Die Entscheidung der Deutschen Bahn, ihre Ladenflächen in den Berliner S-Bahnhöfen – wie berichet – zukünftig fast nur noch an Filialisten und nicht mehr an kleine Händler zu vermieten, stößt auf Kritik bei den Branchenverbänden. So sagte zum Beispiel Dietmar Dalbogk vom Fahrgastverband Pro Bahn: „Die Deutsche Bahn will wieder einmal so viel Kohle wie möglich rausholen.“ Er glaubt jedoch, dass sich diese Strategie rächen wird. „Die kleinen Einzelhändler haben es klaglos hingenommen, dass ihre Laufkundschaft ausblieb, als einige S-Bahnhöfe vorübergehend geschlossen werden mussten“, so Dalbogk zu den Problemen der S-Bahn in den vergangenen Monaten. Größere Konzerne würden sich so etwas nicht bieten lassen und ihre Rechtsabteilungen beauftragen, Schadenersatz von der Bahn zu fordern, so Dalbogk. Der Handelsverband Berlin Brandenburg (HBB) zeigte sich enttäuscht …
Die Deutsche Bahn räumt in den S-Bahnhöfen auf. Das Unternehmen ist dabei, sich der kleinen Händler zu entledigen und stattdessen größere Filialisten in die Läden zu bringen. Diese Geschäftspolitik trifft türkische Imbissbetreiber, vietnamesische Blumenläden und Gemüsehändler. Auch Minh Hoa Ly, die seit vierzehn Jahren einen Textilien- und Geschenkeladen im S-Bahnhof Mahlsdorf betreibt. „Ich habe meine Miete immer pünktlich bezahlt, es gab nie Ärger“, sagt die 56-jährige Vietnamesin. Trotzdem muss sie ihren Laden zum Ende des Jahres räumen, weil die Bahn den Mietvertrag gekündigt hat. Der vietnamesische Blumenladen direkt daneben ist schon vor drei Wochen ausgezogen. „Wenn wir hier rausmüssen, verlieren wir unsere Existenzgrundlage“, sagt Ly, deren Mann nach zwei Herzoperationen arbeitsunfähig ist. Der Laden ist die einzige Einnahmequelle der Familie. Die Familie suchte sich einen Anwalt und klagte vor dem Amtsgericht gegen die …
Seine Kaiserliche Majestät liebten das Reisen, die Jagd und schönes Ambiente. Was lag also näher, als einen repräsentativen Bahnhof dort bauen zu lassen, wo Jagdgebiet (umgezäunter Wildpark mit romantischen Gebäuden), Schlossareal (Neues Palais) und gute Schieneninfrastruktur (die Strecke nach Berlin und von dort in die weite Welt) harmonisch zusammenfanden. Und so ließ Wilhelm II. – auch „Reisekaiser“ genannt – die Königlichen Eisenbahndirektion Berlin im Jahre 1904 wissen, dass in Potsdam Wildpark das Kaiserhaus am Bahnhof zu Wildpark durch den Geheimen Ober-Hofbaurat Ernst Eberhard Ihne im „english-cottage Stile zu projectiren“ sei. Geschickt wurden die Baukosten des Kaiserlichen Privatbahnhofs von 188 000 Mark in einem Bauprojekt zur Hochlegung der Bahnstrecke Potsdam – Wildpark verpackt und somit vom Steuerzahler übernommen. Der Hang seiner Majestät zur mobilen Übernachtung ging schon vor der Fertigstellung des Neubaus soweit, dass er …
Das Jahr 17 nach dem Mauerfall schrieb neben Fußball- auch Bahngeschichte. Mit der Eröffnung des Nord-Süd-Tunnels und des neuen Hauptbahnhofs war das größte Bahnkreuz Europas entstanden und Millionen Fußball-WM-Gäste prüften es vom ersten Tage an auf seine Belastbarkeit. Allein die S-Bahn brachte rund sieben Millionen zusätzliche Fahrgäste ins Fußballstadion, zu Fanmeilen, Großbildleinwänden und Konzerten. Die Züge fuhren während der Fußball-WM im durchgehenden 24-Stunden-Betrieb. Die Tagesleistung aller S-Bahn-Züge zusammengenommen hätte an jedem der WM-Tage zweimal um die Erde gereicht. Die zehn Bahnsteige des S-Bahnhofs Olympiastadion – dem größten deutschen S-Bahnhof – erlaubte die Abfahrt von bis zu 40 000 Fußballfans nach Spielende innerhalb einer Stunde. Im Regionalverkehr fuhren an WM-Spieltagen 150 Züge verlängert oder als zusätzliche Leistung und 40 …
In Ostkreuz werden die Voraussetzungen für einen direkten Umsteigeweg zwischen dem neuen Ringbahnsteig und dem Bahnsteig D geschaffen. Dafür muss das Gleis 6, das von den Linien S 5, S 7 und S 75 stadteinwärts befahren wird, zunächst verschwenkt und danach die Bahnsteigkante an die veränderte Gleislage angepasst werden. Da diese umfangreichen Arbeiten nicht im Zeitraum von Freitagabend bis Montagmorgen durchzuführen sind, muss bereits ab Donnerstag (22. Oktober) ab 11.00 Uhr der S-Bahn-Verkehr auf den Linien S 5, S 7 und S 75 bis Montag (26. Oktober) 1.30 Uhr unterbrochen werden. Die betroffenen Linien fahren wie folgt: Die S 5 fährt Lichtenberg – Strausberg Nord und wird im Abschnitt Wuhletal – Hoppegarten auf einen 10-Minutentakt verdichtet. Die S 7 wird in zwei Abschnitte geteilt: Potsdam Hbf – Ostbahnhof (ab Ostbahnhof weiter als S 3 nach Friedrichshagen) und Lichtenberg – Ahrensfelde, die S 75 …
Nach der Inbetriebnahme des neuen Ringbahnsteiges ging es in den vergangenen Wochen mit dem Rückbau des alten S-Bahnringbahnsteigs Schlag auf Schlag voran. Die letzten Brückenteile wurden ausgebaut, nun steht der Abbruch der Unterbauten an. Der Abbruch der zwischen den Gleisen befindlichen Wandscheiben sollte ursprünglich in den Nächten vom 19. bis 22. Oktober erfolgen. Trotz der zwischenzeitlich errichteten Lärmschutzwand, die die Baulärmsituation am Ostkreuz nachweislich verbessert, hat die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz diese Arbeiten in der Nachtzeit nicht genehmigt. Um insbesondere den Zeitplan für die Inbetriebnahme der direkten Treppenverbindungen vom Ringbahnsteig zu den beiden Stadtbahn-steigen einhalten zu können, muss nunmehr leider ab Donnerstag, 22.10.2009, 11 Uhr bis zum Sonnabend, 24.10.2009, 7 Uhr Pendelbetrieb auf der …
Mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung werden derzeit an den Bahnhöfen Alexanderplatz und Friedrichstraße bis April 2010 die Fahrtreppen der S- und Regional-Bahnsteige ausgetauscht. Beide Bahnhöfe bekommen auch neue …
Im Bauablauf waren nach Angaben eines Bahnsprechers solche Einschränkungen des Betriebs nicht vorgesehen. Um im Zeitplan bleiben zu können, müssten die für die Nacht nicht erlaubten Arbeiten jetzt am Tag erfolgen. Dabei habe die Bahn von der Stadtentwicklungsverwaltung, die den Verkehr bei der S-Bahn bestellt, vorher noch die Vorgabe erhalten, möglichst ohne Betriebseinschränkungen zu bauen. Auch die Aufstellung einer Lärmschutzwand habe die Senatsumweltverwaltung nicht umgestimmt. Anwohner hätten auf Kosten der Bahn in Hotels ausweichen können. Fahrgäste müssen nun entweder länger auf eine Bahn warten, umsteigen oder als Ersatz mit Bussen fahren. Dafür bietet die S-Bahn heute und am Sonntag zu den Fußballspielen von Hertha BSC im Olympiastadion zusätzliche Fahrten an. Bei der BVG wird die U-Bahn-Linie U 3 von …
Was Kritiker vorausgesagt haben, belegt jetzt eine Studie: Das 2006 mit einem Milliardenaufwand verwirklichte neue Bahnkonzept, dessen Herz der Hauptbahnhof mit dem Nord-Süd-Tunnel bildet, hat dazu geführt, dass mehr als 65 Prozent der Berliner mehr Zeit benötigen, um einen Fernzug zu erreichen. Nur 35 Prozent profitieren vom neuen Konzept und sind seit der Eröffnung des Hauptbahnhofs und der Stationen Gesundbrunnen und Südkreuz schneller am Zug. Nachteilig ausgewirkt hat sich hier, dass die Bahn seit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs keine Fernzüge mehr im Bahnhof Zoo halten lässt. Der Stadtökonom Gabriel M. Ahlfeldt von der renommierten London School of Economics and Political Science hat in einem unabhängigen Forschungsprojekt für das gesamte Berliner Stadtgebiet die durchschnittliche Fahrzeit zu den Zügen des Fernverkehrs berechnet. Vor allem die Bewohner aus dem Südwesten der Stadt müssen demnach …
(Berlin, 2. Oktober 2009) In einem feierlichen Rahmen wurden heute die neuen Bahnsteige in Seelow-Gusow offiziell eingeweiht. Ulrich Schultheiß, Leiter des Regionalnetzes Ostbrandenburg der DB Netz AG, machte deutlich: „Für diesen zweiten Bauabschnitt haben wir über 12 Millionen Euro investiert, davon allein 3,6 Millionen Euro in den Bahnhofsumbau hier in Gusow. Die Modernisierung der Ostbahn ist ein gutes Beispiel für das Engagement der Bahn in der Region.“
Dirk Gellrich, Leiter Bahnhofsmanagement Frankfurt (Oder) der DB Station und Service AG ergänzte: „Die beiden Bahnsteige sind nach dem Brandenburger Modell angeordnet. Reisende brauchen jetzt keine Gleise mehr zu überqueren, um zum Zug zu kommen. Das ist sicher und bequem.“
Dafür mußte in Gusow eine neue Überleitweiche zwischen den Bahnsteigen eingebaut werden. Diese, wie auch die übrige Leit- und Signaltechnik auf den Bahnhöfen Gusow, Werbig und Seelow (Mark), wird nun vom elektronischen Zentralstellwerk in Küstrin-Kietz gesteuert.
Der Bahnhof Gusow ist vollständig behindertengerecht. Die Wege zu den Bahnsteigen sind nun gepflastert, ein Wegeleitsystem wurde eingerichtet. Die Bahnsteige erhielten neue Lampen. Für Güterzüge auf der Ostbahn steht in Gusow ein drittes, 600 Meter langes Gleis zum Überholen und Begegnen zur Verfügung. Auf den Bahnhöfen Seelow und Werbig wurden Schienen und Weichen teilweise ausgewechselt. Im Bahnhof Seelow können die Regionalzüge in Richtung Werbig dadurch schneller ein- und ausfahren.
Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde – nach Abschluss der Planungen im Sommer 2008 – noch im Herbst desselben Jahres begonnen. Spektakulär war das Setzen der Signalmaste mit einem Hubschrauber im Juni dieses Jahres. Die Bahnhöfe Küstrin-Kietz und Gorgast wurden bereits im ersten Bauabschnitt ausgerüstet. Im dritten Bauabschnitt verbleibt noch die Gleislageänderung im Bahnhof Rehfelde und die Ausrüstung der Bahnhöfe Rehfelde, Müncheberg und Trebnitz mit elektronischen Stellwerken einschließlich moderner Bahnübergangstechnik.
Das gesamte Bauvorhaben auf der Ostbahn sieht die Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur zwischen Berlin und Küstrin-Kietz einschließlich der Bahnhofsumgestaltungen für über 40 Millionen Euro vor.