Frau Junge-Reyer, wie geht es Ihnen, wenn Sie an die S-Bahn denken?
Ich bin wütend und sehr enttäuscht. Die Verantwortlichen der Bahn haben mir noch Anfang Dezember versichert, sie hätten alles im Griff.
Warum lassen Sie sich denn so auf der Nase herumtanzen?
Das tun wir ja nicht. Wir haben den S-Bahn-Vertrag im vorigen Jahr sehr erfolgreich nachverhandelt. Wir haben Qualitätskriterien und Strafen für fehlende Leistungen klar definiert. Mehr geht nicht. Wir sind nicht Eigentümer der S-Bahn, sondern Kunde.
Das Angebot ist aber weiter schlecht. Warum verklagen Sie nicht die Bahn?
Das Kernproblem, dass zu wenig Züge zur Verfügung stehen, wäre so nicht zu lösen. Die Bahn hat diese Wagen nicht.
Frau Junge-Reyer, wie geht es Ihnen, wenn Sie an die S-Bahn denken?
Ich bin wütend und sehr enttäuscht. Die Verantwortlichen der Bahn haben mir noch Anfang Dezember versichert, sie hätten alles im Griff.
Warum lassen Sie sich denn so auf der Nase herumtanzen?
Das tun wir ja nicht. Wir haben den S-Bahn-Vertrag im vorigen Jahr sehr erfolgreich nachverhandelt. Wir haben Qualitätskriterien und Strafen für fehlende Leistungen klar definiert. Mehr geht nicht. Wir sind nicht Eigentümer der S-Bahn, sondern Kunde.
Das Angebot ist aber weiter schlecht. Warum verklagen Sie nicht die Bahn?
Das Kernproblem, dass zu wenig Züge zur Verfügung stehen, wäre so nicht zu lösen. Die Bahn hat diese Wagen nicht.
Die Berliner S-Bahn wird auch heute nur nach einem Notfahrplan unterwegs sein. Wie ein Bahnsprecher sagte, stehen derzeit etwa 550 Wagen zur Verfügung. Für einen Normalbetrieb wären aber 1124 Wagen erforderlich. Die S-Bahn bietet seit Sonntag nur ein Rumpfangebot an und hat vier Strecken in den Außenbezirken stillgelegt. Nur durch die milderen Temperaturen in dieser Woche konnte die S-Bahn den Rückstau in ihren Werkstätten etwas abbauen, doch das Angebot hat sich für die Fahrgäste nur geringfügig verbessert. Auf einigen Strecken wurde ein 10-Minuten-Takt eingerichtet – zum Beispiel auf der Linie S1 zwischen Zehlendorf und Gesundbrunnen sowie auf der S5 zwischen Mahlsdorf/Hoppegarten und Charlottenburg. Auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg fahren die Züge …
Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger erwartet von Bahn und S-Bahn Erklärungen, wie die unhaltbaren Zustände verbessert werden sollen. Neben den S-Bahn Einschränkungen kommt es jetzt auch noch zu erheblichen Zugausfällen im Regionalverkehr. Betroffen sind sowohl Brandenburger und Potsdamer Berlinpendler, aber auch der Süden des Landes.
Vogelsänger: „Die Bahn hat ohne vorherige Abstimmung mit uns einfach Züge gestrichen. Das kann nicht sein. Wenn ein fahrender Zug wegen der Witterung liegen bleibt, ist das schlimm genug. Wenn Züge aber erst gar nicht auf die Strecke geschickt werden, ist das ein Offenbarungseid. Es lässt sich den vielen Pendlern nicht mehr vermitteln, dass der Bahnkonzern weder genügend S-Bahnen noch Regionalzüge auf die Schienen bringen kann. Ich erwarte eine Erklärung von den Bahn und S-Bahn-Verantwortlichen. Erst kürzlich habe ich einen Brandbrief geschickt, weil einige Regionalzüge sehr unpünktlich fuhren. Morgen sollen mir die Verantwortlichen von DB Regio in einem Gespräch erklären, wie es im Regionalverkehr weitergehen wird und am Freitag gibt es einen Termin mit der Geschäftsführung der S-Bahn.“
RE1 Ausfall der Verdichterzüge in der Hauptverkehrszeit Brandenburg-Potsdam-Berlin-Golm.
RE2 Ausfall einzelner Umleiterzüge Berlin-Cottbus in der Hauptverkehrszeit.
RB13 Ausfall aller Verdichterzüge Spandau-Wustermark.
RB20 Ausfall aller Züge Potsdam-Golm-Hennigsdorf.
RB21 Ausfall der Verdichterzüge Potsdam-Golm.
Auch der Süden Brandenburgs ist betroffen:
Die Linien RE11 Leipzig-Falkenberg-Ruhland-Hoyerswerda und RE15 Dresden-Ruhland-Hoyerswerda von DB Regio Südost fallen gemäß einer Meldung im Internet vom 3. bis 15. Januar 2011 komplett aus. Als Ersatz wird auf die Linie RE18 Falkenberg/Dresden-Ruhland-Cottbus verwiesen und ein zweistündlicher Busersatzverkehr zwischen Ruhland und Hoyerswerda eingerichtet. Auch bei der Linie RB45 Elsterwerda-Chemnitz sind einzelne Verdichterzüge betroffen. Begründet wird der Ausfall mit der Witterung.
Bei der S-Bahn ist Brandenburg durch schlechtere Taktzeiten auf verschiedenen Strecken und Zugausfälle betroffen, zum Beispiel auf der Strecke nach Strausberg Nord sowie Hennigsdorf.
Das Land Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, und das Land Brandenburg, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, haben im Amtsblatt der Europäischen Union eine Vorinformation zu Verkehrsleistungen im SPNV-Netz der Berliner S-Bahn gegeben (2011/S 1-001450). Die Länder Berlin und Brandenburg haben einen für den Zeitraum vom 1.1.2003 bis zum 14.12.2017 wirksamen Vertrag über die Bedienung der Strecken im S-Bahnverkehr der Region Berlin/Brandenburg mit der S-Bahn Berlin GmbH vereinbart. Über Meinungsverschiedenheiten aus diesem Vertrag haben die Vertragspartner einen gerichtlichen Vergleich geschlossen. In dessen Umsetzung soll die S-Bahn Berlin GmbH vertraglich verpflichtet werden, in den Fahrplanjahren 2012 bis 2017 Mehrleistungen zu den bestehenden vertraglichen Verpflichtungen in einem Gesamtvolumen von ca. 11 500 000 Zugkm insbesondere zur Anbindung des neuen Flughafens BER in Schönefeld zu erbringen, ohne dass eine zusätzliche finanzielle Leistung der Länder erforderlich ist. Eine Aufteilung in Lose erfolgt nicht (WKZ, Quelle EU-Ausschreibung, 05.01.11).
Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, Renate Künast, forderte den Senat am Montag auf, die Vergabeverträge neu auszuschreiben. Wortreiches Bedauern und der Ruf nach Entschädigung seien nicht ausreichend, betonte Künast. „Der Senat muss endlich aufzeigen, wie er das Problem zu lösen gedenkt: in den nächsten Wochen und durch eine Ausschreibung der Verträge.“ Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wies Künasts Forderung als unrealistisch zurück. In der ganzen Welt gebe es derzeit niemanden, der Triebwagen der notwendigen Baureihe und Größenordnung beschaffen und einsetzen könne, sagte Junge-Reyer dem rbb. Der aktuelle Verkehrsvertrag mit der S-Bahn gilt noch bis Ende 2017.
Vogelsänger fordert Eingreifen des Bundes Auch in Brandenburg, wo zahlreiche Pendler zu Wochenbeginn vergeblich auf eine S-Bahn warteten, wächst der Ärger. Die Linke im Potsdamer Landtag sprach von einer „Abkoppelung“ einiger Brandenburger Regionen. Landesverkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) rief den Bund als Bahn-Eigentümer zum …
Angesichts der massiven Zugausfälle bei der S-Bahn gerät das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn immer stärker unter Druck. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung forderte die S-Bahn gestern auf, schnellstmöglich mehr Züge einzusetzen, die Kunden über Zugausfälle besser zu informieren und die Fahrgäste erneut zu entschädigen. Außerdem kündigte die Senatsverwaltung an, die Zahlungen an die S-Bahn auch in diesem Jahr weiter zu kürzen. „Für jeden Wagen, der nicht fährt, behalten wir Geld ein“, sagte Mathias Gille, der Sprecher von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Nur mit einem Notfahrplan war die S-Bahn gestern in die erste Schul- und Arbeitswoche des neuen Jahres gestartet. Lediglich 426 Wagen hatte das Unternehmen im Berufsverkehr auf die Schiene gebracht. Die Folge: Die Fahrgäste mussten lange auf ihren Zug warten, und die Wagen …
Welche Schuld tragen die Bahntechnikhersteller an dem massenhaften Ausfall der Berliner S-Bahnen? Aus Sicht der Deutschen Bahn, dem Mutterkonzern der
S-Bahn, haben sie das Chaos mit zu verantworten. Primäre Ursache der Probleme seien konstruktive Defizite der Problembaureihe 481, die einen Großteil der S-Bahn-Flotte stellt. Radscheiben seien nach dem heutigen Kenntnisstand nicht ausreichend dimensioniert, die angetriebenen Achsen nicht dauerfest. „Wir sind uns keiner Schuld bewusst“, sagte dagegen der Sprecher des weltgrößten Bahntechnikkonzerns Bombardier Transportation, Heiner Spannuth, gestern der Berliner Zeitung.
Jahrelang zuverlässig Die umstrittene Baureihe 481 wurde von den Unternehmen Adtranz und Deutsche Waggonbau AG (DWA) entwickelt, den Vorgängerunternehmen von Bombardier. Es ist die jüngste Baureihe der S-Bahn. Geliefert wurden die Züge zwischen 1996 und 2004. „Die Fahrzeuge wurden damals ordnungsgemäß nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik …