26.02.206
Frage 1:
Welche #Bahnhöfe im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (U-Bahn, S-Bahn, Regionalbahn) sind a) vollständig #barrierefrei zugänglich,
- nur teilweise barrierefrei zugänglich (z. B. nur ein Bahnsteig oder nur eine Fahrtrichtung barrierefrei erreichbar,
Einschränkungen aufgrund laufender oder temporärer Bauarbeiten) und
- nicht barrierefrei zugänglich?
Bitte tabellarisch darstellen und bei b) die konkreten Einschränkungen benennen.
Antwort zu 1a:
Nach Auskunft der BVG sind die folgenden Bahnhöfe barrierefrei erschlossen.
- Adenauerplatz
- Berliner Straße
- Bismarckstraße
- Blissestraße
- Fehrbelliner Platz
- Halemweg
- Heidelberger Platz
- Hohenzollernplatz
- Jakob-Kaiser-Platz
- Jungfernheide
- Konstanzer Straße
- Kurfürstendamm
- Olympia-Stadion
- Richard-Wagner-Platz
- Ruhleben
- Rüdesheimer Platz
- Sophie-Charlotte-Platz
- Spichernstraße
- Theodor-Heuss-Platz
- Uhlandstraße
- Wilmersdorfer Straße
Die S- und Regionalbahnhöfe im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind alle barrierefrei erschlossen.
Antwort zu 1b, c:
Die folgenden U-Bahnhöfe sind nicht barrierefrei zugänglich:
- Deutsche Oper
- Ernst-Reuter-Platz
- Güntzelstraße
- Kaiserdamm
- Mierendorffplatz
- Neu-Westend
Sowohl die BVG als auch die DB AG teilen mit, dass derzeit keine Störungen der Aufzugsanlagen bekannt sind.
Frage 2:
Für welche Bahnhöfe im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bestehen konkrete Planungen zur Herstellung vollständiger Barrierefreiheit, einschließlich des Einbaus oder der Ergänzung von Aufzügen, und welche Baumaßnahmen sind hierfür vorgesehen?
Frage 3:
Welche Zeitpläne oder Zieljahre sind für diese Maßnahmen vorgesehen, und an welchen Bahnhöfen kommt es zu Verzögerungen? Bitte die jeweiligen Gründe für Verzögerungen je Bahnhof angeben.
Antwort zu 2 und 3:
Die Fragen 2 und 3 werden aufgrund ihres Sachzusammenhanges gemeinsam beantwortet. Der barrierefreie Ausbau des U-Bahnhofes #Güntzelstraße befindet sich derzeit im Bau und soll vor 2030 realisiert werden. Für die übrigen bisher noch nicht barrierefreien U-Bahnhöfe findet derzeit die Planung des barrierefreien Ausbaus statt.
Die BVG teilt hierzu ergänzend Folgendes mit:
„ Bei den U-Bahnhöfen, die aktuell noch nicht vollständig barrierefrei sind, handelt es sich um technisch und baulich besonders anspruchsvolle Vorhaben. Aufgrund der hohen Komplexität dieser Projekte, der oftmals langwierigen Planfeststellungsverfahren sowie der Vielzahl öffentlicher Belange (TöB), mit denen eine enge Abstimmung erforderlich ist, kann die BVG derzeit keine verlässlichen Zeitrahmen für die Umsetzung nennen. Vollständige Barrierefreiheit an einem Bahnhof geht zudem weit über das Vorhandensein von Aufzügen hinaus. Sie umfasst ebenso u.a. erhöhte Bahnsteige, ein taktiles Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen, sowie optische und akustische Orientierungshilfen.
Ungeachtet dessen verfolgt die BVG weiterhin das Ziel, den barrierefreien Ausbau in den 2030er Jahren abzuschließen. Wo immer möglich, wird dieser im Rahmen von planmäßigen #Grundinstandsetzungsarbeiten (GI) oder vergleichbaren Maßnahmen realisiert. Dadurch sollen sowohl die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste möglichst gering gehalten als auch Synergien zwischen verschiedenen Projekten genutzt werden.
In den kommenden Monaten werden die bestehenden Planungsstände systematisch überprüft, um auf dieser Grundlage einen realistischen und belastbaren Zeitplan für die abschließende Umsetzung des barrierefreien Ausbaus zu erarbeiten.“
Frage 4:
Welche Zwischenlösungen zur Verbesserung der Zugänglichkeit (z. B. Assistenzangebote, mobile Rampen, temporäre Maßnahmen) bestehen derzeit an den betroffenen Bahnhöfen oder sind geplant?
Antwort zu 4:
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit:
„ Die vollständige barrierefreie Erschließung der derzeit noch nicht barrierefrei zugänglichen U- Bahnhöfe ist ausschließlich durch den Einbau von Aufzugsanlagen möglich. Diese müssen den geltenden gesetzlichen und technischen Vorgaben entsprechen.
Fahrgästen stehen folgende Alternativen zur Verfügung:
#VBB-BAV (Barrierefreier #Alternativverkehr) – seit 01.01.2026
Ist ein Aufzug außer Betrieb oder fehlt ein barrierefreier Zugang, organisiert der VBB-BAV eine barrierefreie Alternative.
BVG Muva – noch bis 28.02.2026
Das Angebot BVG Muva wird zum 28. Februar 2026 eingestellt. Bis dahin besteht es parallel zum VBB-BAV beziehungsweise als Übergangslösung fort.“
Frage 5:
Wie häufig kommt es an Aufzügen an Bahnhöfen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zu Störungen oder Ausfällen, und wie lange dauern diese durchschnittlich sowie maximal? Bitte getrennt nach Aufzügen im Zuständigkeitsbereich der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und von DB Station&Service (bzw. DB InfraGO) sowie für die vergangenen zwei Kalenderjahre darstellen.
(Falls eine bahnhofsscharfe Auswertung nicht möglich ist, bitte aggregierte Angaben für den jeweiligen Verkehrsbereich machen und dies entsprechend erläutern.)
Antwort zu 5:
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit:
„ Insgesamt lag die durchschnittliche Verfügbarkeit bei den Aufzügen der 29 U-Bahnhöfe in
Charlottenburg-Wilmersdorf im Jahr 2024 bei 97,1 Prozent und im Jahr 2025 bei 94.5 Prozent.
Hierbei ist zu beachten, dass der Aufzug am U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz, der im August 2025 aufgrund eines defekten Frequenzumrichters außer Betrieb gesetzt werden musste, aufgrund von Lieferschwierigkeiten eines Zulieferers für ein Ersatzteil erst am 2. Januar 2026 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Die Länge des Ausfalls ist äußerst bedauerlich, jedoch nicht repräsentativ.
Die insgesamt 200 Fahrgast-Aufzüge im Betriebsbereich der BVG sind mit einem Störungsüberwachungssystem verbunden. Tritt eine akute Störung an einem Aufzug auf, gibt das Störungsüberwachungssystem automatisch eine Meldung an die Leitstelle und wird umgehend vor Ort geprüft. Lässt sich der Aufzug nicht ohne Weiteres entstören, wird der Aufzug abgeschaltet, gesichert und innerhalb von zwei Stunden von der Wartungsfirma Maßnahmen zur Entstörung eingeleitet. Dementsprechend lag die durchschnittliche Zeit bis zur Entstörung im Jahr 2024 für die Aufzüge auf den U-Bahnhöfen in Charlottenburg-Wilmersdorf bei rund 23 Stunden und im Jahr 2025 rund 32 Stunden, wobei auch hier der besondere Fall am Richard- Wagner-Platz zu berücksichtigen ist.
Darüber hinaus wird der Zustand jeder Aufzuganlage einmal wöchentlich begutachtet. Zusätzlich führt die Wartungsfirma monatlich eine Wartung an jedem Aufzug durch. Werden bei den Prüfungen oder den Wartungen defekte oder verschlissene Komponenten registriert, werden entsprechende Maßnahmen zur Reparatur eingeleitet.“
Die DB AG teilt hierzu Folgendes mit:
„ Eine genaue Auswertung über die Störungshäufigkeit und –dauer kann aufgrund technischer Limitationen und dem kurzen Antwortzeitraum nicht erbracht werden. Nachfolgend ist eine Auswertung der Verfügbarkeit der Aufzüge an den o.g. Bahnhöfen vom 01.01.2024 bis 18.02.2026, in Jahresscheiben zusammengefasst.“
| Bahnhof | 2024 | 2025 | 2026 |
| Bundesplatz | 90,8% | 76,2% | 83,1% |
| Charlottenburg | 99,2% | 98,5% | 80,8% |
| Grunewald | 99,7% | 99,6% | 98,9% |
| Halensee | 99,5% | 86,7% | 60,5% |
| Heerstraße | 99,8% | 99,8% | 99,7% |
| Heidelberger Platz | 96,7% | 97,2% | 97,5% |
| Hohenzollerndamm | 94,0% | 98,6% | 88,9% |
| Jungfernheide | 96,8% | 97,6% | 99,7% |
| Messe Nord/ ZOB | 97,3% | 87,2% | 89,4% |
| Messe Süd (Eichkamp) | 99,8% | 95,4% | 95,1% |
| Olympiastadion | 99,8% | 91,1% | 98,0% |
| Pichelsberg | 99,3% | 99,8% | 99,6% |
| Savignyplatz | 99,2% | 99,6% | 99,9% |
| Tiergarten | 95,60% | 100% | 100% |
| Westend | 95,5% | 97,3% | 98,8% |
| Westkreuz | 99,2% | 95,7% | 81,7% |
| Zoologischer Garten | 87,6% | 90,7% | 71,6% |
Frage 6:
Welche #Informationsangebote stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung, um sich über a) den Stand der #Barrierefreiheit sowie
b) aktuelle Aufzugsausfälle und Reparaturzeiträume an Bahnhöfen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zu informieren?
Antwort zu 6:
Die BVG teilt hierzu Folgendes mit:
„ Informationen zur Barrierefreiheit gibt es unter https:/ / www.bvg.de/ de/ service-und- kontakt/ barrierefreiheit-bei-der-bvg. Aktuelle Störungsmeldungen, insbesondere zu defekten
Aufzügen finden sich auf https:/ / www.bvg.de/ de/ verbindungen/ stoerungsmeldungen sowie in der BVG Fahrinfo_App oder telefonisch, außerdem bieten die Routingapps eine alternative Route an, wenn Aufzüge defekt sind.“
Die DB AG teilt hierzu Folgendes mit:
„ Die Website https:/ / bahnhof.de liefert aktuelle Informationen zur Verfügbarkeit der Aufzüge.
Der Mobilitätsservice ist unter Tel. 030 65212888 erreichbar oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com.
Eine öffentliche Information zu meist kurzen Reparaturzeiträumen findet, abgesehen von der Ausweisung des Aufzugs online als “ nicht verfügbar” , nicht statt. Wir arbeiten daran, länger andauernde Reparaturarbeiten besser zu kommunizieren, u.a. durch Aushänge an den betroffenen Aufzügen mit entsprechenden Informationen.“
Berlin, den 24.02.2026
In Vertretung Arne Herz
Senatsverwaltung für
Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
www.berlin.de