Straßenbahnanbindung nach Altglienicke

Straßenbahnanbindung nach Altglienicke

Ereignis

Die Kleine Anfrage behandelt den aktuellen Planungsstand, die Trassenfreihaltung sowie die Wirtschaftlichkeit einer potenziellen Straßenbahnverlängerung vom S-Bahnhof Adlershof durch den Ortsteil Altglienicke bis zum S-Bahnhof Grünbergallee. Der Senat stellt klar, dass das rund 4,8 Kilometer lange Vorhaben im aktuellen Straßenbahnkonzept lediglich als langfristige Option bzw. Trassenfreihaltung geführt wird und keine hohe Priorität genießt. Da die Einwohnerentwicklung infolge eines reduzierten Wohnungsneubaus hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt, prognostiziert die Verwaltung für den Zeithorizont 2010 lediglich rund 5.000 Fahrgäste pro Tag am Querschnitt. Angesichts geschätzter Neubaukosten von rund 100 Millionen DM ist das Projekt betriebswirtschaftlich derzeit nicht zu rechtfertigen, weshalb weder ein Realisierungshorizont noch ein Planfeststellungsverfahren festgelegt wurden.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/5278
Abgeordnetenhaus von Berlin – 13. Wahlperiode
Kleine Anfrage Nr. 13/5278
der Abgeordneten Jutta Matuschek (PDS)
über: Straßenbahnanbindung nach Altglienicke
Ich frage den Senat:
1. Wie ist der Sachstand der geplanten Straßenbahnverlängerung vom S-Bahnhof Adlershof durch Altglienicke bis zum S-Bahnhof Grünbergallee, wie sieht die konkrete Trassenplanung bzw. Trassenfreihaltung dafür aus?
2. Wann wird für diese Straßenbahnverbindung bzw. für einzelne Bauabschnitte dieser Trasse das Planfeststellungsverfahren eröffnet?
3. Where (vom Senat korrigiert zu Wo) sind laut dieser Planungen die Straßenbahnhaltestellen vorgesehen?
4. Welche Nachfrage wird für diese Straßenbahnverbindung unterstellt?
5. Welcher Realisierungshorizont wird für diese Verbindung angestrebt?
6. Welche Kosten werden durch den Trassenbau veranschlagt?
Berlin, den 27. Oktober 1999
Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 5278
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1. bis 6.:
Im Straßenbahnkonzept des Senats, das dem Abgeordnetenhaus am 31. Mai 1999 als Mitteilung zur Kenntnisnahme zugegangen ist (Drucksache 13/3782), ist das Vorhaben zwischen dem S-Bahnhof Adlershof und dem S-Bahnhof Grünbergallee als Option bzw. Trassenfreihaltung enthalten. Diese Neubaustrecke genießt deshalb keine hohe Priorität, weil ihre verkehrserschließende Wirkung im großflächigen Ortsteil Altglienicke relativ gering ist, sodass keine hohen Fahrgastzahlen erreichbar sind.
Die Trasse soll planmäßig durch die Rudower Chaussee, Wegedornstraße, Schönefelder Chaussee und Venusstraße verlaufen, wobei die Gleise überwiegend in die Fahrbahn verlegt werden müssten. Lediglich beim ohnehin anstehenden Ausbau der Rudower Chaussee wird bauliche Vorsorge für einen separaten Bahnkörper getroffen.
Nachdem der Wohnungsneubau und damit die Einwohnerentwicklung gegenüber früheren städtebaulichen Modellen spürbar reduziert worden ist, sind in der aktuellen Prognoserechnung für den Prognosehorizont 2010 für eine Straßenbahn in Altglienicke nur ca. 5.000 Fahrgäste pro Tag am Querschnitt ermittelt worden. Eine Realisierung der Strecke käme daher nur in Betracht, wenn sich – über die im Flächennutzungsplan festgelegten Nutzungen hinausgehend – eine wesentlich umfangreichere Strukturentwicklung vollziehen würde, die einen Streckenneubau betriebswirtschaftlich rechtfertigt. Für die rund 4,8 km lange Neubaustrecke ist mit Investitionskosten von rund 100 Mio. DM zu rechnen.
Insofern sind bisher keine Festlegungen zum zeitlichen Horizont der Realisierung sowie auch über die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens getroffen worden. Die genauen Haltestellenstandorte werden erst mit der konkreten Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens planerisch fixiert.
Berlin, den 26. November 1999
Jürgen K l e m a n n
Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt