Eröffnung der nördlichen Monbijoubrücke, aus Senat

https://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_0610/nachricht2468.html

Im Rahmen einer Pressekonferenz eröffneten heute die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster, und der Vizepräsident der Wasser- und #Schifffahrtsdirektion Ost, Heinz Weiß die neu errichtete #Monbijoubrücke. Die nördliche Monbijoubrücke über­spannt die #Spree, die südliche Monbijoubrücke den #Kupfergraben. Sie verbinden die Straße Am Kupfergraben mit der Monbijoustraße und liegen an der Spitze der Museumsinsel vor dem Bode-Museum.

Senatorin Junge-Reyer: „In wenigen Tagen wird das #Bode-Museum wiedereröffnet. Die neue Monbijoubrücke wird ein angemessenes Entrée auch für dieses prunkvolle Bau­werk bilden. Die #Orginalbrücke war bis zu ihrer Zerstörung ein wesentlicher Bestandteil der #Museumsinsel, sie war damit Teil einer Inszenierung, eines städtischen Bühnenbil­des, einer szenischen Architektur am Wasser. Obwohl die historische Brücke aus Gründen der Schifffahrt nicht orginalgetreu rekonstruiert werden konnte, enthält die neue Brücke Gestalt und Geist des historischen Ganzen. Eleganz und Klarheit waren die Kriterien für den Neubau. Ein solches Werk ist nicht das Ergebnis eines genialen individuellen Entwurfes, sondern eines subtilen Abstimmungsprozesses, bei dem Histo­riker, die Architekturwerkstatt der Senatsverwaltung, technische Ingenieure und Archi­tekten zusammengearbeitet haben. Die neue Brücke ist ohne jeden Zierrat und Schnör­kel und enthält dabei unverkennbar die Sprache des großen Bühnenbildes in der Spree.“

Peter-Klaus Schuster: „Mit der Fertigstellung der Monbijoubrücke gerade rechtzeitig zur Wiedereröffnung unseres Bode-Museums bietet sich unseren Besuchern die wunder­bare Möglichkeit, die Insel der Künste auf einem neuen Weg und mit neuen Sichtbezie­hungen in Besitz zu nehmen. Damit verankern wir das Spree-Athen auf neue Weise im visuellen Weichbild der Stadt.“

1776 wurde an dieser Stelle eine hölzerne #Jochbrücke gebaut, die den Namen „Kleine #Weidendammer Brücke“ und später „#Mehlbrücke“ trug. In den Jahren 1903/04 errichtete Ernst von Ihne an dieser Stelle die Monbijoubrücke, benannt nach dem angrenzenden Park und dem Schloss Monbijou. Sowohl die südliche, als auch die nördliche Brücke waren so konzipiert, dass ihre Scheitelpunkte vor dem Bode-Museum liegen. Beide wurden als steinerne Gewölbe errichtet. Die Breite der Spree erforderte für die nördliche Monbijoubrücke zwei Gewölbe, die auf einem Mittelpfeiler auflagen. Ende des Zweiten Weltkrieges sprengten deutsche Truppen diese Brücke. Von 1947 bis zum Beginn des Neubaus im Jahr 2005 befand sich an dieser Stelle eine provisorische stählerne Fuß­gängerbrücke.

Die nördliche Monbijoubrücke erhielt weitestgehend das Erscheinungsbild der histori­schen Brücke. Ein wesentlicher Unterschied ist die Tragkonstruktion aus Stahl, durch die eine Mittelunterstützung unnötig wurde. Neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten war diese Konstruktion erforderlich, weil die Spree auch für große #Schubverbände be­fahrbar sein soll. Ein Mittelpfeiler hätte die dafür nötige #Durchfahrtsbreite nicht hergege­ben. Die #Stahlkonstruktion wurde in 2 Längsteilen in Bremen gefertigt, auf dem Was­serwege nach Berlin gebracht und mit einem #Schwimmkran auf die Widerlager geho­ben. Beide Brückenteile sind am Mittelstoß über die gesamte Länge verschweißt.

Die Brückenseiten sowie die #Balustraden sind mit schlesischem Sandstein verkleidet, der Brückenbelag besteht im Fahrbahnbereich aus Kleinsteinpflaster, im Gehwegbe­reich aus Granitplatten. Die noch vorhandenen Kandelaber wurden wieder aufgestellt, bzw. nach altem Vorbild neu hergestellt. In der stählernen Untersicht der Brücke spie­geln sich die vorbeifahrenden Schiffe. Das gestalterische Konzept wurde eng mit dem Denkmalschutzamt und der Architekturwerkstatt abgestimmt. Eine Nutzung beider Brücken ist Fußgängern, Radfahrern und Einsatzfahrzeugen vorbehalten. Dem PKW-Individualverkehr stehen die Brücken nicht zur Verfügung.

Der Neubau hat einen Kostenumfang von rd. 3,4 Mio. €, die größtenteils vom Bund ge­tragen werden, das Land beteiligt sich mit rd. 400.000,- € an der historischen Wieder­herstellung.

Die nördliche Monbijoubrücke wird am 12.10.2006 feierlich eröffnet.

Bauwerksdaten
ca. 400 t Gewicht der Stahlkonstruktion
ca. 40 m Länge
ca. 18 m Breite
ca. 3,4 Mio. € Baukosten

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