02.09.2026
Der Verkehr in Berlin ist ein stark umstrittenes Thema: Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, Autofahrende sowie Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs konkurrieren regelmäßig um den begrenzten öffentlichen Raum. Während die einen eine möglichst schnelle und leistungsfähige Mobilität priorisieren, wünschen sich andere mehr verkehrsberuhigte Bereiche, um Lärm zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Berliner Landespolitik muss diese unterschiedlichen Interessen in ihrer Verkehrspolitik gegeneinander abwägen.
Autofreundliche Positionen umfassen unter anderem die Beibehaltung von Tempo 50 auf Hauptstraßen, den Rückbau von Kiezblocks und Pollern, den Weiterbau der Stadtautobahn A100 sowie die Schaffung zusätzlicher Parkplätze. Parteien, die den Autoverkehr in der Stadt verringern wollen, setzen dagegen auf den Ausbau alternativer Verkehrsmittel, höhere Gebühren für Anwohnerparkausweise sowie Durchgangssperren, um autofreie oder autoarme Kieze zu schaffen.
Einigkeit besteht hingegen beim öffentlichen Nahverkehr: Alle großen Parteien, die sich in Berlin zur Wahl stellen, wollen den ÖPNV ausbauen und attraktiver gestalten. Zu ihren Forderungen zählen unter anderem der Ausbau des Streckennetzes, zusätzliche Haltestellen, kürzere Taktzeiten, die Automatisierung einzelner Bahnlinien sowie die Digitalisierung des Ticketkaufs. Einige Parteien setzen auf mehr Fahrradabstellmöglichkeiten an Bahnhöfen, vergünstigte Sozialtickets sowie Personaloffensiven bei BVG und S-Bahn.