Verbindungstreppe zwischen U- und S-Bahn am Bahnhof Gesundbrunnen

Verbindungstreppe zwischen U- und S-Bahn am Bahnhof Gesundbrunnen

Ereignis

Die Kleine Anfrage greift den Verzicht auf Rolltreppen (Fahrtreppen) an einem neu errichteten Direktübergang zwischen den S- und U-Bahnsteigen am stark frequentierten Umsteigebahnhof Gesundbrunnen kritisch auf. Der Senat bestätigt die Prognose von täglich rund 200.000 Ein-, Aus- und Umsteigern für das Jahr 2010 und führt aus, dass die Deutsche Bahn AG mit rund 128.000 täglichen Umsteigevorgängen allein zwischen S- und U-Bahn rechnet. Der Bausenator weist den Vorwurf von Barrierefreiheitsdefiziten zurück und betont, dass für alle regulären Relationen eine ausreichende Anzahl an Fahrtreppen und Aufzügen zur Verfügung steht, während an dem betroffenen zusätzlichen Verbindungsgang aus baulich-räumlichen Zwängen im Bestandsbauwerk lediglich eine feste Steintreppe realisiert werden konnte.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/3474

Abgeordnetenhaus von Berlin – 13. Wahlperiode
Kleine Anfrage Nr. 13/3474
des Abgeordneten Michael Cramer
(Bündnis 90/Die Grünen)
über Verbindungstreppe zwischen U- und
S-Bahn am Bahnhof Gesundbrunnen

Ich frage den Senat:
1. Kann der Senat bestätigen, daß im Jahr 2010 am Bahnhof Gesundbrunnen täglich 200 000 Ein-, Um- und Aussteiger/-innen erwartet werden? Wenn nein, wie viele sind es dann?
2. Mit wie vielen Umsteiger/-innen rechnet der Senat zwischen der S-Bahn und der U-Bahn am Bahnhof Gesundbrunnen?
3. Warum ist die Umstegiverbindung zwischen U- und S-Bahn ohne Fahrtreppe ausgerüstet worden, obwohl der Höhenunterschied mit insgesamt 40 (!) Treppenstufen beträchtlich ist?
4. Ist beabsichtigt, vom westlichen Ende des zweiten Richtungsbahnsteigs der S-Bahn ebenfalls eine Verbindung zum U-Bahnsteig zu bauen und soll auch diese ohne Fahrtreppe realisiert werden? Wenn nein, wie wird das Problem insbesondere für Fahrgäste mit Gepäck, Kinderwagen etc. gelöst? Wenn ja, welche Planung gibt es dafür?
5. Wie begründet der Senat das Zugangsbauwerk ohne Fahrtreppe im Vergleich z. B. mit dem erheblich geringer frequentierten S-Bahnhof Schichauweg, der mit zwei Aufzügen, vier Steintreppen und zwei Fahrtreppen ausgerüstet ist?
6. Wie viele Ein- und Aussteiger/-innen wurden im letzten Jahr am S-Bahnhof Schichauweg gezählt, wie hoch war die durchschnittliche tägliche Frequenz?

Berlin, den 24. Februar 1998

Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 3474
Im Namen des Senats von Berlin
beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1.:
Ja.

Zu 2.:
Die DB AG rechnet mit insgesamt ca. 128 000 Umsteigern täglich zwischen U- und S-Bahn am Bahnhof Gesundbrunnen.

Zu 3. und 4.:
Der Bahnhof Gesundbrunnen erhält als wichtiger Umsteigepunkt für die Verbindungen innerhalb des Bahnhofs und für die Zugänge eine größere Anzahl von Fahrtreppen und Aufzügen. Für alle Umsteigebeziehungen zwischen S- und U-Bahn stehen Fahrtreppen und Aufzüge zur Verfügung. Insofern gibt es diesbezüglich – auch für Fahrgäste mit Gepäck, Kinderwagen usw. – keine Defizite. Lediglich beim zusätzlich zu den bisherigen Verbindungen realisierten direkten Übergang zwischen S-Bahnsteigen und U-Bahnsteig war aus räumlichen Gründen nur der Bau einer festen Treppe möglich.

Zu 5.:
Auf dem S-Bahnhof Schichauweg gibt es für beide Bahnsteige jeweils zu beiden Straßenseiten des Schichauweges die entsprechend notwendige Treppe mit Steighilfe.
Der Bahnhof Gesundbrunnen weist hingegen entsprechend seiner Funktion und Bedeutung als Umsteigepunkt mit hohem Verkehrsaufkommen für jede Ein-, Aus- und Umsteige-Relation S-/U-Bahn mehrere Treppen- und Fahrtreppen auf.

Zu 6.:
Von der DB AG wurden im Jahr 1995 (letzte Zählung) am S-Bahnhof Schichauweg ca. 525 000 Ein- und 575 000 Aussteiger ermittelt; im Durchschnitt wurden 1995 werktäglich 2 100 Ein- und 2 300 Aussteiger gezählt.

Berlin, den 10. Juni 1998

Jürgen K l e m a n n
Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt