Die Berliner sind im vergangenen Jahr lieber mit der S-Bahn gefahren als mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Nun geht es ums Geld. Denn anhand der Fahrgastzahlen werden die Ticketerlöse auf die Verkehrsunternehmen verteilt. Und jetzt will die S-Bahn einen Nachschlag. Laut den Statistiken des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), die bisher aber nur bis Oktober 2007 reichen, gab es bei der S-Bahn eine Nachfragesteigerung von rund 1,3 Prozent. Dagegen wurde das Angebot der BVG weniger gut genutzt. Bei der Tram ging die Nachfrage um drei Prozent zurück, beim Bus um 1,4 Prozent und bei der U-Bahn um 0,5 Prozent. Die Angaben beruhen unter anderem auf Meldungen der …
Die erste Runde in den Verhandlungen um höhere Einkommen bei den Berliner Verkehrsbetrieben verlief ohne Ergebnis. Der Senat bleibt bei seiner Forderung für den öffentlichen Dienst hart – doch Verdi zeigt sich kampflustig. BERLIN – Zwölf Prozent mehr Lohn und Gehalt oder mindestens 250 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten der BVG: Der Arbeitgeberverband hat diese Tarifforderung der Gewerkschaft Verdi gestern als überhöht zurückgewiesen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 31. Januar solle nun ein „gemeinsamer Rahmen für Lösungsmöglichkeiten“ gefunden werden, teilte der Arbeitgeberverband mit. Während es für die Beschäftigten der BVG in diesem Jahr auf jeden Fall eine Tariferhöhung geben soll, will der Senat seine Mitarbeiter weiter davon ausnehmen. Verdi kündigt deshalb Streiks an. Aber auch die Verhandlungen bei der BVG sind extrem …
Immer mehr Bundesbürger nützen den öffentlichen Nahverkehr – nicht so in Berlin: Mit den Bahnen und Bussen der BVG sind im vergangenen Jahr weniger Menschen gefahren als 2006. Die Zahl der Fahrten ging um 1,53 Prozent von 914 Millionen auf 900,4 Millionen zurück. Damit entwickeln sich die Fahrgastzahlen in Berlin gegen den Trend. Bundesweit rechnet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) dagegen mit einer Zunahme der Fahrten in Ballungsräumen um 1,5 Prozent. In Hamburg rechnet der Chef der Hochbahn AG, Günter Elste, sogar mit 4,1 Prozent mehr Fahrgästen in Bahnen und Bussen. Die Stadt hat ihr Angebot im Nahverkehr erheblich erweitert. Die S-Bahn in Berlin will ihre Zahlen noch …
Finanzsenator Thilo Sarrazin hat es erneut abgelehnt, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ganz oder teilweise zu entschulden. „Bei einer Bilanzsumme von 4,57 Milliarden Euro ist eine Verschuldung von derzeit rund 700 Millionen und künftig maximal 1,4 Milliarden Euro normal“, sagte der SPD-Politiker. Die BVG könne die Schulden bedienen. Eine auch nur teilweise Entschuldung würde …
Drohen bald wieder Streiks im Berliner Nahverkehr? Die Angestellten der BVG sind jedenfalls „aktionsbereit“, sollten ihre Forderungen von bis zu zwölf Prozent mehr Lohn nicht erfüllt werden. Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst Berlins weitet sich aus. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, will die Gewerkschaft Verdi für die rund 12.000 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und deren Tochterfirma Berlin Transport Tariferhöhungen von acht bis zwölf Prozent fordern. Die Gewerkschaft hat die Entgelttabelle …
Am 9. Dezember heißt es bei den europäischen Verkehrsunternehmen wieder „großer Fahrplanwechsel“. Doch im Vergleich zu den Vorjahren fallen die Veränderungen im BVG-Netz diesmal eher bescheiden aus.
Die Anbindung des Hauptbahnhofs mit der Linie M85 ist das Highlight zum diesjährigen Fahrplanwechsel. Hinzu kommen einige Veränderungen im Bus-Netz. Größere Linien- und Fahrplanveränderungen bei der U-Bahn und der Straßenbahn gibt es nicht. Dafür wurde bei den Haltestellennamen auf 27 Buslinien aufgeräumt.
Bislang hieß es für den MetroBus M85 am S- und U-Bahnhof Rathaus Steglitz: Endstation. Mit dem großen Fahrplanwechsel ab 9. Dezember fährt diese Linie von hier weiter zum Hauptbahnhof. Damit ergeben sich gleich zwei Vorteile für unsere Fahrgäste: Erstens existiert dann eine umsteigefreie Anbindung der südwestlichen Stadtteile an den Hauptbahnhof. Und zweitens entfällt für Fahrgäste aus dem Bereich Lichterfelde das Umsteigen am Rathaus Steglitz, um die Einkaufsmöglichkeiten in der Schloßstraße und am Walther-Schreiber-Platz zu erreichen.
Wie der M48 verkehrt der verlängerte M85 über Schloßstraße, Rheinstraße, Hauptstraße, Potsdamer Straße, zum Potsdamer Platz. Dafür entfallen die Verstärkerfahrten des M48 zwischen S- und U-Bahnhof Rathaus Steglitz und S-Bahnhof Potsdamer Platz/Voßstraße.
Ab der Haltestelle „S Potsdamer Platz/Voßstraße“ fährt der M85 durch das Regierungsviertel und ersetzt die Linie M41, die eine neue Linienführung durch den Tiergartentunnel erhält und ohne Zwischenhalt Kurs auf den Hauptbahnhof nimmt.
Leider kann die geplante neue Endhaltestelle des M41 am Hauptbahnhof bis zum Fahrplanwechsel nicht fertig gestellt werden. Die Busse halten daher an einer provisorischen Haltestelle auf dem Reisebusparkplatz an der Invalidenstraße, gegenüber dem Hauptbahnhof. An der provisorischen Haltestelle gibt es keine Auftrittsfläche, daher ist die Stufe zum Ein- und Ausstieg etwas höher. Mobilitätseingeschränkten Fahrgästen empfehlen wir zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz die Linie M85, auf der ab 09.12.2007 barrierefreie Doppeldecker der neuesten Bauart eingesetzt werden.
Zum Fahrplanwechsel erscheint die Palette der Fahrgast-Informationsprodukte in aktualisierter Fassung.
– 1 – Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 Neue Namen für Haltestellen im Überblick: > M85, 117 Die Haltestellen „Schulzentrum“ und „Lippstädter Straße“ auf dem Ostpreußendamm werden unter dem neuen Namen „Ostpreußendamm Süd“ zusammengefasst. > M85, 285 Die Haltestelle „Univ.-Klinikum Benjamin Franklin“ heißt jetzt neu „Charité – Campus B. Franklin“. > X83 Die Haltestelle „Poleigrund“ erhält den neuen Namen „Egestorffstraße“. > 104, N42 Die Haltestelle „Naumannstraße“ wird in „Hohenfriedbergstraße“ umbenannt. > 107, 124 Da sich die Bus-Haltestelle „Nordend“ in einiger Entfernung zur gleichnamigen Straßenbahn-Haltestelle befindet und der Umstieg zur Straßenbahn von der Haltestelle „Schillerstraße/Schönhauser Straße“ kürzer ist, werden hier Haltestellenumbenennungen vorgenommen. Die Bus-Haltestellen „Schillerstraße/Schönhauser Straße“ erhalten den Namen „Nordend“. Das Haltestellenpaar „Nordend“ der Linien 107 und 124 heißt dafür neu „Dietzgenstraße/Mittelstraße“. > 123, 187 Die Haltestelle „Gerichte Moabit“ bekommt den neuen Namen „Wilsnacker Straße“. Die alte Bezeichnung ist zum Teil irreführend, denn bestimmte Eingänge zum Gericht sind günstiger über die Haltestelle „Turmstraße/Rathenower Straße“ zu erreichen. Die neutrale Benennung nach Straßen ermöglicht eine bessere Orientierung. > 147 Die Haltestelle „Luisenstraße/Charité“ heißt jetzt „Charité – Campus Mitte“ > 154, 192 Die Haltestelle „Märkische Allee/Bitterfelder Straße“ wird umbenannt in „Walter-Felsenstein-Straße“. > 160 Wegen einer zwischenzeitlich erfolgten Straßenumbenennung wird für die Haltestelle „Straße 196“ nun auch der Name „Johannes-Sasse-Ring“ übernommen. > 197 Die bisherige Haltestelle „Kleingartenanlage Eiche Nord“ heißt ab 9. Dezember „Havemannstraße/Kemberger Straße“. > 221 Das Haltestellenpaar „Eichborndamm/Am Nordgraben“ liegt relativ weit vom Nordgraben entfernt, aber direkt an der Pannwitzstraße. Deshalb wird es jetzt in „Pannwitzstraße“ umbenannt. – 2 – > 237 Die Linie 237 erhält eine neue Endhaltestelle in der Fachinger Straße (vor Torweg). Um einen Doppelnamen zu vermeiden, wird der Name „Fachinger Straße“ vergeben. Die bisherige Haltestelle „Fachinger Straße“ erhält den Namen „Oberdorfer Steig“. Bitte die neue Zielbeschilderung an den Bussen beachten! > 246, 277 Die Haltestellenstandorte in der Karl-Marx-Straße und in der Lahnstraße verschmelzen zu einem gemeinsamen Haltestellenbereich. Zudem ist ein Bezug auf die S-Bahn hier nicht sinnvoll. Daher werden die Haltestellen „S+U Neukölln“ und „Karl- Marx-Straße/Silbersteinstraße“ unter dem neuen Haltestellennamen „Lahnstraße/U Neukölln“ zusammengefasst. > 283, N81 Die Haltestelle „Bruno-Möhring-Straße“ wird umbenannt in „Belßstraße/Marienfelder Allee“, weil sich das Haltestellenpaar mittlerweile unmittelbar an der Marienfelder Allee befindet. > N16 Die Haltestelle „Schiffbauergasse“ in Potsdam wird in „Schiffbauergasse/Berliner Straße“ umbenannt. Speziell im Bereich Buch gibt es diese Haltestellenumbenennungen: > 251 Das Ludwig-Hoffmann-Krankenhaus ist mittlerweile geschlossen. Als alternativer Namensgeber steht eine benachbarte Querstraße zur Verfügung, weshalb die Haltestelle „Ludwig-Hoffmann-Krankenhaus“ den neuen Namen „Sudauer Straße“ erhält. Mit der Konzentration des HELIOS Klinikums Buch an der Schwanebecker Chaussee trifft die bisherige Bezeichnung „Klinikum Pölnitzweg“ nicht mehr zu. Die Haltestelle heißt nur noch „Pölnitzweg“. Wegen der Notwendigkeit, die bisherige Haltestelle „Alt- Buch“ in Schwanebecker Chaussee umzubenennen (siehe Linien 259 und 351), erhält die Haltestelle „Schwanebecker Chaussee“ der Linie 251 den neuen Namen „Am Stener Berg“. > 259/351 Bei der Haltestelle „Röbellweg/Pölnitzweg“ kann auf den Doppelnamen verzichtet werden, sie heißt jetzt neu „Röbellweg“. Die bisherige Bezeichnung der Haltestelle „Alt-Buch“ war ungünstig gewählt, denn die Standorte befinden sich relativ weit von Alt-Buch entfernt. Die Benennung nach der durchfahrenen Schwanebecker Chaussee ist hier plausibler. Deshalb erhält die Haltestelle den Namen „Schwanebecker Chaussee“. Da einerseits der Name „Pölnitzweg“ im Zuge der Überarbeitung der Haltestellen im Raum Buch anderweitig benötigt wurde (Linie 251), andererseits die Bezeichnung „Alt- Buch“ durch eine andere Umbenennung verfügbar ist, kann auf den Namen zurückgegriffen werden und die Haltestelle „Pölnitzweg“ den Namen „Alt-Buch“ erhalten. – 3 – Was sich sonst noch ab 9. Dezember ändert: M41 Sonnenallee/Baumschulenstraße <> S+U Hauptbahnhof fährt täglich ab „S Potsdamer Platz/Voßstraße ohne Zwischenhalt durch den Tiergartentunnel zum Hauptbahnhof. Den entfallenden Streckenabschnitt über das Regierungsviertel zum Hauptbahnhof übernimmt die Linie M85. M48 Zehlendorf, Busseallee <> S+U Alexanderplatz Täglich: Die Verstärkerfahrten zwischen „S+U Rathaus Steglitz“ und „S Potsdamer Platz/Voßstraße“ übernimmt die verlängerte Linie M85. M85 S Lichterfelde Süd <> S+U Hauptbahnhof wird täglich ab „S+U Rathaus Steglitz“ zum Hauptbahnhof verlängert und verkehrt über Schloßstraße > Rheinstraße > Hauptstraße > Potsdamer Straße > S Potsdamer Platz/Voßstraße > Ebertstraße (Brandenburger Tor) > Scheidemannstraße (Reichstagsgebäude) > Bundeskanzleramt und ersetzt ab Potsdamer Platz den M41, der eine neue Linienführung durch den Tiergartentunnel erhält. Im Nachtverkehr (0.30 bis 4.30 Uhr, Samstag bis 5.30 Uhr, Sonntag bis 7 Uhr) fährt diese Linie nur zwischen S Lichterfelde Süd und S+U Rathaus Steglitz. TXL Prenzlauer Allee/Mollstraße <> Flughagen Tegel Neue Haltestelle „Washingtonplatz“. 294 (Falkenberg<>) Hohenschönhausen, Seehausener Straße <> Gehrenseestraße (<> Hohenschönhausen, Marzahner Straße) Täglich: Die Linie erhält eine neue Linienführung und verkehrt über Falkenberger Chaussee > Vincent-van-Gogh-Straße > Seehausener Straße > Pablo-Picasso-Straße > Gehrenseestraße > Wartenberger Straße > Hauptstraße > Konrad-Wolf-Straße > Gärtnerstraße > Marzahner Straße (inklusive Schleifenfahrt im Industriegebiet). Übernimmt Streckenabschnitte des 359ers, der verkürzt wird. Neue Haltestellen: „Hauptstraße/Rhinstraße“, „Konrad-Wolf-Straße“ und „Leuenberger Straße“. 359 Ringlinie: Falkenberg > Hagenower Ring > Falkenberg Montag – Samstag: Verkürzte Linienführung über Falkenberger Chaussee > Prendener Straße > Dorfstraße > Ernst-Barlach-Straße > Egon-Erwin-Kisch-Straße > Falkenberger Chaussee und endet neu an der Endhaltestelle der MetroTram M4 und M17 in Falkenberg. Den Streckenabschnitt zur Marzahner Straße übernimmt die Linie 294. 349 S Grunewald <> U Theodor-Heuss-Platz Montag – Freitag: Statt als Ringlinie verkehrt die Linie nun vom S Grunewald über Schmetterlingsplatz > Eichkampstraße > Messedamm > Masurenallee > Theodor- Heuss-Platz > Reichsstraße zum U Theodor-Heuss-Platz und zurück. Neu: statt stündlich, nun alle 40 Minuten eine Fahrt. – 4 – 390 S Ahrensfelde > Ahrensfelde > Eiche > Mehrow > Ahrensfelde > S Ahrensfelde Montag – Samstag: Die Linie erhält in Ahrensfelde eine veränderte Linienführung über Lindenberger Straße > Bahnstraße > Ernst-Thälmann-Straße > Kirschenallee und zusätzliche Haltestellen. Diese heißen „Ahrensfelde, Kirschenallee“, „Ahrensfelde, Fasanenstraße“, „Ahrensfelde, Bahnstraße“ und „Ahrensfelde, Kirche“.
Umbenennungen von Haltestellen und Fahrten, die entfallen: Die Fahrplanänderungen der BVG ab dem 9. Dezember dürften für reichlich Unruhe unter den Fahrgästen sorgen. BERLIN – Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wechseln am 9. Dezember 2007 erneut den Fahrplan. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen die Veränderungen im BVG-Netz gering aus, sagte eine Unternehmenssprecherin. Größte Neuerung sei die Anbindung des Hauptbahnhofs an die Linie M85. Hinzu kämen einige Veränderungen im Bus-Netz, unter anderem erhielten auf insgesamt 27 Buslinien einige Haltestellen neue Namen. Größere Linien- und Fahrplanveränderungen bei U- und Straßenbahn gebe es nicht. Mit der Verlängerung der M85 vom S-und U-Bahnhof Rathaus Steglitz zum …
Starker Rückgang bei der Tram / Mehr Linien im Westen?
VON PETER NEUMANN
Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu sein, ist schon jetzt eine harte Aufgabe. Die Kosten steigen, die Schulden auch – und von 2008 an sinkt der Landeszuschuss. Doch einiges spricht dafür, dass der Job künftig noch härter sein wird. Denn der demografische Wandel, bei dem der Anteil alter Menschen steigt, lässt die Fahrgastzahl sinken. Mit einer „angepassten Angebotsstrategie“ könnten die Verluste wenigstens zum Teil aufgefangen werden, ergab ein BVG-Workshop. So sollte die Straßenbahn nach Westen erweitert, in Teilen des Ostens dagegen auf ihre Daseinsberechtigung hin überprüft werden. Auch entfernungsabhängige Tarife wurden vorgeschlagen. „Wir müssen mit erheblichen Veränderungen …
Hilflose Touristen und ratlose Gelegenheitsfahrer, die nicht wissen, wie ihre Züge fahren – und dazu fast keine Informationen: Bei der BVG ist dies seit wenigen Wochen Alltag auf dem Umsteigebahnhof Wittenbergplatz, und bei der S-Bahn müssen sich die Fahrgäste damit auf der Station Savignyplatz schon seit weit mehr als einem Monat herumschlagen. Abhilfe könnten Zugabfertiger schaffen, die bei der BVG jedoch schon vor Jahren wegrationalisiert worden sind und bei der S-Bahn jetzt von den Bahnsteigen verschwinden werden. Der auch von vielen Touristen genutzte Bahnhof Savignyplatz gehört zu den Stationen, auf denen es bereits keinen Abfertiger mehr gibt. Die modernen – und teuren – Anzeigetafeln zeigen …
Mit dem neuen Verkehrsvertrag zwischen Land Berlin und BVG werden wichtige Weichen für einen attraktiven BVG-Nahverkehr gestellt. Aus Fahrgastsicht sind viele der Regelungen ein Fortschritt gegenüber den bisherigen Unternehmensverträgen. • Der Umfang der von der BVG zu erbringenden Verkehrsleistungen bleibt auf heutigem Niveau erhalten. Damit wird es zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 erstmals seit Jahren bei der BVG insgesamt keine Angebotsreduzierungen geben. • Die zu erbringenden Qualitätsstandards (z.B. Pünktlichkeit) werden konkret festgelegt. Durch Malus- und Bonus-Regelungen werden Anreize zur Einhaltung geschaffen. • Zu den Tarifen wird festgelegt, dass die BVG keinen Anspruch auf automatische jährliche Tariferhöhungen hat. • Ab 2010 wird im Zwei-Jahres-Rhythmus überprüft, ob der jährliche Zuschuss von 250 Mio Euro für den Erhalt der Infrastruktur und die Erbringung der Verkehrsleistungen ausreicht. Doch viele der Regelungen sind nutzlos, wenn es weiterhin kein effektives Vertragscontrolling gibt. Der Berliner Fahrgastverband IGEB appelliert an Senat und Regierungsparteien, sich endlich zügig auf ein effektives unabhängiges Vertragscontrolling zu verständigen. Vollkommen ausgeblendet wurden die Altschulden der BVG von fast 800 Mio Euro, für die überwiegend die Politik vergangener Wahlperioden verantwortlich ist. Diese Altschulden führen dazu, dass die BVG von dem jährlichen Zuschuss von 75 Mio Euro für ihre Verkehrsleistungen bereits 2008 rund 40 bis 50 Mio Euro allein für Zinszahlungen ausgeben muss. Tilgungen wird es nicht geben können. Im Gegenteil: Der BVG-Schuldenberg wird wachsen. Der Fahrgastverband IGEB fordert den Senat auf, die BVG jetzt zu entschulden, denn: • Je weiter der BVG-Schuldenberg anwächst, umso teurer wird es am Ende für Berlin. • Eine Entschuldung, die mit dem EU-Beihilfrerecht vereinbar ist, kann sehr wahrscheinlich nur vor Vertragsbeginn erfolgen. Bei jeder späteren Entschuldung besteht die Gefahr, dass die EU sie als unerlaubte Beihilfe wertet und untersagt (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 28.11.07).