Bahnhöfe: Warum ist es im Berliner Hauptbahnhof immer so bitterkalt?, aus Berliner Morgenpost

http://www.morgenpost.de/kolumne/Zwischenmenschlich/article207109593/Warum-ist-es-im-Berliner-Hauptbahnhof-immer-so-bitterkalt.html

Im größten #Kreuzungsbahnhof Europas zieht es wie Hechtsuppe! Und 300.000 Reisende müssen sich 17 Kloschüsseln teilen.

In der Schule war es früher bei Referaten ein gern genutztes Stilmittel, den Vortrag mit einem Zitat zu beginnen. Ein markanter Satz, der die zuhörende Klasse einstimmen sollte auf das, was nun folgen sollte – und der einen besonderen, charakteristischen Bezug zum Referatsthema hat.

Erlauben Sie mir, auch diesen Text der guten alten Zeit wegen mit einem Zitat zu beginnen. Ich las es vor wenigen Tagen in einem anderen Artikel. Es stammt vom Benimm-Experten Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge und passt ziemlich gut zum Thema dieser Kolumne – also zu Berlin.

Knigge nämlich sagte: "Zum Reisen gehört Geduld, Mut, Humor und dass man sich durch kleine widrige Zufälle nicht niederschlagen lasse."

Die langsamsten Drehtüren von ganz Berlin

Doch in unserer Stadt, insbesondere am #Hauptbahnhof, werden Geduld, Mut und Humor regelmäßig überstrapaziert, um es mal zurückhaltend auszudrücken. Vor allem dann, wenn der Beginn einer großen Reise, die mit Hoffnungen, Träumen und Vorfreude auf das ferne Unbekannte beginnt, erst einmal ausgebremst wird: an den langsamsten Drehtüren von ganz Berlin.

Nur im Schneckentempo kommt man durch sie in den Bahnhof hinein. Die Glaszwischenwände scheinen außerdem über einen unsichtbaren Schutzschild zu verfügen – denn sobald man ihnen zu nahe rückt, …

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