Wenn die nächste S-Bahn wieder mal lange auf sich warten lässt, lassen immer mehr Reisende ihren Ärger an Mitarbeitern des Verkehrsunternehmens aus. Das berichtete Heiner Wegner von der Gruppe Transparenz für die Basis, die im S-Bahn-Betriebsrat vertreten ist, am Donnerstag. „Bei allem verständlichen Ärger ist es für uns nicht hinnehmbar, dass die Kolleginnen und Kollegen immer wieder von Fahrgästen beschimpft und beleidigt werden.“ „Wir arbeiten bis an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit. Wenn wir dann auch noch von den Fahrgästen in ungehöriger Weise attackiert werden, fehlt uns hierfür jegliches Verständnis“, so Wegner. Der Berliner Fahrgastverband IGEB bat ebenfalls die Reisenden, sich zurückzuhalten – auch wenn der …
Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat der S-Bahn Berlin GmbH eine Betriebsgenehmigung mit Geltungsdauer bis Ende 2013 erteilt. Das teilte die Bonner Behörde am 22.12.10 mit. Die Eisenbahnaufsicht habe bei ihrer Entscheidung berücksichtigt, dass das Unternehmen 2010 einiges getan habe, um die Instandhaltung der Fahrzeuge und die Sicherheit des S-Bahn-Betriebes zu verbessern. Nun müsse es beweisen, dass seine veränderten Prozesse geeignet sind, eine sichere Betriebsführung dauerhaft zu gewährleisten. Vor einem Jahr hatte das EBA der S-Bahn mit Blick auf damals festgestellte Sicherheitsmängel zunächst nur eine für zwölf Monate gültige Betriebserlaubnis erteilt (Pressemeldung EBA, 24.12.10).
BERLIN. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die frühere Bahnführung unter Hartmut Mehdorn für die chaotischen Zustände bei der Berliner S-Bahn verantwortlich gemacht. Ramsauer nahm die jetzige S-Bahn-Geschäftsführung ausdrücklich in Schutz. Die andauernde Krise bei der Berliner Bahn-Tochter sei ein Erbe der Vergangenheit, sagte Ramsauer. „Wer die Berliner S-Bahn jahrelang als Cash Cow – Melkkuh – betrachtet, der darf sich nicht wundern, wenn sich das auf gewisse Weise auswirkt.“ Die DB hatte von der S-Bahn hohe Gewinnabführungen kassiert. Allein 2008 waren es 56 Millionen Euro. Zugleich zeigte der Minister Verständnis für die Fahrgäste, die sich über Verspätungen und Zugausfälle ärgern. Die Situation bei der S-Bahn sei nicht in Ordnung, sagte der CSU-Politiker der Berliner Zeitung. „Hier ist in den vergangenen Jahren viel schiefgelaufen“, räumte der Minister ein. Ramsauer bat die Fahrgäste allerdings um Geduld. „Wenn in einem kaufmännischen Betrieb jahrelang unter anderen Zielvorstellungen gewirtschaftet worden ist, dann hat das Auswirkungen, die nur schrittweise wieder umgepolt werden können.“ Mit der neuen Leitung der Bahn sei ein Kurswechsel zu mehr …
Die Zitterpartie für die S-Bahn Berlin ist endlich zu Ende. Gestern hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) dem Unternehmen eine neue Betriebsgenehmigung erteilt – nur wenige Tage, bevor die jetzige Zulassung ungültig wird. Damit müssen die Fahrgäste nicht mehr befürchten, dass vom 1. Januar an keine S-Bahnen mehr fahren. Als weiteren Erfolg kann die Chefriege mit Peter Buchner an der Spitze für sich verbuchen, dass die neue Genehmigung bis Ende 2013 gilt – die jetzige war wegen festgestellter Sicherheitsmängel nur auf ein Jahr befristet worden. „Wir erkennen an, dass die S-Bahn einiges dafür getan hat, die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge und die Sicherheit des Betriebs zu verbessern“, sagte der Behördensprecher Moritz Huckebrink. Das Amt, das die S-Bahn wegen sicherheitsrelevanter Tricksereien 2009 unter verschärfte …
Trauer oder Ärger: Mehr Gefühle ruft die Berliner S-Bahn nicht mehr wach. Ein gerühmtes und berühmtes Verkehrsmittel ist nur noch ein Schatten seiner selbst – das stimmt traurig. Ein früher so zuverlässiger Verkehrsträger schafft es in vielen Fällen nicht mehr, die Menschen in Berlin pünktlich zur Arbeit zu bringen – das sorgt für Ärger. Aber diese Empfindungen sollten die Berliner nicht davon abhalten, die Ursachen der Krise mit kühlem Kopf zu analysieren. Dabei wird klar: Sicher ist es richtig, dass der Bahnkonzern die Grundlagen für das Chaos gelegt hat. Doch richtig ist auch, dass der Senat lange zusah und bis heute zaghaft geblieben ist. Schon 2007 war klar, dass die S-Bahn immer unzuverlässiger wird. Aber erst …
Natürlich ärgere ich mich auch, wenn ich auf dem S-Bahnhof in der Kälte stehe und der nächste Zug kommt erst in einer Viertelstunde. Aber als Techniker kann ich dazu nur sagen: Die Baureihe 481, die einen Großteil unserer Flotte bildet, ist Murks. Sie ist einem solchen Wetter einfach nicht gewachsen. Tiefe Temperaturen und Pulverschnee – das wirkt sich bei ihr fatal aus. Die feinen Kristalle dringen nicht nur in die Motoren ein, schmelzen und lösen dort Kurzschlüsse aus. Sie setzen auch viele Brems- und Heizungsanlagen schachmatt. Denn überall dort, wo Lüfter Luft ansaugen, dringt Pulverschnee ein. Jetzt vereisen sogar die Klimaanlagen, die in den Zügen die Leitelektronik kühlen sollen. Kälte schaltet die Kühlung aus, ganz schön paradox! Die Unterseite der meisten Wagen ist inzwischen ein einziger riesiger …
Natürlich ärgere ich mich auch, wenn ich auf dem S-Bahnhof in der Kälte stehe und der nächste Zug kommt erst in einer Viertelstunde. Aber als Techniker kann ich dazu nur sagen: Die Baureihe 481, die einen Großteil unserer Flotte bildet, ist Murks. Sie ist einem solchen Wetter einfach nicht gewachsen. Tiefe Temperaturen und Pulverschnee – das wirkt sich bei ihr fatal aus. Die feinen Kristalle dringen nicht nur in die Motoren ein, schmelzen und lösen dort Kurzschlüsse aus. Sie setzen auch viele Brems- und Heizungsanlagen schachmatt. Denn überall dort, wo Lüfter Luft ansaugen, dringt Pulverschnee ein. Jetzt vereisen sogar die Klimaanlagen, die in den Zügen die Leitelektronik kühlen sollen. Kälte schaltet die Kühlung aus, ganz schön paradox! Die Unterseite der meisten Wagen ist inzwischen ein einziger riesiger …
Wir haben schon jetzt nicht mehr genug Fahrer. Weil beim Fahrpersonal lange Zeit immer nur Stellen weggespart wurden. Heute kommt noch ein Riesenproblem dazu: Wir haben zu wenig Nachwuchs. Ehrlich gesagt, ich kann das verstehen. Ich würde niemandem mehr empfehlen, Triebfahrzeugführer zu werden. Der Schichtdienst, Ärger mit den Fahrgästen, das geht auf die Gesundheit. Aber am schlimmsten finden wir, wie uns der Bahnkonzern hängen lässt. Da ist zum Beispiel die Sache mit den Weichenheizungen: Die sind oft viel zu schwach eingestellt – angeblich, um Strom zu sparen. Oder die vielen Signalstörungen. DB Netz hat vor einiger Zeit die Wartungsintervalle …
Wir haben schon jetzt nicht mehr genug Fahrer. Weil beim Fahrpersonal lange Zeit immer nur Stellen weggespart wurden. Heute kommt noch ein Riesenproblem dazu: Wir haben zu wenig Nachwuchs. Ehrlich gesagt, ich kann das verstehen. Ich würde niemandem mehr empfehlen, Triebfahrzeugführer zu werden. Der Schichtdienst, Ärger mit den Fahrgästen, das geht auf die Gesundheit. Aber am schlimmsten finden wir, wie uns der Bahnkonzern hängen lässt. Da ist zum Beispiel die Sache mit den Weichenheizungen: Die sind oft viel zu schwach eingestellt – angeblich, um Strom zu sparen. Oder die vielen Signalstörungen. DB Netz hat vor einiger Zeit die Wartungsintervalle …