Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke S 1 zwischen Gesundbrunnen und Frohnau

Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke S 1 zwischen Gesundbrunnen und Frohnau

Ereignis

Die Kleine Anfrage Nr. 2862 befasst sich mit den Zeitplänen für die Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke S 1 zwischen Gesundbrunnen und Frohnau, dem Ende der Beeinträchtigungen insbesondere durch den Pendelverkehr, möglichen Verzögerungen, den Gründen für den Pendelverkehr mit vierfachem Umsteigen und Wartezeiten, der Ausdünnung des Zugverkehrs auf einen 20-Minuten-Takt, den Ursachen für die gelegentliche totale Unterbrechung zwischen Bornholmer Straße und Schönholz, der Bewertung der Fahrgastinformation sowie der Angemessenheit der Beeinträchtigungen und möglichen alternativen Bauorganisation. Der Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr, Jürgen Klemann, zitiert in seiner Antwort die Stellungnahme der S-Bahn Berlin GmbH, wonach die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Aufbau des Nordkreuzes stünden, zwischen Schönholz und Wollankstraße eine doppelte Gleisverbindung mit Stellwerk gebaut werde, die Gleiserneuerungsarbeiten und die Arbeiten am S-Bahnhof Wollankstraße ursprünglich zu verschiedenen Zeiten geplant gewesen seien und es gelungen sei, beide Vorhaben zu vereinigen und die Unannehmlichkeiten zu minimieren, dass der Zeitplan eingehalten werde und mit einem Ende aller beeinträchtigenden Arbeiten erst zu rechnen sei, wenn das Netz an dieser Stelle seinen geplanten Zustand erreicht habe, also wenn die Züge der Linie S 8 die alte Lage des S-Bahnhofs Bornholmer Straße wieder erreichten, der Ringschluss für die S 4 erfolgt und der neue Bahnhof Gesundbrunnen in Betrieb sei, wofür man mit einem Abschluss im Jahr 2001 rechne, dass der Stand der Planungen dem Zeitplan entspreche, dass Pendel- und Ersatzverkehr aus den genannten Gründen erforderlich geworden sei und Reisezeitverluste nicht zu vermeiden seien, dass die S 1 aus Kapazitätsgründen nur im 20-Minuten-Takt fahren könne, da in Schönholz die Züge der S 25 und S 1 enden und zurückgefahren werden müssten, dass für die Kundeninformation wöchentlich gemeinsam mit der DB Projekt GmbH das sogenannte Max-Infoblatt ausgegeben werde, das zur Wochenmitte für die folgende Woche auf allen Bahnhöfen ausgelegt werde, und Vorinformationen in der Bahnzeitschrift „Punkt 3″ erhältlich seien, und dass für die Durchsetzung der ehrgeizigen Bahnbauprojekte auch in den nächsten Jahren Beeinträchtigungen des S-Bahnverkehrs nicht vermeidbar sein würden; der Senat ergänzt, dass das Berliner S-Bahnnetz im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit außerordentliche Schäden erlitten habe, die nur notdürftig repariert worden seien, dass die S-Bahnanlagen nun von der Deutschen Bahn AG unter Mitwirkung der Länder Berlin und Brandenburg und unter finanziellem Engagement der Bundesregierung grundlegend erneuert würden, was einen Zeitraum von ca. 10 Jahren beanspruchen werde, und dass der Senat ausdrücklich dem Vorschlag zugestimmt habe, Fahrgäste von Woche zu Woche zu informieren, um nicht mit zu vielen Informationen zu verwirren.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/2862 (Kleine Anfrage Nr. 2862)

  1. Wie sind die Zeitpläne für die Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke S 1 zwischen Gesundbrunnen und Frohnau? Wann ist mit dem Ende der Beeinträchtigungen des S-Bahnverkehrs insbesondere durch den Pendelverkehr zu rechnen?

  2. Entspricht der Stand der Arbeiten der ursprünglichen Planung, oder gibt es Verzögerungen? Wenn ja, welches sind gegebenenfalls die Ursachen dafür?

  3. Wieso erfordern die Bauarbeiten auf dieser Strecke einen Pendelverkehr, der in der Regel vierfaches Umsteigen sowie auf den Bahnhöfen Waidmannslust und Schönholz mehrminütige Wartezeiten vorsieht?

  4. Wieso machen die Bauarbeiten die Ausdünnung des Zugverkehrs zwischen Gesundbrunnen und Frohnau auf einen Zwanzig-Minuten-Takt erforderlich?

  5. Was sind die Ursachen für die gelegentliche totale Unterbrechung des Bahnverkehrs zwischen Bornholmer Straße und Schönholz und die Einrichtung von Schienenersatzverkehr zwischen diesen Bahnhöfen, verbunden mit weiteren Wartezeiten?

  6. Hält der Senat die Information der Fahrgäste für ausreichend, wenn lediglich kurzzeitig von Woche zu Woche der Pendelverkehr bekanntgegeben wird, ohne daß eine längerfristige Information erfolgt?

  7. Hält der Senat diese Beeinträchtigungen des S-Bahnverkehrs für angemessen und der Werbung für das Umsteigen vom eigenen PKW auf öffentliche Verkehrsmittel für dienlich? Wieso ist keine andere Organisation der Bauarbeiten mit weniger häufigen Umsteigen und ohne zusätzliche Wartezeiten möglich?

Berlin, den 14. Oktober 1997

Antwort (Schlußbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 2862

Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Hierzu hat die zuständige S-Bahn Berlin GmbH mitgeteilt:

„Die derzeit auf dem Streckenabschnitt Schönholz – Gesundbrunnen – Nordbahnhof (Linien S 1, S 2 und S 25) stattfindenden Arbeiten sind in Zusammenhang mit dem Aufbau des Nordkreuzes zu sehen. Zwischen Schönholz und Wollankstraße wird für die S-Bahn eine doppelte Gleisverbindung mit dem dazugehörigen Stellwerk gebaut. Diese Verbindung ermöglicht uns eine flexible Betriebsführung bei weiteren Arbeiten und in Störungsfällen bei gleichzeitigem Wegfall der Gleisverbindung in Gesundbrunnen.

Neben dem Einbau der notwendigen vier Weichen erfolgte eine Grundinstandsetzung der Gleisanlagen und Reparaturarbeiten am S-Bahnhof Wollankstraße. Alle drei Vorhaben waren ursprünglich zu verschiedenen Zeiten geplant. So sollten die Arbeiten zur Gleisverbindung mit insgesamt sechs Wochenenden im Sommer diesen Jahres durchgeführt werden. Die Gleiserneuerungsarbeiten waren mit ebenfalls sechs Wochenenden für den Herbst geplant. Es ist uns gelungen, beide Vorhaben zu vereinigen und die Unannehmlichkeiten für den S-Bahnhof Wollank- zu minimieren. Die Arbeiten am S-Bahnhof Wollankstraße konnten nachträglich ebenfalls in diese Zeit eingeordnet werden. Insgesamt werden nunmehr für alle beschriebenen Vorhaben sieben Wochenenden benötigt. Die Optimierung des Gesamtvorhabens war nur durch eine Betriebsunterbrechung und damit durch die Einrichtung eines Ersatzverkehrs zu erreichen.

Zu 1.:

Der Zeitplan für alle Arbeiten wird eingehalten. Mit einem Ende aller die S-Bahn beeinträchtigenden Arbeiten ist erst zu rechnen, wenn das Netz an dieser Stelle seinen geplanten Zustand erreicht hat, wenn also die Züge der Linie S 8 die alte Lage des S-Bahnhofs Bornholmer Straße wieder erreichen, wenn der Ringschluß für die S 4 erfolgte und wenn der neue Bahnhof Gesundbrunnen in Betrieb ist. Wir rechnen mit einem Abschluß im Jahre 2001.

Zu 2.:

Der Stand der Planungen entspricht dem Zeitplan. Genauere Angaben dazu sind gegebenenfalls von der DB Projekt GmbH einzuholen. Das Projektzentrum Nördlicher Berliner Innenring ist planungs- und ausführungsverantwortlich.

Zu 3.:

Pendel- und Ersatzverkehr ist aus den o.g. Gründen erforderlich geworden. Selbstverständlich bemühen wir uns, die Unannehmlichkeiten, die vor allem beim Übergang auf die verschiedenen Verkehrsmittel eintreten, zu minimieren. Reisezeitverluste sind jedoch nicht zu vermeiden.

Zu 4.:

Die Baustelle befindet sich zwischen Schönholz und Bornholmer Straße. In Schönholz müssen die Züge der S 25 und S 1 enden und zurückgefahren werden. Aus Kapazitätsgründen kann die S 1 daher nur im 20-Min-Takt fahren.

Zu 5.:

Ist mit der allgemeinen Erläuterung erklärt.

Zu 6.:

Für die Kundeninformation geben wir wöchentlich gemeinsam mit der DB Projekt GmbH das sog. Max-Infoblatt aus. Dieses wird zur Wochenmitte für die folgende Woche auf allen Bahnhöfen ausgelegt. Vorinformationen sind in der Bahnzeitschrift „Punkt 3″ erhältlich, die zwischen dem 20. und 25. eines jeden Monats ebenfalls auf allen Bahnhöfen erhältlich ist. Erwähnt sei das Infotelefon und der Videotext bei B1. Allerdings können sich Interessierte in Monatsübersichten in der Zeitschrift „Punkt 3″ auch über längerfristige Einschränkungen und die Gründe dafür informieren.

Insgesamt hält der Senat die Informationen der S-Bahn Berlin GmbH über die längerfristig geplanten Baumaßnahmen bzw. in diesem Zusammenhang unvermeidlichen Beeinträchtigungen, z. B. mit Faltblättern, Aushängen, Radio-, Zeitungs- und Videotextmeldungen, einer Hotline sowie einem Fax-Abrufsystem für ausreichend.

Zu 7.:

Für die Durchsetzung der ehrgeizigen Bahnbauprojekte für die Stadt Berlin werden auch in den nächsten Jahren Beeinträchtigungen des S-Bahnverkehrs nicht vermeidbar sein. Das S-Bahnnetz in seinen historisch gewachsenen Dimensionen ist im Entstehen.

Abschließend möchten wir darauf hinweisen, daß an drei Wochenenden im November ebenfalls zwischen Schönholz und Bornholmer Straße bzw. Humboldthain mit Ersatzverkehr gerechnet werden muß. Grund: Abschluß der Weicheneinbauarbeiten und Inbetriebnahme des neuen S-Bahngleises zwischen Humboldthain und Wollankstraße einschließlich der beiden neuen Bahnsteige Gesundbrunnen und Bornholmer Straße.“

Ergänzungen des Senats zu 6. und 7.:

Das Berliner S-Bahnnetz hat im 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit außerordentliche Schäden erlitten, die aus den bekannten Gründen nur notdürftig repariert wurden. So wurden z. B. Viaduktbögen nicht sachgemäß abgedichtet, gebrochene Stromkabel nur mit störanfälligen Muffen geflickt, die Sicherungstechnik nur selten modernisiert etc.

Instandgebliebene Anlagen und Fahrzeuge wurden über Jahrzehnte bis zur Wiedervereinigung Berlins auf Verschleiß betrieben.

Die S-Bahnanlagen werden nun von der Deutschen Bahn AG unter Mitwirkung der Länder Berlin und Brandenburg und unter finanziellem Engagement der Bundesregierung grundlegend erneuert. Dies kann verständlicherweise nicht an einem Tag geschehen, sondern wird einen Zeitraum von ca. 10 Jahren beanspruchen. Dabei hat der Senat besonderes Verständnis für die überaus schwierigen Arbeiten an Alt-Strecken, die unter Betrieb stattfinden. Hier sind zeitweilige Härten für Fahrgäste unvermeidlich.

Dennoch kann der Senat auf Grund seiner Teilnahme an turnusmäßigen Besprechungen mit der S-Bahn Berlin GmbH bestätigen, daß die S-Bahn Berlin GmbH stets bemüht ist, entsprechend dem mit dem Land Berlin abgeschlossenen Verkehrsvertrag die Behinderungen für die Fahrgäste, insbesondere im Berufsverkehr, zu minimieren.

Ausdrücklich hat der Senat dem Vorschlag zugestimmt, Fahrgäste von Woche zu Woche zu informieren, um nicht mit zu vielen Informationen zu verwirren.

Berlin, den 17. November 1997

Jürgen Klemann Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt