom 12. August 1993 und 14. März 1994 absolute Haltverbote im Bereich der Straßenbahnhaltestelle und eine Sperrfläche zum Freihalten der Straßenbahngleise sowie in der Straße An der Spandauer Brücke ein Fußgängerschutzgitter angeordnet worden seien, dass im Zusammenhang mit dem Straßenbahnbau der Hackesche Markt komplett neu gestaltet werde, eine übersichtliche Einmündung entstehe, die Straße Neue Promenade nicht mehr in die Straße An der Spandauer Brücke einmünden werde, die Überquerungswege für Fußgänger kürzer würden, in der Rosenthaler Straße statt zwei kleiner Mittellinseln eine große Mittellinsel entstehe und die Straßenbahnhaltestelle durch eine Vorsignalisierung mit einer sogenannten Zeitinsel abgesichert werde, dass die Umsteigemöglichkeit zwischen Straßenbahn und S-Bahn wesentlich verbessert werde, da direkt westlich des S-Bahnhofs Hackescher Markt eine Straßenbahnhaltestelle vorgesehen sei, und dass der Senat den Durchgangs- und Schwerlastverkehr durch die Rosenthaler Straße und die Straße An der Spandauer Brücke für unverzichtbar halte, da keine Ausweichstrecken im näheren Umfeld bereitstünden.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/3275 (Kleine Anfrage Nr. 3275)

Kleine Anfrage Nr. 13/3275 der Abgeordneten Jutta Matuschek (PDS) über Verkehrssituation am Hackeschen Markt

Ich frage den Senat:

  1. Teilt der Senat meine Einschätzung, daß der Hackesche Markt optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist?

  2. Ist der Senat ebenfalls der Auffassung, daß die Verkehrsverhältnisse im Bereich des Hackeschen Marktes erhebliche Gefährdungen für Fußgänger(innen) sowie starke Beeinträchtigungen des Straßenbahnverkehrs mit sich bringen?

  3. Wie viele Verkehrsunfälle mit Personenschaden und mit Sachschaden haben sich am Hackeschen Markt in den letzten drei Jahren ereignet?

  4. Welche Maßnahmen sind bisher seitens des Senates, der Straßenverkehrsbehörde und des Bezirksamtes unternommen worden, um die Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer(innen) zu verbessern?

  5. Welche Veränderungen der Verkehrsverhältnisse im Bereich des Hackeschen Marktes erwartet der Senat nach der Inbetriebnahme der Straßenbahnstrecke von der Mollstraße zum Hackeschen Markt?

  6. Welche Möglichkeiten sieht der Senat, den Durchgangs- und Schwerlastverkehr im Bereich des Hackeschen Marktes zu unterbinden sowie das Parken und Halten so zu organisieren, daß Gefährdung von Fußgänger(inne)n und Beeinträchtigung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verringert werden?

Berlin, den 16. Januar 1998

Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 3275

Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1.

Ja.

Zu 2.

Nein, der Senat kann weder eine erhebliche Gefährdung der Fußgänger noch starke Beeinträchtigungen des Straßenbahnverkehrs erkennen. Im Rahmen der Umgestaltung der Verkehrswege um den Hackeschen Markt sind allerdings diverse Maßnahmen geplant, durch die die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer weiter erhöht wird.

Zu 3.

In der Zeit vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 1997 kam es insgesamt zu 37 Verkehrsunfällen, davon zwei Unfälle mit Personenschaden (ein Toter, zwei Leichtverletzte) und 35 Unfälle mit Sachschäden.

In der überwiegenden Zahl der Fälle waren es nur leichte Sachschäden.

Zu 4.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurde am 10. Juli 1992 eine Lichtzeichenanlage für den Hackeschen Markt angeordnet. Im Vorgriff auf die Vollsignalisierung der Einmündung wurden am 10. Februar 1994 zwei provisorische Fußgängerlichtzeichenanlagen (Fußgänger-LZA) in Betrieb genommen, eine über die Rosenthaler Straße und die zweite über die Straße An der Spandauer Brücke.

Mit Datum vom 12. August 1993 und 14. März 1994 wurden die für den Betrieb der Lichtzeichenanlage erforderlichen Maßnahmen angeordnet. Dazu gehören absolute Haltverbote im Bereich der Straßenbahnhaltestelle und eine Sperrfläche zum Freihalten der Straßenbahngleise. In der Straße An der Spandauer Brücke hat die Straßenverkehrsbehörde ein Fußgängerschutzgitter angeordnet, um die Fußgänger zu der weit abgesetzten Fußgänger-LZA zu führen.

Zu 5.

Im Zusammenhang mit dem Straßenbahnbau wird der Hackesche Markt komplett neu gestaltet. Es entsteht eine übersichtliche Einmündung. Die Straße Neue Promenade wird nicht mehr in die Straße An der Spandauer Brücke einmünden. Die Überquerungswege für die Fußgänger werden kürzer.

In der Rosenthaler Straße wird es statt der jetzt vorhandenen zwei kleinen Mittellinseln eine große Mittellinsel geben, so daß für die Fußgänger für das Überqueren der Rosenthaler Straße eine verkehrssichere Aufstellfläche entsteht. Die Straßenbahnhaltestelle in der Rosenthaler Straße wird durch eine Vorsignalisierung mit einer sogenannten Zeitinsel abgesichert.

Die Umsteigemöglichkeit zwischen der Straßenbahn und der S-Bahn wird wesentlich verbessert, da direkt westlich des S-Bahnhofs Hackescher Markt eine Straßenbahnhaltestelle vorgesehen ist. Die Fahrgäste müssen dann keine Straße mehr überqueren.

Generell verbessern sich somit die Verkehrsverhältnisse