Strassenbahnverkehr vor dem Roten Rathaus

Strassenbahnverkehr vor dem Roten Rathaus

Ereignis

Die Kleine Anfrage thematisiert eine mögliche Straßenbahnanbindung des Roten Rathauses im Zuge der Rathausstraße. Der Senat stellt klar, dass die Senatskanzlei eine Anbindung befürwortet, jedoch eine Streckenführung durch die nahegelegene Karl-Liebknecht-Straße und Spandauer Straße vorzieht, da in der Rathausstraße häufige Sperrungen durch Staatsbesuche, Demonstrationen und Wochenmärkte den Betrieb behindern würden. Da die vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Planungen keine Trasse durch die Rathausstraße vorsehen, erübrigt sich laut Senat die Diskussion über eine potenzielle Umleitungsstrecke.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/2110

Abgeordnetenhaus von Berlin – 13. Wahlperiode
Kleine Anfrage Nr. 13/2110
des Abgeordneten Michael Cramer
(Bündnis 90/Die Grünen)
über Straßenbahnverkehr
vor dem Roten Rathaus

Ich frage den Senat:
1. Trifft es zu, daß die Senatskanzlei grundsätzlich gegen eine Straßenbahnanbindung des Roten Rathauses im Straßenzug der Rathausstraße ist? Wenn ja, warum?
2. Trifft es zu, daß es sich dabei nicht um eine generelle Straßenbahnfeindlichkeit der Senatskanzlei handelt, sondern lediglich die Besorgnis ausschlaggebend war, daß bei wichtigen Anlässen – z. B. Staatsbesuchen – der Straßenverkehr über mehrere Stunden unterbrochen werden muß? Wenn nein, warum nicht?
3. Trifft es zu, daß die Senatskanzlei in dem Augenblick eine Straßenbahntrasse durch die Rathausstraße am Roten Rathaus vorbei befürwortet, wenn es für die oben angegebenen Anlässe eine Umleitungsstrecke gibt? Wenn nein, warum nicht?
4. Kann der Senat das Einvernehmen der Senatskanzlei für eine Anbindung der Straßenbahn an das Rote Rathaus bestätigen, wenn es neben der Möglichkeit einer Straßenbahntrasse vom Alexanderplatz durch die Rathausstraße über die Spandauer Straße zum Hackeschen Markt auch die Möglichkeit im Falle besonderer Anlässe gibt, die Straßenbahn vom Alexanderplatz über Dircksen- bzw. Gontardstraße, Karl-Liebknecht-Straße und Spandauer Straße zum Hackeschen Markt zu führen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

Berlin, den 29. April 1997

Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 2110
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1. und 2.:
Es trifft nicht zu, daß die Senatskanzlei grundsätzlich gegen eine Straßenbahnanbindung des Berliner Rathauses ist. Sie befürwortet vielmehr eine unmittelbare Erreichbarkeit, die jedoch durch die beabsichtigte Streckenführung von der Karl-Liebknecht-Straße durch die Spandauer Straße bei einer Haltestelle Ecke Rathausstraße optimal gewährleistet ist.
Ausschlaggebend für die Ablehnung einer parallelen Streckenführung zur 200 Meter entfernten Karl-Liebknecht-Straße sind erhebliche Behinderungen des Straßenbahnbetriebes durch zumeist unregelmäßige und teilweise langfristige Sperrungen der Rathausstraße auf Grund von Vorfahrten von Staats- und anderen Gästen der Landesregierung, durch Demonstrationen und sonstige Veranstaltungen sowie regelmäßige Markttage.

Zu 3. und 4.:
Die vom Abgeordnetenhaus am 23. Mai 1996 beschlossenen Straßenbahnneubaumaßnahmen sehen keine Führung der Straßenbahn durch die Rathausstraße vor, so daß sich die Frage nach einer Akzeptanz einer dort verkehrenden Straßenbahn auch mit dem Vorhandensein einer Umleitungsstrecke nicht stellt.

Berlin, den 4. Juni 1997

Jürgen K l e m a n n
Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt