allg.: Stadtrohrpost: Die kleine U-Bahn von Berlin, aus Der Tagesspiegel

https://www.tagesspiegel.de/berlin/stadtrohrpost-die-kleine-u-bahn-von-berlin/206584.html

Ein grauer Morgen im Berlin der zwanziger Jahre. Die Sekretärin fröstelt. Jetzt wäre ein heißer Tee das Richtige, aber die Dose ist leer. Ob die Kollegin im dritten Stock noch welchen hat? Sie geht zur #Rohrpostanlage, packt ein Zettelchen mit der Anfrage in die Kapsel und schickt sie ab. Kurz darauf ist der Tee da, mit einem netten Gruß von oben.

So hat es sich damals oft abgespielt, als dieses #Nachrichtenmittel noch eine wichtige Rolle spielte – zunächst hausintern bei #Firmen, #Ministerien, #Presse, doch bald schon auch mit einem öffentlichen System, über das die Städter #Briefe verschickten. Für hundert Jahre, von 1876 bis 1976, gehörte die „kleine #U-Bahn“ zum Berliner Alltag.

Ihren Ursprung hatte die #Rohrpost in der industriellen Revolution. 1859 machten die britischen Ingenieure Latimer Clark und Thomas W. Rammell die ersten Versuche. Im Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1900 steht, wie die ersten #Rohrpostanlagen aussahen: „Zur Aufnahme von Sendungen dienen 15 cm lange Büchsen aus Stahlblech; sie können je etwa 20 Sendungen aufnehmen; 10-20 Büchsen hintereinander gelegt, bilden einen Zug.“ Zuerst per Druckluft von der Absenderstation, dann per Saugluft von der Empfängerstation schossen diese „Frachtgüter-Züge“ ihrem Ziel entgegen – mit bis zu 60 Stundenkilometern.

Während in London, Paris, Wien und New York schon bald mit der Erfindung gearbeitet wurde, nahm die Königlich Preußische #Telegraphendirektion ihre #Stadtrohrpost erst 1876 in Betrieb, schreibt der Berliner Historiker Ingmar Arnold in seinem unlängst erschienenen Buch „Luft-Züge. Die Geschichte der …

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