Entwicklung neuer U-Bahn-Zuege
Ereignis
Die Kleine Anfrage befasst sich mit den Vorplanungen der BVG für eine neue U-Bahn-Zuggeneration auf den Großprofilstrecken als Nachfolger der F-Serie sowie mit ökologischen Kriterien beim Fahrzeugbau. Der Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe, Horst Wagner, erteilt Überlegungen zu klimatisierten U-Bahn-Zügen in Berlin aufgrund des hohen Tunnelanteils, gesundheitlicher Risiken und hoher Zusatzkosten eine klare Absage. Bezüglich einer ökologisch orientierten Stadtpolitik hebt er hervor, dass bei der Materialauswahl künftiger U-Bahn- und S-Bahn-Züge der Gesichtspunkt der vollständigen Beseitigung und Wiederverwertbarkeit berücksichtigt wird. Für die neuen „Metroliner“-Busse liegt bereits eine Entsorgungsverpflichtung des Kunststoffherstellers für die Karosserie vor.
Details & Originaltext
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 11. Wahlperiode, Drucksache 11/659
Nr. 876
des Abgeordneten Michael Cramer (AL)
über Entwicklung neuer U-Bahn-Züge
Ich frage den Senat:
1. Wann, von wem und aus welchem Anlaß wurde mit der Neuentwicklung eines U-Bahn-Zuges für die Großprofilstrecken begonnen?
2. Wie hoch sind die erwarteten Entwicklungskosten, und wer trägt sie?
3. Wodurch soll sich der neue Zug von den Zügen der F-Serie unterscheiden, und welche zusätzlichen Investitions- und Betriebskosten sind dadurch zu erwarten?
4. Hält der Senat Überlegungen für klimatisierte U-Bahn-Züge in Berlin für geeignet
a) in diesen Breitengraden und wegen des hohen Tunnelanteils bei der Berliner U-Bahn,
b) wegen der gesundheitlichen Risiken durch Klimatisierung und
c) angesichts der zusätzlichen Kosten?
5. Wie hoch ist der zu erwartende Energieverbrauch durch Klimatisierung der U-Bahn-Züge absolut und im Verhältnis zum Gesamtenergieverbrauch des Zuges, und ist dieser zusätzliche Energieverbrauch mit dem Ziel einer ökologisch orientierten Stadtpolitik vereinbar?
6. Teilt der Senat die Meinung von Fachleuten, daß es ein wichtiges Merkmal einer ökologisch orientierten Produktion sei, ob die hergestellten Produkte vollständig beseitigt werden können?
7. Wird dies bei den neuen U-Bahn-Fahrzeugen der BVG, bei den neuen S-Bahn-Zügen und bei dem Bus „Metroliner“ gewährleistet sein?
Berlin, den 9. Januar 1990
Eingegangen am 16. Januar 1990
Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 876
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Es ist für jedes Unternehmen zwingend erforderlich, in bestimmten Zeitabständen seine technischen Produkte dahingehend zu überprüfen, ob ihr bisheriges Konzept noch dem Stand der Technik entspricht, oder ob sie durch ein neues Produkt abzulösen sind, weil die weiterentwickelte Technik Vorteile etwa in wirtschaftlicher Hinsicht (z. B. Instandhaltungskosten, Stromverbrauch usw.), aber auch im Hinblick auf die Belange der Sicherheit oder einer ökologisch orientierten Entsorgung bietet. Verkehrsunternehmen sind darüber hinaus durch gesetzliche Vorschriften gehalten, Betriebsanlagen und Fahrzeuge nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu bauen und zu betreiben, das heißt die Weiterentwicklung dieser Regeln zu berücksichtigen.
Die BVG stellt zur Zeit Unterlagen zusammen, um bei den U-Bahnzügen die oben genannte Prüfung durchzuführen.
Zu 2. und 3.:
Diese Fragen können erst beantwortet werden, wenn konkrete Planungen vorliegen. Im übrigen ist es das Ziel jeder Weiterentwicklung, Produkte zu erstellen, deren Kosten/Nutzenverhältnis sich gegenüber dem zu ersetzenden Produkt verbessert.
Zu 4.:
Nein. Solche Überlegungen stehen daher auch nicht an.
Zu 5.:
Entfällt.
Zu 6.:
Ja.
Zu 7.:
Bei der Materialwahl der neuen U-Bahnzüge wird der Gesichtspunkt der Frage 6 wie bei den neuen S-Bahnzügen berücksichtigt. Bei den „Metroliner“-Bussen verpflichtet sich der Kunststoffhersteller, für die Karosserie die umweltgerechte Entsorgung sicherzustellen.
Berlin, den 19. Februar 1990
Wagner
Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe
Eingegangen am 1. März 1990
Hinweis
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.