PANKETAL. Von der Decke hängen Kabel herunter, die Sitze sind ausgebaut, Fahrscheinautomaten herausgenommen. „Störung“ steht auf der Betriebsanzeige vorn im Fahrstand. Die Luft in der Straßenbahn ist geschwängert von Lackdämpfen. „Am Anfang fühlt sich die Lunge gereizt an. Aber man gewöhnt sich daran“, sagt Uwe Hildebrand. Zusammen mit zwei Kollegen hat der 48-Jährige die dreiteilige Tram vom Typ GT6 im Marzahner BVG-Depot auf Vordermann gebracht – in Rekordzeit. Nur rund 18 Stunden brauchten sie, um die Vandalismusschäden in den Waggons zu beseitigen und die Inneneinbauten in Silbergrau zu lackieren. Sitze und Fahrscheinautomaten baut die BVG später wieder ein.
Die neugegründete Stadler Reinickendorf GmbH, ein Tochterunternehmen der Stadler Pankow GmbH, erweitert bereits ihre Fertigungstiefe. Das auf Rohbauten spezialisierte Unternehmen übernimmt von der Firma Dangelmayr Oberflächentechnik den Standort in Berlin-Reinickendorf. Die Mitarbeiter, die über ein grosses Know-how verfügen, bleiben im Unternehmen. Zudem sollen in naher Zukunft weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Familienunternehmen Dangelmayr, mit Standorten in Lichtenberg und in Reinickendorf, ist spezialisiert auf das Lackieren von Großfahrzeugen und Industrieteilen. Stadler Reinickendorf GmbH übernimmt von Dangelmayr den Standort Reinickendorf, der sich, in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft befindet. Der Standort in Lichtenberg verbleibt bei Dangelmayr. Alles aus einer Hand – mit diesem Insourcing baut Stadler die eigene Fertigungstiefe weiter aus und setzt auf Kompetenz sowie Facharbeit im eigenen Haus. „Wir arbeiten schon seit Jahren erfolgreich mit der Firma Dangelmayr zusammen. Diverse Lackierarbeiten für unsere Schienenfahrzeuge werden durch die fachkundigen Mitarbeiter ausgeführt“, so Michael Daum, Geschäftsführer der Stadler Pankow GmbH, „Die Lackiererei in Reinickendorf ist eine optimale Ergänzung zur eigenen Rohbaufertigung. Wir beabsichtigen, mehr als 20 Mitarbeiter zu übernehmen. Dadurch bleiben Arbeitsplätze und Know-how erhalten. Zudem planen wir auch hier einen weiteren Aufbau des Mitarbeiterstammes.“ Bei der Stadler Reinickendorf GmbH werden die Rohbauten für die ersten Doppelstocktriebzüge für die ODEG gefertigt (Pressemeldung Stadler, 26.02.11).
BERLIN. Kiss, Flirt, Tango – die Straßenbahnen und Regionalzüge von Stadler Pankow rollen in vielen Bundesländern und europäischen Großstädten. Doch ausgerechnet in Berlin und Brandenburg, dem Standort des Unternehmens, kennt man die Stadler-Bahnen nicht. Aufträge aus der Hauptstadtregion gingen viele Jahre lang an dem Berliner Tochterunternehmen der Schweizer Rail Group regelmäßig vorbei. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern. Zur Zeit montieren die 700 Mitarbeiter des Unternehmens bereits Vario-Straßenbahnen, die in diesem Jahr erstmals an Potsdam ausgeliefert werden sollen. Und die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft ODEG will demnächst 16 Kiss-Doppelstocktriebzüge zwischen Rathenow, Berlin und Cottbus sowie Wismar, Berlin und Jüterbog einsetzen. Die ODEG hatte bei der Ausschreibung dieser Verbindungen den Zuschlag erhalten und die Züge bei …
DB) einen Auftrag für die Lieferung von 137 BOMBARDIER TWINDEXX 2010 Doppelstockwagen der neuesten Generation sowie von 27 BOMBARDIER TRAXX P160 AC-Lokomotiven. Der Auftrag ist von Bombardier bereits am 4. Januar 2011 angezeigt worden. Das Volumen beträgt rund 362 Millionen Euro (485 Millionen US-Dollar). Die Doppelstockwagen und Lokomotiven sollen ab Ende 2013 zum Einsatz kommen.
Der Auftrag umfasst TWINDEXX-Doppelstock-Mittelwagen und -Steuerwagen mit Hoch-/Tief-Einstieg und ist ein Abruf aus dem Rahmenvertrag aus dem Dezember 2008. Der Auftrag für die Lokomotiven ist Teil eines Rahmenvertrages aus dem Jahr 2000.
Erstmals werden von der DB mit dem aktuellen Abruf TWINDEXX-Doppelstockwagen für den Fernverkehr bestellt. Bereits seit 1993 sind Doppelstockwagen von Bombardier sehr erfolgreich im Regionalverkehr der DB im Einsatz.
Grego Peters, Präsident des Geschäftsbereiches Deutschland und Skandinavien der Division Passengers von Bombardier Transportation, sagte: „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG schlagen wir ein neues Kapitel im Bereich der Doppelstockfahrzeuge auf. Wir freuen uns sehr, dass die DB nun unser Erfolgsmodell Doppelstockwagen auch im Fernverkehr einführt. Rund 2.000 unserer Doppelstockwagen sind bereits bei der DB Regio in Betrieb. Die neue Generation TWINDEXX 2010 wird besonders im Komfort neue Maßstäbe setzen.“
Ake Wennberg, Präsident der Division Locomotives and Equipment, sagte: „Die DB greift erneut auf unsere leistungsstarke, zuverlässige und wartungsfreundliche TRAXX-Plattform zurück. Wir sind stolz, dass unsere Lokomotiven nun auch ein wichtiges Element im neuen Fernverkehrskonzept der DB sein werden. Gemeinsam mit den TWINDEXX 2010-Doppelstockwagen sind sie eine ideale Kombination.“
Die TRAXX P160 AC-Lokomotiven und die TWINDEXX 2010-Doppelstockwagen werden voraussichtlich ab Ende 2013 eingesetzt. Bestellt wurden die Doppelstockfahrzeuge sowohl in Ausstattungs-Varianten der 1. als auch der 2. Klasse. Sie sind jeweils mit Teppichboden, sehr komfortablen Sitzen mit Fußstützen sowie Sonnenschutzrollos und großzügigen Gepäckregalen ausgestattet. Zahlreiche Steckdosen erlauben den komfortablen Betrieb elektrischer Geräte, zum Beispiel von Laptops.
Zusätzlich sind alle Doppelstockwagen mit Klimaanlage, elektronischer Sitzplatzreservierung, Außenlautsprechern und Verstärkern für optimierten Mobilfunk-Empfang sowie elektronischen Displays für Unterhaltung und mehrsprachige Informationen ausgestattet. Die Wagen erhalten eine innovative LED-Beleuchtung, die Energie spart und den Fahrgästen durch indirekte Beleuchtung ein angenehmes Ambiente bietet.
In den neuen Zügen wird es erstmals auch Fahrradstellplätze im Intercity-Verkehr geben. Neben den Fahrgastbereichen gehören auch Mehrzweck- oder Familienbereiche zur Ausstattung. Alle Mittelwagen verfügen über zwei Toiletten.
Die neuen Wagen sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt und werden im Bombardier-Werk in Görlitz gefertigt. Die Fertigung der Drehgestelle erfolgt im Bombardier-Werk in Siegen.
Die bestellten 27 TRAXX P160 AC Lokomotiven mit einer Leistung von 5,6 MW und einer maximalen Geschwindigkeit von 160 km/h ergänzen die bereits bestehende TRAXX-Flotte der DB. Dort sind bereits über 600 TRAXX-Lokomotiven im Einsatz – sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.
Die Endmontage der Lokomotiven für die DB wird im Bombardier-Werk in Kassel erfolgen. Die Wagenkästen werden am Bombardier-Standort im polnischen Wrocław, die Drehgestelle im deutschen Werk in Siegen produziert. Die Standorte Mannheim und Hennigsdorf werden die Antriebs- und Steuerungstechnik sowie die Antriebsausrüstung beisteuern.
Die TRAXX-Produktfamilie ist für die Güter- wie auch die Personenbeförderung im nationalen und im grenzüberschreitenden Verkehr in allen Netzen konzipiert. Sie bietet drei elektrische Varianten (Mehrsystem-, Wechselstrom- und Gleichstromlokomotiven) und eine dieselelektrische Ausführung. Alle TRAXX-Lokomotiven zeichnen sich aus durch ihre modulare Bauweise und ihre hoch effizienten BOMBARDIER MITRAC Antriebs- und Steuerungssysteme, die bereits in über 3.800 Lokomotiven im Einsatz sind.
Zu Bombardier Transportation Bombardier Transportation ist ein weltweiter Marktführer in der Schienenverkehrs-technologie und verfügt über das breiteste Produktportfolio der Branche. Bombardier Transportation bietet seinen Kunden innovative Produkte und Dienstleistungen, die neue Standards für nachhaltige Mobilität setzen. BOMBARDIER ECO4-Technologien basieren auf den vier Eckpfeilern Energie, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit; sie sparen Energie, schützen die Umwelt und verbessern die Gesamtleistung des Schienenverkehrs. Bombardier Transportation hat seinen weltweiten Hauptsitz in Berlin und ist in über 60 Ländern vertreten. Über 100.000 Schienenfahrzeuge von Bombardier sind rund um den Globus unterwegs.
Zu Bombardier Bombardier Inc. ist einer der weltweit führenden Anbieter innovativer Verkehrslösungen, von Regionalflugzeugen und Businessjets bis hin zu Schienenverkehrstechnik und den damit verbundenen Systemen und Dienstleistungen. Der internationale Konzern hat seinen Hauptsitz in Kanada. Im letzten Geschäftsjahr (Ende: 31. Januar 2010) belief sich der Gesamtumsatz auf 19,4 Milliarden US-Dollar. Die Bombardier-Aktien werden an der Börse in Toronto notiert (BBD). Darüber hinaus ist Bombardier sowohl weltweit als auch für Nordamerika im Dow Jones Sustainability Index gelistet. Aktuelle Mitteilungen und weitere Informationen finden Sie unter www.bombardier.com.
POTSDAM – „Wir haben etwas gutzumachen und können uns nur entschuldigen.“ Das sagte gestern der Bahnbeauftragte für Berlin, Ingulf Leuschel, vor dem Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtags. Der Ausschuss hatte Bahnmanager zu einer Anhörung geladen, um zu erfahren, was zu den massiven Beeinträchtigungen im Bahnverkehr in diesem Winter geführt hatte. Vier Teilstrecken waren mehrere Tage lang gar nicht bedient worden. Das Land kürzt deshalb seine Zahlungen an die S-Bahn. Die Bahnmanager haben vor allem den heftigen Schnee in Verbindung mit technischen Problemen für die Zugausfälle verantwortlich gemacht. Auch bei der Ersatzteilversorgung habe es Probleme gegeben. Bereits am Montag hatte sich in Berlin Bahnchef Rüdiger Grube …
Die Werbung verspricht Service pur. „So weit, so oft, wohin Sie wollen – mit dem Quer-durchs-Land-Ticket“, verspricht die Deutsche Bahn in Zeitungsanzeigen in Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Bild darüber ist ein schicker Nahverkehrszug der Berliner Firma Stadler Pankow zu sehen, der den für Züge ungewöhnlichen Namen „Flirt“ trägt. Stadler stellt diese Fahrzeuge für den DB-Nahverkehr auf einigen Strecken in dem nordostdeutschen Bundesland her. Vielleicht gibt es ja bald auch einen Flirt für Berlin? Große Bahntechnikhersteller des Landes haben mit Interesse vernommen, dass die die DB jetzt bereit ist, in eine komplett neue S-Bahnflotte in der Hauptstadt zu investieren. Darauf hat sich das Bundesverkehrsministerium gestern mit Bahnchef Rüdiger Grube grundsätzlich geeinigt. Die letzte Bahn der jüngsten Baureihe 481, die der S-Bahn derzeit die größten Probleme beschert, wurde im Jahr …
BERLIN. Bahnkunden sollen künftig in Fernzügen auch auf zwei Etagen fahren. Wie die Berliner Zeitung aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen die im Nahverkehr erprobten roten Doppelstockwagen einen Teil der veralteten IC-Flotte der Deutschen Bahn ersetzen. „Dies ist eine relativ konkrete Überlegung“, hieß es am Freitag aus den Kreisen. Danach sollen Doppelstockzüge ab Ende 2013 zunächst auf drei Linien mit 27 Zügen und bis zu 200 Wagen fahren. Die Doppelstockwagen werden von Bombardier gebaut und sollen bis zu 190 Stundenkilometer schnell sein. Im Nahverkehr dürfen sie maximal 160 Kilometer pro Stunde fahren.
Neuer ICE wird umgeleitet Ein weiterer Grund für die Doppelstock-Variante sind die sich hinziehenden Verhandlungen mit …
Die Welt der Schienenverkehrstechnik trifft sich ab Dienstag (21. September) für vier Tage in Berlin. Insgesamt 2.242 Aussteller aus 45 Ländern belegen mit ihren Präsentationen innovativer Produkte und Services erstmals das gesamte Messegelände am Funkturm. Das sind 330 Aussteller mehr als zur InnoTrans 2008. Auch die Internationalität der Branchenleitmesse ist weiter gewachsen. Sie liegt jetzt bei 55 Prozent, in einzelnen Messesegmenten sogar bei zwei Dritteln. Die 3.500 Meter lange Gleisanlage ist komplett ausgebucht. Dort werden 121 neue Fahrzeuge vorgestellt, 30 mehr als vor zwei Jahren. Für viele Unternehmen ist die InnoTrans ein wichtiger Premierentermin: So sind allein 52 Weltpremieren ankündigt. Zur InnoTrans 2010 werden rund 100.000 Fachbesucher aus mehr als 100 Ländern erwartet. Messedirektor Matthias Steckmann: „Die InnoTrans hat in allen wichtigen Kennziffern gegenüber 2008 noch einmal zugelegt – trotz Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Branche. Das unterstreicht ihren Leitmessencharakter für internationale Schienenverkehrstechnik. Vor allem aus dem Ausland ist der Zuspruch stärker denn je. Das reicht von global agierenden Konzernen über Mittelständler bis zu Verkehrsunternehmen und nationalen Industrieverbänden. Deutliche Zuwächse gibt es beispielsweise bei den Ausstellern aus den USA, Kanada und Brasilien. Auch aus dem asiatischen und arabischen Raum ist das Interesse an der führenden Marketingplattform für Schienenverkehrstechnik deutlich gewachsen. Aus außereuropäischen Ländern haben sich außerdem zahlreiche Expertengruppen angemeldet, die sich auf der InnoTrans über Mobilitätslösungen für die Zukunft informieren wollen.“ Bei der vermieteten Ausstellungsfläche erreicht die achte InnoTrans mit mehr als 81.000 Quadratmetern neue Spitzenwerte. Das bedeutet eine Steigerung von rund 20 Prozent gegenüber 2008. Neu ist die Einbindung des Hallenrings um den Funkturm. In allen fünf Messesegmenten gab es Zuwächse: Railway Technology, Railway Infrastructure, Public Transport, Interiors und Tunnel Construction. Insgesamt belegt die InnoTrans in diesem Jahr 150.000 Quadratmeter Hallen- und Freifläche (brutto). Die Internationalität der InnoTrans spiegelt sich nicht nur in der hohen Präsenz ausländischer Firmen wider, sondern auch in der Beteiligung von Verbänden und Verkehrsunternehmen aus aller Welt. So haben sich allein 15 nationale Industrieverbände angemeldet, die auf der InnoTrans die Leistungskraft ihrer Länder präsentieren. Dazu zählen unter anderem ACRI (Tschechien), Danish Railway Group, MAFEX (Spanien), RIA (Großbritannien), Swerig (Schweden), SWISSRAIL, aus Asien CRIDA (Taiwan), JORSA (Japan) und KORSIA (Südkorea) sowie der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) und der Verband der Europäischen Eisenbahnindustrie (UNIFE). InnoTrans-Premiere hat die American Railway Engineering and Maintenance-of-Way Association (AREMA) aus den USA. Ihre Position als Premierentermin baut die InnoTrans weiter aus. Die Aussteller haben bislang 72 Produktpremieren angekündigt, davon allein 52 Weltpremieren. Das Spektrum reicht von neuen Hochgeschwindigkeitszügen, über Hybridantriebe für Loks, Innovationen in den Bereichen Sicherheit und Kommunikation bis zu neuen Mobilitätskonzepten. Eine Übersicht über die auf der Messe gezeigten neuen Produkte und Dienstleistungen bietet der als Print- und Onlineversion erscheinende Neuheitenreport der InnoTrans 2010 (Pressemeldung Innotrans, Fotos Bend Piplack, WKZ, 21.09.10).
BERLIN. Lange ist Hans-Jörg Grundmann noch kein Berliner, aber eines weiß er bereits zu schätzen: „Das Nahverkehrssystem in der Hauptstadt. Einfach beispielhaft.“ Das Lob kommt aus berufenem Munde: Grundmann ist Chef der Siemens-Verkehrstechniksparte Mobility. Siemens-Verkehrstechnik und Berlin, das ist eine lange Geschichte. Sie begann 1881, als Siemens & Halske die weltweit erste elektrische Straßenbahn zwischen Groß-Lichterfelde und der Haupt-Kadettenanstalt in der heutigen Finckensteinallee in Betrieb nahmen – und sie fand ihren vorläufigen Höhepunkt in diesem Frühjahr: Da beschloss Siemens Mobility, zu den Wurzeln zurückzukehren und den Sitz von Erlangen nach Berlin zu verlagern. Kreative Entwickler gesucht „So langsam füllen sich die Gänge“, sagt der Chef. Rund 80 Mitarbeiter werden in Kürze in Berlin sein. „Doch dabei wird es nicht bleiben. Dafür wechselt man nicht …