Straßenbahn: Fahrbahngleiche Kombispurnutzung und lichtsignalgesteuerter Ausbau des Knotens Eberswalder Straße
Ereignis
Der Senat von Berlin projektiert den verkehrlichen Neubau der Straßenbahnanlage in der Bernauer Straße im Rahmen des vorhandenen Straßenquerschnitts über eine fahrbahnbündig integrierte Kombispur. Zur Gewährleistung eines stabilen und beschleunigten Betriebsablaufs bei gemeinsamem Verkehrsfluss mit dem motorisierten Individualverkehr wird auf eine separate Trasse im sensiblen Areal des ehemaligen Mauerstreifens verzichtet. Die übergeordnete verkehrliche Leistungsfähigkeit der Achse wird über den geplanten vollständigen Ausbau des Netzknotens Eberswalder Straße/Schönhauser Allee mittels einer optimierten Lichtsignalsteuerung gesichert.
Details
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/1596, Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 1596
Ich frage den Senat:
1. Warum ist der Senat seit mehr als sechs Jahren nicht in der Lage, den künftigen Querschnitt der Bernauer Straße festzulegen? Welche Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden, wodurch wird die Leistungsfähigkeit der Eberswalder Straße/Bernauer Straße bestimmt, und warum konnte der Senat sich bis jetzt noch nicht festlegen, die Straßenbahn im bestehenden Straßenprofil ohne Extra-Trasse zu realisieren?
2. Worin besteht der Optimismus des Senats, daß er sich für den künftigen Querschnitt einvernehmlich mit der Bundesregierung ebenso wie innerhalb des Senats bis zur Einleitung des Planfeststellungverfahrens, das Ende 1997 vorgesehen ist, festlegen kann, bzw. warum lenkt die Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr nicht endlich ein, die bestehenden Rahmenbedingungen zu akzeptieren und die Straßenbahn mit dem motorisierten Individualverkehr als Kombispur in der Bernauer Straße zu führen?
3. Wie hoch sind die Kosten für den Gesamtumbau der Bernauer Straße zwischen S-Bahnhof Nordbahnhof und der Straßenbahnhaltestelle Eberswalder Straße, und wieviel Kosten werden dabei für die Straßenbahn aufgewendet?
4. Warum wird nicht – unabhängig vom Gesamtstraßenumbau – das Planfeststellungsverfahren für die Straßenbahn in der Bernauer Straße eingeleitet, weil wegen der zu beachtenden Rahmenbedingungen, wie z. B. Mauermuseum, nur eine straßenbündige Gleisführung in der Straßenmitte in Frage kommt?
5. Wie hoch wären die Kosten, sowohl für die Straßenbahn als auch für die Straße, wenn, wie es die Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr wünscht, eine Extra-Straßenbahntrasse im ehemaligen Mauerstreifen gebaut würde (Grundstückskosten, Erschließungskosten, Leitungsverlegungskosten, Straßenbaukosten etc.), und wie wäre eine gesonderte Straßenbahnführung im ehemaligen Mauerstreifen mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Mauermuseum in Einklang zu bringen?
6. Trifft es zu, daß die Leistungsfähigkeit der Bernauer Straße weniger vom Straßenquerschnitt in der Bernauer Straße als von der Leistungsfähigkeit des Knotens Eberswalder Straße/ Schönhauser Allee abhängt, der wegen des Verzichts auf eine unterirdische Straßenbahnführung in seiner Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt ist, und warum favorisiert der Senat trotz der dramatischen Haushaltssituation statt einer intelligenten Signalschaltung für die oberirdische Straßenbahnführung die kostenträchtige Extralösung?
Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 1596
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1., 2. und zu 4.:
Der Senat beabsichtigt, nach umfangreichen Untersuchungen zur zukünftigen Funktion der Bernauer Straße die Straßenbahn grundsätzlich im vorhanden Straßenquerschnitt zu realisieren, auch wenn sich durch das Fehlen eines eigenen Bahnkörpers für die Straßenbahn die Fahrzeit für die Fahrgäste verlängern wird. Auch bei der jetzt verfolgten Planung sieht der Senat keinen Dissenz mit der Bundesregierung. Entsprechend dem Beschluß des Abgeordnetenhauses (Mitteilung zur Kenntnisnahme – Drs. Nr. 13/1112 –) ist auch weiterhin un Baubeginn im Jahr 1999 vorgesehen.
Zu 3.:
Für den grundsätzlichen fahrbahnbündigen Einbau einer Straßenbahnanlage in der Bernauer Straße liegt noch keine Kostenberechnung vor. Ein Ausbau der Straße findet nicht statt.
Zu 5.:
Eine Extra-Straßenbahntrasse im Bereich des Mauermuseums ist nicht geplant.
Zu 6.:
Die Leistungsfähigkeit der Bernauer Straße wird insbesondere durch die gemeinsame Nutzung des vorhandenen Straßenquerschnitts von Straßenbahn und IV bestimmt, jedoch auch durch die zur Zeit noch begrenzte Funktionalität der Kreuzung Eberswalder Straße/Schönhauser Allee mitbestimmt. An der Kreuzung Eberswalder Straße/Schönhauser Allee ist un Um- bzw. Ausbau des Knotens einschließlich einer optimierten Lichtsignalsteuerung vorgesehen.
Hinweis