Fluglaerm durch startende und landende Maschinen vom und zum Flughafen Tegel

Fluglaerm durch startende und landende Maschinen vom und zum Flughafen Tegel

Ereignis

Die Kleine Anfrage der Abgeordneten Almut Mommert (CDU) befasst sich mit der Höhe des äquivalenten Dauerschallpegels für Fluglärm im Bereich der am weitesten nach Osten liegenden Gebäude der Wasserstadt Oberhavel, dem höchsten Schallpegel beim Startüberflug am östlichen Rand des Wohngebietes und beim Landeanflug von Westen am Westrand des Falkenhagener Feldes, der Zahl der Startüberflüge an einem Wochentag bei Westwind und der Frage, ob der Fluglärm der vom Flughafen Tegel aus startenden Maschinen seit dem Zeitpunkt der Eröffnung des Flughafens für den zivilen Luftverkehr (1. September 1975) deutlich niedriger geworden ist. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, vertreten durch Krautzberger, zitiert in ihrer Antwort die Mitteilung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF), wonach zur Beschreibung der aktuellen Fluglärmsituation an den in der Anfrage genannten Punkten näherungsweise Messwerte der Stationen 41 (Recklinghauser Straße, Falkenhagener Feld) und 44 (Lüdenscheider Straße, ca. 250 m östlich der nordöstlichen Ecke des Wohngebietes Wasserstadt, Daum- Ecke Pulvermühlenstraße) der Fluglärmmessanlage verwendet werden könnten, wobei Daten aus dem Jahr 2000 und zum Vergleich Daten aus 1993 betrachtet würden, und legt tabellarisch die für beide Jahre gemessenen äquivalenten Dauerschallpegel sowie die Häufigkeit der Einzelpegel (Maximalschallpegel) für die Pegelklassen zwischen 65 und 95 dB(A) dar: MSt 1 (1993) Leq 56,9 dB(A) und MSt 1 (2000) Leq 54,0 dB(A) (die alte MSt 1 befand sich ca. 500 m westlich und ca. 700 m nördlich der jetzigen Station 41, bei gleichzeitiger Messung an der Station 1 würde man um ca. 1 bis 2 dB geringere Pegel messen als an Station 41), MSt 4 (1993) Leq 60,5 dB(A) und MSt 44 (2000) Leq 57,2 dB(A), und führt aus, dass die Anzahl der Flugbewegungen 1993 bei 93 213 und 2000 bei 134 322 gelegen habe, dass trotz einer Steigerung des Verkehrs (nach Zahl der Flugbewegungen) um ca. 41 % in den letzten 8 Jahren die Lärmbelastung abgenommen habe, beim äquivalenten Dauerschallpegel betrage der Rückgang ca. 3 dB, die Zahl der Einzelpegel über 85 dB(A) sei im Bereich der Wasserstadt auf ca. 16 % zurückgegangen, im Falkenhagener Feld auf ca. 21 %, und Ursache für den Rückgang der Lärmbelastung sei in erster Linie der veränderte Flottenmix, während 1990 noch ca. 67 % der TXL anfliegenden Flugzeuge ein Lärmzertifikat nach Kap. 2 hatten, sei dieser Anteil aktuell auf unter 1 % gesunken; der Senat schließe sich diesen Schlussfolgerungen an und weise darauf hin, dass es sich bei dem geringen Anteil von Kap. 2-Flugzeugen, die zurzeit noch Berlin-Tegel anfliegen, ausschließlich um Staatsluftfahrzeuge handele, die nach den ICAO-Regelungen keiner Ausnahmegenehmigung bedürften.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 14. Wahlperiode, Drucksache 14/1435 (Kleine Anfrage Nr. 1435)

Kleine Anfrage Nr. 14/1435 der Abgeordneten Almut Mommert (CDU) über: Fluglärm durch startende und landende Maschinen vom/zum Flughafen Tegel

Ich frage den Senat:

  1. Wie hoch ist zurzeit der äquivalente Dauerschallpegel für Fluglärm im Bereich der am weitesten nach Osten liegenden Gebäude der Wasserstadt Oberhavel?

  2. Wie hoch ist der höchste Schallpegel a) beim Startüberflug am östlichen Rand des Wohngebietes, b) beim Landeanflug von Westen am Westrand des Falkenhagener Feldes?

  3. Wie viele Startüberflüge gibt es zurzeit an einem Wochentag bei Westwind?

  4. Ist der Fluglärm der vom Flughafen Tegel aus startenden Maschinen seit dem Zeitpunkt der Eröffnung des Flughafens für den zivilen Luftverkehr (1. September 1975) deutlich niedriger geworden?

Berlin, den 17. Januar 2001

Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 1435

Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1. bis 4.:

Die Lärmbelastung in der Umgebung des Flughafens Berlin-Tegel wird durch die Fluglärmmessanlagen dokumentiert, die die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) betreibt. Die BBF hat zu den übermittelten Fragen folgendes mitgeteilt:

„Zur Beschreibung der aktuellen Fluglärmsituation an den in der Anfrage genannten Punkten können näherungsweise Messwerte der Stationen 41 und 44 der Fluglärmmessanlage verwendet werden:

MSt. 41 Recklinghauser Straße Falkenhagener Feld

MSt. 44 Lüdenscheider Straße

ca. 250 m östlich der nordöstlichen Ecke des Wohngebietes Wasserstadt (Daum- Ecke Pulvermühlenstraße). Messwerte entsprechen angenähert dem Punkt maximaler Belastung in der Wasserstadt.

Es werden die Daten aus dem Jahr 2000 betrachtet und zum Vergleich Daten aus 1993.

Im letzteren Fall befanden sich die Messstationen zum Teil an anderen Orten.

Unmittelbar vergleichbar mit den Daten der jetzigen Station 44 sind die Werte der am gleichen Ort gewesenen alten Station 4.

Die alte MSt. 1 befand sich ca. 500 m westlich und ca. 700 m nördlich der jetzigen Station 41. Ein direkter Vergleich dieser beiden Messreihen ist daher nur bedingt möglich. Aus der Lage beider Messpunkte lässt sich jedoch ableiten, dass man bei gleichzeitiger Messung an der Station 1 um ca. 1 bis 2 dB geringere Pegel messen würde als an Station 41.

In der Tabelle sind die für beide Jahre gemessenen äquivalenten Dauerschallpegel sowie die Häufigkeit der Einzelpegel (Maximalschallpegel) für die Pegelklassen zwischen 65 und 95 dB (A) zusammengestellt.

Anzahl Messwerte/Jahr im Pegelbereich (dB [A])MSt (Jahr)Leq dB (A)65 bis 7070 bis 7575 bis 8080 bis 8585 bis 9090 bis 951 (1993)56,911 70018 6003 2907501541241 (2000)54,016 60022 0006 30043025104 (1993)60,52 3003 90011 9002 6406004344 (2000)57,210 60020 80015 8001 0909211

Zum Vergleich: Die Anzahl der Flugbewegungen lag 1993 bei 93 213 und 2000 bei 134 322.

Folgende Aussagen lassen sich ableiten:

● Trotz einer Steigerung des Verkehrs (nach Zahl der Flugbewegungen) um ca. 41 % hat in den letzten 8 Jahren die Lärmbelastung abgenommen. Beim äquivalenten Dauerschallpegel beträgt der Rückgang ca. 3 dB.

● Die Zahl der Einzelpegel über 85 dB (A) ist im Bereich der Wasserstadt auf ca. 16 % zurückgegangen, im Falkenhagener Feld auf ca. 21 %.

● Ursache für den Rückgang der Lärmbelastung ist in erster Linie der veränderte Flottenmix. Während 1990 noch ca. 67 % der TXL anfliegenden Flugzeuge ein Lärmzertifikat nach Kap. 2 hatten, ist dieser Anteil aktuell auf unter 1 % gesunken.“

Der Senat schließt sich diesen Schlussfolgerungen an und weist darauf hin, dass es sich bei dem geringen Anteil von Kap. 2-Flugzeugen, die zurzeit noch Berlin-Tegel anfliegen, ausschließlich um Staatsluftfahrzeuge handelt, die nach den ICAO-Regelungen keiner Ausnahmegenehmigung bedürfen.

Berlin, den 7. März 2001

Krautzberger Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt