So ein S-Bahnwagen besteht aus vielen Teilen, die bei guter Pflege meist unauffällig funktionieren. Da diese Pflege beim Berliner Wagenpark wegen sogenannter Rationalisierung offenkundig nicht mehr ausreichend stattgefunden hat, lernen wir den Aufbau der Fahrzeuge jetzt schrittweise kennen. Nach Rädern und Achsen sind wir jetzt bei den Bremszylindern angelangt und Kenner der Materie können auswendig aufzählen, was sonst noch alles an sicherheitsrelevanten Teilen kaputtgehen kann: der Antrieb, die Verkabelung, die Sicherheitstechnik, die Stromzuführung, und und und. Bleibt die Bahn bei ihrer jetzigen Strategie des Schaunmermal, und geht man von einem halben Jahr eingeschränkten Verkehrs pro neu entdeckter …
Der zweite Notfahrplan der S-Bahn innerhalb weniger Wochen hat scharfe Reaktionen von Politikern hervorgerufen. Denn wieder verkehren auf mehreren wichtigen Linien der S-Bahn keine Züge mehr. Insbesondere ist für unbestimmte Zeit die wichtigste Ost-West-Verbindung zwischen Alexanderplatz und Westkreuz unterbrochen. Grund sind neue Sicherheitsmängel an den Bremsen. Deshalb hat die S-Bahn gestern überraschend drei Viertel ihrer Züge aus dem Verkehr gezogen. Ein „verlässlicher Notfahrplan“ muss erst erstellt werden und soll morgen in Kraft treten. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kündigten Unterstützung an. Zunächst soll die U-Bahn-Linie 2 mit sechs zusätzlichen Zügen verstärkt werden – am Morgen zwischen Alexanderplatz und Zoologischer Garten, vom Vormittag an dann bis …
BERLIN. Den Fahrgästen der Berliner S-Bahn steht wegen massiver Sicherheitsprobleme wieder ein Verkehrschaos bevor. Für den heutigen Tag steht nur knapp ein Viertel der Züge zur Verfügung. So verkehrt zwischen Alexanderplatz und Westkreuz, einer der wichtigsten Ost-West-Linien, bis auf Weiteres keine S-Bahn. „Das ist ein schwarzer Tag für Berlin und die S-Bahn“, sagte gestern Abend Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn AG, zu der die Berliner S-Bahn gehört. Die Bahn wollte über Nacht einen Notfahrplan ähnlich wie im Juli aufstellen. Wie lange dieser gilt, ist noch unklar. Grund sind dieses Mal defekte Bremsen, die offenbar längere Zeit nicht vorschriftsmäßig gewartet wurden. Im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung hatten Techniker gestern Nachmittag an einem S-Bahn-Wagen vier nicht funktionierende Bremszylinder festgestellt – jeder Wagen verfügt über …
Wegen erneuten Fahrzeugproblemen kommt es bei der Berliner S-Bahn wieder zu einem Notfahrplan. Es stehen nur noch rund 160 Viertelzüge (25% des Fahrzeugbestandes) zur Verfügung. Zur Unterstützung der Berliner S-Bahn ergreift die ODEG ab 08.09.09 folgende Maßnahmen: • OE 25 verkehrt zwischen Berlin und Werneuchen immer mit 3 Triebwagen je Zug. • OE 36 Verstärkung nur zwischen Schöneweide und Friedersdorf (2 Triebwagen je Zug). Achtung: Bei einigen Zügen ist daher ein Umstieg in Friedersdorf erforderlich. • OE 60 verkehrt zwischen Berlin und Eberswalde immer mit 3 Triebwagen je Zug. Zwischen Eberswalde und Wriezen/Frankfurt(O.) fährt nur ein einzelner Triebwagen. Achtung: in Eberswalde ist immer ein Umstieg erforderlich! • OE 63 verkehrt planmäßig zwischen Joachimsthal und Eberswalde. Achtung: in Eberwalde ist immer ein Umstieg erforderlich (Pressemeldung ODEG, 08.09.09).
Ingeborg Junge-Reyer, die Senatorin für Stadtentwicklung, hat am 07.09.09 zum vierten so genannten „S-Bahngipfel“ eingeladen. Seit Juli 2009 lässt sich die Senatorin regelmäßig von den Vorstandsvorsitzenden bzw. Geschäftsführern der S-Bahn, der DB AG, der BVG und des VBB berichten, welche Schritte mit welchem Erfolg in die Wege geleitet wurden, um die S-Bahn-Krise zu bewältigen. Eine Woche nach Ende der Sommerferien sieht Senatorin Junge-Reyer Nachbesserungsbedarf beim S-Bahn-Fahrplan. Zur Zeit kann die S-Bahn nur 60 Prozent der planmäßig benötigten Fahrzeuge bereitstellen. Zwar kann auf einigen Linien wieder fast der übliche Takt angeboten werden, doch die Züge fahren noch mit weniger Wagen (z.T. merklich verringertes Platzangebot) als normalerweise. Senatorin Junge-Reyer: „Wir können anerkennen, dass es bei der S-Bahn auf dem Weg zum Normalbetrieb Fortschritte gibt. Aber ich muss deutlich sagen: Dies reicht noch nicht. Da nun die Schulferien beendet und viele Berlinerinnen und Berliner zurück in der Stadt sind, werden die Defizite bei der S-Bahn wieder um so deutlicher. Nicht nur die Stadt ist spürbar voller sondern auch die S-Bahnzüge. Das Land Berlin erwartet eine deutliche Erhöhung der Kapazitäten auf den stark frequentierten Strecken. Insbesondere auf den überlasteten Linien S3 und S5 und auf der Stadtbahn zwischen Warschauscher Straße und Berlin Zoologischer Garten müssen mehr Züge rollen. Außerdem habe ich dem Management der DB AG und der S-Bahn verdeutlicht, dass die bisher vorgestellten Entschädigungsregelungen nicht ausreichen. Es ist selbstverständlich, dass die Stammkunden entschädigt werden. Es muss möglich sein, dass auch andere Kundengruppen entschädigt werden. Denn unter der mangelhaften Verkehrssituation bei der S-Bahn leiden letztlich alle Kundinnen und Kunden.“ Da die Ferien zu Ende sind, steigen die Fahrgastzahlen. An der Kapazitätsgrenze fahren derzeit die Züge vor allem auf den Strecken von und nach Strausberg/Mahlsdorf (S 5), Ahrensfelde (S 7) und Erkner/Köpenick (S 3) sowie auf der Stadtbahn. Es ist zu erwarten, dass sich in den nächsten Wochen die Verkehrsströme weiter normalisieren und die Nachfrage bei der S-Bahn zunimmt. Vor allem nach Ende der Semesterferien an den Universitäten ist mit noch deutlich mehr Fahrgästen zu rechnen. Auch erste Beobachtungen nach Beginn der Baumaßnahmen am Ostkreuz zeigen, dass Reisende diesen Umsteigepunkt nach Möglichkeit meiden. Dies führt zu veränderten Verkehrsströmen, auf die reagiert werden muss. Bis Ende September sollen auch alle Details der Entschädigungsregelungen für Abo-Kunden der S-Bahn Berlin feststehen. „Es bleibt dabei: Wir entschädigen unsere Stammkunden so schnell und unbürokratisch wie möglich und werden dazu in Kürze umfassend informieren“, so Homburg weiter (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 08.09.09).
(Berlin, 7. September 2009) Bei einer turnusmäßigen Überprüfung der S-Bahn-Flotte wurde am Montagnachmittag ein neuer sicherheitsrelevanter Vorfall festgestellt. Danach müssen bei einem Großteil der Züge unverzüglich die Bremszylinder ausgetauscht werden. Dies führt dazu, dass zum Betriebsbeginn am Dienstagmorgen voraussichtlich nur 163 Viertelzüge zur Verfügung stehen. Das ist ein Viertel der Flotte.
„Wir sind schockiert über diese Entwicklung, die nicht vorhersehbar war“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Wir setzen jetzt alles daran, während der Nacht einen provisorischen Notfahrplan für morgen aufzustellen und die Fahrgäste bestmöglich darüber zu informieren. Ich entschuldige mich ausdrücklich bei allen Berlinerinnen und Berlinern, dass wir sie erneut mit erheblichen Einschränkungen konfrontieren müssen.“
Im Innenstadtbereich bilden die Ringbahnlinien S41/S42 und die Nord-Süd-Linien S1, S2 und S25 das Basisangebot der S-Bahn. Auf der Stadtbahn fahren keine Züge zwischen Alexanderplatz und Westkreuz sowie bis Wannsee und nach Spandau. Nach Potsdam stehen als Ersatzfahrmöglichkeit vier Regionalzüge der Linie RE 1 pro Stunde und Richtung zur Verfügung. Richtung Spandau verkehren die Linien RE 2, RB 10 und RB 14. Die S-Bahn Berlin empfiehlt, im Innenstadtbereich auf das breite Angebot von U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnlinien auszuweichen.
Die S-Bahn-Streckenabschnitte zwischen Springpfuhl und Wartenberg, Strausberg und Strausberg Nord sowie von Schöneweide nach Spindlersfeld werden ebenfalls nicht befahren. Die S-Bahn Berlin wird im Laufe des morgigen Tages einen verlässlichen Notfahrplan erarbeiten, der ab Mittwoch gelten soll.
Zur kurzfristigen Information der Fahrgäste wird die S-Bahn Berlin stündlich ihr Internetangebot unter www.s-bahn-berlin.de aktualisieren, um alle verfügbaren Fakten aktuell zur Verfügung stellen zu können. Zudem werden die Verkehrsredaktionen der Hörfunksender ständig auf dem Laufenden gehalten.
Eine erste Auffälligkeit bei einem Bremszylinder eines S-Bahn-Wagens war im Rahmen von Bremsversuchen festgestellt worden. Daraufhin wurde umgehend das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) informiert und es wurden zusätzliche technische Untersuchungen eingeleitet. Jeder Wagen verfügt über acht Bremszylinder.
„Heute wurden im Rahmen dieser zusätzlichen Sicherheitsüberprüfungen an einem Wagen vier auffällige Bremszylinder festgestellt. Da die Sicherheit unserer Fahrgäste uneingeschränkt Vorrang hat, haben wir uns daraufhin zum sofortigen Austausch aller Bremszylinder mit einer bestimmten Laufleistung entschlossen“, so Homburg weiter. Das weitere Vorgehen zur schnellstmöglichen Stabilisierung des Fahrplanangebots werde eng mit dem EBA und dem Berliner Senat abgestimmt.
Homburg kündigte eine umfassende Untersuchung dieser neuen Vorfälle an: „Falls sich herausstellen sollte, dass hier gegen geltende Instandhaltungs-Richtlinien der S-Bahn Berlin verstoßen wurde, werden wir mit aller Konsequenz gegen die Verantwortlichen vorgehen.“
Eine gute Nachricht für die Fahrgäste der S-Bahn: Wie versprochen, werden die Züge auf der Linie S 7 zwischen Ahrensfelde und Potsdam, die von vielen Fahrgästen genutzt wird, vom nächsten Montag an wieder alle zehn Minuten fahren. Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht: Weil die Wagenflotte noch nicht wieder groß genug ist, müssen die Spandauer nach der Internationalen Funkausstellung erneut mit einem 20-Minuten-Takt vorliebnehmen. Der Plan, vom 14. September an dorthin ebenfalls wieder alle zehn Minuten zu fahren, lässt sich nach Informationen der Berliner Zeitung noch nicht verwirklichen. Berlin ist aus den Ferien zurück, die S-Bahnen werden voller. „Auf der S 7 kommt es vor, dass wir die Leute nicht wegbekommen. Eltern mit Kinderwagen müssen schon mal draußen bleiben“, berichtete ein S-Bahn-Fahrer. „Auch auf den Nord-Süd-Strecken sind die Züge oft brechend voll“, sagte Susanne Schmidt, die häufig auf der S 25 …
Die S-Bahn stockt für die Besucher der Internationalen Funkausstellung IFA ihr Zug-Angebot auf. Von heute bis einschließlich Mittwoch wird die Zahl der Fahrten zum S-Bahnhof Messe Süd verdreifacht. So lange wird außer der S 75 auch die S 3 nach Spandau verkehren, die S 5 wird zum …
Obwohl bei der S-Bahn seit gestern zusätzliche Wagen im Einsatz sind, ist es auf einigen Strecken voll geworden – vor allem im Osten Berlins. Aus Richtung Wuhletal und Friedrichsfelde Ost sowie zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof waren die Kapazitäten „extrem knapp“, sagte der neue S-Bahn-Chef Peter Buchner. Nun werde beobachtet, wie sich die Lage entwickelt. Denn noch seien nicht alle Berliner aus den Ferien zurück. Auch würden einige Fahrgäste nach wie vor auf andere Verkehrsmittel ausweichen, sagte Hans-Werner Franz, Chef des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Er erwartet, dass der Andrang bei der S-Bahn Mitte der Woche steigen wird. Am Donnerstag werde entschieden, ob weitere Züge eingesetzt werden, so Buchner. Dafür stünden drei Reservezüge mit je sechs Wagen bereit. Mitte August waren 540 Wagen im Einsatz. Seit gestern sind 678 Wagen im Betrieb. „Wir haben unser Versprechen gehalten“, sagte der S-Bahn-Chef. „Wir fahren wieder …
Der Trassengrundpreis bei der Berliner S-Bahn ist um rund 78 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Untersuchung von Christian Böttger, Professor an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) Berlin, hervor. 2001 musste das Unternehmen für jeden gefahrenen Kilometer noch einen Grundpreis von 1,48 Euro an die Deutsche Bahn (DB) zahlen. Heute gehören die Trassen der S-Bahn Berlin mit einem Grundpreis von 2,64 Euro pro Kilometer zu den teuersten Deutschlands. Nun steht eine weitere Preiserhöhung bevor. Nach der neuen Trassenpreisbroschüre wird der Grundpreis pro Kilometer zum 13. Dezember auf 2,70 Euro steigen. Nach dem DB-System muss dieser Basisbetrag noch mit einem nutzungsabhängigen Faktor multipliziert werden – im Fall der S-Bahn Berlin mit 1,65. Damit wird DB Netz für jeden gefahrenen Zugkilometer statt rund 4,36 künftig fast 4,46 Euro berechnen. Das Konzern begründet die relativ hohen Trassenpreise mit der besonderen Technik: …