über Kundenberater der BVG
Ereignis
Die Kleine Anfrage befasst sich mit der Personalentwicklung, den betrieblichen Erfahrungen und dem bevorstehenden Auslaufen des ABM-Pilotprojekts „Kundenbetreuer“ bei der BVG. Der Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe, Horst Wagner, zieht eine weitgehend positive Bilanz des Services, der sich insbesondere bei Großveranstaltungen und während des extremen Fahrgastandrangs nach der Maueröffnung im November 1989 an den Verkehrsschwerpunkten bewährt hat. Er tritt dem Vorwurf einer „radikalen Reduzierung“ des Personals entgegen und erläutert stattdessen die typischen Nachbesetzungsschwierigkeiten gegen Ende einer gesetzlich befristeten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM). Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in ein künftiges, festes Kundendienstkonzept der BVG einfließen.
Details & Originaltext
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 11. Wahlperiode, Drucksache 11/732
Nr. 1042
des Abgeordneten Edmund Wronski (CDU)
über Kundenberater der BVG
Ich frage den Senat:
1. Wie hat sich der Personalstand der Kundenberater seit ihrer Einführung vor zwei Jahren bis heute entwickelt?
2. Welche Erfahrungen hat die BVG mit dieser Serviceleistung gemacht?
3. Warum ist der Personalstand in letzter Zeit radikal reduziert worden?
Berlin, den 26. Februar 1990
Eingegangen am 5. März 1990
Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 1042
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Der Personalbestand der „Kundenbetreuer“ [Anm.: Im Fragentext als Kundenberater bezeichnet] hat sich wie folgt entwickelt:
| Besetzungs-Stichtag | Soll | Ist | fluktuations-bedingter Besetzungsgrad |
|---|---|---|---|
| 31. Dezember 1988 | 96 | 86 | 90 % |
| 31. März 1989 | 96 | 67 | 70 % |
| 30. Juni 1989 | 71 | 86 | 74 % [Anm.: Widerspruch im Originaltext zwischen Soll/Ist-Verhältnis und Prozentangabe] |
| 30. September 1989 | 96 | 67 | 70 % |
| 31. Dezember 1989 | 64 | 55 | 86 % |
| 12. März 1990 | 64 | 44 | 69 % |
Zu 2.:
Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme „Kundenbetreuer“ ist ein Pilotprojekt für die Erprobung verschiedener Komponenten zusätzlicher Kundendienste. Die Erfahrungen der BVG mit zusätzlichen Maßnahmen zur Kundenbetreuung sind weitgehend positiv.
Serviceleistungen wie Auskunftserteilung an Verkehrsschwerpunkten über Verkehrsverbindungen, Verkehrstarif, Beförderungsbedingungen, Stadtauskünfte etc., Beratung und Unterstützung für besondere Fahrgastgruppen wie Behinderte, Senioren, Mütter mit Kinderwagen oder die Begleitung von Schulklassen, haben sich sowohl im alltäglichen Verkehrsablauf als auch in besonderen Verkehrssituationen (Großveranstaltungen, plötzliche Verkehrssituationen wie im November 1989) weitreichend bewährt.
Zu 3.:
Der Personalstand der ABM-Kundenbetreuer ist nicht „radikal reduziert worden“. Gegen Ende einer AB-Maßnahme lassen sich die offenen Beschäftigungspositionen immer schwerer besetzen, weil die potentiellen ABM-Kräfte ein nur geringes Interesse an Maßnahmen haben, die nur noch wenige Monate laufen. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, daß die Kundenbetreuer an einer dreiwöchigen Ausbildung teilnehmen müssen. Dieser Aufwand lohnt sich für „Nachrücker“ nur, wenn die Maßnahme noch einige Zeit läuft.
Die AB-Maßnahme „Kundenbetreuer“ läuft Mitte dieses Jahres aus. Nach den Bestimmungen des Arbeitsförderungsgesetzes ist eine Fortsetzung dieser Maßnahmen nicht mehr möglich. Die BVG wird — wie schon seit Jahren praktiziert — bewährte ABM-Kräfte in ein festes Arbeitsverhältnis übernehmen. Die gesammelten Erfahrungen mit zusätzlichen Kundendienstangeboten werden in die Konzeption eines umfassenden BVG-Kundendienstangebots einfließen.
Berlin, den 26. März 1990
Wagner
Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe
Eingegangen am 28. März 1990
Hinweis
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.