Radverkehr: Verkehrs-Experiment: Jenseits der heilen Welt an der Radbahn, aus Berliner Morgenpost

27.04.2024

https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article242194432/Jenseits-der-heilen-Welt-an-der-neuen-Radbahn.html

Eigentlich müsste dieser Artikel mit einer Triggerwarnung beginnen: Einige Fotos könnten den Leser anwidern. Sicher, die am Donnerstag feierlich eröffnete „#Radbahn“ auf 200 Metern unterm #Hochbahn-Viadukt in Kreuzberg sieht nach heiler Welt aus, jedenfalls noch. Ein frischer, zweispuriger #Fahrradweg, regengeschützt unter der #Hochbahn, mit groß aufgedruckten Regeln („langsam“) und gerahmt von Beeten und Erklärtafeln wie im Bilderbuch. Dazu Sitzbänke, auf denen sich inmitten des brüllenden Verkehrs der #Skalitzer Straße und unter dem ohrenbetäubenden Gerumpel der U-Bahn die Zukunft neu träumen lässt.

So zumindest die Idee des „Reallabors“ entlang der Skalitzer Straße, das der Steuerzahler mit 3,3 Millionen Euro fördert. Wer das durchaus interessante Projekte entlang der Skalitzer Straße besucht (darunter auch der für seine Kosten berüchtigte „#Fahrraddtresen“), landet jedoch schnell in einer ganz anderen Realität als auf den bunten Animationen der Planer. 2015 hatten diese die Radbahn sogar auf insgesamt neun Kilometern bis zum Bahnhof Zoo geplant. Die Idee ist großenteils längst wieder verworfen. Bis auf jene aktuellen 200 Meter in Kreuzberg.

Auf 21 Schienen-Kilometern fahren Berlins U-Bahnen auf #hochgelegten Gleisen durch Berlins Mitte. Über die Spree und den Landwehrkanal, durch #Häuserschluchten und sogar direkt durch ein Mietshaus. Über den Gleisdreieckpark und hoch über der Schönhauser Allee Richtung Pankow. Die Stadtrundfahrt per U-Bahn ist nicht nur bei Touristen beliebt. Der Raum unter den teils denkmalgeschützten Stahlträgern und Betonstützen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist jedoch, nun ja: spezielles Terrain…