Unterbrechung der S-Bahnverbindung Treptower Park-Baumschulenweg

Unterbrechung der S-Bahnverbindung Treptower Park-Baumschulenweg

Ereignis

Die Kleine Anfrage Nr. 2660 befasst sich mit der geplanten Unterbrechung der S-Bahnverbindung zwischen Treptower Park und Baumschulenweg, die zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Südinges zwischen Treptower Park und Neukölln erfolgen soll, mit Dauer und Zeitraum der Unterbrechung, den Ersatzverkehren, dem Aufwand und der Kostenträgerschaft, der verkehrlichen Bedeutung der Verbindung sowie möglichen Alternativen zur vollständigen Unterbrechung. Der Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr, Jürgen Klemann, verweist auf die Stellungnahme der Deutschen Bahn AG, wonach es nicht zutreffe, dass die Unterbrechung der S-Bahnlinie Treptower Park–Baumschulenweg (S 6/8) zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Südinges (S 4) erfolgen solle, dass auf der Linie S 6/8 vier Eisenbahnüberführungen (Straße Am Treptower Park, Karpfenteichstraße, Puderstraße, Dammweg) als Ersatzmaßnahmen neu zu errichten seien, dass zur wirtschaftlichen Errichtung eine Totalsperrung von ca. 14 Wochen geplant sei, der Bauzeitraum noch nicht eingeordnet sei und nach derzeitigem Planungsstand eine Realisierung Ende 1998 bzw. Anfang 1999 möglich sei, dass als Ersatzverkehr die S-Bahn Treptower Park–Neukölln und Neukölln–Baumschulenweg sowie Busverkehr zur Anbindung der Station Planterwald diene und dass der Aufwand von der DB AG getragen werde; der Senat halte die von der DB AG aufgezeigte Alternative für die Fahrgäste für erheblich nachteilig und werde sich in Gesprächen mit der DB AG darum bemühen, dass die Baumaßnahmen vornehmlich in der Ferienzeit abgewickelt würden.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/2660 (Kleine Anfrage Nr. 2660)

  1. Trifft es zu, daß zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Südinges zwischen Treptower Park und Neukölln die S-Bahnverbindung zwischen Treptower Park und Baumschulenweg unterbrochen werden soll?

  2. Wenn ja, a) für wie lange und in welchem Zeitraum soll der Verkehr unterbrochen werden, b) welche Ersatzverkehre sollen angeboten werden, c) welcher Aufwand wird dadurch entstehen, und wer wird diese Kosten tragen, d) welche Position vertritt der Senat zu den S-Bahn-Planen?

  3. Teilt der Senat die Auffassung, daß die direkte S-Bahnverbindung von der Innenstadt in den Südostraum über den Abschnitt Treptower Park – Baumschulenweg von hoher verkehrlicher Bedeutung insbesondere für den Berufspendelverkehr und den Ausflugsverkehr ist?

  4. Welche Alternativen zur völligen Unterbrechung der S-Bahnverbindung bestehen nach Ansicht des Senates für den Fall einer notwendigen Streckensanierung zwischen Treptower Park und Baumschulenweg?

Berlin, den 26. August 1997

Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 2660

Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Die für die zwischen den S-Bahnhöfen Treptower Park und Baumschulenweg in Aussicht genommenen Brückenbauarbeiten zuständige Deutsche Bahn AG teilt zu den Fragen folgendes mit:

Zu 1.:

Es trifft nicht zu, daß die Unterbrechung der S-Bahnlinie Treptower Park – Baumschulenweg (S 6/8) zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Südinges zwischen Treptower Park und Neukölln (S 4) erfolgen soll.

Zu 2.:

Auf der Linie S 6/8 sind zwischen Treptower Park und Baumschulenweg vier Eisenbahnüberführungen als Ersatzmaßnahmen neu zu errichten:

Straße Am Treptower Park (zweigleisig) Karpfenteichstraße (2× eingleisig) Puderstraße (2× eingleisig) Dammweg (2× eingleisig)

a) Zur wirtschaftlichen Errichtung unter minimaler Beeinträchtigung des S-Bahnverkehrs ist eine Totalsperrung von ca. 14 Wochen geplant. Der Bauzeitraum ist noch nicht eingeordnet. Nach derzeitigem Planungsstand ist eine Realisierung Ende 1998 bzw. Anfang 1999 möglich (Erreichung Planrecht).

b) Als Ersatzverkehr dient die S-Bahn Treptower Park – Neukölln und Neukölln – Baumschulenweg sowie Busverkehr zur Anbindung der Station Planterwald.

c) Der Aufwand wird von der DB AG getragen.

d) Siehe 4.

Zu 3.:

Ja.

Zu 4.:

Die DB AG teilt hierzu folgendes mit:

Als Alternative steht nur die einzelne Errichtung der Ingenieurbauwerke mit einer Gesamtbauzeit von mehr als zwei Jahren und verlängerten Wochendsperrpausen (80 Std. Totalsperrungen für Abbruch und Einbau von Hilfsbrücken sowie für den Einbau der neuen Überbauten insgesamt 14 Wochenenden) sowie Betriebseinschränkungen durch Pendelverkehre zur Wahl. Die Folge ist ein fast verdoppelter Bauaufwand infolge langer Bauzeiten und der Vielzahl von Baubehelfen.

Der Senat schätzt ein, daß die von der DB AG aufgezeigte Alternative für die Fahrgäste von erheblichem Nachteil wäre. Weitere Varianten, die vom Aufrechterhalten des Verkehrs auf der Strecke über S-Bf Planterwald ausgehen und dabei für die Fahrgäste günstiger wären, sind nach heutigem Erkenntnisstand nicht festzustellen.

Nach Kenntnis des Senats sind innerhalb der DB AG zu dem Vorhaben Brückenerneuerung noch keine abschließenden Entscheidungen getroffen worden. Auch ist mit dem Senat das Vorhaben noch abzustimmen.

Der Senat anerkennt prinzipiell jedoch die Tatsache, daß zur Beibehaltung der Verfügbarkeit von Verkehrsanlagen Grundsanierungsmaßnahmen notwendig sind und, wie im vorliegenden Fall, Brücken ersetzt werden müssen. Auf Grund der Eigenart der Maßnahmen sind Einschränkungen des Bahnbetriebes hinzunehmen. Die von der DB AG angestrebte Totalsperrung ist zwar aus Sicht der Nutzer von Nachteil, der sich jedoch im Vergleich zur Alternative eines Pendelverkehrs mit mehrmaligem Umsteigen, gegebenenfalls verbunden mit Bahnsteigwechsel auf den S-Bahnhöfen Treptower Park und Baumschulenweg, relativiert.

Die von der DB AG genannten Ersatzverkehre stellen einen brauchbaren Kompromiß dar, insbesondere wenn als Maßstab neben der Anzahl der Umsteigevorgänge auch die zusätzliche Reisezeit (bis zu ca. 6 Min.) in Betracht gezogen wird, die im Falle der Alternative Pendelverkehr auf der bestehenden Strecke über S-Bf Planterwald einen ähnlichen Umfang erreichen kann.

Ein Teil der betroffenen Fahrgäste wird sich alternative Wege über den Südring und die kreuzenden Nord-Süd-Linien U 8, U 6 und S 2/S 25 suchen, um die jeweiligen Ziele zu erreichen.

Der Senat wird sich in Gesprächen mit der DB AG darum bemühen, daß die Baumaßnahmen vornehmlich in der Ferienzeit abgewickelt werden.

Berlin, den 31. Oktober 1997

Jürgen Klemann Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt