Berliner Verkehrsverhaeltnisse
Ereignis
Die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Matuschek (PDS) befasst sich mit der Frage, wie das Verhältnis der unterschiedlichen Verkehrsträger am Gesamtverkehrsaufkommen (modal split) in Berlin durch wen ermittelt wird, den zeitlichen Abständen, in denen der modal split überprüft wird, den methodischen Unsicherheiten bei der Ermittlung des modal split, der Frage, wie auf Bundesebene oder in vergleichbaren Großstädten diese Probleme gesehen werden und wie dort der modal split ermittelt wird, den Möglichkeiten, in die Ermittlung des modal split auch das Verkehrsaufkommen im Wirtschaftsverkehr zu berücksichtigen, und der Frage, ob der Senat plant, die bisherige Praxis der Ermittlung des modal split in Zukunft zu verändern, wenn ja, wie und warum. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, vertreten durch Krautzberger, erklärt, dass das Verhältnis der unterschiedlichen Verkehrsträger am Gesamtverkehrsaufkommen (modal-split) durch Haushaltsbefragungen und/oder durch Modellrechnungen ermittelt werde, Haushaltsbefragungen dienten dabei der Erhebung des Verkehrsverhaltens von verhaltenshomogenen Personengruppen und der Ableitung von Verhaltensparametern, neben den Verhaltensparametern bestimmten soziale und räumliche Strukturen (Quell- und Zielorte) sowie die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln das Verkehrsgeschehen und somit auch die Ziel- und Verkehrsmittelwahl, da allein auf Grund der erforderlichen Stichprobengröße Haushaltsbefragungen sehr zeitaufwendig und kostenintensiv seien, wird von dieser Ermittlungsmethode nur unregelmäßig und in größeren zeitlichen Abständen Gebrauch gemacht, Modellrechnungen würden u. a. von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kontinuierlich im Zusammenhang mit der Erarbeitung neuer Verkehrsprognosen durchgeführt, sowohl bei der reinen Modellierung als auch bei der Modellierung im Zusammenhang mit der Auswertung von Haushaltsbefragungen dienten zusätzlich Verkehrserhebungen der Eichung der Ergebnisse, d. h. die modellhaft ermittelten Verkehrsbelastungen würden anhand von gezählten Querschnittsbelastungen angepasst, dass als Modell komme in Berlin das Personenverkehrsmodell von Professor Kutter zum Einsatz, auch der im Modell verwendete modal-split sei das Ergebnis dieser geeichten Modellierung und nicht wie in einigen anderen Modellen vorgesehen die Folge einer Setzung, dies sei für die darauf aufbauende Prognoserechnung von Bedeutung, da sich durch eine veränderte räumliche Struktur auch eine andere Verkehrsmittelwahl ergeben könne, die letzte Haushaltsbefragung wurde für Berlin 1998 durch die BVG durchgeführt, dass ja, neben den allgemeinen Unsicherheiten bei der Hochrechnung einer stichprobenhaften Befragung von Verkehrsverhalten an einem Tag hänge die Qualität der Ergebnisse wesentlich von der Stichprobengröße, vom Fragebogendesign und der Art der Befragung (Interview/schriftliche Befragung) ab, Kernpunkt der Befragung sei die Erfassung einer vollständigen Wegekette der Befragten an einem Untersuchungstag, hierbei sei zudem in der Regel zu beachten, dass kleinere (Neben-)Wege häufig vergessen würden und nur Hauptreisewecke des Tages wahrgenommen werden, dass auf Bundesebene in regelmäßigen Abständen Erhebungen zum Verkehrsverhalten durchgeführt würden, hierzu zählten die „Kontinuierlichen Erhebungen zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung“ (KONTIV) und das „System repräsentativer Verkehrsbefragungen“ (SrV), dabei wird auch der modal-split ermittelt, auf Ebene der Länder und Kommunen würden ebenso in unregelmäßigen Abständen Haushaltsbefragungen zur Ermittlung des Verkehrsverhaltens und zur Kalibrierung der Verkehrsmodelle durchgeführt, der grundsätzliche methodische Ansatz sei bei allen bekannten Erhebungen ähnlich, dass für den Wirtschaftsverkehr sei die Ermittlung eines eigenen modal-split grundsätzlich möglich, dabei sei jedoch zwischen Personen- und Güterverkehr zu differenzieren, auf Grund der unterschiedlichen Art von Fahrzwecken, von Quell- und Zielorten und von Wegeketten ist eine Verknüpfung mit dem modal-split im privaten Personenverkehr nicht zielführend, für die Ermittlung sind Betriebsbefragungen und/oder Modellrechnungen nötig, und dass nein.
Details
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 14. Wahlperiode, Drucksache 14/1657 (Kleine Anfrage Nr. 1657)
Kleine Anfrage Nr. 14/1657 der Abgeordneten Jutta Matuschek (PDS) über: Berliner Verkehrsverhältnisse
Ich frage den Senat:
- Wie wird das Verhältnis der unterschiedlichen Verkehrsträger am Gesamtverkehrsaufkommen (modal split) in Berlin durch wen ermittelt?
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In welchen zeitlichen Abständen wird der modal split überprüft?
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Gibt es methodische Unsicherheiten bei der Ermittlung des modal splits, wenn ja, welche?
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Wie werden auf Bundesebene oder in vergleichbaren Großstädten diese Probleme gesehen, und wie wird dort der modal split ermittelt?
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Welche Möglichkeiten gibt es, in die Ermittlung des modal split auch das Verkehrsaufkommen im Wirtschaftsverkehr zu berücksichtigen?
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Plant der Senat, die bisherige Praxis der Ermittlung des modal splits in Zukunft zu verändern, wenn ja, wie und warum?
Berlin, den 22. März 2001
Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 1657
Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1. und 2.:
Das Verhältnis der unterschiedlichen Verkehrsträger am Gesamtverkehrsaufkommen (modal-split) wird durch Haushaltsbefragungen und/oder durch Modellrechnungen ermittelt.
Haushaltsbefragungen dienen dabei der Erhebung des Verkehrsverhaltens von verhaltenshomogenen Personengruppen und der Ableitung von Verhaltensparametern. Neben den Verhaltensparametern bestimmen soziale und räumliche Strukturen (Quell- und Zielorte) sowie die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln das Verkehrsgeschehen und somit auch die Ziel- und Verkehrsmittelwahl.
Da allein auf Grund der erforderlichen Stichprobengröße Haushaltsbefragungen sehr zeitaufwendig und kostenintensiv sind, wird von dieser Ermittlungsmethode nur unregelmäßig und in größeren zeitlichen Abständen Gebrauch gemacht.
Modellrechnungen werden u.a. von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kontinuierlich im Zusammenhang mit der Erarbeitung neuer Verkehrsprognosen durchgeführt.
Sowohl bei der reinen Modellierung als auch bei der Modellierung im Zusammenhang mit der Auswertung von Haushaltsbefragungen dienen zusätzlich Verkehrserhebungen der Eichung der Ergebnisse, d. h. die modellhaft ermittelten Verkehrsbelastungen werden anhand von gezählten Querschnittsbelastungen angepasst.
Als Modell kommt in Berlin das Personenverkehrsmodell von Professor Kutter zum Einsatz. Auch der im Modell verwendete modal-split ist das Ergebnis dieser geeichten Modellierung und nicht wie in einigen anderen Modellen vorgesehene die Folge einer Setzung.
Dies ist für die darauf aufbauende Prognoserechnung von Bedeutung, da sich durch eine veränderte räumliche Struktur auch eine andere Verkehrsmittelwahl ergeben kann.
Die letzte Haushaltsbefragung wurde für Berlin 1998 durch die BVG durchgeführt.
Zu 3.:
Ja. Neben den allgemeinen Unsicherheiten bei der Hochrechnung einer stichprobenhaften Befragung von Verkehrsverhalten an einem Tag hängt die Qualität der Ergebnisse wesentlich von der Stichprobengröße, vom Fragebogendesign und der Art der Befragung (Interview/schriftliche Befragung) ab.
Kernpunkt der Befragung ist die Erfassung einer vollständigen Wegekette der Befragten an einem Untersuchungstag. Hierbei ist zudem in der Regel zu beachten, dass kleinere (Neben-)Wege häufig vergessen werden und nur Hauptreisewecke des Tages wahrgenommen werden.
Zu 4.:
Auf Bundesebene werden in regelmäßigen Abständen Erhebungen zum Verkehrsverhalten durchgeführt. Hierzu zählen die „Kontinuierlichen Erhebungen zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung“ (KONTIV) und das „System repräsentativer Verkehrsbefragungen“ (SrV). Dabei wird auch der modal-split ermittelt.
Auf Ebene der Länder und Kommunen werden ebenso in unregelmäßigen Abständen Haushaltsbefragungen zur Ermittlung des Verkehrsverhaltens und zur Kalibrierung der Verkehrsmodelle durchgeführt. Der grundsätzliche methodische Ansatz ist bei allen bekannten Erhebungen ähnlich.
Zu 5.:
Für den Wirtschaftsverkehr ist die Ermittlung eines eigenen modal-split grundsätzlich möglich, dabei ist jedoch zwischen Personen- und Güterverkehr zu differenzieren. Auf Grund der unterschiedlichen Art von Fahrzwecken, von Quell- und Zielorten und von Wegeketten ist eine Verknüpfung mit dem modal-split im privaten Personenverkehr nicht zielführend. Für die Ermittlung sind Betriebsbefragungen und/oder Modellrechnungen nötig.
Zu 6.:
Nein.
Berlin, den 1. Juni 2001
In Vertretung Krautzberger Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Hinweis
dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt