Güterverkehr in Berlin, unter besonderer Berücksichtigung der Anhalter Bahn

Güterverkehr in Berlin, unter besonderer Berücksichtigung der Anhalter Bahn

Ereignis

Die Kleine Anfrage befasst sich mit den verkehrspolitischen Zielsetzungen zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, der operativen Nutzung des Güterbahnhofs Tempelhof sowie der Netzanbindung des Güterverkehrszentrums (GVZ) Großbeeren. Der Senat bekräftigt den Vorrang des Schienengüterverkehrs und übermittelt Stellungnahmen von DB Cargo, wonach der Güterbahnhof Tempelhof als Ladestraße und für Privatgleisanschlüsse aktiv weitergenutzt wird. Für das GVZ Großbeeren und das dortige Terminal des kombinierten Verkehrs (KV) bringt der Ausbau der südlichen Anhalter Bahn über das Genshagener Kreuz deutliche Vorteile für die Betriebszeiten durch eine Erhöhung der Güterzuggeschwindigkeiten auf bis zu 120 km/h.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/4804
Abgeordnetenhaus von Berlin – 13. Wahlperiode
Kleine Anfrage Nr. 13/4804
des Abgeordneten Oliver Friederici (CDU)
über: Güterverkehr in Berlin, unter besonderer Berücksichtigung der Anhalter Bahn?
Ich frage den Senat:
1. Unter Betrachtung der Schaffung einer leistungsfähigen Verbindung (s. Mitteilung zur Kenntnisnahme Drs 13/2800) für den öffentlichen und individuellen Straßenverkehr im Bezirk Steglitz, betrachtet es der Senat weiterhin vorrangig, Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen?
2. Wird es zu einer Wiedereröffnung des Güterbahnhofs Tempelhof kommen?
3. Wird es Güterverkehr auf der Anhalter Bahn geben?
4. Wird in die Gesamtplanung beim Ausbau der Anhalter und Dresdener Bahn das Güterverkehrszentrum (GVZ) Großbeeren eingebunden sein bzw. davon profitieren?
Berlin, den 20. April 1999
Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 4804
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:
Zu 1.:
Anhang des verkehrspolitischen Rahmens betrachtet es der Senat weiterhin als vorrangig, Güterströme auf den umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene zu verlagern. Die Klärung der betrieblichen Detailfragen obliegt der Deutschen Bahn AG. Die für den Schienengüterverkehr zuständige DB Cargo, Niederlassung Berlin, hat sich zu den Fragen 2 bis 4 wie folgt geäußert:
Zu 2.:
„Der Güterbahnhof Tempelhof war zu keiner Zeit geschlossen. DB Cargo bedient hier die Ladestraße sowie einen Privatgleisanschluss. Lediglich die Funktion eines sogenannten Zugbildungsbahnhofes wurde im vergangenen Jahr nach Wustermark Rangierbahnhof und Seddin verlagert. Auch der Bahnhof Tempelhof Rangierbahnhof, an der Dresdner Bahn gelegen, wird durch DB Cargo für die Erbringung von Güterverkehrsleistungen genutzt.“
Zu 3.:
„Es wird im südlichen Bereich außerhalb der Stadtgrenzen von Berlin Güterverkehr auf der Anhalter Bahn geben. Über die Anhalter Bahn sind z. B. das Terminal des kombinierten Verkehrs Großbeeren und die Ladestraßen Teltow zu erreichen sowie die ehemalige Teltower Hafenbahn mit dem Gleisanschluß der Fa. Teltomat.“
Zu 4.:
„Der Ausbau der Anhalter Bahn gewährleistet zukünftig eine bessere Streckendurchlauffähigkeit und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten für Schienenfahrzeuge, von denen auch DB Cargo profitiert. Neue Wagentechnik und Lokomotiven gestatten Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h auch mit Güterzügen zu fahren. Damit sind wir in der Lage, günstigere Verkehrszeiten anzubieten. Insofern kann man davon ausgehen, dass das GVZ-Großbeeren mittelbar vom Ausbau der Anhalter Bahn profitiert. Eine direkte infrastrukturelle Anbindung des KV-Terminals an die Anhalter Bahn besteht nicht. Die direkte Verbindung zur Anhalter Bahn wird über das Genshagener Kreuz gewährleistet.“
Im Planfeststellungsverfahren zur Anhalter Bahn hat u. a. die für den Verkehr zuständige Verwaltung des Landes Berlin in ihrer Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange die nördliche schienenseitige Anbindung des Güterverkehrszentrums Großbeeren mit direkten Fahrtmöglichkeiten in die Stadt hinein gefordert. Der Senat geht davon aus, dass über die Anhalter Bahn künftig das GVZ Großbeeren mit innerstädtischen Umschlagseinrichtungen verknüpft wird.
Der Anschluss des GVZ Großbeeren an die Dresdner Bahn erfolgt indirekt über das Genshagener Kreuz und den südlichen Berliner Eisenbahn-Außenring.
Berlin, den 6. Juli 1999
Jürgen K l e m a n n
Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt