BVG wird zum Bus-Endmonteur in eigenen Werkstaetten
Ereignis
Im Jahr 2004 begann die BVG, bei neu beschafften Linienbussen Teile der Endmontage selbst zu übernehmen. Hintergrund waren frei gewordene Werkstattkapazitäten sowie Beschäftigte, deren bisherige Aufgaben aufgrund innerbetrieblicher Umstrukturierungen wegfielen. Die Maßnahme wurde vom Senat als wirtschaftliche Nutzung vorhandener Ressourcen unterstützt. 【1-29868f】
Details
Quelle: Drucksache 15/12008 【1-29868f】
Kleine Anfrage des Abgeordneten Klaus-Peter von Lüdeke (FDP) vom 16. November 2004
Wird die BVG jetzt auch Fahrzeugbauer? 【1-29868f】
Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt: 【1-29868f】
Die Fragen beziehen sich überwiegend auf betriebliche Angelegenheiten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – Anstalt des öffentlichen Rechts – und können in eigener Zuständigkeit des Senats deshalb nicht beantwortet werden. 【1-29868f】
Zu 1., teilweise 2. sowie 3. und 4. nimmt der Vorstand der BVG wie folgt Stellung: 【1-29868f】
1. Treffen Meldungen zu, wonach die BVG mit Buslieferanten die Endmontage von Bussen in ihren eigenen Werkstätten vereinbart hat? Welche Leistungen umfasst die „Endmontage“ und ist sie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für überzähliges Personal?
Zu 1.:
„Mit den Fahrzeuglieferanten wurde im Rahmen der Fahrzeugbeschaffung vereinbart, die Endmontage von Linienomnibussen in den Werkstätten der BVG durchzuführen.
Die zu erbringenden Leistungen umfassen Arbeiten zum Innenausbau (u. a. Einbau von Sitzen, Seitenverkleidungen, Haltestangen, Fahrgastinformationen) der Omnibusse. Der BVG werden fahrfertige Omnibusse übergeben und durch eigene Mitarbeiter komplettiert. Die BVG wird diese Leistungen als Subunternehmer der Fahrzeughersteller erbringen.
Bei den eingesetzten Mitarbeitern handelt es sich um Beschäftigte, welche auf Grund von innerbetrieblichen Umorganisationsmaßnahmen ihre bisherigen Arbeitsaufgaben nicht mehr ausüben werden.“ 【1-29868f】
2. Inwieweit handelt es sich hier um eine spezielle Form des „Insourcing“, nämlich die Ausdehnung öffentlicher Aufgaben im Bereich des Nahverkehrs auf das privatwirtschaftliche Feld des Fahrzeugbaus? Wie steht der Senat dazu auch unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten?
Zu 2.:
„Bei der Endmontage handelt es sich um eine Eigenleistungsmaßnahme, um freigewordene Kapazitäten unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Situation des Landes Berlin effektiv und effizient zu nutzen.“ 【1-29868f】
Der Senat befürwortet diese Aktivitäten, da es sich um die Nutzung ohnehin vorhandener Instandsetzungskapazitäten handelt, und verweist im Übrigen auf die Antwort zu 4. 【1-29868f】
3. Welche öffentlichen Nahverkehrsunternehmen montieren in Deutschland ihre Fahrzeuge selbst?
Zu 3.:
„Uns liegen keine Informationen vor, dass andere Verkehrsunternehmen zurzeit ähnliche Maßnahmen planen bzw. umgesetzt haben. Seitens der Fahrzeughersteller wurde uns dies auch bestätigt.“ 【1-29868f】
4. Welche Vorteile gedenkt die BVG aus dieser neuerlichen Erweiterung ihres Geschäftsfeldes zu ziehen und wie hoch sind die absehbaren Kosten?
Zu 4.:
„Der BVG werden durch diese Maßnahmen keine erheblichen Kosten entstehen, da die Arbeitsinhalte mit dem verfügbaren KNOW-HOW einer Instandsetzungswerkstatt erbracht werden können.
Die Arbeiten werden von Mitarbeitern ausgeführt, die in den letzten Jahren als Fahrzeughandwerker im Omnibusbereich tätig waren und dadurch über ein fundiertes Fachwissen verfügen. Geplant sind einige vertiefende Lehrgänge für ausgewählte Mitarbeiter, um das vorhandene Wissen für spezielle Fahrzeugkomponenten zu vertiefen.“ 【1-29868f】
Berlin, den 07. Dezember 2004
In Vertretung
Volkmar Strauch
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen 【1-29868f】
Hinweis
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.