Stadtvertraegliche Beschleunigung der Strassenbahn am Loeperplatz in Lichtenberg
Ereignis
Die Kleine Anfrage des Abgeordneten Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen) befasst sich mit der geplanten tiefgreifenden Veränderung des denkmalgeschützten alten Lichtenberger Dorfangers, des heutigen Loeperplatzes, durch die BVG, um dort zusätzlich zu den zwei vorhandenen Autofahrspuren eine eigene Straßenbahntrasse zu schaffen, und der Bewertung dieser Pläne durch den Senat, der Bedeutung des Denkmalschutzes am Loeperplatz und der Berücksichtigung bei der Realisierung eines urbanen Zentrums in der Möllendorffstraße, der künftigen verkehrlichen Bedeutung der Möllendorffstraße, der Bewertung des Vorschlags, die Straßenbahn durch Lichtsignalanlagen (LSA) anstelle eines eigenen Gleiskörpers zu beschleunigen, der Größe der Fahrzeitverkürzung durch eine intelligente Ampelschaltung bei Beibehaltung der bestehenden Fahrbahnaufteilung und bei einer eigenen Trasse, den veranschlagten Kosten, den Finanzquellen, den zugrundeliegenden Kosten-Nutzen-Untersuchungen und den Kosten für eine Vorrangschaltung der Straßenbahn sowie der Bewertung des Vorschlags, der Straßenbahn im bestehenden Fahrbahnquerschnitt eine eigene Trasse zuzuweisen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, vertreten durch Maria Krautzberger, erklärt, dass dem Senat bekannt sei, dass die BVG die Erneuerung der Straßenbahngleise am Loeperplatz vorbereite und dabei auch eine Verbesserung der vorhandenen Situation für die Straßenbahn, die durch den Kraftfahrzeugverkehr zum Teil erheblich behindert werde, erreichen wolle, da derartige Maßnahmen den Denkmalschutz für den historischen Lichtenberger Dorfanger beachten müssten, würden die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Landesdenkmalamt gemeinsam mit der BVG eine verträgliche Lösung entwickeln, der Bedeutung des Loeperplatzes sei durch dessen Eintragung in die Denkmalliste Berlins Rechnung getragen worden, für den Senat ergebe sich daraus die Verpflichtung, den Platz als Ensemble sowie die denkmalgeschützten Gebäude – insbesondere Kirche und Pfarrhaus – und den Altbaumbestand zu erhalten sowie die ursprüngliche Qualität der Dorfaue wiederherzustellen, eine Entwicklung zum urbanen Zentrum, das den Charakter des Angers verändern würde, sei daher auszuschließen und auch nicht vorgesehen, die Möllendorffstraße sei heute eine übergeordnete Straße und mit rd. 28 000 Kfz/Werktag (davon rd. 1 400 Lkw) im Querschnitt belastet, sie verbinde – mit dem Weißenseer Weg und der Indira-Gandhi-Straße als nördliche Fortsetzung – die großen Radialen Frankfurter Allee (B 1/5), Landsberger Allee und Berliner Allee (B 2) miteinander, gleichzeitig werde das Ortsteilzentrum mit dem Lichtenberger Rathaus erschlossen, diese Funktionen bestimmten bis auf weiteres auch die Bedeutung der Möllendorffstraße, erst nach der langfristig vorgesehenen Verlängerung der A 100 bzw. nach Realisierung des mittleren Straßenringes werde sich die Belastung der Möllendorffstraße auf etwa 15 000 Kfz/Werktag im Querschnitt verringern, zurzeit würden verschiedene Lösungen untersucht, wie unter Wahrung des Denkmalschutzes eine Verbesserung des Straßenbahnverkehrs hinsichtlich Stabilität und Beschleunigung bei gleichzeitiger Beachtung der Bedeutung der Möllendorffstraße für den Kraftfahrzeugverkehr erreicht werden könne, dabei würden insbesondere auch die Möglichkeiten der Signalisierung mit und ohne eigenen Gleiskörper der Straßenbahn geprüft, sobald diese Ergebnisse vorlägen, werde der Senat bei Abwägung der Kosten und des Nutzens sowie unter Würdigung der Belange des Denkmalschutzes eine Entscheidung treffen, dieses solle bis Mitte Juli erreicht werden.
Details
Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 14. Wahlperiode, Drucksache 14/359 (Kleine Anfrage Nr. 359)
Kleine Anfrage Nr. 14/359 des Abgeordneten Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen) über: Stadtvertägliche Beschleunigung der Straßenbahn am Loeperplatz in Lichtenberg
Ich frage den Senat:
- Ist dem Senat bekannt, dass die BVG eine tiefgreifende Veränderung des denkmalgeschützten alten Lichtenberger Dorfangers, des heutigen Loeperplatzes, plant, um dort zusätzlich zu den zwei vorhandenen Autofahrspuren eine eigene Straßenbahntrasse zu schaffen? Wenn ja, wie bewertet der Senat die Pläne der BVG?
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Welche Bedeutung misst der Senat dem Denkmalschutz am Loeperplatz in Lichtenberg zu, und wie will er ihm Rechnung tragen bei der Realisierung eines urbanen Zentrums in der Möllendorffstraße?
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Welche Bedeutung soll die um den Loeperplatz verlaufende Möllendorffstraße in dem betreffenden Abschnitt bei der künftigen verkehrlichen Entwicklung haben?
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Wie bewertet der Senat den Vorschlag, in dem betreffenden Abschnitt die Straßenbahn durch Lichtsignalanlagen (LSA) anstelle eines eigenen Gleiskörpers zu beschleunigen?
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Wie groß wäre die Verkürzung der Fahrzeit durch eine intelligente Ampelschaltung a) bei Beibehaltung der bestehenden Fahrbahnaufteilung, b) bei einer eigenen Trasse?
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Wie hoch sind die veranschlagten Kosten, aus welchen Finanzquellen sollen sie erbracht werden, und welche KostenNutzen-Untersuchungen liegen diesem Vorhaben zugrunde?
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Wie hoch wären die Kosten für eine Vorrangschaltung der Straßenbahn?
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Wie bewertet der Senat den Vorschlag, der Straßenbahn im bestehenden Fahrbahnquerschnitt eine eigene Trasse zuzuweisen?
Berlin, den 15. März 2000
Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 359
Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Dem Senat ist bekannt, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Erneuerung der Straßenbahngleise am Loeperplatz vorbereiten und dabei auch eine Verbesserung der vorhandenen Situation für die Straßenbahn, die durch den Kraftfahrzeugverkehr zum Teil erheblich behindert wird, erreichen wollen. Da derartige Maßnahmen den Denkmalschutz für den historischen Lichtenberger Dorfanger beachten müssen, werden die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Landesdenkmalamt gemeinsam mit der BVG eine verträgliche Lösung entwickeln.
Zu 2.:
Der Bedeutung des Loeperplatzes ist durch dessen Eintragung in die Denkmalliste Berlins Rechnung getragen worden. Für den Senat ergibt sich daraus die Verpflichtung, den Platz als Ensemble sowie die denkmalgeschützten Gebäude – insbesondere Kirche und Pfarrhaus – und den Altbaumbestand zu erhalten sowie die ursprüngliche Qualität der Dorfaue wiederherzustellen. Eine Entwicklung zum urbanen Zentrum, das den Charakter des Angers verändern würde, ist daher auszuschließen und auch nicht vorgesehen.
Zu 3.:
Die Möllendorffstraße ist heute eine übergeordnete Straße und mit rd. 28 000 Kfz/Werktag (davon rd. 1 400 Lkw) im Querschnitt belastet. Sie verbindet – mit dem Weißenseer Weg und der Indira-Ghandi-Straße als nördliche Fortsetzung – die großen Radialen Frankfurter Allee (B 1/5), Landsberger Allee und Berliner Allee (B 2) miteinander. Gleichzeitig wird das Ortsteilzentrum mit dem Lichtenberger Rathaus erschlossen. Diese Funktionen bestimmen bis auf weiteres auch die Bedeutung der Möllendorffstraße.
Erst nach der langfristig vorgesehenen Verlängerung der A 100 bzw. nach Realisierung des mittleren Straßenringes wird sich die Belastung der Möllendorffstraße auf etwa 15 000 Kfz/Werktag im Querschnitt verringern.
Zu 4. bis 8.:
Zurzeit werden verschiedene Lösungen untersucht, wie unter Wahrung des Denkmalschutzes eine Verbesserung des Straßenbahnverkehrs hinsichtlich Stabilität und Beschleunigung bei gleichzeitiger Beachtung der Bedeutung der Möllendorffstraße für den Kraftfahrzeugverkehr erreicht werden kann. Dabei werden insbesondere auch die Möglichkeiten der Signalisierung mit und ohne eigenen Gleiskörper der Straßenbahn geprüft.
Sobald diese Ergebnisse vorliegen, wird der Senat bei Abwägung der Kosten und des Nutzens sowie unter Würdigung der Belange des Denkmalschutzes eine Entscheidung treffen. Dieses soll bis Mitte Juli erreicht werden.
Berlin, den 29. Mai 2000
In Vertretung Maria Krautzberger Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Hinweis
dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt