Ueberfluessige Belastungen fuer U-Bahn-Fahrgaeste?

Ueberfluessige Belastungen fuer U-Bahn-Fahrgaeste?

Ereignis

Die Kleine Anfrage thematisiert den Umfang und die Ausführungsqualität der sommerlichen Totalsperrungen auf der U-Bahnlinie U 1 im Abschnitt zwischen Krumme Lanke und Breitenbachplatz. Der Senat verteidigt die Maßnahme, die innerhalb von zwei Jahren rund 6 Millionen Euro kostete, als betrieblich und wirtschaftlich alternativlos, da eine Sanierung unter laufendem Betrieb langfristige Spätverkehrs- und Wochenendsperren erzwungen hätte. Vorwürfe bezüglich mangelhaften Komforts durch verbliebene alte Holzschwellen weist die Senatsverwaltung zurück; aus Wirtschaftlichkeitsgründen wurden planmäßig nur Schwellen mit einer Liegedauer über 20 Jahren getauscht, während die restlichen 60 % der Schwellen eine verbleibende Restnutzungsdauer von fünf Jahren aufweisen und erst später schrittweise ersetzt werden.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 15. Wahlperiode, Drucksache 15/643
Kleine Anfrage Nr. 15/643
des Abgeordneten Karl-Georg Wellmann (CDU)
über: Überflüssige Belastungen für U-Bahn-Fahrgäste?
Ich frage den Senat:
1. Bleibt der Senat bei seiner Darstellung, wonach die sommerlichen Totalsperrungen der U-Bahn-Linie 1 zwischen Krumme-Lanke und Breitenbachplatz in diesem und im vergangenem Jahr für eine umfassende Sanierung der Strecke erforderlich waren?
2. Ist es zutreffend, dass – augenscheinlich – streckenweise der Gleiskörper nicht erneuert wurde, sondern sie Gleise weiterhin auf alten Holzschwellen liegen und dadurch der Komfort der Fahrgäste weiterhin beeinträchtigt ist?
3. Handelt es sich dabei um einen Langzeit-Rütteltest der BVG am lebenden Fahrgast und wird der Senat gewährleisten, dass eine wissenschaftliche Begleitung durch den medizinischen Fachbereich der Freien Universität stattfindet?
4. Versteht der Senat den Ärger der Fahrgäste, welche die Qualen eines Schienenersatzverkehrs in sommerlicher Hitze nur dann in Kauf zu nehmen bereit sind, wenn die Zeit für die versprochene umfassende Sanierung der Strecke auch tatsächlich genutzt wird?
5. Muss die Bevölkerung wegen der unterlassenen Sanierungsarbeiten auch in kommenden Jahren mit Totalsperrungen der Strecke rechnen?
Berlin, den 30. August 2002
Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 643
Im Namen des Senats von Berlin
beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Ja.
Die Maßnahmen
• Brückensanierung
• Gleiserneuerung
• Sanierung der Bahnsteige und Bahnhöfe
hätten bei Aufrechterhaltung des U-Bahnverkehrs langfristige Einschränkungen wie Spätverkehrs- und Wochenendsperrungen über einen längeren Zeitraum und erhebliche Mehrkosten verursacht.
Zu 2.:
Es wurden aus wirtschaftlichen Gründen nur Schwellen mit einer Liegedauer von mehr als 20 Jahren erneuert. Die verbliebenen Holzschwellen (ca. 60 % der Gesamtstrecke) haben noch eine Restnutzungsdauer von fünf Jahren und werden später unter Betrieb erneuert.
Zu 3.:
Die Gleise wurden nach Fertigstellung durchgearbeitet, so dass die Gleislage dem vermessungstechnischen Sollstand entspricht. Der Komfort der Fahrgäste wird nicht beeinträchtigt. Von einem „Langzeit-Rütteltest“ kann keine Rede sein.
Zu 4.:
Die Strecke wurde, wie jeder feststellen kann, umfassend saniert. Die Gesamtkosten über zwei Jahre beliefen sich auf ca. 6 Mio. €. Die Arbeiten wurden bewusst in die Sommerzeit verlegt, um die verkehrsschwachen Schul-/Semesterferien auszunutzen.
Zu 5.:
Nein.
Berlin, den 17. September 2002

In Vertretung
Maria Krautzberger
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt