Abfallwirtschaft: Oekologische Schienennetzverlagerung des Behaeltertransports und die Umladestation Gradestraße
Ereignis
Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) haben den Transport ihrer standardisierten Abfallcontainer im Rahmen eines ökologischen Transportkonzeptes erfolgreich von der Straße auf das Schienennetz verlagert. Das logistische System wird als „gebrochener Containertransport“ über die vorhandenen Kapazitäten regionaler Güterbahnhöfe und eine Umladeanlage der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn GmbH abgewickelt. Zur nachhaltigen Optimierung und Wirtschaftlichkeitssteigerung führen die BSR derzeit abstimmende Verhandlungen mit den Bahngesellschaften über den Bau eines direkten Schienenanschlusses an die Müllumladestation Süd in der Gradestraße.
Details
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/1729, Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 1729
Ich frage den Senat:
1. Sind die von der BSR mit den Deponien Ketzin und Schöneiche vereinbarten Müllmengen 1995 und 1996 abgeliefert worden?
2. Welche Müllmengen sind mit beiden Deponien vereinbart?
3. Sollten die vertraglich vereinbarten Mengen nicht erreicht worden sein, ist in welcher Höhe un Zahlungsausgleich erfolgt?
4. Über welchen Zeitraum sind die Verträge abgeschlossen?
5. Wie wird die zukünftige Situation bei dem zu erwartenden geringeren Müllaufkommen beurteilt?
6. Wie hat sich die Umstellung vom Straßentransport auf den Schienentransport bewährt?
7. Wann wird un direkter Schienenanschluß an die Müllumladestation Süd der BSR in der Gradestraße erfolgen?
Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 1729
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1. bis 4.:
Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) haben mit den Deponien Ketzin und Schöneiche keine Mengenregelung vereinbart. Eine Zahlungsausgleichsverpflichtung der BSR besteht nicht. Die BSR zahlen die von der Märkischen Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (MEAB) in Rechnung gestellten Leistungen. 1995 sind 687 000 Mg und 1996 sind 500 000 Mg von den BSR an die MEAB geliefert worden.
Zu 5.:
Dazu wird zur Zeit entsprechend dem Beschluß des Abgeordnetenhauses die Abfallwirtschaftsplanung einer nochmaligen Prüfung unterzogen. Von dem begleitenden Mediationsverfahren werden neben der Überprüfung der Mengenprognose auch Empfehlungen zur Abfallvermeidung, -verwertung und Möglichkeiten der Restmüllbehandlung erwartet. Erste Ergebnisse zur Mengenprognose werden in sechs Monaten vorliegen.
Zu 6.:
Seit Dezember 1993 verlagerte die BSR den Transport seiner Abfallcontainer von der Straße auf die Schiene. Umfangreiche Untersuchungen aller möglichen Varianten führten letztendlich zum sogenannten „gebrochenen Transport“ Schiene/Straße/Schiene, wobei auf die Kapazitäten vorhandener Güterbahnhöfe zurückgegriffen wurde und eine Umladeanlage auf dem nahen Gelände der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn GmbH errichtet wurde. Die über den bisherigen Straßenfahrzeugtransport hinausgehenden Kosten für den Abfalltransport und die hier insbesondere für den „gebrochenen Containertransport“ sind in den BSR-Tarifen berücksichtigt. Die Verlagerung des Abfalltransports von der Straße auf die Schiene entspricht den Erfordernissen eines modernen ökologischen Transportkonzeptes.
Zu 7.:
Zur Realisierung des direkten Bahnanschlusses an die Umladestation Süd in der Gradestraße führen die BSR zur Zeit Gespräche mit den Bahngesellschaften und dem Bezirksamt.
Hinweis