BVG-Silvesterverkehr 1989
Ereignis
Die Kleine Anfrage befasst sich mit den verkehrlichen Herausforderungen und der Fahrgastinformation der BVG in der historischen Silvesternacht 1989/1990, die durch den extremen Andrang bei den Feierlichkeiten am Brandenburger Tor geprägt war. Der Senator für Wirtschaft, Dr. Mitzscherling, erläutert im Namen des Senats, dass das S-Bahn-Angebot auf der Linie 3 operativ bis zu den betrieblichen Grenzen ausgeweitet und auf eine 7½-Minuten-Zugfolge (Vollzüge mit 8 Wagen) zwischen Charlottenburg und Friedrichstraße verdichtet wurde. Er verteidigt die kurzfristigen Planungen und verweist darauf, dass Ausschreitungen im Nord-Süd-Tunnel den S-Bahn-Verkehr zeitweilig zusätzlich erschwerten. Für zukünftige Neujahrsnächte sieht der Senat die bestehenden Schnellbahntakte als nachfragegerecht und ausreichend an.
Details & Originaltext
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 11. Wahlperiode, Drucksache 11/659
Nr. 877
des Abgeordneten Michael Cramer (AL)
über BVG-Silvesterverkehr 1989
Ich frage den Senat:
1. Warum wurden in dem BVG-Informationsblatt für die Fahrgäste nur die Abfahrtszeiten und Takte der Busse, nicht aber die von S- und U-Bahn abgedruckt?
2. Welcher Fahrplan auf der S-Bahnlinie 3 war in der Nacht zum 1. Januar 1990 geplant, und welcher wurde tatsächlich gefahren?
3. Warum wurde angesichts des zu erwartenden Andrangs insbesondere zum Brandenburger Tor nicht von Anfang an eine dichtere Zugfolge angeboten?
4. Wird der Senat dafür sorgen, daß zum Jahreswechsel 1990/91 auf allen S-Bahnlinien eine ebenso dichte Mindestzugfolge wie im U-Bahnnetz angeboten wird und daß die Fahrgäste in den BVG-Informationen neben den Busfahrplänen auch die für S- und U-Bahn finden?
Berlin, den 9. Januar 1990
Eingegangen am 16. Januar 1990
Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 877
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Im „BVG aktuell“, Ausgabe Dezember 1989, wurde auf den Weihnachts- und Silvesterverkehr der U- und S-Bahn hingewiesen. Der Redaktionsschluß dieser Fahrgastinformation war bereits Ende November, so daß genauere Angaben nicht möglich waren. Kurzfristig erschienen Sonderinformationen für Fahrgäste.
Zu 2.:
In der Nacht vom 31. Dezember 1989 zum 1. Januar 1990 war auf der S-Bahnlinie 3 folgender Fahrplan vorgesehen:
30-Minuten-Zugfolge zwischen Wannsee und Friedrichstraße und Verdichtung zwischen Charlottenburg und Friedrichstraße auf 15-Minuten-Zugfolge.
Über diese Maßnahmen hinaus wurde dem Bedarf entsprechend wegen der Veranstaltung am Brandenburger Tor der Streckenteil Charlottenburg-Friedrichstraße von 23.00 bis 3.00 Uhr auf 7½-Minuten-Zugfolge weiter verdichtet.
Diese 7½-Minuten-Zugfolge ist die höchstmögliche Zugfolge, da auf Friedrichstraße nur ein Kehrgleis zur Verfügung steht. Alle Züge wurden als Vollzüge (8 Wagen) gefahren.
Das Fahrplanangebot stellte also eine durchaus realistische Planung auf Grund der zur Verfügung stehenden personellen Möglichkeiten dar und wurde operativ bis zu den betrieblich möglichen Grenzen ausgebaut, als der Bedarf eintrat.
Zu 3.:
Das Angebot der Vorjahre zum Jahreswechsel, U-Bahn 15-Minuten-Zugfolge und S-Bahn 30-Minuten-Zugfolge, entsprach dem Bedarf.
Die Belastungen in der Silvesternacht 1989/1990 wurden nicht durch die Besucherregelung ausgelöst, sondern durch die Veranstaltung am Brandenburger Tor. Die BVG hat dem Fahrgastandrang, wie bereits gesagt, im Rahmen der derzeit vorhandenen technischen und betrieblichen Möglichkeiten Rechnung getragen. Die Arbeit der BVG wurde noch dadurch erschwert, daß im Nord-Süd-Tunnel – bedingt durch übermütige Ausschreitungen – der S-Bahnverkehr zeitweilig eingestellt werden mußte.
Zu 4.:
Aus heutiger Sicht ist eine Änderung der Fahrbahntakte in der Neujahrsnacht nicht erforderlich, da die angebotenen Takte im Schnellbahnbereich sowohl nachfragegerecht als auch ausreichend attraktiv sind. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, daß die BVG ihre Angebote bei besonderen Anlässen immer in geeigneter Form bekanntmacht.
Berlin, den 16. Februar 1990
Dr. Mitzscherling
Senator für den Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe
Eingegangen am 21. Februar 1990
Hinweis
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.