Chemische und thermische Unkrautbeseitigung auf Berliner Bahnflaechen

über Unkrautbeseitigung auf Bahnflächen

Ereignis

Die Kleine Anfrage untersucht den Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln auf den Berliner Gleisanlagen sowie das Suchen nach umweltfreundlichen Alternativen. Der Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe, Horst Wagner, legt die eingesetzten Präparate offen: Während die Deutsche Reichsbahn (DR) seit 1983/84 das Mittel Erbotan nutzt, verwendet die BVG für ihre Strecken vor allem Ustinex F, Garlon 4 und Tristar. Wagner verweist auf erfolgreiche Testreihen des Pflanzenschutzamtes aus dem Jahr 1987, durch die die Herbizid-Aufwandmengen auf stillgelegten Gleisen erheblich gesenkt werden konnten. Methoden mittels Ultraschall sind dem Senat nicht bekannt; er kündigt jedoch an, die 1989 in Kassel gestarteten Versuche zur thermischen Unkrautbeseitigung mittels Infrarotbestrahlung auf eine Übertragbarkeit für Berlin genau zu prüfen.

Details & Originaltext

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 11. Wahlperiode, Drucksache 11/774

Nr. 972
der Abgeordneten Dr. Käthe Zillbach (SPD)
über Unkrautbeseitigung auf Bahnflächen

Ich frage den Senat:
1. Welche Stoffe zur Unkrautvernichtung werden auf den Bahnanlagen der Reichsbahn und der BVG benutzt?
2. Werden in Berlin Versuche durchgeführt, um umweltfreundliche Unkrautvernichtungsmaßnahmen zu untersuchen?
3. Wird dabei auch die Unkrautbeseitigung durch Ultraschall untersucht, bzw. wie schätzt der Senat die in Westdeutschland durchgeführten Versuche mit Ultraschall ein und beabsichtigt der Senat diese Form der Unkrautvernichtung auch in Berlin einzuführen?

Berlin, den 29. Januar 1990
Eingegangen am 6. Februar 1990

Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 972
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1.:
Nach dem Senat vorliegenden Erkenntnissen wird auf den Bahnflächen in Berlin (West) von der Deutschen Reichsbahn (DR) seit 1983/84 zur Aufwuchsbekämpfung das Präparat Erbotan (Thiazafluron) eingesetzt.

Die Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG) verwenden für die Frühjahrsspritzung eine Mischung aus Amitrol, Bromacil, Dichlorprop und Diuron, Handelsname Ustinex F.
Für die Sommerspritzung wird je nach Bedarf Triclopyr — Handelsname Garlon 4 oder ein Gemisch aus Fluroxypyr, Ioxynil und Bromoxynil Handelsname Tristar verwendet.

Die BVG berät mit dem Pflanzenschutzamt seit Beginn der Spritzungen 1986 den Bedarf einer vorgesehenen Spritzung. Dabei werden Zeitpunkt, Aufwuchsart, Aufwandmenge und Zusammensetzung der Wirkstoffe abgesprochen.

Zu 2.:
Im Jahre 1987 führte das Pflanzenschutzamt für die BVG auf einem stillgelegten Gleis eine Versuchsreihe durch, nachdem die Spritzergebnisse der Spritzung des Vorjahres nicht befriedigend waren. Dazu wurden in diesem Gleis mit typischen Pflanzenbewuchs Parzellen à 100 m² markiert.

In der ersten Phase wurden verschiedene Präparate mit den den Angaben der Beipackzettel entsprechenden Aufwandmengen ausgebracht. Die Mittel mit den besten Ergebnissen wurden mit verschiedenen Aufwandmengen und teilweise erheblicher Unterschreitung der Herstellerangabe auf neuen Parzellen ausgebracht. Entsprechend den Ergebnissen wird seit 1988 gespritzt.

Zu 3.:
Dem Senat sind Methoden zur Beseitigung von Unkräutern durch Ultraschall nicht bekannt, jedoch solche auf thermischer Basis in Form von Infrarotbestrahlungen. Dieses Verfahren wird seit 1989 von den Verkehrsbetrieben der Stadt Kassel angewendet; es befindet sich zur Zeit noch in der Erprobungs- und Entwicklungsphase. Eine abschließende Bewertung zu den Vor- und Nachteilen dieses Verfahrens kann deshalb noch nicht vorgenommen werden.

Der Senat wird sich zu gegebener Zeit über die in Kassel gemachten Erfahrungen informieren und gegebenenfalls die für Berlin übertragbaren Konsequenzen ziehen.

Berlin, den 7. April 1990
Wagner
Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe
Eingegangen am 12. April 1990

Hinweis

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.