Wer in diesen Tagen den Fahrgastvertreter Jens Wieseke nach der Berliner S-Bahn befragt, bekommt als Erstes einen tiefen Stoßseufzer zu hören. Wie so viele, die Busse und Bahnen für die geeignetsten Verkehrsmittel in einer Großstadt halten, leidet Wieseke bei diesem Thema. – Er leidet mit den Fahrgästen, die sich nun schon seit Monaten in oft überfüllte, teilweise verdreckte Wagen drängeln müssen oder sich über Verspätungen und Zugausfälle ärgern. Mitleid hat Wieseke aber auch mit den S-Bahn-Mitarbeitern, die den Ärger der Fahrgäste abbekommen. „Auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) läuft gegenwärtig nicht alles optimal, aber wenn es zurzeit Beschwerden gibt, dann über die S-Bahn“, sagt der Vizechef des Berliner Fahrgastverbandes. Das Nahverkehrsunternehmen sei dabei, das bei den Berlinern mühsam erworbene …
Der Streit zwischen dem Senat und der S-Bahn spitzt sich weiter zu. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) drohte gestern damit, das der Verkehrsvertrag mit dem Unternehmen zum Jahr 2017 gekündigt wird. „Bei der jetzigen Qualität kann ich eine erneute Direktvergabe nicht in Aussicht stellen“, sagte sie im Abgeordnetenhaus. Auch eine vorfristige Kündigung des Vertrags sei „durchaus eine Möglichkeit“, die zu prüfen wäre. Zudem kündigte Junge-Reyer eine weitere Zuschusskürzung an. Die Senatorin kritisierte, dass die S-Bahn in den vergangenen Jahren mehr auf den betriebswirtschaftlichen Erfolg als auf die Verbesserung der Qualität gesetzt habe. „Die Einstellung der Verantwortlichen muss sich sehr schnell ändern“, sagte sie. Junge-Reyer verlangte, 80 stillgelegte S-Bahn-Wagen wieder in Betrieb zu nehmen. In Zukunft solle nicht mehr das Unternehmen selbst, sondern ein unabhängiger …
(Berlin, 12. Juni 2009) Die S-Bahn Berlin zieht aus dem Radscheibenbruch vom 1. Mai klare Konsequenzen und startet mit sofortiger Wirkung ein umfangreiches Austauschprogramm für die Räder an Fahrzeugen der Baureihe 481. Bis Ende Juli wird die S-Bahn Berlin bei zunächst 260 Viertelzügen 520 Räder der führenden Achsen austauschen, deren Laufleistung über 650.000 Kilometern liegt. Zu diesem Vorgehen hat sich die S-Bahn Berlin gegenüber dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) verpflichtet.
Parallel werden derzeit Messfahrten vorbereitet, die bis Ende Juli abgeschlossen und ausgewertet werden. Danach wird mit dem EBA abgestimmt, ob und in welchem Umfang ein weiterer Rädertausch erforderlich ist. Vorsorglich hat die S-Bahn Berlin hierfür weitere 1.500 Räder bei der Industrie bestellt, über deren Auslieferungstermin zurzeit verhandelt wird.
Der Geschäftsführer der S-Bahn Berlin, Tobias Heinemann, forderte die Herstellerfirma der Züge zu umgehendem Handeln auf: „Wir erwarten, dass sich Bombardier zu seiner Verantwortung bekennt und gemeinsam mit uns unverzüglich die Probleme behebt.“
Zur Einhaltung des ehrgeizigen Zeitplans und zur Sicherstellung höchster Sicherheitskriterien bis zum Abschluss der Maßnahmen hat die S-Bahn Berlin ihre Werkstattkapazitäten erweitert und rund 60 zusätzliche Mitarbeiter aus anderen Unternehmensbereichen der Deutschen Bahn und von Fremdfirmen im Einsatz. Zusätzlich zu regelmäßigen Ultraschallprüfungen der Radsatzwellen und neu eingeführten Wirbelstrommessungen an den Rädern begutachten die Techniker in den Betriebswerkstätten Grünau und Wannsee im 7-Tage-Rhythmus die Räder. Bei sämtlichen zusätzlichen Prüfarbeiten wurden bislang keine Beschädigungen von Rädern und Radsatzwellen festgestellt.
Um den Werkstätten zur Umsetzung des Maßnahmenplans ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stellen zu können, verkürzt die S-Bahn Berlin auf den Nord-Süd-Linien einen Teil der eingesetzten Züge. S-Bahn-Geschäftsführer Tobias Heinemann erklärte: „Wir setzen alles daran, schnellstmöglich wieder die gewohnte Zuglänge anbieten zu können. Einschränkungen des Fahrplans wird es nicht geben.“
KLEINMACHNOW – Bezirksstadtrat Uwe Stäglin, in Steglitz-Zehlendorf zuständig für das Resort Bauen, Stadtplanung und Natur, war ungehalten. Bei der Präsentation der Vorstudie zum möglichen Bau einer S-Bahn-Strecke von Zehlendorf nach Kleinmachnow-Dreilinden am Dienstag tauchten aus dem Publikum hartnäckig Nachfragen nach der „Friedhofsbahn“ von Wannsee nach Stahnsdorf und der Straßenbahn von Potsdam nach Teltow auf. „Wenn wir uns jetzt in ’zig Varianten für den Schienenverkehr verheddern, geht in der Region gar nichts voran“, beschied Stäglin sichtlich genervt. Die Vorstudie habe sich ausschließlich mit der Verlängerung der S 1 nach Dreilinden beschäftigt. „Und das ist kein Wolkenkuckucks-heim, sondern eine realistische Chance.“ Auch Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) wollte von Straßen- und Friedhofsbahn zu dieser Stunde nichts wissen. „Da gibt es vage Ideen, ich sehe aber zunächst einmal keinen Zusammenhang mit der hier untersuchten …
Zusätzliches Platzangebot ab Pankow und Gesundbrunnen
Ab 15. Juni 2009 beginnen montags bis freitags die Verstärkerzüge der S 25, die normalerweise zwischen Gesundbrunnen und Lichterfelde Süd unterwegs sind, bereits in Pankow. Die zusätzlichen Züge verlassen Pankow von 6 bis 8.40 Uhr im 20-Minutentakt und montags bis donnerstags von 14.20 bis 18.40 Uhr sowie freitags von 13.20 bis 17.40 Uhr vom Gleis 1. Von diesem Gleis fährt sonst die S 2 in Richtung Buch/Bernau und die S 8 nach Hohen Neuendorf. In der Gegenrichtung werden die bisher in Gesundbrunnen endenden Verstärkerzüge (5.51 Uhr weiter alle 20 Minuten bis bis 8.31 Uhr und montags bis donnerstags 14.11 alle 20 Minuten bis 17.11) bis nach Pankow verlängert. Zusammen mit der S 2 stehen so zukünftig ab Pankow neun Fahrten pro Stunde in Richtung Gesundbrunnen zur Verfügung. Aber auch als Umfahrungsalternative für …
Am 13. und 14. Juni öffnet das Berliner S-Bahn-Museum wieder seine Türen für die Besucher. Ausstellungsstücke erinnern auch an die vor 20 Jahren überwundene Teilung Berlins und seiner S-Bahn. Das schon etwas betagte Schild erinnert an die Zeit vor dem Mauerbau 1961. Damals war es für die meisten DDR-Bürger noch möglich, mit der S-Bahn nach West-Berlin zu fahren. Mit einer Ausweis- und Gepäckkontrolle musste man jedoch stets rechnen. Politische Machtdemonstration war mit diesen Kontrollen ebenso verbunden wie der Versuch, das Schmuggeln zu unterbinden. Auch der Bahnhof Griebnitzsee, wo sich heute das Museum befindet, war einer der Kontrollbahnhöfe. Schon vor dem 13. August 1961 gab es aber viele DDR-Bürger, die die Westsektoren Berlins nicht mehr betreten durften. In der Regel waren dies „Geheimnisträger“ oder Angehörige der „bewaffneten Organe“, z.B. der Volkspolizei. Das Schild galt als warnender Hinweis, auszusteigen oder nicht in die „falsche“ Richtung zu fahren. Leider ist nicht bekannt, wo es hing und ob derartige …
1997 wuchs der S-Bahn-Ring weiter zusammen. Zwei Lückenschlüsse fallen in jenes Jahr, die dafür sorgten, dass der Südring wieder komplett befahrbar wurde. Zum einen war dies der am 15. April wieder in Betrieb genommene Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Westend und Jungfernheide. Zum anderen wurde auf dem südlichen Innenring am 18. Dezember die durch den Mauerbau zerrissene Verbindung zwischen Neukölln und Treptower Park wieder aufgenommen. Die Streckeneröffnung im Frühling stellte dabei einen vergleichsweise kleinen Schritt auf dem Weg zum vollständigen S-Bahn-Ring dar. Über 16 Jahre lang waren bis dato auf den 2,5 Kilometern zwischen Jungfernheide und Westend keine Züge mehr gerollt. Zur Eröffnung des neuen Teilabschnitts, dessen Realisierung rund 70 Millionen D-Mark gekostet hatte, ließ sich die S-Bahn etwas einfallen.
Neues vom Ostkreuz: Mittlerweile wurden alle Stahlbetonplatten auf den im April/Mai dieses Jahres eingebauten Bahnsteig verlegt und die Betonagearbeiten über diesen Platten abgeschlossen. Bevor der Beton fließen konnte, musste ein genau geplantes Leerrohrsystem verlegt werden. Dieses soll sicherstellen, dass an jedem Punkt des neuen Bahnsteigs, an dem beispiels-weise Strom (u.a. für die Beleuchtung) oder Daten (u.a. für die Fahrtrichtungsanzeiger) benötigt werden, auch das hierfür benötigte Kabel ankommt. Der Bahnsteigaufsicht der S-Bahn wird der Container zur Verfügung gestellt, der derzeit auf dem Behelfsbahnsteig in Adlershof steht. Er wird dort nach der für Juli geplanten Inbetriebnahme nicht mehr benötigt. Von Norden her (aus Richtung S-Bahnhof Frankfurter Allee) schreitet unterdessen …
Das S-Bahn-Netz soll wachsen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf will sich dafür einsetzen, dass die S 1 eine 5,2 Kilometer lange Zweigstrecke in den Kreis Potsdam-Mittelmark erhält. „Das muss der Senat im neuen Stadtentwicklungsplan Verkehr verankern“, sagte Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) gestern. Gutachter von DB International haben in einer Vorstudie ermittelt, dass die S-Bahn von Zehlendorf nach Dreilinden wirtschaftlich sein wird. Sie empfehlen, den Nutzen und die Kosten nun vertieft zu untersuchen. Zwischen Potsdamer Platz und Dreilinden sollen alle 20 Minuten Vier-Wagen-Züge fahren. Für Zehlendorf Süd erwarten die Gutachter rund 2 750 Fahrgäste pro Werktag, für Düppel/ Kleinmachnow zirka 1 760. Am Endbahnhof dürfte am meisten los sein: In Kleinmachnow/ Dreilinden wird mit mindestens 3 380 Ein- und Aussteigern gerechnet. Diese Zahl könnte auf fast 5 900 Fahrgäste wachsen, wenn der Europarc nebenan …
Der Senat hat seine Kritik an der S-Bahn gestern bekräftigt. Derzeit sei das Unternehmen „nicht dazu in der Lage, den Verkehr zu bieten, den wir uns vorstellen“, sagte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern im Verkehrsausschuss. Die Unpünktlichkeit habe wieder zugenommen, nicht alle Züge stünden zur Verfügung. Das Land prüfe, ob die staatlichen Zahlungen erneut gekürzt werden können. Im Interesse der Fahrgäste wäre es aber wichtiger, …