Verkehrszählungen in Pankow, aus Senat

14.08.2026

Frage 1:

Welche #Verkehrszählungen wurden von wem wo im Bezirk #Pankow in den letzten fünf Jahren aus welchem #Grund beauftragt? Bitte nach Straßen, Zählräumen, Anlass und Art der Zählung aufschlüsseln.

Antwort zu 1:

Die vom Senat beauftragten Verkehrszählungen sind der #Anlage 1 zu entnehmen. Die vom Bezirk beauftragten Verkehrszählungen sind der Anlage 2 zu entnehmen.

Das Bezirksamt teilt hierzu Folgendes mit:

„Darin enthalten sind Verkehrserhebungen, die vom Stadtentwicklungsamt (Stabsstelle Koordination Infrastruktur Standortentwicklung) und vom Straßen- und Grünflächenamt beauftragt wurden. Verkehrszählungen im Rahmen von #Bebauungsplanverfahren sind in der Tabelle nicht enthalten.“

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Frage 2:

Welche Verkehrszählungen sind derzeit geplant oder befinden sich in Vorbereitung? Bitte die jeweiligen Standorte und den geplanten Zeitraum angeben.

Antwort zu 2:

Aktuell sind Verkehrszählungen im Auftrag des Senats an den Standorten Kastanienallee (nördlich Schwedter Straße) und Schwedter Straße (nördlich Kastanienallee) in der Planung. Die Erhebungstermine befinden sich noch in Abstimmung.

Das Bezirksamt teilt hierzu Folgendes mit:

„Derzeit befinden sich im Bezirksamt Pankow von Berlin keine Verkehrszählungen in Planung oder Vorbereitung.“

Frage 3:

Welche Verkehrszählungen wurden aufgrund von Bürgerbeschwerden oder BVV-Beschlüssen veranlasst? Bitte den jeweiligen Anlass benennen.

Antwort zu 3:

Die Verkehrszählung am Standort Karower Chaussee / Robert-Rössle-Straße / Wolfgang- Heinz-Straße wurde im Auftrag des Senats zur Prüfung der Notwendigkeit einer Lichtzeichenanlage auf Antrag der BVV Pankow durchgeführt.

Die betroffenen Verkehrszählungen im Auftrag des Bezirks sind der Anlage 2 zu entnehmen.

Frage 4:

Nach welchen Kriterien entscheidet die Senatsverwaltung beziehungsweise das Bezirksamt, an welchen Standorten Verkehrszählungen durchgeführt werden?

Antwort zu 4:

Im übergeordneten Straßennetz ist grundsätzlich die Abteilung Verkehrsmanagement der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt für die Durchführung und Auswertung von Verkehrserhebungen zuständig, die für die Behörden des Landes Berlin als Planungsgrundlage (Verkehrsplanung /-organisation, Entwurf von Verkehrsanlagen, Stadtplanung) und für straßenverkehrsbehördliche Anordnungen sowie für die Ermittlung / Beurteilung von Umweltauswirkungen (z. B. Lärm, Luftschadstoffe) benötigt werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse über die Verkehrsnachfrage auf Berlins Straßen werden regelmäßig in den Verkehrsmengenkarten veröffentlicht.

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Die Grundlage dieser regelmäßigen Verkehrserhebungen ist das im Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr dargestellte und regelmäßig fortgeschriebene übergeordnete Straßennetz von Berlin und ein daraus abgeleitetes Erhebungsnetz, das situationsbedingt auch durch Sondererhebungsstellen ergänzt wird.

Die Auswahl der einzelnen Erhebungsstandorte ist abhängig vom jeweiligen Anlass. Beispielweise sind die Standorte der Verkehrszählungen zu den Untersuchungen der Neuen Stadtquartiere zwischen Senat / Bezirk und den Dienstleistern (Verkehrsplanungsbüros) nach fachlichen Kriterien abgestimmt. I.d.R. umfassen die Zählungen alle relevanten Knotenpunkte im Untersuchungsgebiet für die keine regelmäßigen Zähldaten des Landes Berlin vorliegen.

Das Bezirksamt teilt hierzu Folgendes mit:

„Die Entscheidung, an welchen Standorten im Bezirk Pankow von Berlin Verkehrszählungen durchgeführt werden, basiert auf einer Kombination aus verkehrsplanerischen (veränderndes Verkehrsaufkommen, Sicherheitsaspekte, Umweltbelastungen, Verkehrsplanungsprojekte), rechtlichen und politischen Kriterien (politische Anfragen, BVV-Beschlüsse, Umsetzung verkehrspolitischer Ziele). Verkehrszählungen können auch von der Straßenverkehrsbehörde veranlasst werden, wenn bspw. aufgrund von Einzelanträgen über verkehrsbeschränkende Maßnahmen zur Lärm- und Abgasreduzierung zu entscheiden ist.“

Frage 5:

Welche Maßnahmen in den letzten fünf Jahren wurden aufgrund der Ergebnisse von Verkehrszählungen in Pankow bereits umgesetzt oder befinden sich in Planung? Bitte die jeweilige Verkehrszählung der entsprechenden Maßnahme zuordnen.

Antwort zu 5:

Verkehrszählungen als Planungsgrundlage können nicht immer eindeutig einer daraus resultierenden Maßnahme zugeordnet werden. Die Verkehrszählungen für straßenverkehrsbehördliche Maßnahmen haben folgenden Bearbeitungsstand:

Auf der Grundlage der Verkehrszählungen an den Standorten Karower Chaussee / Robert- Rössle-Straße / Wolfgang-Heinz-Straße, Berliner Allee in Höhe Hausnummer 125 und Berliner Allee / Feldtmannstraße / Nüßlerstraße wurden noch keine Maßnahmen umgesetzt. Die Prüfungen bzw. Planungen sind noch nicht abgeschlossen.

Auf der Grundlage der Verkehrszählung am Standort Kniprodestraße / Pasteurstraße wurde folgende Maßnahme angeordnet:

Zur Verdeutlichung der Querungsstelle wurde im März 2026 gegenüber dem SGA Pankow das Auftragen von Piktogrammen der Verkehrszeichen 274-30 „Tempo 30“ und 136 „Achtung Kinder“ jeweils in Fahrtrichtung vor der Einmündung angeordnet. Zum Vollzug ist hierzu nichts bekannt.

Auf der Grundlage der Verkehrszählung am Standort Bornholmer Straße / Gotlandstraße/ Seelower Straße wurde folgende Maßnahme umgesetzt:

Es wurde über die Straßenbahngleise in Mittellage das Linksabbiegen von der Bornholmer Straße und auch das Überfahren aus den Nebenstraßen durch entsprechende Beschilderungen untersagt. Der Radverkehr ist von dieser Regelung ausgenommen.

Auf der Grundlage der Verkehrszählungen an den Standorten Berliner Allee / Indira-Gandhi- Straße, Berliner Allee / Buschallee, Berliner Allee / Rennbahnstraße / Bernkasteler Straße und Berliner Allee / Pistoriusstraße / Smetanastraße wurden noch keine Maßnahmen umgesetzt.

Das anhängige Klageverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Die Verkehrszählungen zu den Neuen #Stadtquartieren sind Bestandteile von Voruntersuchen zur längerfristigen Umsetzung von Bebauungsplänen (Neubau ab 2030). Lediglich der Bebauungsplan 3-89 (Elisabeth-Aue, Teilprojekt 1) wurde von Senat und Abgeordnetenhaus beschlossen.

Das Bezirksamt teilt hierzu Folgendes mit:

„Verkehrszählungen liefern lediglich Daten zum Ist-Zustand (quantitative Bestandserfassung). Sie zeigen, wie viele Fahrzeuge oder Personen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Punkt bewegen – aber nicht, warum sie das tun, wohin sie möchten oder wie das Verkehrsnetz optimaler gestaltet werden könnte. Verkehrsplanerische Maßnahmen werden aus diesem Grund nicht ausschließlich aufgrund der Ergebnisse von Verkehrszählungen umgesetzt, sondern basieren auf einem mehrstufigen, ganzheitlichen und bestenfalls integrierten Entscheidungsprozess. Verkehrszählungen sind dabei ein Baustein von vielen und bilden die Grundlage für eine Problemidentifikation.

Zwei Beispiele in Pankow für den ganzheitlichen und integrierten Entscheidungsprozess stellen die #Kiezblocks im #Komponistenviertel und Arnimkiez dar. Die Verkehrszählungen waren Bestandteil einer umfassenden Bestandsanalyse. In beiden Wohnvierteln zeigte sich eine starke Verkehrsbelastung aufgrund des hohen Anteils des Durchgangsverkehrs.

Im Komponistenviertel wurde deshalb die erste Stufe eines mehrstufig geplanten Verkehrskonzepts am 31.05.2023 umgesetzt. Die nach der Umsetzung wiederholend durchgeführten Verkehrszählungen zeigen zwar einen spürbaren Rückgang der Verkehrsbelastung, gleichzeitig aber auch eine Missachtung der Einbahnstraßen durch etwa 10-12 % der Kfz-Verkehrsteilnehmenden. Die Falschfahrenden stellen eine potenzielle Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmenden dar. Ein ebenfalls wirksames Verkehrskonzept ist für den #Arnimkiez entwickelt worden.

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Eine konkrete Perspektive zur Anordnung und Umsetzung der Kiezblocks Komponistenviertel und Arnimkiez kann allerdings noch nicht gegeben werden.

Sonstiges

Zur Reduzierung des #Kfz-Durchgangsverkehrsaufkommens wurde im Blumenviertel eine Einbahnstraße im Stedingerweg eingerichtet (Stufe 1 des Verkehrskonzeptes). Als zweite Stufe ist die bauliche Umgestaltung der Einmündung Oderbruchstraße/Maiglöckchenstraße geplant (nur Ausfahrt).

Als Reaktion auf den ermittelten sehr hohen Anteil an verbotswidrigem Verkehr in den Fahrradstraßen Stargarder Straße und Ossietzkystraße wurde jeweils eine Kfz- Durchfahrtsperren errichtet.“

Berlin, den 13.08.2026 In Vertretung

Arne Herz Senatsverwaltung für

Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

www.berlin.de

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26749.pdf